Sven und Marie Teil 13

Autor: adamina
veröffentlicht am: 13.12.2008




Hey Leute, ich bin inspiriert, ich höre gar nicht mehr auf zu schreiben!!!! Freue mich über Ideen, KOmms und Anmerkungen!!!

Cathy hat meine erledigten Aufgaben zur Schule gebracht, und auf einmal will eine Meute von Lehrern mich treffen, denn (für eine Behinderte) sind die Ergebnisse überwältigend! Ich lehne kategorisch ab. 'In einer Stunde sind sie da!' droht Cathy unerbittlich. 'Du hast dir das eingebrockt ohne mich nach meiner Meinung zu bitten. Ich rate dir abzusagen denn wenn nicht wird kein Mensch der Stadt danach sich jemals hier blicke lassen wollen, ob nun blind oder nicht!'
'Das werden wir ja sehen!' brüllt Cathy. Ich brülle zurück 'Du wirst es sehen, ich bin blind!' Normalerweise hätte Cathy jetzt noch einmal etwas gebrüllt, doch mir sind Tränen in die Augen gestiegen und die lassen ihre Wut Stück für Stück von ihr abfallen. Die Tür knarrt. 'Es scheint ein schlechter Augenblick zu sein.' Höre ich Bill. 'Im Gegenteil, kommen Sie herein, Sie sind der Einzige der ihren furchtbaren Charakter erträgt. Ich antworte, ganz ihrer Beschreibung entsprechend 'Von wem habe ich ihn deiner Meinung nach?!' 'Stop! Ich lass es bleiben, du wirst dich niemals ändern. Mach was du willst.' Sagt sie.
'Ich denkte ich könnte sie zum Strand mitnehmen?' fragte er schüchtern. 'Zum Strand? Es ist doch erst April. Und es ist vielleicht nicht sehr ratsam zu fahren, sie hat noch Angst im Auto.' Macht sie sich sofort wieder Sorgen um mich. Seit wann habe ich Angst? 'Es hat schönes Wetter, und ich fahre sehr carefully.' Innerlich rege ich mich bereits wieder auf, keiner von beiden hat nach meiner Meinung gefragt, und Bill macht den selben Fehler wie gestern auch schon, das macht er bestimmt mit Absicht! 'Komm zieh deinen Badeanzug an, oder brauchst du Hilfe?' fragt er fröhlich sobald Cathy zugestimmt hat. 'Bestimmt nicht!' schreie ich fast. 'Und ich will nicht baden gehen, es ist kein guter Tag heute.' Er ist fast genauso stur wie ich oder Cathy. ' Du braucht ja nicht zu baden wenn du nicht willst. Aber zieh ihn trotz dessen an.' 'Trotzdem' korrigiere ich automatisch während er geht. Ich habe keine Angst, weder vor dem Fahren, noch vor dem Wasser. Meine Beine sind zu dünn, und ich habe kaum Busen, ich bin deshalb nicht baden gegangen seit ich 15 war. Außerdem nervt der Rotschopf langsam, er könnte doch wenigstens fragen, oder darauf eingehen wenn ich nein sage. Ich würde am liebsten abschließen und nie wieder aufmachen. Doch dann denke ich an die Lehre die heute Mittag kommen wollten. Nichts wie weg!
Während Bill also in der Küche Sandwichs für uns beide macht ,ziehe ich meinen Badeanzug an, den Einteiler, der am wenigsten Haut zeigt. Dann meine schwarze Jeans und meinen schwarzen Pulli., seit ich blind bin, trage ich nur noch schwarz, ich habe Cathy gebeten alles andere wegzupacken, es war ohnehin nicht viel. Anziehen ist ein ganzes Theater geworden, denn obwohl Cathy alles methodisch in den Schrank legt und immer aufpasst dass alles richtig herum liegt, fürchte ich mich immer davor, alles falsch herum zu tragen , die Innenseite außen ist, oder ich zwei verschieden Socken trage. Mann, wo liegen meine Schuhe? Ich suche sie unter dem Bett, als Bill wieder auftaucht und mich in einer der undamenhaftesten Positionen wiederfindet die es nur gibt. Er lacht leise, hält sich aber dann zurück. 'Du könntest wenigsten klopfen, immerhin war ich bis vor kurzem noch am umziehen!' 'Tausend Entschuldigungen!' Und außerdem lacht er mich noch aus. Ich maule: 'Das heißt tausend mal Entschuldigung.' Er nimmt mich bei den Schultern und drückt mich aufs Bett, er nimmt meine Füße und zieht mir die Schuhe an, wie einem kleinen Kind! 'Hat dir denn niemand Höflichkeit gelehrt?!' seien Stimme klingt noch fröhlich 'Als ich kleinerer war, meine Mutter. Jetzt bist du da um es zu probieren, nicht wahr?' Es klingt als ob er mir die Frage wirklich stellt, als ob er mich wirklich bittet es zu tun. Er nimmt mich am Arm und hebt mich hoch. Ich hake mich bei ihm unter und gehen langsam in den Garten. Draußen angekommen, mache ich mir sofort Sorgen: 'Sind nicht zu viele Menschen da? Begafft mich niemand?' er scheint zu lächeln, glaube ich. 'Niemand in Sicht.' Ich maule wieder. 'In meiner Sicht oder in deiner?' ER lacht laut, es fröstelt mich, ich habe ihn nie so lachen gehört.
Seit sechs Monaten bin ich nur raus gegangen um ins Krankenhaus zu gehen, jetzt bin ich fast etwas ängstlich. Er setzt mich in seinen Wagen, der fast nach mehr Lavendel riecht als er, schnallt mich an und fährt vorsichtig los.
Am Strand angekommen, nimmt mich Bill wieder am Arm, er hilft mir mich auszuziehen, und mich zu setzen. Der Sand ist brennend heiß, aber angenehm. Ich breite mich aus und lausche den Wellen, sie sind sehr laut, ich höre Bill kaum noch. 'Liegst du bequem?' Ich döse fast ein, murmele aber noch ' Es geht.' Auf einmal bekomme ich einen strahl kaltes Wasser auf den Rücken, ich schreie auf! 'Komm an, ab ins Wasser!' Bill nimmt mich bei den Händen und zieht mich schnell in Richtung Wasser, ich stolpere kann kaum mithalten, und fürchte mich zu Tode. 'Ich kann nicht.' Er lässt nicht los. 'Komm schon. Vertrau mich, ich pass auf dich auf.' Er läuft nun langsamer, eine Hand um meine Taille, der Lärm der Meeres wird immer lauter, er macht mir Angst. Es ist kalt, und das Wasser spritzt an meinen Beinen hoch wie ein Hund der sein Herrchen begrüßt. Bill hält mich fest damit ich nicht falle: 'Alles Ok? Willst du gehen?' ich schalte auf stur. 'Nein, ich zieh das jetzt durch!' das Wasser ist anders als in meiner Erinnerung, schwerer, es riecht mehr. Nach ein paar Metern stehe ich bis zur Brust im Wasser, ich gewöhne mich ans Wasser, es scheint hier ruhiger, und wenn ich meinen Kopf unter Wasser stecke, höre ich es fast nicht mehr. Ich lege mich hin, Bills Arme sind unter mir und halten mich. Ich fühle mich als wäre ich das Einzige auf dieser Welt, nichts unter mir, nichts über mir. Meine Gefühle und alles was ich spüre, es ist das Letzte dass es gibt.
Eine riesige Welle hebt mich auf einmal hoch und wirft mich beinahe um, instinktiv klammere ich mich an Bill. Ich entdecke auf einmal dass er größer ist als ich dachte, stärker. Er umarmt mich lachend und zieht mich in Richtung Strand 'Deine Lippen haben kalt. Wir gehen raus.' Ich lege mich wieder in die Sonne, und tue so als ob ich schlafen würde. Ich habe mich instinktiv an ihn geklammert, ich habe nichts Schlimmes getan, ich wollte mich nur schützen. Bill behandelt mich wie einen Menschen, wie eine Frau, und Sven? Ist nicht da. Ich sollte froh sein, dass endlich jemand somit mir umgeh, ich bin es nicht. Ich würde die Letzte Hoffnung wieder sehen zu können dafür hergeben, wenn nur Sven dafür hier wäre. Doch der Rotschopf, der Engländer ist es der mich hier her brachte, nicht Sven. Er hört nicht auf zu reden. Ich antworte kaum, er macht sich Sorgen.
'Bist du Hunger?'
'Hast. Nicht wirklich.'
'Ist dir kalt?'
'Nein.'
'Bist du müde?'
'Ja'
'Wir gehen'
Er bringt mich wieder zum Auto. Ich schmecke noch das Salz auf den Lippen und in meinen Herzen spüre ich Bitterkeit. Ich habe instinktiv gehandelt, unschuldig. Ich bin nicht mit Sven zusammen, trotzdem glaube ich ihn betrogen zu haben. Es hat mich geschüttelt, als ich Bill umarmte, es war ein wunderbares aber auch beschämendes Gefühl. Wieso?
Ich brauche so dringend Zärtlichkeit, Liebe.
Mein Badeanzug ist nicht ganz trocken, und meine Jeans ist nass, ich muss wie eine Hexe frisiert sein und ich habe Sand auf der Wange. Bei einer roten Ampel, wischt Bill ihn mir weg, und ich tue wieder so als würde ich schlafen. Kaum sind wir wieder zuhause, gehe ich sofort duschen, und wenn ich frisch umgezogen wieder unten ankomme, ist er bereits weg, ohne sich zu verabschieden. Wir scheinen beide ein schlechtes Gewissen zu haben.







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