Sven und Marie Teil 12

Autor: adamina
veröffentlicht am: 13.12.2008




Entschuldigt Leute ich hab in der Zahlenreihe wohl einen Fehler gemacht, aber ich hoffe ihr versteht trotzdem alles! Freue mich auf eure Komms!

Bill ist zurück. Er reißt mir nicht noch einmal die Hörer herunter wie am Vortag, ich bin es die sie abnimmt, nach zehn Minuten in denen ich weiß dass er mich beobachtet, die Atmosphäre meines Zimmers hat sich seit seinem Eintreten verändert. Es ist totenstill im Bett, doch spüre seine Anwesenheit, einnehmend und passiv. Ich glaube es geht ihm nicht gut. 'Was ist los? Bist du stumm geworden seit gestern?' versuche ich zu scherzen. 'Excuse me, ich war an einem anderen Ort.' Seine Stimme ist verändert, es scheint als täte es ihm weh mit mir zu sprechen, er gibt sich Mühe normal zu sprechen. 'Nicht sehr lustig eine Behinderte zu sehen, was? Ich hatte dich gewarnt, ich bin so einfach zu ertragen.' Er atmet tief durch. ' Nein, das ist es nicht, im Gegenteil. Dich zu sehen tut mir gut. Deine Sänfte beruhigt mich.' Ich bin überrascht so etwas ausgerechnet von ihm zu hören. Ich stehe langsam aus, und laufe in seine Richtung. 'Gibt es ein Problem?' frage ich ihn leise. 'Ein Problem? Ja. Very much.' Flüstert er gepresst. 'Schlimm?' Ich habe die Arme in seine Richtung gestreckt um nicht gegen ihn zu stoßen, doch irgendwann fasse ich an seinen Arm, er zieht sich schnell zurück. 'Meine Mutter ist gestorben. Ich muss dich eine Weile lang verlassen, ich weiß noch nicht für wie lange, aber ich komme wieder.' Auf einmal zieht er mich an sich und drückt mich kurz. 'I'll be back.' dann geht er wieder. Ich bin verwirrt, ich konnte nichts sagen, ich wüsste auch nicht was. Auf einmal scheint mein Zimmer leer, nur ein kleiner Lavendelhauch erinnert an ihn.
Seit seiner Abwesenheit scheint die Zeit noch langsamer zu vergehen. Doch da er ein riesiges Paket Aufgaben hinterlassen hat, arbeite ich jeden Tag mit Cathy zusammen. Das ist meine Art dem Engländer zu beweisen dass ich an ihn denke und ihm beistehe, es ist schrecklich etwas zu verlieren dass man liebt. Bei mir war es einer meiner Sinne, bei ihm einer seiner Eltern. Die Leere ist die Selbe. Ich frage mich ob er meine Bemühungen überhaupt bemerken würde, auf jedenfalls ist Cathy sehr glücklich. Bei Bills Wiederkehr, nach zwei Wochen, glaube ich sie ist fast etwas enttäuscht. Wir haben es geschafft wieder zu lachen, so was muss man lernen und kann es wieder verlernen. Sie hätte gerne noch mit mir weiter gelernt denke ich.
Bill ist ganz anders als vorher. Er ist immer noch ein Tollpatsch, er redet mit einem schrecklichen Akzent und stinkt zum Himmel, doch seine Art berührt mich auf einmal. Seltsamerweise scheint er kein Monster mehr zu sein, der sich gerne an Blinde vergreift, er ist auf einmal ein Mensch wie ich, der genauso leidet. Ich traue mich nicht zu fragen wie es ihm geht, oder ob er darüber sprechen möchte, ich wollte es damals auch nicht.
'Deine Mutter hat mir gesagt du hättest ein Theaterstück entdeckt. Die schwarze Königin?' Ich zucke mit den Schultern. 'Das ist lange her.' Willst du mich erzählen?' Ich kann nicht, ich würde gerne, doch dann denke ich an Sven und ich will nicht in seiner Gegenwart weinen. 'Nein.' ER geht nicht weiter darauf ein, aber der Schaden ist angerichtet: unsere Gute Laune ist auf einmal zerstört und ich denke wieder an Sven, stelle mir vor er sitze nun neben mir und würde mir Fragen über mein Stück stellen. Dann denke ich daran wie er wohl gerade mit seinem neuen Star Laurine probt, wahrscheinlich muss er ihr jetzt privat helfen, ich wollte es ja nicht. Wie könnte sie Sven widerstehen? Wie könnte ich mit ihrer Schönheit mithalten? 'Woran denkst du?' unterbricht Bill meine Gedanken. 'An nichts Wichtiges.' Doch meine Abwesenheit entgeht ihm nicht, zum Glück stellt er keine Fragen. Stundenlang arbeiten wir, jeder um seine eigenen Wunden und Verluste zu vergessen. Für einen Engländer kennt er sich erstaunlich gut in französischer Literatur aus, allerdings macht er so unmögliche Fehler dass ich mich langsam schon frage wo er überhaupt studiert hat. Wenn ich daran denke dass ich ihm meine Arbeiten diktiere! Ich muss Cathy bitten sie noch einmal durchzulesen bevor er sie abgibt, wenn er so schreibt wie er spricht ist lein Abitur verloren! Ich höre wie er sich streckt. 'Es ist schon dunkel.' Leise antworte ich: 'Es ist immer dunkel.' Ich habe ihn verwirrt. 'Verzeih mich, Marie. Wenn ich könnte würde ich dir helfen.' Seine Hand streift meine Wange, ich höre wie er sich vorbeugt. Instinktiv ziehe ich mich zurück, ich will ihn gerne trösten. Ich will ihm helfen, denn ich kenne sein leid. Doch ich liebe Sven, von ganzem Herzen, und auch wenn Bill mir hilft, er ist ein Freund, mehr nicht. Ich möchte keine Zärtlichkeiten von jemand anderes als Sven. Schon gar nicht in meinem Zustand, das wäre nur Mitleid, und das ertrage ich nicht! Um das Thema zu wechseln meint er dann auf einmal fröhlich 'Wenn du dein Abitur nicht schaffst, gehe ich ins Kloster.' Ich gehe darauf ein und grinse 'Pass nur auf, ich würde schummeln nur um dich in ein deutsches Kloster zu stecken in dem du dann jeden Tag lernen musst um Deutsch zu können!' Wir lachen so laut dass Cathy auf einmal auftaucht 'Was habt ihr zwei denn?' 'Bill will im Kloster eintreten!' lache ich laut. Doch auf einmal fällt mir etwas ein, dass ich sie schon vorher fragen wollte. Endlich wieder ernst frage ich also 'Cathy, beschreibe ihn mir mal.' Sie stellt sich dumm. 'Wen?' 'Na Bill.' Bill sagt kein Wort. 'Groß, rothaarig, blaue Augen, er schielt ein wenig, Brille, Hemd ,Jeans... ein typischer Engländer eben.' 'Hey!' protestiert er. 'Robbie Williams ist auch Engländer. 'Aber kein solcher wie du!' Wieder lachen wir alle, doch ich spüre einen bitteren Nachgeschmack im Mund. Das alles war nur zum Spaß, nur ein Witz, doch in meiner Verfassung ertrage ich es nicht dass man mich belügt. Nicht mal zum Spaß. Ich möchte wirklich wissen wie er aussieht, alle anderen Lehrer waren mir egal, doch er ist jemand besonderes. Er ist wichtig. In der dunkelsten Nacht meines Tages wird sogar der Freundschaft misstraut. 'Und du? Wie siehst du mich?' fragt Bill leise. 'Ich sehe nichts und niemanden.' Antworte ich hart.







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