Moonlight Shadow - Bei Vollmond bist du tot Teil 16

Autor: Belladonna
veröffentlicht am: 05.07.2008




Langsam gingen die beiden Männer die Stufen hinauf. Immer wieder drehte Robin sich um, um sich zu vergewissern, dass Gwen ihnen wirklich nicht folgte. Wie neugierig und hartnäckig die beiden besten Freundinnen sein konnten hatte er schon im vergangenen Monat feststellen müssen. Wie schwer war es doch, die heutige Jugend zu verstehen, wenn die eigene schon Jahrhunderte zurück lag! Immer wieder mussten die beiden Männer lernen zu verstehen, dass die Welt sich verändert hatte. Beide hatten sie diese Veränderung mit erleben können, und doch fiel es ihnen manchmal noch schwer sich mit der derzeitigen Lebensmentalität anzufreunden. Ihre Erziehung und ihr ganzes Umfeld aus frühster Jugend im auslaufenden 18. Jahrhundert hatten ihr Wesen und ihre Art zu denken derart geprägt, dass es nicht einfach war, umzudenken. Auch nach 200 Jahren noch nicht. Jede Generation hat ihre Eigenarten und jede kommende ihre neuen Werte und Richtlinien, mit denen die vorangegangene nichts anfangen kann. So ging es auch Ian und Robin und genau so ging es William, der aber herzlich wenig von dem Wandel der Zeit außerhalb der Schlossmauern mitbekommen hatte.
'Ian, bist du dir wirklich sicher, dass wir es versuchen sollten?' fragte Robin nach einer Weile des Schweigens.
'Wenn du Loreen jemals wieder lebend sehen möchtest, dann sollten wir es ganz unbedingt ausprobieren. Ich bin mir sicher, dass William dich verstehen wird. Wichtig ist nur, dass du es ihm sagst und dass du ihm vertraust.'
'Aber was ist, wenn etwas schief geht?' äußerte Robin seine Bedenken.
'Dieses Risiko musst du eingehen. Du darfst ihm auf gar keinen Fall zeigen, dass du Angst hast, dass macht ihn wütend und dann ist Loreen verloren. Zeig ihm, dass du ihm vertraust, dass du es gut mit ihm meinst und vor allem, zeig ihm, dass du keine Angst vor ihm hast.''Das sagst du so leicht! Er ist dein Bruder und du siehst ihn seit damals jeden Tag, aber ich war so lange Zeit immer weg. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, was er für ein Mensch war. Vielleicht weiß er nicht einmal, was ich für ein Mensch bin!'
'Er weiß es! Er erinnert sich an alles! Robin, vergiss nicht, dass er jetzt ein Tier ist und Tiere haben ein wunderbares Gedächtnis.'
'Ach Ian, ich weiß. Ich hab doch nur so schreckliche Angst um Loreen. Angst, dass sie nie wieder aufwachen könnte. Angst, dass ich sie für immer verloren habe.'
'Vertrauen, Robin, mit Vertrauen kriegen wir dass alles wieder hin. Wenn sie wirklich diejenige welche ist, dann wird sie überleben.'
Den Rest des Weges legten die beiden Freunde schweigend zurück. Nicht lange und sie standen vor der massiven Eichentür, hinter der William seit mehr als einem Jahrhundert lebte, ohne je das Tageslicht wieder gesehen zu haben.
Seicht klopfte Ian an die Tür und wartete, bis von Drinnen ein leises Brummen zu hören war, dann öffnete er sie einen Spalt breit und trat schließlich ein. Seine Augen brauchten eine Weile, bis sie sich an die vollkommene Dunkelheit gewöhnt hatten, dann sah er ihn in einer dunklen Ecke unter dem Tisch sitzen.
'Guten Abend, William.' begrüßte er seinen Bruder mit sanfter Stimme. Ganz behutsam ging er auf ihn zu, um William ja nicht zu erschrecken. Sollte William sich bedroht fühlen, würde die ganze Sache katastrophal enden.
'Wie geht es dir heute?' fragte er vorsichtig und spähte unter den Tisch. Sein Bruder blickte ihn nur starr an. Zeigte keine Regung, nichts, es schien als würde er sie nicht erkennen.'Ich habe Robin mitgebracht. Erinnerst du dich noch an ihn? Wir haben früher oft miteinander gespielt, als kleine Kinder. Wir waren die besten Freunde, wir drei.'
Kurz blinzelte William, als wollte er sagen, er erinnere sich an die glücklichen Tage der Kindheit.
'Robin möchte dich um einen Gefallen bitten. Seine Freundin ist schwer verletzt und liegt möglicherweise im Streben. Kannst du sie retten?' fuhr Ian leise fort. Nun endlich nickte William leicht und kroch ein Stück unter dem Tisch hervor.
Beinahe hätte Robin vor Schreck die Luft zischend eingezogen, doch er konnte es gerade noch verhindern. Er sah aber auch die Schuldgefühle und den Selbsthass in den Augen Ian's, der wusste, dass nur er allein für den Zustand seines Bruders verantwortlich war. Vor wenigen Tagen noch hatte William besser ausgesehen. Jetzt waren seine Augen starr und kalt, sein Gesicht von pelz überwuchert und seine Hände zu Krallen verformt. Nicht mehr lange und die Verwandlung wäre vollendet, dann würde niemand ihm mehr helfen können. Es war also Eile geboten.
'Hallo, William.' begrüßte Robin seinen alten Freund stockend. Wieder blinzelte William kurz, als Zeichen des Erkennens. Sprechen konnte er nicht mehr. Wenn er den Mund öffnete, kam nichts als ein lautes Knurren heraus. Immer gebückter ging William weiter. In ein paar Tagen würde er ganz auf allen vieren laufen.
'Bring Loreen herein!' sagte Ian leise zu Robin, während sein Blick auf seinem Bruder ruhte, dem er dieses schreckliche Schicksal angetan hatte.
So lautlos wie möglich schlich Robin hinaus nur um wenige Augenblicke später mit der leblos wirkenden Loreen in seinem Arm wieder herein zu kommen.
'Leg sie am besten auf den großen Tisch. Aber mach kein Licht. Er verträgt es nicht mehr. Ich glaube es brennt in seinen Augen.'
'Okay.' Folgsam hielt Robin sich exakt an Ian's Befehle. Schließlich musste dieser am besten wissen, wie er mit seinem Bruder umzugehen hatte, was diesem gut tat und was nicht. Er konnte nur hoffen, dass es auch Loreen gut tun würde, aber wie Ian schon so richtig sagte, dieses Risiko würde er eingehen müssen.
'Was machen wir jetzt?' fragte er an seinen Freund gerichtet, nachdem er Loreen sanft auf der großen Tischplatte abgelegt hatte.
'Vielleicht sollten wir nach draußen gehen. Ich glaube er mag es nicht, wenn man ihm über die Schulter sieht. Allerdings weiß ich nicht, wie sie reagieren wird, wenn sie aufwacht und ihn erblickt. Hoffen wir, dass sie schläft, sonst kann ich für nichts garantieren. William reagiert in letzter Zeit extrem empfindlich auf laute Geräusche.'
Auf leisen Sohlen stahlen sich die beiden Männer aus dem düsterem Raum hinaus.
'Vielleicht erkennt sie aber auch gar nichts, weil es doch so dunkel ist.' mutmaßte Robin, als sie wieder draußen standen.
'Ja, auch möglich.' Ian wirkte irgendwie etwas geistesabwesend, dass war Robin schon auf dem Weg die Treppen hinauf aufgefallen. Als wäre er mit seinen Gedanken und vielleicht auch seinem Herzen ganz woanders. Wahrscheinlich bei Gwen, die hoffentlich noch immer im Esszimmer saß oder in der Küche stand und das Geschirr verstaute. Andernfalls hätten sie ein gewaltiges Problem.
'Was macht er jetzt eigentlich mit ihr?' fragte Robin leicht beunruhigt. Obwohl immer noch Ian's Bruder und sein Freund aus Kindertagen, so war William jetzt doch eine wilde Bestie geworden. Unberechenbar und ohne Schuldgefühle. Ob das so stimmte? ‚Kann ein Tier eigentlich Reue empfinden?' fragte Robin sich stumm.
'Er kann Reue empfinden. In seiner Brust schlägt immer noch ein menschliches Herz und das wird es auch für immer. Um so schlimmer ist die Qual für ihn, weil er weiß, dass er etwas falsches tut, wofür er nach seinem Tod in die Hölle kommen wird und doch kann er nicht anders. Der Wolfsinstinkt treibt ihn dazu an. Sein Gewissen wird den Kampf verlieren und sein Herz wird bluten. Es wird ihm noch schlimmer ergehen als mir. Weil er, wenn es fertig ist, nie wieder damit aufhören können wird. Er wird immer weiter machen, solange, bis er eines natürlichen Todes stirbt, oder umgebracht wird. Von wem, spielt dabei keine Rolle, aber es wird keine Gnade für ihn geben. Deswegen müssen wir uns beeilen. Noch vor dem nächsten Vollmond muss es vollbracht sein, andernfalls sind wir alle dem Tode geweiht. Loreen und du zuerst. Dann wird Gwen sterben müssen und William. Ich werde der letzte sein, mich wird sie am meisten leiden lassen, die alte Hexe.' Verbitterung schwang mit in Ian's Worten. Fast schien es, als hätte er Robin auf seine gedachte Frage geantwortet, doch hatte er die laut gestellte unbeantwortet gelassen. Es blieb also Robins Fantasie überlassen, was in diesem Moment hinter der massiven Eichentür geschah.
'Keine Angst, er wird sie nicht umbringen. Er wird ihr helfen, nicht mehr und auch nicht weniger.' versuchte Ian seinen Freund zu beruhigen, was ihm leider nur schwer gelang. Robin war so hibbelig, dass er gar nicht mehr ruhig stehen bleiben konnte sondern unruhig vor der Tür auf und ab tigerte.
'Nun hör schon auf!' ermahnte Ian ihn. 'Wenn du hier weiter so lang rennst, denkt William am Ende noch eine Elefantenherde campiert vor seinem Zimmer!'
'Deine Scherze waren aber auch schon mal besser.' Quälte Robin sich ein kleines Lächeln ab.'Das war kein Scherz. Dort drin hört sich jedes noch so kleine Geräusch urisch laut an. Selbst das Fallen eines Staubkornes muss für seine Ohren wie ein Donnerschlag klingen.'
'Echt?' ungläubig starrte Robin ihn an.
'Ja. Ich spreche da aus Erfahrung. Immer wenn ich mich zu Vollmond in einen Wolf verwandle, dann wird alles um mich herum lauter, bis ich es nicht mehr ertragen kann und dann ist es ganz einfach zu töten. Du wirst über dem schmerz wahnsinnig und hast dich nicht mehr unter Kontrolle. Deswegen sollten wir jetzt vielleicht leise sein, du verstehst?'Zustimmend und leicht verängstig nickte Robin. Aufmunternd lächelte Ian seinen besten Freund an. Es würde schon alles wieder gut werden. Zwar hatte er nicht den Hauch eines Hauches einer Ahnung, was genau sein Bruder in diesem Moment mit der schwer verletzten Loreen tat, doch er wusste ganz genau, dass er ihr würde helfen können.
Würde man Ian in dieser Sekunde fragen, woher er das wüsste, er könnte keine Antwort geben. Vielleicht war es so ein Gefühl tief in seinem Herzen, vielleicht auch einfach nur Vertrauen in die Fähigkeiten seines Bruders, oder es war etwas ganz anderes, aber auf jeden Fall war es da, dieses eine besondere Gefühl.

William war seit jeher sehr bewandert in der Heilkunst gewesen. Im ausklingenden 18. Jahrhundert hatte er schon im jungen Alter von 19 Jahren die Stelle eines Heilers und Kräuterkundigen inne gehabt. Er hatte bei einem großen Meister seiner Zeit gelernt, vielleicht sogar bei dem Größten. Balduin, ein alter Barde aus Großbritannien hatte viele Jahre in China verbracht und dort diverse Heilpraktiken erworben. Im hohen Alter von 65 Jahren war er zurück nach Hause gepilgert, doch dort nahm man ihn in seiner alten Heimat nicht mehr auf. Die Leute verstießen ihn, weil die Zeit in einem anderen Land ihn hatte anders werden lassen. Williams Mutter, eine sehr kluge und barmherzige Frau, nahm ihn in ihrem Haus auf, als er, geächtet und verfolgt nach Deutschland flüchtete.
William war damals gerade fünf Jahre alt und mehr als nur fasziniert von der Kunst des Heilens. Also versprach Balduin ihm, dass er ihm sein Wissen lehren würde, wenn er alt genug dazu sei.
Mit zehn Jahren hielt William es nicht mehr aus und bettelte so lange, bis auch Balduin es nicht mehr ertragen konnte und nahm ihn unter seine Fittiche. Neun Jahre später war William der berühmteste Heiler im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Immer wieder befragte er Balduin, der zu dieser Zeit schon stolze 79 Jahre zählte, um seinen Rat und die Beiden planten, einmal zusammen nach China zu reisen, damit auch William sich von der Pracht dieses Reiches überzeugen könnte.
Doch zu dieser Reise sollte es niemals kommen. Im selben Jahr noch wurde seine Familie verflucht. Seine Mutter lebte zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr und auch sein Vater weilte seit geraumer Zeit nicht mehr unter den Lebenden.
Ian traf der Fluch am Härtesten, er brachte ihm Wahn seine geliebte Frau Donna um und verlor auch noch seinen besten Freund, der sich aus Angst vor dem Fluch in ein fernes Land flüchtete. Balduin starb am Schock und William beschloss ohne ihn los zu reisen.
Doch kaum hatte er das Land verlassen, da plagten ihn Schuldgefühle und er ging zurück um seinen Bruder zu suchen. Aber er konnte ihn nirgends finden. Das Haus in dem die Familie gelebt hatte, stand nicht mehr und es deutete auch nichts darauf hin, dass an dieser Stelle jemals eines gestanden hätte und niemand erinnerte sich mehr daran.
Die Leute in der nahegelegen Stadt hatten sie vergessen, ganz Deutschland hatte ihn, seine Familie und ihr Haus vergessen.
Nach vielen Jahren des Suchens fand er seinen Bruder endlich wieder. Ian lebte nun in einem anderen, größeren Schloss, doch sah es fast so aus, wie ihr früheres Zuhause. Die erste Zeit hatten die beiden Brüder es schwer wieder zueinander zu finden und gerade als es geschafft schien, machte Kamelia ihnen einen Strich durch die Rechnung und im Streit kam es dazu, dass Ian sich in einen Wolf verwandelte und seinen Bruder biss. Seit dieser Zeit konnte William es nicht mehr wagen, das Haus zu verlassen. Zwar passierte in den ersten Jahren nach dem Biss so gut wie gar nichts, doch war die Angst davor, dass plötzlich etwas geschehen könnte, viel zu groß. Mit der Zeit wurde William immer streitlustiger, bei jeder Kleinigkeit ging er anderen an die Gurgel und bald darauf begangen die ersten Wolfshaare zu sprießen. Die Nägel wuchsen zu Krallen und die Zähne wurden länger und spitzer. Mehr und mehr ähnelte William einem Wolf. Mit diesem Aussehen hatte er keine Chance mehr, seine Heilkunst zur Vollendung zu bringen. Aus diesem Grunde beschränkte er sich darauf, sein Wissen zu pflegen und zu hegen, damit es nicht verkümmere.
Jetzt hatte er endlich wieder die Gelegenheit es richtig anzuwenden und doch fürchtete er sich in gewisser Weise auch davor. Er wusste, es hing viel von den beiden Mädchen ab, die sich derzeit im Schloss befanden. Wenn die beiden überleben würden, wenn sie es rechtzeitig schaffen würden, dann wäre der Fluch möglicherweise für immer gebannt und er würde endlich wieder wie ein Mensch aussehen. Davon träumte er schon seit mehr als einem Jahrhundert.

'Meinst du, er ist schon fertig?' fragte Robin ängstlich.
'Na mit den Nerven wäre er es sicherlich, wenn er mit dir zusammen da drin wäre!' schimpfte Ian mit den Nerven sichtlich am Ende. Zum einen ging ihm Robins ständige Fragerei so richtig auf den Zeiger, obwohl er dessen Ängste um Loreen natürlich verstehen und auch nachvollziehen konnte, zum anderen wäre er in diesem Moment so viel lieber bei Gwen, anstatt 5 Stockwerke über ihr in einem dunklen Flur zusammen mit einem seelisch Invaliden, sprich Robin, zustehen.
'Tut mir leid, nerv ich dich etwa?' fragte Robin verunsichert.
'Nein, wie kommst du denn darauf?!' zischte Ian schärfer als beabsichtigt. 'Tut mir leid, ich wollte dich jetzt nicht angiften, aber vertrau William doch einfach mal! Du kennst ihn doch, er wird ihr schon nichts tun!'
'Ich kannte ihn früher. Doch dann war ich so lange weg. Ich weiß praktisch gar nichts mehr über ihn. Für mich ist er heute ein Fremder. Ein möglicherweise gefährlicher Fremder, dem ich das Leben der Frau anvertraut habe, die ich über alles Liebe.' sagte Robin leise.
Überrascht sah Ian seinen Freund an. Er hatte nicht gewusst, dass er so fühlte und dachte. Er selbst hatte William auch einige Zeit lang nicht gesehen, doch lebte er nun schon seit mehr als einem Jahrhundert mit ihm zusammen in diesem Haus. Während dieser Zeit hatte auch er Robin nur selten gesehen, doch waren die beiden sich immer sehr nah gewesen. Schon seit frühster Kindheit hatten sie diese unsichtbare Verbindung miteinander. Der eine wusste immer, wann es dem anderen nicht gut ging, oder er Probleme hatte und in Schwierigkeiten steckte. So war es auch zwischen ihm und William immer gewesen und er hatte einfach angenommen zwischen seinem Bruder und seinem besten Freund würden ähnliche Verhältnisse herrschen.
'Das wusste ich nicht.' flüsterte Ian.
'Wie solltest du auch. Zwischen uns war es immer anders. Wir waren nicht nur beste Freunde, wir waren zueinander wie Brüder. Vielleicht waren wir beide vielmehr Brüder zueinander, als du und William es waren. Und vielleicht hast du angenommen, es würde mir mit ihm genauso gehen, wie mit dir, aber das ist nicht so. William war anders als wir. Wir waren die Rebellen unserer Zeit, von allen auf der Straßen seltsam angeschaut. Von den Frauen geliebt und begehrt, von den Männern verhöhnt und verspottet. William war genau so, wie seine Eltern und die Gesellschaft ihn hatten haben wollen, deswegen akzeptierten sie ihn auch so, wie sie uns niemals akzeptieren konnten. Er war dein Bruder, deswegen auch das enge Verhältnis zwischen euch beiden. Er hat dich so akzeptiert wie du bist, weil du ein Mitglied seiner Familie warst und vielleicht auch weil er dich heimlich verehrt hat. Weil er genau so sein wollte, wie du es warst. Und das ist auch der Grund warum er mich so sehr gehasst hat, wie er dich geliebt hat. Ich war all das, was er niemals würde sein können. Vielleicht dachte er auch, ich würde dich ihm wegnehmen wollen, weil wie beide zusammen viel mehr Zeit verbracht haben, als du mit ihm.' erklärte Robin genauso leise.
'Das wusste ich nicht. Er hat mir das nie gesagt und er hat von dir auch immer nur in den höchsten Tönen gesprochen.'
'Aber nie in meiner Gegenwart.'
'Aber du bist auch ein Mitglied der Familie, seiner Familie, wie du es ausgedrückt hast. Schließlich bist du doch sein Cousin!'
'Was?!' verwirrt sah Robin seinen besten Freund an. 'Wie meinst du das? Ich bin euer Cousin?'
Erst zu spät war Ian klar geworden, dass er sich verplappert hatte. Doch nun gab es für ihn kein Zurück mehr und er musste Robin die ganze Wahrheit sagen, die er vor vielen Jahren heraus gefunden hatte.
'Ich habe es auch erst später erfahren. Schon lange nachdem deine Mutter und meine Eltern tot waren viel mir ein Brief in die Hände. Er war von deiner Mutter, adressiert an meine Großeltern. In diesem Brief bat sie darum, wieder in den Schoß der Familie zurück kehren zu dürfen. Sie habe genügend Buße getan und würde sich nichts sehnlicher wünschen als ihren Lebensabend bei ihrer Familie verbringen zu dürfen. Die Antwort meiner Großeltern kam wohl postwendend. Sie habe sich entschlossen deinen Vater zu heiraten, ohne an ihre Eltern zudenken also müsse sie nun auch die Konsequenzen tragen. Sie haben sie ausgestoßen und enterbt und allen verboten jemals wieder über sie zu sprechen. William lebte zu dieser Zeit schon und bekam das alles mit. Man hat ihm den Hass auf deine Mutter gelehrt und er war bei weitem nicht so charakterstark wie ich. Ich habe mich, wie deine Mutter, über die Verbote meiner Großeltern hinweg gesetzt und wir sind beste Freunde geworden. Damals wusste ich noch nicht, warum ich das nicht sollte, aber früher haben sie mir erzählt, ihr wäret gottlose Leute nur war mir das egal, weil ich mindestens genauso gottlos war.'
'Aber das würde ja dann heißen, dass meine Mutter eine ...'
'Ja genau, deine Mutter war die Schwester meine Mutter und genau wie sie eine
Hohenzollern. Und genauso bist auch du ein Mitglied der Familie Hohenzollern.'
'Aber enterbt!' schnaubte Robin verbittert.
'Das war dem Fluch aber egal.'
'Welche Fluch? Meinst du etwa...?'
'Ja, ich meine genau den Fluch!' bestätigte Ian grimmig.







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