Ist das alles? Teil 5

Autor: Dani
veröffentlicht am: 11.01.2008




Am Nachmittag legten wir dann im Hafen von Vlieland, einer holländischen Nordseeinsel, an.Wie jeden Tag, hatten wir von nun an, bis zum Abendessen Freizeit.
Die meisten meiner Klassenkameraden zogen los um sich die Stadt anzusehen. Nur ich und drei andere blieben zurück.
Dass Susanne und Claudia geblieben waren, verwunderte mich nicht weiter, aber, dass Christian, einer der beliebtesten Jungs der Klasse nicht mitgegangen war, wunderte mich schon sehr.
Nun, aber wer weiß, was die drei vorhatten… ich hatte auch keine Lust mir darüber Gedanken zu machen. Stattdessen nahm ich, wie so oft, mein Buch und legte mich an Deck um den warmen Tag zu genießen und zu lesen.
Doch auch heute konnte ich nicht in Ruhe lesen, denn schon wenige Minuten, nachdem ich es mir gemütlich gemacht hatte, setzte Chris sich in meine Nähe und schon war es wieder da. Dieses verkrampfte Gefühl, dass ich sehr oft in der Nähe von Menschen verspürte.
Außerdem fragte ich mich, gegen meinen Willen, warum er sich zu mir setzte, wenn unten Claudia und Susanne mit Sicherheit nur darauf warteten ihn 'abzulecken' und weiß Gott noch alles.
Ich zwang mich jedoch, nicht auf zu sehen und einfach so zu tun, als wäre er nicht da, dass half meistens am Besten.
Ich spürte, dass er mich ansah. Was war bloß los? In den letzen 18 Jahren hat sich kaum ein Mensch, geschweige denn ein Mann großartig für mich interessiert, warum dann gerade jetzt?Dann räusperte Christian sich: ' Ähm, sag mal… was ließt du denn da?'
Ich schaute von meinem Buch auf, dessen letzen Seiten ich ohnehin nicht aufzunehmen fähig war, weil meine Gedanken einzig und allein um eine Frage kreisten: Warum jetzt plötzlich?' Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann', antwortete ich mechanisch. 'Ahh, hört sich ja interessant an…' ' Sicher? Ich denke mal, du hast in deinem ganzen Leben noch niemals freiwillig ein Buch gelesen!' ' So ein Quatsch! Naja… also, hmm, na gut du hast Recht'
Ich konnte mir ein wissendes Lächeln nicht verkneifen und wandte mich wieder den Lettern meines Buches zu.
Christian blieb noch ungefähr eine halbe Stunde stumm neben mir sitzen und ich gab mir größte Mühe, ihn nicht zu beachten. Er galt als 'Weiberheld' und ich hatte nicht vor, sein nächstes Opfer zu werden und außerdem war da ja auch noch Stefan…
Nach und nach trudelten alle meine Klassenkameraden wieder ein und bald darauf gab es dann Abendessen. Ich war eine der ersten im Gemeinschaftsraum, holte mir ein Stück Pizza und setzte mich auf die Bank am Tisch. Wenig später kam auch Christian herein, der, nachdem er sich gleich drei Stücke der Pizza auf den Teller geladen hatte, direkt auf den Platz neben mir ansteuerte.
Vor Verwunderung verschluckte ich mich fast an meinem versalzenen Pizzastück, aber Christian schien nichts zu bemerken. Munter schob er Stück für Stück der Pizza in seinen Mund. Ich merkte gar nicht, dass ich ihn dabei beobachtete. Erst als auch er seinen Blick zu mir wandte, schaute ich schnell hinunter auf meinen leeren Teller. Trotzdem bemerkte ich sein Lächeln. Kurz nachdem er aufgegessen hatte, stand er schon wieder auf, stupste mich an und wollte wissen, ob er mir noch ein Stück mitbringen solle. Ich schüttelte nur den Kopf und fragte mich, wie ein Mensch bloß soviel essen konnte.
Während ich darüber nachdachte, diskutierten die anderen lautstark darüber, ob man später am Abend die Disco auf der Insel besuchen wollte.
Sie einigten sich auf 'Ja' und auch die Lehrer waren einverstanden. Na klasse, dachte ich, auch das noch.
Aber als am Abend alle nach und nach in den Kajüten verschwanden um sich umzuziehen, bemerkte ich bei mir so etwas wie Vorfreude und Neugier, denn ich war vorher noch nie in einer Diskothek gewesen.
Ich überlegte hin und her, was ich anziehen soll. Ausnahmsweise mal sexy? Oder lieber so wie immer?
Ich entschied mich für sexy, weiß Gott warum. Und ich fand, dass mir das knappe dunkelgrüne Top und die enge schwarze Jeans sehr gut standen.
Gegen halb zehn machten wie uns auf den Weg. Als ich an Deck kam, stand dort auch Stefan. Er würde also auch mitkommen. Diese Tatsache brachte mich dazu, mich noch mehr auf diesen Abend zu freuen. Als ich an ihm vorbei ging, pfiff er leise durch die Zähne und lächelte mich an. Doch bevor ich ein Wort mit ihm wechseln konnte, wurde ich von Christian Richtung Steg geschoben. Das einzige, was ich von Stefan noch sah, war sein überraschter und etwas eifersüchtiger Blick. Vielleicht täuschte ich mich aber auch… warum sollte er eifersüchtig sein? Er hat absolut kein Grund dazu, denn ich hatte ja weder mit ihm noch mit Christian großartig etwas zu tun. Oder etwa doch?

-Fortsetzung folgt, falls erwünscht-

Hey Leute,
tut mir echt Leid, dass es mal wieder so lange gedauert hat, aber mir gingen die Ideen aus... Wenn einer von euch eine hat, immer her damit! :)
Freu mich auf Kommentare und Kritik







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