Ist das alles? Teil 17

Autor: Dani
veröffentlicht am: 25.10.2008




Hallo ihr Lieben,
hier endlich mal wieder eine Fortsetzung von 'Ist das alles?'. Lange Zeit bin ich mit meinen Geschichten überhaupt nicht weiter gekommen, hatte regelrecht eine Blockade... ich habe mich oft hin gesetzt und versucht weiter zu schreiben, war mit dem Ergebnis aber nie zufrieden. Ich hoffe auf Kommentare und Verbesserungsvorschläge!
Liebe Grüße!!!
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'Liebes Tagebuch,
lange ist es her, seit ich hier das letzte Mal meine Gedanken und Gefühle nieder geschrieben habe, doch heute ist es wieder soweit. Ich bin einfach so durcheinander, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Angefangen hat wohl alles damit, dass meine Eltern mich quasi gezwungen haben, auf diese Klassenfahrt mit zufahren, obwohl ich sie schon so oft darum gebeten habe, mich davon zu befreien, so wollen sie es einfach nicht wahrhaben. Zu sehr sind sie damit beschäftigt, ihre ach so schöne Scheinwelt aufrecht zu erhalten, als das sie vielleicht mal in der Lage wären, Verständnis oder auch nur irgendeine Gefühlsregung für mich, ihre Tochter, zu zeigen…Aber auf der anderen Seite muss ich meinen Eltern wohl dankbar sein, denn sonst hätte ich niemals Stefan kennen gelernt. Noch nie zuvor habe ich so etwas gefühlt und noch nie zuvor hatte ich das Gefühl, nein die Gewissheit, aufrichtig geliebt zu werden. Ich bin überwältigt von der Intensität dieses Gefühl, dass weise Leute einmal 'Liebe' genannt haben, und das mir nun solche Schmerzen bereitet. Er ist weg und ich weiß nicht, wann ich ihn wieder sehen werde… allein bei dem Gedanken an unseren Abschied, laufen mir schon wieder die Tränen über das Gesicht, ob ich es will oder nicht. Meine erste Liebe, mein erster Kuss… es ist soviel auf einmal…'
Ich füllte noch weitere Seiten mit meinen Gedanken und Gefühlen, bevor ich mit Liebe und Trauer im Herzen einschlief.
Am nächsten Morgen wachte ich früh auf, kein Wunder, denn heute würde ich mich wieder in die Höhle des Löwen, sprich die Schule, begeben müssen. Ich fühlte mich schlapp und ausgelaugt, schwang aber dennoch die Beine aus dem Bett, und entschloss mich dazu, meine Reisetasche, die nach der Klassenfahrt unausgepackt in einer Ecke meines Zimmers gelandet war, auszuräumen. Ich brauchte eine Beschäftigung, denn sonst hätte ich mir sicherlich alle möglichen Horrorszenarien für den kommenden Schultag ausgemalt.
Die T-Shirts, Hosen und Pullover zerrte ich aus der Tasche hervor und warf sie sogleich gekonnt in den Wäschekorb. Meine Bücher räumte ich sorgfältig in den dafür vorgesehenen Schrank. Der Kulturbeutel und Kleinkram, wie Duschgel, Shampoo etc., wanderte ins Bad.Wie immer ließ ich meine Hand noch einmal durch alle Nebenfächer gleiten, um sicherzustellen, dass ich nichts vergessen hatte. Die Überprüfung verlief ergebnislos, bis ich zu der kleinen Reisverschlusstasche auf der Vorderseite gelangte. Gerade, als ich meine Hand wieder heraus ziehen wollte, fand ich einen kleinen Zettel.
Neugierig fischte ich ihn heraus und faltete das Papier auseinander.
'Liebe Alicia,
ich weiß nicht, ob es dir genauso geht, aber du bist mir in der einen Woche, die ich dich nun kenne schon sehr wichtig geworden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in Kontakt bleiben würden…'
Darunter stand noch eine Telefonnummer. Ich glaube, dass mir in dem Moment mindestens eine Million Steine vom Herzen gefallen sind. Ich hatte mich nie getraut Stefan nach seiner Nummer zu fragen und hatte deshalb befürchtet, den Kontakt zu ihm zu verlieren, aber nun hatte ich diesen Zettel gefunden.
Ich nahm mir vor, Stefan heute, gleich nach der Schule anzurufen, denn obwohl wir uns nicht einmal zwei Tage lang nicht gesehen hatten, vermisste ich ihn schon sehr.
Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es langsam Zeit wurde, mich für die Schule fertig zu machen, also erhob ich mich. Den Zettel mit Stefans Telefonnummer klemmte ich sorgfältig in die Seiten meines Tagebuches in der Nachttischschublade.
Nach einer kurzen Dusche kramte ich aus meinen, zugegeben nicht sehr ordentlichen, Kleiderschrank ein grünes T-Shirt und dazu eine einfache ausgewaschene Jeans hervor. Die Schultasche war ebenfalls schnell gepackt und ehe ich mich versah, war es Zeit, sich auf den Weg zu machen.
`Du schaffst das schon!`, redete ich mir ein, während ich langsam die Treppenstufen hinunter schlich. Hätte ich mich erdreistet, so laut zu sein, dass meine Eltern aufwachen, wäre die Hölle los gewesen! Und eine Ohrfeige reichte mir voll und ganz!
Je weiter meine Füße mich von unserem Haus wegtrugen, desto schwerer fühlten sie sich an.Trotzdem kam ich bald an meiner Schule an. Noch ein paar Mal musste ich das verhasste, trostlos aussehende, graue Betongebäude betreten…
Doch noch war es nicht so weit. Ich wäre am liebsten auf dem Absatz umgekehrt, als ich vor meiner Klassenzimmertür stand, aber es hätte ohnehin nichts genutzt, also nahm ich all meinen Mut zusammen und drückte die Klinke hinunter.
Es kam, wie ich es erwartet hatte. Alle Mitschüler, die sich im Klassenraum befanden, drehten sich zu mir um und starrten mich an. Zwar wusste keiner, was genau geschehen war, aber es war sehr wahrscheinlich, dass jeder sich seine eigene Horrorgeschichte ausgemalt hatte und kräftig darüber diskutiert wurde.
Ich senkte den Blick und huschte so schnell wie möglich auf meinen Platz in der letzten Reihe. Dort angekommen setzte ich mich und betrachtete angestrengt meine Fingernägel.´Bloß nicht hoch schauen und einfach nicht auf das Flüstern hören!`, sagte ich mir in Gedanken immer wieder, aber es war fast unmöglich. Von überall her kamen Wortfetzten an und es wunderte mich nicht, dass mein Name sehr oft darin vorkam.
Dann endlich betrat mein Mathelehrer den Raum und schlagartig verstummte all das Getuschel, denn jeder wusste, dass mit dem gestrengen Oberstudienrat Brock nicht zu spaßen war. Wie eh und je knallte er seine Tasche auf das Pult, begrüßte seinen Kurs mit einem zackigen 'Guten Morgen' und wandte sich dann der Tafel zu, um auch wenige Tage vor dem Abschluss noch mathematische Formeln in unsere Köpfe zu hämmern.
So überstand ich die ersten zwei Stunden ohne größere Zwischenfälle. Doch dabei sollte es leider nicht bleiben…







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