Ist das alles? Teil 8

Autor: Dani
veröffentlicht am: 15.01.2008




Da standen Susanne und Claudia mit einem bösartigen Grinsen im Gesicht. ' Na, Alicia… guck dir Stefan ruhig nochmal an, denn du wirst wohl nie wieder die Chance bekommen, ihn mit so wenig Klamotten zu sehen!', sprach Claudia mit zuckersüßer Stimme.
Ich beschloss nicht weiter darauf einzugehen und zuckte nur mit den Schultern. Ich schob mich zwischen den beiden hindurch und setzte mich in den Gemeinschaftsraum. Nach und nach kamen dann auch die anderen mit verschlafenden Gesichtern hinzu. Als Christian den Raum betrat, zog sich mein Magen schmerzhaft zusammen. Sein Blick wanderte suchend durch den Raum und als er mich entdeckt hatte, steuerte er zielstrebig auf mich zu und ließ sich neben mich auf die Bank fallen. Fragend schaute er mich an, aber ich flüsterte ihm schnell zu: 'Ich erklärs dir später, okay?'
Noch immer sah er mich an, doch er gab sich damit zufrieden und lud sich den Teller mit Brötchen, Butter, Wurst und Käse voll.
Ich hatte zwar nicht wirklich Hunger, quälte aber dennoch ein halbes Brötchen mit Käse hinunter.
Viel zu schnell war das Frühstück vorbei und viel zu schnell musste ich Christian eine gute Erklärung dafür liefern, dass ich gestern Abend, oder besser heute Morgen einfach so abgehauen war. Aber eines war sicher, den wahren Grund würde ich ihm niemals im Leben nennen!
Als auch Christian dann seine Unmengen an Essen runter geschlungen hatte, stand er auf nahm meine Hand und zog mich hinter sich her an Deck. Er suchte eine ruhige Ecke aus und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Reling. Ich ließ mich neben ihm nieder, so brauchte ich ihm nicht in die Augen zu sehen, was die ganze Sache hoffentlich einfacher machen würde.Noch immer hielt er meine Hand und streichelte sanft mit dem Daumen darüber. Diese sanfte Berührung jagte mir wohlige Schauer über den Rücken. Ich holte tief Luft und begann zu erzählen:
'Also, du willst bestimmt wissen, warum ich gestern ohne ein Wort zu sagen weg war…?', ich schaute Christian von der Seite an, und sah, dass er nickte, ' Ich bin ja nach draußen gegangen, weil ich frische Luft schnappen wollte. Der Alkohol ist mir wohl nicht so besonders gut bekommen. Mir war auf einmal total schlecht, und da bin ich lieber gleich zum Boot zurück, sonst hätte ich womöglich mitten in der Disko den Boden voll gekotzt…' Unsicher lachte ich. Würde er mir diese Lüge glauben?
'Ich hätte dich begleitet, wenn du einen Ton gesagt hättest.', murmelte Christian mit ruhiger Stimme. Noch immer streichelte sein Daumen meinen Handrücken.
'Ich wollte dir den Abend nicht verderben…' Christian drehte den Kopf soweit, dass er mir in die Augen sehen konnte. 'Ich habe mir Sorgen gemacht!'
Bei diesen Worten verspürte ich ein Flattern in der Magengegend. Hatte Stefan diesen Satz nicht auch schon mal gesagt? Als ich mich in den Gassen verlaufen hatte…
Aber ich zwang mich nicht an Stefan zu denken, sondern mich auf Christian zu konzentrieren.Ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt machen sollte. Ich saß neben Christian, den ich mochte, soviel war sicher. Er hielt meine Han, was bei mir Gänsehaut verursachte. Aber gleichzeitig ging mir Stefan nicht aus dem Kopf. Aber mit dem was er am gestrigen Abend gesagt hat, hatte er mich sehr verletzt. Warum also malte ich mir immer noch Situationen zwischen uns beiden aus? Das würde sowieso niemals wahr werden, genauso, wie Susanne und Claudia gesagt hatten.
Also konnte ich mich doch genauso gut noch näher mit Christian anfreunden. Oder etwa nicht?
Vorsichtig und ganz langsam, ließ ich meinen Kopf auf Christians Schulter sinken. Wenn er überrascht war, dann ließ er sich das nicht anmerken. Er legte seinen Arm um mich und streichelte meinen Oberarm. In diesem Moment genoss ich das Ganze einfach nur, und dachte an nichts. Nicht einmal an Stefan.
Doch die schöne Atmosphäre fiel buchstäblich ins Wasser. Dicke Regentropfen begannen vom Himmel zu fallen und binnen weniger Sekunden regnete es in Strömen.
Christian und ich sprangen auf und schlitterten mehr, als das wir rannten zur Luke um schnell unter Deck zu kommen. Der Gemeinschaftsraum war fast leer. Die anderen hatten sich nach dem Frühstück wohl noch einmal hingelegt. Nur Jonas und Herr Kleine, unser Lehrer, saßen auf einer der Bänke.
Sie riefen uns zu sich und teilten uns mit, dass wir heute hier im Hafen bleiben würden, weil das Wetter zu gefährlich für ein Segelturn wäre.
Da unsere Sachen komplett durchnässt waren, beschlossen wir erstmal trockene anzuziehen, und uns dann in meinem Zimmer zu treffen, um die anderen nicht zu stören.
Als ich die Tür auf machte und in mein Zimmer eintrat, wollte ich meinen Augen nicht trauen. Meine Sachen lagen auf dem Boden und es sah so aus, als hätte jemand meinen Koffer auf den Kopf gestellt und ausgeleert.
Notdürftig stopfte ich die Sachen wieder zurück in den Koffer und zog mir noch was Trockenes an. Danach schaute ich nach, ob irgendetwas fehlte. Auf den ersten Blick fiel mir nichts auf, aber ich übersah einen kleinen Zettel, auf dem stand: 'Hoffentlich war dir das eine Lehre. Lass die Finger von Stefan!'.
Nur wenig später klopfte es an der Tür und Christian trat ein. Er setzte sich neben mich auf das Bett, aber die Stimmung wirkte merkwürdig angespannt.
Dann aber fasste Christian sich ein Herz und rückte mit dem Rücken bis an die Wand. Anschließend zog er mich in seine Arme. So blieben wir einige Zeit liegen und ich lauschte dem gleichmäßigen Klopfen seines Herzens.
Noch nie zuvor, lag ich in den Armen eines Mannes, für den ich Gefühle hegte. Die große Frage war nun nur noch, welche Gefühle… war das wirklich schon Liebe? Wenn ja, dann war ich enttäuscht. Ich hatte Liebe immer für etwas großes, mächtiges und überwältigendes gehalten.
Ich spürte Christians Atem in meinen Haaren. Es wurde langsam unbequem so gekrümmt in seinen Armen zu liegen. Christian hatte wohl im gleichen Moment den gleichen Gedanken, denn er ließ mich los und legte sich lang auf das Bett, wobei er auch mich runter zog. Es war schon bequemer, aber es wurde auch ein Stück intimer. Wir lagen nun so, dass wir einander ansehen konnten, und unsere Nasen sich fast berührten.
Christians Atem streifte meine Lippen und wie in Zeitlupe näherten sich unsere Gesichter einander Stück für Stück. Ich schloss die Augen und spürte Christians weiche Lippen auf meinen. Es war ein kurzer aber wunderschöner Kuss und auch nachdem er seine Lippen wieder von meinen gelöst hatte, ließ ich meine Augen geschlossen.
Plötzlich zerstörte ein lautes Rufen die Spannung, die zwischen uns in der Luft lag. 'Alle man in den Gemeinschaftsraum, aber flott!!!'
Vor sich hin grummelnd stand Christian auf und auch ich kletterte aus dem Bett.
Als wir beide hintereinander in den Gemeinschaftsraum traten, viel mein Blick zuerst auf Stefan und Susanne. Seine Hand lag auf ihrem Oberschenkel, was meinen Magen dazu brachte sich schmerzhaft zusammen zu ziehen.

-Fortsetzung folgt-







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