Moonlight Shadow - Bei Vollmond bist du tot Teil 9

Autor: Belladonna
veröffentlicht am: 04.02.2008




'Ich bin eine WAS??! Das ist ein Scherz, oder? Das kann er doch unmöglich ernst meinen!' nach Unterstützung heischend wandte sie sich an Robin. Doch der sah sie nur verzeihend an.'Nee, he, das kann jetzt nicht wahr sein. Er wollt mich in den April schicken, hab ich recht? Hab ich recht?! Verdammt noch mal nun sagt mir endlich, dass ich recht habe!!!' Die letzten Worte schrie sie schon fast. Sie war mit jedem Wort lauter geworden und nun verhallte langsam der Klang ihres letzten Satzes in dem hohen Gewölbe des Salons. Verzweifelt pendelte Gwens Blick zwischen Ian und Robin hin und her. ‚Das ist nicht wahr, das ist eine Lüge. Eine Lüge!' schrie es in ihr. Sie musste sich ein einem schreckliche Albtraum befinden. Sie war sich ganz sicher, dass sie bald aufwachen würde und zu Hause in ihrem Bett liegen würde. Die Sonne würde scheinen, die Vögel würden zwitschern und ihr Hausarrest wäre endlich vorbei. Aber hatte sie sich genau das nicht auch schon vor wenigen Stunden einzureden versucht? Dann war sie weggerannt und von diesem Monster überrascht worden. Von einem Monster, welches sie als Ians Bruder herausstellte und sie war eine Zauberin. Das war alles zu viel für Gwen. Ihre Entführung, Ian, sein Bruder, Robin, dieses Haus und jetzt auch noch das. Gwen konnte nicht mehr, ihr Verstand währte sich dagegen diese Lügen zu akzeptieren, wo ihr Herz doch schon längst begriffen hatte, dass es die Wahrheit war. Plötzlich wurde ihr alles schwarz vor Augen und sie schwankte. Ian, der sie die ganze Zeit über besorgt gemustert hatte, ging einen Schritt auf sie zu. Kurz öffnete sie noch einmal die Augen und er dachte schon er hätte sich geirrt, da klappte sie auf einmal zusammen. Mit einem Satz war Ian bei ihr und fing sie auf, bevor sie den Boden berührte. Gwen bekam das so genau gar nicht mehr mit. Es war einfach alles zu viel für sie gewesen. Sie brauchte Ruhe und Schlaf. ‚Vielleicht' so dachte sie ihr Kopf, würde sie dann Morgen wieder klarer sehen. Ein aussichtsloses Unterfangen. Ihr Herz hatte schon begriffen, dass es keinen Ausweg mehr gab, dass sie sich ab jetzt nicht mehr würde verstecken können. Sie würde wohl damit klarkommen müssen. Sie wünschte nur, sie hätte das Alles unter anderen Umständen erfahren. Nicht so, so überraschend. Die beiden Männer waren ja praktisch mit der Tür ins Haus gefallen!
'Was hat sie denn?' fragte Robin erstaunt.
'Ich glaube das war ein bisschen zu viel für die gute Gwen.' meinte Ian.
'Oh, du meinst...' erstaunt sah Robin seinen Freund an. Wie gut der doch immer die Menschen kannte. Er selbst hatte das nie gekonnt.
'Ja, ich glaube wir hätten es langsamer angehen sollen, ihr schonender beibringen sollen. Naja, lässt sich jetzt aber auch nicht mehr ändern.'
'Hm, aber wie hätten wir ihr bitte schonender sagen sollen, dass sie eine Zauberin ist?''Ich weiß es auch nicht. Egal, ich werde sie auf ihr Zimmer schaffen. Das hat sie ja schließlich die ganze Zeit über gesucht. Danach können wir ja mal überlegen, wie wir ihr das Ganze erklären. Sie wird bestimmt viele Fragen an uns haben, wenn sie wieder aufwacht.''Hm...' Robins Gedanken schweiften ab, nachdem Ian den Raum verlassen hatte. Gingen zurück zu dem Abend, an dem das Alles begonnen hatte. Es war Vollmond gewesen. Ian und Donna waren seit einigen Jahren verheiratet. Sie waren jung und glücklich. Er hatte ihn darum beneidet. Darum, dass er so eine wunderschöne Frau gefunden hatte. Eigentlich war es kein Neid, auch nicht Eifersucht, vielmehr wahrscheinlich Trauer darum, dass er nicht auch so eine Frau wie Donna fand. Donna war aber auch einzigartig. Ein Wolf hatte schon seit mehreren Monaten sein Unwesen auf dem Hofe getrieben und Ian hatte beschlossen das Tier zu töten. Seine Frau hatte ihn dazu beschworen, es sein zu lassen. Sie hatte das arme Tier schützen wollen und Ian hatte dem Wolf ein Ultimatum gestellt. Als ob dieser das hätte verstehen können! Natürlich hatte er wieder zugeschlagen und da war Ian die Hutschnur geplatzt und er hatte sich mit dem Jagdgewehr bewaffnet auf die Lauer gelegt. Der Wolf kam und Ian legte an und zielte, doch was dann kam, damit hatte niemand gerechnet. Niemand hatte vermutet, was passieren würde. Sie alle waren eigentlich mehr oder weniger unbeteiligt. Niemanden traf wirklich die Schuld, denn keiner hatte eine Ahnung, doch sie alle traf der schreckliche Fluch. Ian vielleicht am Meisten, denn er war dadurch nicht nur zu einem Biest geworden, nein, er hatte auch noch seine geliebte Frau verloren. Dass er dann, Jahre später auch noch seinen Bruder gebissen hatte, hatte ihm vielleicht den Rest gegeben. Seitdem war er ein Wrack. Eine Maschine, die auf Kamelias Befehl hin tötete. Komisch war nur, dass er bei Gwen nicht so war. Es schien, als würde sie tief in Ian etwas rühren, doch Robin war nicht so gut darin einzuschätzen, wie es anderen ging und was sie fühlten. Das war schon immer Ians Stärke gewesen. Dieser war es auch, der ihn jetzt aus seinen Gedanken riss.
'Hey, was ist denn mit dir los? Träumst du?'
'Wie? Was? Wo? Wer?' erschrocken fuhr Robin aus seinen Gedankenströmen auf.'Was ist denn mit dir los?' lachte Ian ihn an. 'So erschrocken? Was hast du nur gerade gedacht?'
'Nichts' stotterte Robin los und lief rot an. ‚Verdammt' dachte er sich. Er konnte einfach nicht lügen, hatte er noch nie gekonnt. Doch vor Ian konnte er es schon gleich gar nicht.'Na, hast wohl schlechtes Gewissen, oder warum wirst du jetzt so rot wie ein Feuermelder?''C'est n' est pas juste!' ereiferte sich Robin. 'Warum kannst du lügen ohne rot zu werden und ich nicht?'
'Tja, das fragst du den Falschen. Aber erzähl doch mal, was du gerade gedacht hast. Eigentlich schade, dass ich nicht auch wie Gwen Gedanken lesen kann. Manchmal würde mich echt interessieren, was die so durch den Kopf geht. Muss ja mächtig spannend gewesen sein.'
'War es auch, bis zu dem Moment, an dem du mich unterbrochen hast.'
'Oh gut, soll ich wieder gehen, damit du weiter nachdenken kannst?' fragte Ian gespielt beleidigt.
'Quatsch, bleib ruhig. Es war sowieso nicht so wichtig.'
'Wie du meinst. Ich krieg dich heute wohl nicht mehr dazu, mir mehr darüber zu erzählen, oder?' fragte er.
'Nein eher nicht, aber das ist auch wirklich besser so. Sag mal, was hast du jetzt eigentlich mit Gwen gemacht?'
'Du wechselst aber heute schnell das Thema. Muss wohl wirklich interessant gewesen sein, was?' belustigt beobachtete Ian, wie sein Freund verzweifelt nach Luft schnappte, wie ein Fisch auf dem Trocknen. Eine Weile sah er zu, dann entschloss er sich, das Thema ruhen zu lassen. 'Ich habe sie hoch gebracht. Sie schläft jetzt. Claudius passt auf sie auf. Sobald sie wieder aufwacht, wird er uns benachrichtigen.'
'Aha, das ist gut. Und du vertraust Claudius?'
'Ja, ich vertraue ihm. Zumindest insofern, als dass es unter diesen Umständen möglich wäre. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass er nicht für Kamelia arbeitet, für wen dann- keine Ahnung, aber das werden wir noch früh genug herauskriegen.'
'Ja, ich hoffe nur, dass er nicht für jemanden schlimmeres arbeitet als für diese alte Schabracke Kamelia.'
'Du hast immer so eine herrlich blumige Ausdrucksweise.' Stichelte Ian.
'Jaja, lach nur!' grimmig sah Robin zu seinem alten Freund hinüber. ‚Ja, alt im wahrsten Sinne des Wortes!' dachte er sich. Immerhin würde Ian schon bald 225 Jahre alt werden. Ein wahrhaft biblisches Alter! So alt war wahrscheinlich nicht einmal Methusalem geworden. Naja, es gab immer Ausnahmen bei der Schöpfung, schließlich würde er schon in ein paar Tagen noch älter werden und auch William war nicht mehr ganz jung, er war immerhin Ians älterer Bruder. ‚Ob ich jemals eine Frau finden werde, die ich wirklich liebe und die mich wirklich liebt und das, obwohl ich schon sooo alt bin?' fragte er sich.
Diesmal konnte Ian ihm seine Gedanken an den Augen ablesen. Er sagte nichts dazu. Er ließ seinen Freund seinen Gedanken nachhängen und verließ leise das Zimmer. Auf dem Weg zu seinem Schlafgemach, grübelte er, wie viele Nächte er jetzt schon alleine verbrachte. Er würde es zwar niemals zugeben, aber er sehnte sich nach Nähe und Geborgenheit. Das war ihm heute klar geworden, als er Gwen im Arm gehalten hatte. Gwen, sie hatte da etwas in ihm berührt, von dem er gedacht hatte, dass es schon nicht mehr existiere. Sie war ein komisches Geschöpf, ganz anders, als all die anderen Frauen, die er bis her in seinem Leben kennen gelernt hatte und das waren nicht gerade wenige gewesen. Ein bisschen war sie so wie seine Donna es gewesen war. Genauso schön, genauso stark und selbstbewusst, aber Donna hatte Angst gehabt. Sie hatte sich gefürchtet vor dem Fluch und doch hatte sie ihr Leben riskiert. Ja, in gewisser Weise waren sich die beiden Frauen verdammt ähnlich. Vielleicht sogar schon zu ähnlich. Er würde aufpassen müssen, dass er nicht über die Strenge schlug.

Unterdessen waren Antoine und Ilona auf der Wache angekommen.
'Nett haben Sie es hier.' meinte Ilona, als sie sein Büro betraten.
'Naja, wie man es nimmt.'
'Also, was wollten Sie denn hier mit mir in Ruhe besprechen? Wollten Sie mir etwa meine Fragen beantworten, oder soll ich Ihnen Ihre Fragen beantworten?' fragte Ilona.
'Nun, was halten Sie davon, wenn wir das ‚Sie' einfach mal weglassen würden?' fragte er sie mit einem charmanten Lächeln. ‚Was stellte er nur mit ihr an?' fragte Ilona sich. Schon im ersten Augenblick hatte er sie verzaubert. Aber sie dürfte sich dem Zauber nicht hingeben. Sie stand kurz vor einer Verlobung mit Timothy Maus. Obwohl, wollte sie das eigentlich wirklich? ‚Ilona, sag NEIN, das wird nichts Gutes!' riet ihr ihre innere Stimme.'Gerne' sagte sie. ‚Gerne?!' 'Ich bin Ilona, freut mich dich kennen zu lernen.' Sagte sie mit einem ebenso charmanten Lächeln.
'Freut mich auch dich kennen zu lernen Ilona, ich bin Antoine.'
Lächelnd gaben sie sich die Hände.
‚Ilona? Was machst du da? Bist du denn von allen guten Geistern verlassen?'
‚Antoine, was fällt dir nur ein? Das kannst du doch nicht tun. Hör sofort auf damit. Da wird nichts Gutes draus!'
Doch beide hörten sie nicht auf dass, was ihre inneren Stimmen ihnen sagten.
Unbefangen plauderten sie über Gott und die Welt und vergaßen dabei völlig, warum sie überhaupt in Antoines Büro saßen. Stunden später blickte Ilona gerade auf die Uhr und sprang plötzlich wie von einer Tarantel gestochen auf.
'Himmel, es ist ja schon so spät!' rief sie erstaunt. 'Loreen wird sich bestimmt schon wundern, wo ich denn solange bleibe. Antoine, bitte verzeih mir, aber ich muss jetzt wirklich los.'
'Ja, ist schon in Ordnung. Ich wollte dich keines Falles so lange aufhalten.'
'Aber das hast du doch gar nicht. Im Gegenteil, es hat mich sehr gefreut, mich mit dir zu unterhalten.' ‚Ilona, was erzählst du da denn nun schon wieder für einen Mist?' fragte sie sich im Stillen.
'Mich auch, mich auch. Ach sag mal Ilona...' fiel ihm plötzlich etwas ein, als sie schon fast zur Tür hinaus war.
'Ja?' fragend blickte sie ihn an.
'Hast du heute Abend denn schon etwas vor?'
‚Ja!' 'Nein, wieso fragst du?'
'Nun, ich würde dich gerne zum Essen einladen.'
'Oh... wo soll es denn hingehen?'
'Nun, ich dachte, ich könnte vielleicht für uns kochen.'
'Hm...'
'Was meinst du? Naja, war ja nur so eine Idee, also...'
‚Nein Ilona, du gehst da nicht hin! Das wäre ja noch schöner.'
'Na klar. Ich würde gerne vorbei kommen.' sagte sie stattdessen.
'Gut, ich komme dich dann gegen 19:00Uhr abholen, einverstanden?'
‚Nein!' 'Ja, ich freue mich schon.' ‚Du freust dich? Bist du denn komplett durchgeknallt?'Mit einem Lächeln drehte sie sich um und verließ das Büro. ‚Himmel noch mal, was denkst du dir nur!' fragte sie sich. Naja, sie konnte nicht leugnen, dass Antoine verdammt gut aussah und er war, nun ja, genau der Typ Mann, bei dem sie einfach schwach wurde. ‚Ilona, das nimmt kein gutes Ende.' Doch es war ihr egal.
Zuhause wartete Loreen schon ungeduldig auf ihre Mutter. Misstrauisch sah sie ihr entgegen, als diese mit einem Honigkuchenpferdgrinsen auf sie zu kam.
'Sag mal, Mam, wie kommt's denn, dass du jetzt so gute Laune hast? Habt ihr etwa Gwen gefunden?'
Ilona sah auf einmal ganz schuldbewusst aus der Wäsche, daran hatte sie ja nun überhaupt nicht mehr gedacht.
'Ähm, nein. Haben wir leider nicht, aber ich gehe heute Abend aus. Stell dir das mal vor, ich gehe tatsächlich essen heute Abend!' freute sie sich.
‚Komisch...' dachte sich Loreen. ‚Seit wann freut sie sich denn so, wenn sie ausgeht? Ah, vielleicht geht sie ja gar nicht mit Timothy Maus aus. Das wäre dann echt mal ein Grund zur Freude!'
Ilona war schon wieder im Haus verschwunden und belegte nun das Badezimmer. ‚Meine Güte die muss den Kerl ja wirklich mögen, wenn sie sich dafür stundenlang aufstylt.' Schoss es ihrer Tochter durch den Kopf.
Für Ilona verging die Zeit bis zum Abend wie im Fluge. Sie badete ausgiebig und stand später unschlüssig vor dem Kleiderschrank, bis Loreen ihr zu Hilfe kam und für sie ein schickes rotes Kleid heraussuchte.
'Meinst du nicht, dass das ein bisschen zu billig wirken könnte?' fragte Ilona besorgt.'Nein eigentlich nicht. Passt doch perfekt zu deinen schönen schwarzen Haaren, Mam.' Meinte Loreen. Manchmal beneidete sie ihre Mutter fast für ihre langen, glatten schwarzen Haare. Sie selbst hatte blonde Locken und konnte einfach kein Rot tragen, das hätte dann wirklich billig gewirkt.
'Hm und was soll ich für Schuhe anziehen? Die Pumps oder lieber die Riemchensandelen?''Welche Riemchenschuhe denn? Die mit dem Absatz?'
'Ja, die.'
'Ja, dann nimm die. Und die Perlenkette.'
'Okay, und was soll ich mit meinen Haaren machen?' fragte Ilona. Sie war aufgeregt wie ein Teenager vor dem ersten Date und das war es nun echt nicht bei ihr.
'Lass sie offen, dass sieht besser aus.'
'Hm, hast recht, aber bring mir doch mal bitte des Glätteisen, die sind schon wieder so kraus.'
'Wo ist das denn?'
'Ich weiß nicht, du hattest es doch zuletzt.'
'Echt?' daran konnte Loreen sich gar nicht mehr erinnern.
'Aber klar doch. Wie war das mit dem Kurzzeitgedächtnis?' fragte Ilona ihre Tochter.'Jaja...Ach, stimmt ja, ich hatte das doch gestern gebraucht, oder war's nicht so?''Genau.'
'Okay, dann weiß ich wo es liegt.' Schnell flitze Loreen los und holte das Eisen. Ilona betrachtete sich derweil im Spiegel. ‚Ein bisschen billig sieht es doch irgendwie aus.' Überlegte sie, doch dann verwarf sie den Gedanken wieder. Schon ihr erster Ehemann hatte ihr immer gesagt, dass sie in rot wie die Verführung pur ausgesehen hatte, aber wollte sie Antoine denn schon am ersten Abend verführen? Würde das nicht ein bisschen zu schnell gehen? Und wie zum Henker noch mal sollte sie Timothy abservieren? Sie hatte ihn nie wirklich geliebt, aber sie war es leid gewesen einsam und allein zu sein. Und vor allem hatte sie abends nicht mehr alleine einschlafen wollen, doch das musste sie in ihrer Beziehung mit Timothy ja auch, es machte also kaum einen Unterschied.
Da kam auch schon Loreen wieder herunter mit dem Glätteisen in der Hand.
'Hier Mam.'
'Danke mein Schatz.'
'Sag mal, mit wem gehst du eigentlich aus?' fragte Loreen neugierig.
'Mit Monsieur Verbeaux.'
'Und wer ist das?'
'Das ist der Polizist, der in den Vollmondmorden ermittelt.'
'Aha, und wie hast du ihn kennengelernt?'
'Meine Güte, du bist aber heute wieder neugierig! Kümmere dich doch einfach mal um deine Schulaufgaben!'
'Brauchst ja nicht gleich so gereizt zu reagieren. Was soll ich eigentlich dem Maus sagen, wenn er vorbeikommt oder anruft und nach dir fragt?'
'Hm... Lass doch einfach mal deiner Fantasie freien Lauf. Ich bin sicher, dass die da schon etwas passendes einfallen wird.'
'Na toll! Ich könnt ja auch gemein sein und ihm sagen, dass du mit einem anderen Mann essen gehst. Wo geht ihr eigentlich hin?'
'Tja, das sag ich dir besser mal nicht, ansonsten schickst du Tim wirklich noch hinter uns her.'
'Mensch Mam, das war doch nur ein Scherz!'
'Ich weiß, aber vielleicht will ich ja nicht, dass wir gestört werden.'
'Oho, was habt ihr denn vor?' fragte Loreen ihre Mutter mit leicht erhobener Augenbraue.'Ja bestimmt nicht das, was du dir jetzt gerade denkst!'
'So, was denk ich denn?'
'Bestimmt, dass wir nach dem Essen übereinander herfallen, wie die wilden Tiere.''Vielleicht habe ich das ja gar nicht gedacht, aber du hast es gedacht, also hattest du das wohl wirklich vor, was?'
Entnervt seufzte Ilona auf. Manchmal konnte Loreen echt nervig sein. 'Nein, ich habe es nicht vorgehabt. Jedenfalls noch nicht am ersten Abend!'
In diesem Moment klingelte es auch schon an der Tür. 'Ah, das wird er sein. Loreen, machst du mal bitte die Tür auf?'
'Jaja.' augenverdrehend hüpfte Loreen die Treppe hinunter und riss unten angekommen die Tür auf. Das kam so abrupt, dass Antoine fast die Rose aus der Hand geflogen wären. Erstaunt sperrt Loreen Mund und Augen auf. Ein Mann, der mit einem riesen Rosenstrauß vor ihrer Haustür stand, das hatte es ja noch nie gegeben. Und dann auch noch rote Rosen. Und alle waren sie für ihre Mutter bestimmt.
'Ähm ja, meine Mam kommt gleich runter. Ich geh ihr mal bescheid sagen, dass Sie da sind.''Das ist aber sehr nett von dir.' sagte der Mann mit sanfter Stimme zu ihr.
'Mam, dein Besuch ist da.'
'Und, was sagst du zu ihm?' fragte Ilona ihre Tochter gespannt.
'Also gut aussehen tut er ja schon mal und höflich ist er auch. Ich glaube, da hast du mal den Richtigen an der Angel.' meinte Loreen schelmisch grinsend.
Aufreizend langsam tippelte Ilona in ihrem knielangen, weit schwingenden Kleid die Treppe hinunter. Antoine konnte seinen Augen fast nicht trauen. ‚War das wirklich die Frau von heute Vormittag?' fragte er sich. Es war fast unmöglich, aber sie schien im Laufe des Nachmittags noch schöner geworden zu sein.
'Hallo Ilona.' Sagte er mit rauer Stimme.
'Guten Abend, Antoine.' begrüßte Ilona ihn hinreißend lächelnd.
'Soso, ihr duzt euch also schon. Ist ja mal interessant.' Zischte Loreen ihrer Mutter zu und erntete dafür einen vernichtenden Blick von dieser.
Zusammen mit Antoine verließ sie das Haus und sie gingen zu seinem Wagen.
‚Schick, schick.' dachte sie sich, als sie den bestimmt sauteuren Lexus da so stehen sah. ‚Wer hätte das gedacht, dass mich mal ein Mann im Lexus abholen kommt und das zu einem einfachen Abendessen.' staunte sie.
Und ganz der Gentleman hielt Antoine ihr auch noch die Tür des Autos auf.

Unterdessen war Gwen wieder zu sich gekommen. Eigentlich ging es ihr ganz gut, nur in ihrem Kopf drehte sich alles und außerhalb irgendwie auch.
‚Mein Gott, was hab ich denn bitte gemacht, dass mir jetzt so schwindelig ist?' fragte sie sich. Doch so sehr viel konnte sie gar nicht nachdenken, weil davon die Kopfschmerzen noch größer wurden. ‚Himmel, was soll das denn?'
Mühsam versuchte sie aufzustehen, doch man hatte sie schon wieder so eingepackt, dass sie stunden brauchen würde, bis sie da wieder raus wäre, zumal sie ihres Kopfes wegen, eh keine schnellen Bewegungen machen konnte.
Ganz vorsichtig und behutsam kämpfte sie sich also Stück für Stück durch die vielen tausend Schichten an Bettdecken und Laken, bis sie endlich freigekommen war. Nur dann kam wieder das Problem mit dem Aufstehen. ‚Welchem Menschen gefiel es auch in so ekelhaft weichen Betten zuschlafen?' fragte sie sich zum wiederholten Male.
Nach mehreren Anläufen war sie endlich aus dem Bett raus, nur hatte sie diesmal so viel Schwung genommen, dass sie nach vorne über gestürzt war und jetzt bäuchlings auf dem Bettvorleger lag. ‚So ein Mist!' schimpfte sie vor sich hin. Und in ihrem Kopf drehte sich mal wieder alles. Ihr wurde so übel, dass sie die Augen schloss und weil sie so müde war, war sie schon kurz darauf wieder eingeschlafen.
Als Ian am frühen Abend das Zimmer betrat fand er sie dort auf dem Bettvorleger liegend und schlafend. ‚Na ob das so bequem ist?' fragte er sich.
Behutsam hob er sie hoch und legte sie ins Bett zurück. Liebevoll bettete er sie in die Kissen und deckte sie wieder zu. Gerade wollte er sich abwenden und zur Tür zurück gehen, da öffnete sie die Augen.
'Halt, warten Sie mal, ich wollte gar nicht wieder ins Bett. Ich wollte eigentlich aufstehen.' sagte sie.
'Naja, was daraus geworden ist, habe ich ja gesehen. Du bist auf dem Teppich wieder eingeschlafen.'
'Oh, das tut mir leid. Wären Sie vielleicht so freundlich mir hoch zu helfen? Ich brauche irgendwie immer Stunden um aus diesen Bergen von Decken wieder hervor zukriechen und dann noch mal eine ganze Weile, um aus diesem scheußlich weichen Bett aufzustehen.''Scheußlich?' fragte er sie überrascht.
'Naja gut, vielleicht nicht scheußlich, aber eben ungewohnt. Mein Bett zu Hause war jedenfalls nicht so weich.'
'Naja gut.'
'Also, helfen Sie mir nun?'
'Ja, aber erst, wenn du mir sagst, warum du mich immer siezt.' Meinte Ian lächelnd.'Uh, das weiß ich auch nicht so genau. Vielleicht, weil Sie mir das Du noch nicht angeboten haben?' fragte Gwen schelmisch.
'Hm... Naja, wäre möglich. Also gut., wollen wir das Sie nicht weglassen und uns stattdessen duzen?' fragte er sie.
Gwen tat als würde sie überlegen und meinte dann: 'Na gut, also, dass ich Gwen bin, weißt du ja schon, aber wer bist du nun eigentlich?'
'Ian, nenn mich bitte einfach Ian.'
'Okay, also, freut mich dich kennen zu lernen Ian, auch wenn ich nicht weiß, warum du mich entführt hast.'







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