Moonlight Shadow - Bei Vollmond bist du tot Teil 20

Autor: Belladonna
veröffentlicht am: 22.11.2008




Halli Hallo!
Tut mir leid, dass ihr schon wieder so lange auf die Fortsetzung warten musstet, nur steck ich momentan mal wieder in einer mittelschweren Schreibblockade, deswegen ist dieser Teil auch im Vergleich zu den anderen relativ kurz geworden. Ich hoffe er gefällt euch trotzdem und ihr seid mir nicht allzu böse, wenn ich mal wieder lange nichts von mir hören lasse.
Viele liebe Grüße, eure Belladonna!

Sie hatte ihn nicht kommen gehört. Versonnen starrte Gwen weiterhin hinauf in den von leuchtenden Sternen übersäten Himmel.
‚Wie wunderschön sie doch aussieht!' schoss es Ian durch den Kopf.
Seit Donna war sie die erste Frau, für die er wieder Liebe empfinden konnte.
‚Liebe? Ist es denn tatsächlich Liebe, was ich für sie empfinde?' fragte er sich im Stillen. Zögerlich blickte er zu ihr hinüber. Und wie er sie da so in den sanften Schimmer des Mondes und des Lichts hunderter von Kerzen gehüllt sah, schien es ihm, als müsse sein Herz vor lauter Sehnsucht nach ihr zerspringen. ‚Ja. Ich liebe sie!' dachte er sich.
Nun gab es kein Halten mehr für Ian. Entschlossenen Schrittes ging er auf sie zu, sich seinen Weg durch die vielen Lichter bahnend. Neben ihr blieb er stehen. Voll Schrecken erkannte er, dass ihr Tränen über die blassen Wangen liefen.
‚Ist das meine Schuld?' fragte er sich.
‚Na sicherlich, du Holzkopf!' schimpfte ihn seine innere Stimme aus.
‚Schweig!' zischte er in Gedanken zurück. Dann beugte er sich zu ihr hinab und wischte ihr sanft die Tränen von den Wangen.
Verwirrt blickte Gwen ihn an.
'Ian?' hauchte sie lautlos. 'Was machst du denn hier?'
'Ich glaube es ist an der Zeit, dass wir miteinander reden.' meinte er nur mit rauer Stimme, die Gwen einen Gänsehautschauer den Rücken hinab jagte.
'Haben wir denn nicht schon die ganze Zeit miteinander gesprochen?' fragte sie irritiert zurück.
'Wir haben mehr aneinander vorbei geredet, als miteinander.'
'Ich weiß nicht, ob ich es hören will.' flüsterte Gwen.
'Ich... würde dir aber sehr gerne etwas über mich erzählen. Vielleicht änderst du deine Meinung ja noch?' erwiderte Ian ebenso leise.
'Du wirst ja doch nicht sagen, was ich mir so sehnlichst erhoffe!' stieß Gwen mit einem frustrierten Seufzer aus.
'Vielleicht wirst du auch nicht so reagieren, wie ich mir das wünsche.'
'Vielleicht werden wir letzten Endes beide enttäuscht sein?'
'Möglicherweise werden wir das. Aber dann wüssten wir beide wenigstens endlich die Wahrheit und würden uns nicht länger mit Hoffnungen quälen.' räumte er ein.
'Da hast du recht. Aber manchmal sind unsere Träume schöner, als die kalte Wirklichkeit.''Möchtest du denn ewig weiter in Ungewissheit leben, Gwen?' fragte Ian sie sanft. 'Willst du dich immer fragen, was hätte sein können, wenn...?'
'Aber möchtest du denn mit der Gewissheit leben, dass es ganz anders ist, als du dachtest?' ‚Irgendwie kommen wir hier nicht weiter!' rief Gwens innere Stimme ihr zu. ‚Und was sträubst du dich denn?! Sag es ihm doch endlich! Das ist die Gelegenheit!'
'Ich möchte lieber mit der Gewissheit leben, dass ich falsch lag, als dass mich die ewige Hoffnung um nichts kaputt macht!' sagte Ian aufrichtig. 'Aber was möchtest du Gwen?'Sie hatte den Kopf gesenkt und schon wieder kullerten ihr Tränen die Wangen hinab.‚Ja, was möchte ich eigentlich?' fragte sie sich. ‚Ich möchte, dass Ian mich liebt!''Ich...' stotterte sie unbeholfen los.
Zart hob Ian ihren Kopf, so dass sie ihm in die Augen sehen konnte. Augen, in die sie sich schon bei ihrer ersten Begegnung vor ihrem Fenster verliebt hatte. Ein samtiges, mattes grau. Zuerst waren seine Augen eiskalt gewesen und hatten sie erstarren lassen, doch über die Zeit hinweg schien nicht nur Ian selbst aufgetaut zu sein. Auch seine Augen hatten sich verändert. Nicht die Farbe, eher die Intensität. Jetzt herrschte dort eine ungeahnte Wärme und hatte die Kälte vertrieben.
Liebevoll blickte er sie an.
'Gwenaell...' begann Ian zaghaft.
‚Oh Gott, es hört sich so schön an, wenn er meinen Namen ausspricht!' seufzte sie tonlos auf.'Ich weiß nicht, was du von mir hören willst, aber ich...' ‚Himmel Ian, jetzt gerat nicht auch noch du ins Straucheln! Sag es ihr endlich!' Noch einmal holte er tief Luft.
'...ich habe mich in dich verliebt! In dem Augenblick, als ich dich zum ersten Mal erblickte, da war es mir klar. So lange Zeit habe ich auf die Liebe warten müssen, und dann hat sie mich regelrecht umgehauen!' sprudelten die Worte nun nur so aus ihm heraus und obwohl er sich sicher wahr, dass er das Richtige tat, wurde er doch von Wort zu Wort leiser.
Überrascht sah Gwen ihn an.
‚Hat er das jetzt wirklich gesagt, oder habe ich mir das nur eingebildet?' fragte sie sich.'Gwenaell, bitte sag doch etwas!' flehte Ian sie an, als sie ihn nur stumm ansah.
'Ich... Oh Ian! Ich weiß nicht.... Ich bin sprachlos.... Ich..-Gott!- Ich habe mir das so sehr gewünscht, aber ich wagte nicht zu hoffen.... ich... Ian, ich liebe dich!' stotterte sie hilflos. Tränen rannen ihr nun in Sturzbächen aus den Augen und nicht nur ihr, auch Ians Augen waren feucht.
'Oh Gwen...- das ist... Das sind die schönsten Worte seit langem, die jemand zu mir gesagt hat und dass sie nun gerade aus deinem Munde kommen, das macht mich so unendlich glücklich!' meinte Ian aufrichtig und mit nun auch nicht mehr ganz trocknen Wangen.

'Es ist die Wahrheit' hauchte Gwen, die sich so sehr gewünscht hatte, diese Worte endlich aus seinem Mund zu hören.Dann lagen sie sich beide schluchzend und heftig zitternd in den Armen und weinten, als gäbe es kein Morgen mehr.
'Ian, warum weinen wir jetzt eigentlich gerade?' fragte Gwen einen Moment später.'Ich weiß es nicht. Vielleicht weil wir beide nervlich gerade ein bisschen am Ende sind?' lachte Ian unter Tränen.
'Hm, solltest du mich jetzt nicht eigentlich küssen, nachdem wir uns schon unsere Liebe gestanden haben?' meinte Gwen voreilig und bemerkte erst, was sie gesagt hatte, als es schon raus war und prompt lief sie tief rot an.
Doch Ian ließ sich davon nicht beirren und beugte sich zu ihr hinunter und sanft berührten seine Lippen die ihrigen.
Nur kurz riss Gwen überrascht die Augen auf, sie war leicht überrumpelt, dann schloss sie selbige und gab sich völlig dem Kuss hin. Noch nie hatte ein Mann sie so geküsst. Gwenaell meinte schier vergehen zu müssen und hunderte, nein sogar tausende von
Kamikazeschmetterlingen flogen Loopings in ihrem Bauch. Sie fühlte sich wie im Himmel. Und auch Ian spürte, dass er endlich wieder auf dem rechten Weg war. Schon seit langem hatte er sich nicht mehr so wohl gefühlt, wie jetzt hier auf dem Dach seines Hauses mit Gwen küssenderweise in seinen Armen.

'Und, was sagt dir dein Gefühl, glaubst du, dass die beiden endlich mal miteinander reden?' fragte Valeria und flatterte aufgeregt durch die Luft.
'Ich hoffe es!' seufzte Robin, der gerade an sein eigenes völlig verkorkstes Liebesleben denken musste.
'Valeria, glaubst du sie kann ihn von dem Fluch erlösen?' stellt er dem kleinen Hausgeist endlich die Frage, die ihm schon seit Tagen unter den Nägeln brannte.
'Ich weiß es nicht, Robin. Tut mir leid, ich weiß es wirklich nicht, aber ich glaube, dass sie die einzigste ist, die stark genug dafür wäre.'
'Hm. Ich wünsche es Ian wirklich von ganzem Herzen. Er hat es verdient, endlich mal wieder ein bisschen Glück zu haben.'
'Ja, das hat er wahrlich. Und was ist mit dir? Willst du dein Glück nicht auch mal selbst in die Hand nehmen?' fragte die kleine Elfe Robin und sah ihn mit schief gelegtem Kopf an.'Wie meinst du das?'
'Ich meine Loreen. Sie liebt dich und du liebst sie, das weiß ich und ich bin mir sicher, dass sie dich möglicherweise von deinem Fluch erlösen könnte, wenn ihr beide stark genug seid und wenn du ihr die Wahrheit über dich erzähltst. Aber lass dir nicht zu lange Zeit damit!''Glaubst du denn wirklich, dass sie mich jetzt noch lieben kann? Nach all dem, was ich ihr angetan habe? Ich meine, meinetwegen wäre sie beinahe gestorben!' schüttelte Robin den Kopf.
'Ich glaube es nicht nur, ich weiß es und schließlich hast du sie doch vor dem Tode gerettet. Tu's einfach. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!' Und mit diesen Worten flatterte die kleine Elfe davon. Sie musste jetzt ganz dringend alleine sein. Zwar gönnte sie allen ihr neues Glück von ganzem Herzen, aber war da immer noch dieser tiefe Schmerz in ihrem Inneren. Auch sie sehnte sich verzweifelt nach Liebe. Nur, wer würde schon einen Hausgeist lieben wollen?! Und wieder einmal verfluchte sie die Hexe Kamelia, die ihr dies alles angetan hatte.Nicht nur Robin und Ian hüteten ein dunkles Geheimnis, das ihrige war noch hundert mal düsterer!
Einst war sie eine der mächtigsten Zauberinnen der Zeit gewesen. Ihr hatte die Welt gehört, doch hatte sie im Guten gehandelt. Valerina Melano, wie sie früher geheißen hatte, hatte für die Menschen immer nur das Beste im Sinn gehabt. Allseits beliebt und von den Männern umschwärmt, war sie so ihrer älteren Schwester ein Dorn im Auge gewesen.
Kamelia war schon von früh auf ein Ausbund an Bosheit und ihre Grausamkeit reichte schier ins Unermessliche. Als dann auch noch ihre jüngere und um so vieles schönere Schwester den Platz in der Weltordnung bekam, der eigentlich ihrer Meinung nach ihr zustand, da wandte sie sich ganz den dunklen Mächten der Hölle zu. Und mit ihr hatten Valerinas Widersacher einen starken Freund gewonnen. Doch wäre sie zu diesem Zeitpunkt noch zu retten gewesen.Als sich dann aber unglücklicherweise die große Liebe Kamelias ausgerechnet in ihre verhasste Schwester verliebte, da sah sie rot und zerstörte alles und jeden, der Valerina etwas bedeutete.
Vor knapp zwei Jahrhunderten, hatte sich die damals schon uralte, aber noch immer junge Kamelia in Prinz William von Hohenzollern verliebt. Wochenlang machte sie ihm Avancen und umgarnte ihn, doch zwecklos. Der Prinz hatte sein Herz schon lange an die schöne Valerina verloren und wies Kamelia ab. Verzweifelt versuchte sie nun seinen jüngeren Bruder, Prinz Ian, zu verführen, doch auch der zeigte keinerlei Interesse an ihr.
Nach und nach wurde sie immer verzweifelter, weil keiner der Männer, die sie liebte, ihre Liebe erwiderter und als Ian dann auch noch das arme Mädchen Donna heiratete, kannte ihr Zorn keine Grenzen und sie schwor diese Familie für immer zu vernichten.
Ian legte sie die wohl schwerste Bürde von allen auf. Er würde von diesem Tage an zu jedem Vollmond ein Wolf werden. In seiner blinden Wut und der Impulsivität des Wolfes gefangen sollte er seine Frau töten und später seinen Bruder beißen, der daraufhin über die langen Jahre hinweg zu einer Bestie werden würde. Und niemals sollten sie erlöst werden, auf ewig sollten sie dieses Dasein fristen und Kamelia verdammte sie zur Unsterblichkeit. Ihre eigene Schwester aber, machte sie zu einer Sklavin des neuen Hauses und William, ihre große Liebe, sollte sie in dieser Gestalt, der einer Elfe, niemals wieder erkennen. Er sollte vergessen. Alles.

Verdutzt blickte Robin der kleinen Gestalt hinterher. Valeria und er waren sich nicht immer unbedingt grün gewesen, aber dass sie ihm jetzt half, das bedeutete ihm doch sehr viel.Doch gerade jetzt verstand er ihr Verhalten absolut gar nicht. Ließ sie ihn doch einfach in diesem finsteren Gang am oberen Treppenabsatz des Turmes stehen.
‚Was mach ich jetzt nur?' fragte er sich seufzend. ‚Ob ich es wagen sollte, Loreen alles zu gestehen? Aber wie wird sie reagieren? Wird sie mich abweisen oder wird sie Verständnis für meine prekäre Lage aufbringen?'
So in seinen Gedanken versunken bemerkte Robin gar nicht, dass seine Füße ihm diese Entscheidung schon halb abgenommen hatten, indem sie ihn Stufe für Stufe die lange Wendeltreppe hinunter trugen. Erst als er an der Tür zum gewundenen Korridor im Erdgeschoss ankam, merkte er, wie weit er schon war.
‚Nein, ich werde jetzt keinen Rückzieher mehr machen!' herrschte er sich selbst an und ging entschlossenen Schrittes voran.







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