Sven und Marie Teil 19

Autor: adamina
veröffentlicht am: 10.01.2009




Ich freu mich über Komms!

Ich schließe ab, lege mich auf das Bett, und weine, weine mir die Seele aus dem Leib, ich schließe die Augen, um diese Welt nicht mehr sehen zu müssen. Ich bin wieder von meiner Welt abgeschnitten. Unten, erlischt die Party, wie eine Kerze die man ausgeblasen hatte. Alle Freunde verschwinden in einem schuldigen Schweigen. Nur Laurine, versucht einmal an meine Tür zu klopfen doch ich höre wie Yves sie aufhält. Sie wussten es alle. Ich schäme mich so fürchterlich, wie viele haben wohl über mich gelacht? Ich werde ihnen nie wieder in die Augen blicken können, ich wünsche mir beinahe wieder blind zu sein, um das niemals mehr tun zu müssen.

Später kommt Cathy vorbei, ich bin gespannt wie sie sich herausreden möchte, doch sie versucht es nicht einmal. 'Warum tust du dir das an? Das ist doch nicht so schlimm.' Meint sie leise. Ich setze mich auf 'Nein, es ist nicht schlimm, es ist tragisch!' Sie verdreht die Augen in Richtung Himmel. 'Immer gleich so dramatisch, wir wollten dir doch nur helfen.' 'Indem ihr mich Monate lang betrügt? Ich war blind, Herrgott noch mal! Ich war verloren, ich wusste nicht wo ich war, und ich hatte schreckliche Angst! Ich konnte mich nur auf eure Augen verlassen, auf eure Loyalität. Und du hast mich verraten, meine eigene Mutter!' Sie versucht vergeblich mich in den Arme zu nehmen, ich ertrage keine Berührung, jetzt nicht mehr! Sie seufzt. 'Wie immer siehst du nur das Schlimme an der Sache. Ich habe dich nicht verraten, ich habe dich geliebt. Und Sven hat dich auch geliebt. Am Anfang war ich skeptisch, und ich habe ihm auch nicht vertraut. Ein so gut aussehender Mann, so intelligent und so reif. Ich wollte nicht dass er dich ausnutzt. Deine Reaktion beweist dass du noch nicht reif genug für ihn bist. Du bist eben noch ein Kind... ' Ich halte es nicht mehr aus! 'Ein blindes Kind, das allein auf dieser Welt war, und niemandem vertrauen wollte, und recht damit hatte!' Sie tat als hätte sie mich nicht gehört 'Nach einigen Tagen, habe ich aber gesehen wie er sich mit dir verhalten hat, wie er deine Launen und deine Herzlosigkeit ertragen hat. Wie er seine Zeit und seine Arbeit für dich aufgeopfert hat. Wie er so schnell wie möglich zu dir zurückgekommen ist, nachdem seine Mutter gestorben ist...' 'Wie er mich belogen hat, der falsche Akzent, die ganze Requisite, dieser furchtbare Lavendelgeruch!' 'Was hätte er denn sonst tun sollen? Du vergisst wie schlecht du die ganzen Lehrer behandelt hast die dir nur helfen wollten! Du hasstest die ganze Welt, du standest kurz vor der Depression. Professor Millaud wiederholte mir immer wieder dass wenn sich dein Zustand bessern sollte auch deine Seele erst mal heilen sollte. Trotz meiner ganzen Versuche wurde es nicht besser, dein Leben wurde die reinste Hölle. Ich hatte Angst um dich.' Ich fange an zu schreien 'Ich hatte auch Angst! Und ich hatte ganz recht damit! Ihr habt mich betrogen, erniedrigt. Glaubst mein Leben ist heute keine Hölle? Das mit Sven ist aus und vorbei, aber natürlich übertreibe ich! Ich dramatisiere! Das alles ist für dich nur normal! Gib es doch zu, es macht dir Spaß, mich so zu sehen! Das gefällt dir! Mir nicht, ich hasse es, mir tut es weh! Kannst das verstehen?!'Cathy schüttelt traurig den Kopf 'Ich verstehe das dein Stolz und nicht deine Liebe verletzt wurde, wenn du ihn nicht überwinden kannst wirst du niemals glücklich werden...' Dann verschwindet sie, ohne ein Wort der Entschuldigung, ohne ein Wort der Reue. Ein echter Sturkopf, sie dominiert alle anderen, manipuliert und entscheidet an ihrer Stelle. Ihre Liebe ist ein Segen und ein Fluch. Doch sie muss verstehen dass ich erwachsen bin und mein Leben selbst entscheide, und wenn ich Sven nicht vergeben kann, dann wird sie mich nun mal nicht zwingen können.

Mit Yves ist die Auseinandersetzung weniger stürmisch. 'Es tut mir so leid, ich hätte das niemals tun dürfen, Sven hat mich überzeugt. Ich wusste dass er dich ernsthaft liebt, ich wollte dir helfen, als ich dann gesehen habe dass das ganze sich so in die Länge zog, habe ich mich geschämt. Ich hatte Angst vor deiner Reaktion wenn du es herausbekommst. Mehrere Male musste mich Sven davon abhalten es dir zu sagen. Du sahst so glücklich mit Bill aus, und Sven ist so ein toller Typ.'
'Sven oder Bill?' frage ich, und Yves beisst sich auf die Lippen, das war der schwache Punkt seiner Rede. 'Ich glaube Sven, hat sich in seiner Rolle sehr wohl gefühlt, er mochte es so sehr Bill zu sein, dass ich mich jetzt frage ob er mich wirklich liebt oder weiterhin in seiner Rolle ist. Mit wem war ich zusammen, mit Sven oder mit Bill?' 'Du irrst dich total Schwesterchen! Sven ist kein Lügner!' protestiert Yves, doch ich zucke nur mit den Schultern. 'Das habe ich auch nie gesagt, ich bin sicher das er ehrlich war, doch Schauspieler sind das immer. Ich bin Marie, und nicht die Schwarze Königin. Wer ist er?' Yves lässt den Kopf hängen. 'Alles was ich weiß, ist dass Sven so ziemlich der besorgteste Mensch war den ich jemals gesehen habe, als er im Krankenhaus war um dich zu besuchen. Ich habe ihn noch niemals so gesehen, so unglücklich, er gab sich die Schuld. Ich, der Krüppel musste ihn trösten, ich hatte so Mitleid mit ihm.'
Ich zwinge mich zu einem Lächeln. 'Naja, denken wir nicht mehr an diesen schrecklichen Tag, jetzt sind wir ja alle geheilt.'
'Er nicht, nicht so lange du ihm nicht verziehen hast.'







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