Ist das alles? Teil 14

Autor: Dani
veröffentlicht am: 15.06.2008




Nach kurzer Zeit klopfte es an meiner T?r und Stefan sprach: 'Alicia, du kannst kommen.'
Ich f?hlte mich schon etwas bl?d dabei, aber ich konnte nichts dagegen tun. Seit dem Horrortrip hatte ich mehr Angst vor Menschen, als je zuvor.
Ich ging auf die Toilette und beeilte mich anschlie?end, um schnell wieder in mein Zimmer zu kommen.
Wenig sp?ter kamen wir auch schon am Hafen an.
Ich wartete so lange in meinem Zimmer, bis ich glaubte, dass alle anderen das Schiff mitsamt ihrem Gep?ck verlassen hatten. Erst dann ?ffnete ich zaghaft die, wie immer laut quietschende, T?r und schliff meine schwere Reisetasche hinter mir her durch den Flur und den Gemeinschaftsraum, bis zur Treppe, die an Deck f?hrte. Ich blieb kurz stehen, um zu ?berlegen, wie ich die Tasche nun am besten hinauf bef?rdern konnte, denn die Treppe war zu schmal um sie weiter neben mir zu ziehen, gleichzeitig aber auch zu steil um sie vor mir her zu schieben. Ich probierte trotzdem diese Variante und st?tze die Tasche, die viel lieber der Schwerkraft folgen wollte, mit den Armen und schob mich so Stufe f?r Stufe nach oben.Zum Gl?ck war die Luke noch offen und mit einem kr?ftigen Sto? schubste ich die Tasche hindurch, so dass sie auf dem Boden, dicht an der Reling liegen blieb. Als auch ich hinaus geklettert war, schloss ich die Luke sorgf?ltig und wandte mich dann wieder meiner Tasche zu, um endlich von Bord zu gehen.
Die Reisetasche reichte ich an Jonas, den Kapit?n, hoch und lie? mir anschlie?end auch von ihm nach oben auf den Steg helfen.
Mit jedem Schritt, den ich von dem Boot weg in Richtung des wartenden Busses ging, wurde mir mulmiger zu Mute. ?ber f?nf Stunden lang mit meinen Mitsch?lern, mit denen ich mich nicht verstand und unter denen zu allem ?berfluss auch noch Susanne, Claudia und Christian waren. Ich erschauerte unter dieser Vorstellung und wurde immer langsamer, als der Bus in Sicht kam.
Der gro?e Abschied war in vollem Gange. Jeder umarmte Stefan einmal und dankte ihm f?r diese 'tolle' Klassenfahrt. Jonas war nicht dabei, ich denke er ist nicht gerade erpicht darauf, dass ihm 20 halbw?chsige um den Hals fallen.
Ich blieb etwas abseits stehen, konnte aber beobachten, dass auch Susanne und Claudia Stefan umarmen wollten. Wahrscheinlich hatten sie es noch immer nicht aufgegeben. Stefan jedoch, machte keinerlei Anstalten, die Umarmung zu erwidern und so lie?en sie ihn auch ziemlich schnell wieder los.
Nach und nach stiegen alle in den Bus, in dem der Ger?uschpegel betr?chtlich stieg, je mehr Leute in ihm waren.
Jetzt war nur noch ich ?brig geblieben. Ich stand dort und wusste nicht recht, was ich tun sollte. Alles in mir wehrte sich dagegen in die H?hle des L?wen, sprich den Bus, zu steigen. Andererseits wollte ich endlich nach Hause und diese Klassenfahrt vergessen.
So in meinen Gedanken versunken, bemerkte ich nicht, wie Stefan zu mir kam und die Hand auf meine Schulter legte. Unter der unerwarteten Ber?hrung zuckte ich zusammen und sofort nahm Stefan seine Hand weg. Ich schaute ihn an und las Mitgef?hl in seinem Blick.
'Keine Angst Alicia. Du musst nicht mit denen im Bus fahren. Wenn du m?chtest, kannst du bei mir im Auto mitfahren?'
Dankbar l?chelte ich ihn an und nickte: 'Aber ist das nicht ein Umweg f?r dich?'
Er grinste nur und schnappte sich meine Reisetasche, die er scheinbar ganz locker tragen konnte. Wir gingen etwa 200 m schweigend nebeneinander her, bis wir sein Auto erreichten. Es war ein, schon etwas ramponiert aussehender, Renault.
Meine Reisetasche landete auf dem R?cksitz und ich schob mich auf den Beifahrersitz. Der Anschnallgurt klemmte ein wenig und auch ziehen und zerren half nichts, so dass Stefan helfen musste. Er beugte sich ?ber mich her?ber um den klemmenden Gurt zu l?sen.Ich sp?rte seine K?rperw?rme und verspannte mich fast augenblicklich. Zwar war die schreckliche Schrift von meiner Stirn gewaschen und die Schmerzen, vom abziehen der Augenbrauen abgeklungen, aber ich w?rde dieses traumatisierende Erlebnis niemals vergessen k?nnen.
Noch immer konnte ich nicht nachvollziehen, warum Claudia und Susanne und auch Christian das getan hatten. War die Eifersucht auf mich, weil ich mich gut mit Stefan verstand, der einzige Grund, oder war da noch mehr? Ich wusste es nicht und w?rde es wohl auch nie erfahren, denn lieber w?rde ich eine Rede vor 1000 Menschen halten, als auch nur ein Wort mit Claudia, Susanne und Christian zu wechseln.
Der Gurt hatte sich endlich gel?st und mit einem leisen Klicken rastete er in der Befestigung seitlich am Sitz ein. Stefan kletterte zur?ck auf den Fahrersitz und schnallte sich selbst an, w?hrend ich ein leises 'Danke' murmelte.
Stefan l?chelte mich blo? an und steckte den Schl?ssel in das Z?ndloch und lie? den Wagen an. Der Bus war bereits vor einigen Minuten abgefahren, als wir vom Hafengel?nde in Richtung nach Hause fuhren.
Nach ungef?hr zwei Stunden Fahrt, bog Stefan auf einen Rastplatz ab, um sich die Beine zu vertreten und einen Kaffee zu trinken. Elegant fuhr er das Fahrzeug auf einen freien Parkplatz und stieg aus. Auch ich l?ste den Gurt und verlie? den Wagen. Stefan und ich gingen neben einander auf das flache Geb?ude zu, dass die Gastst?tte des Rastplatzes beherbergte. Ganz gentlemanlike hielt er mir die T?r auf, was ein kleines L?cheln auf mein Gesicht zauberte.Obwohl sich meine Sch?chternheit durch die Erlebnisse in den letzten Tagen fast in Angst vor Menschen gewandelt hatte, sp?rte ich doch, dass Stefan anders war. Ich hatte einfach im Gef?hl, dass er mir nicht absichtlich weh tun w?rde, also konnte ich wenigstens in seiner Gegenwart etwas entspannter bleiben.
In diesen Gedanken versunken, merkte ich nicht, wie Stefan mich fragte, was ich trinken wollte. Ich kam erst wieder ins Diesseits zur?ck, als er mich leicht anstie? und seine Frage wiederholte: 'Erde an Alicia? Ich wollte blo? wissen was du trinken m?chtest.'
Ich l?chelte ihn entschuldigend an und verdammte meine Tr?umerei. 'Auch einen Kaffee, bitte.'
Also bestellte Stefan zwei Kaffee und wir setzten uns an einen Tisch f?r zwei Personen am Fenster. Ich lie? meinen Blick ?ber den Autobahnparkplatz schweifen, aber dort drau?en war nichts au?er Stra?e, Autos und hier und da etwas Gr?n.
Ich bemerkte nicht, wie Stefan mich betrachtete. Sein Blick wanderte von meinen
abgeschnittenen blonden Haaren, ?ber die geschunden Augenbrauen und meine abwesenden Augen zu dem Rest meines K?rpers.
Erst als die Bedienung die zwei Tassen dampfenden Kaffee an den Tisch brachte, rissen wir beide unsere Blicke von dem jeweils Betrachteten los.
Das tiefschwarze Getr?nk war noch zu hei?, um es zu trinken, also r?hrte ich gewissenhaft darin herum, denn nun sp?rte ich, wie Stefans Blick auf mir lag. Es war mir nicht richtig unangenehm, sondern es f?hlte sich einfach merkw?rdig verwirrend an.
Ich war froh, durch den Kaffee einen Grund zu haben, etwas mit meinen H?nden anzustellen und einen Grund zu haben, Stefan nicht ansehen zu m?ssen, denn dann w?re ich sicherlich wieder rot angelaufen, wie eine reife Tomate.
Doch ich hatte meine Rechnung ohne Stefan gemacht. Er streckte seine Hand aus, legte zwei Finger unter mein Kinn und hob so sanft meinen Kopf an. Als sich unsere Blicke trafen, l?chelte er und lie? mich los. In diesem Moment konnte man die Funken, die zwischen uns hin und her flogen quasi sp?ren.

-Fortsetzung folgt-







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