Wenn das Herz sein Schweigen bricht

Autor: Allegra
veröffentlicht am: 13.09.2009




Kapitel 7 (Rest)

-Schade. - sagte Jason auf der anderen Seite der Leitung. - Kann man nichts machen. Ich wünsche dir gute Besserung. - mit diesen Worten verabschiedete er sich und legte auf.-Bis dann. - sagte Romy traurig und legte ebenfalls auf. -Ich bin ja so ein Idiot. - schimpfte sie über sich selbst und trat gegen ihr Bett, was sie im nächsten Moment bereute, weil ein pochender Schmerz ihren Fuß durchzog.
-Was ist denn hier los? - kam Carmen in das Zimmer ihrer Tochter gerannt. Ihre Augen waren weit aufgerissen.
-Nichts, ich habe mir wehgetan. - jammerte Romy und massierte ihren großen Zeh des rechten Fußes, der am meisten abgekriegt hatte.
-Ich dachte du nimmst dein Zimmer auseinander. - sagte sie erleichtert.
-Mom, ich bin so dämlich. - jammerte Romy weiterhin.
-Ach warum denn das? - meinte Carmen mitfühlend.
-Eine gute Mutter würde das zuerst abstreiten. - warf Romy ihr vor.
-Ich bin keine gute Mutter, ich bin die beste Mutter. - meinte Carmen dazu und Romy konnte sich kein Lächeln verkneifen.
-Ich habe gerade Jason angerufen und abgesagt. - teilte sie ihr mit und ließ sich auf das Bett fallen. Ihr großer Zeh pochte immer noch schmerzhaft.
-Warum machst du so etwas? - fragte Carmen und ließ sich neben ihr fallen.
-Ich weiß nicht. - gab Romy zu. - Ich habe einfach Angst mit ihm alleine zu sein. - verriet sie ihrer Mutter.
-Aber auf der Party werden doch auch andere Leute sein. - meinte ihre Mutter und Romy schaute sie verwundert an.
-Hast du mit Stella telefoniert? - fragte sie dann, jetzt war Carmen an der Reihe verwundert dreinzuschauen. - Ist auch egal. Ich habe jetzt abgesagt. - sagte sie und seufzte traurig.-Vielleicht rufst du ihn noch mal an. - schlug Carmen ihrer Tochter vor.
-Das kann ich nicht. Ich habe gesagt, ich wäre krank. - teilte Romy ihr mit.
-Oh ein Wunder ist geschehen und du bist wieder gesund. - sagte Carmen stand auf und zog Romy auch auf die Beine.
-Das kann ich nicht. - meinte sie unsicher.
-Romy-Schatz, du weißt, dass ich dich sehr liebe. - fing ihre Mutter an und Romy nickte nur. - Aber manchmal bist du zu unsicher, womit du dir selbst Steine in den Weg legst. - meinte Carmen und küsste sie auf den Haaransatz. - Das erinnert mich an den
Buchstabierwettbewerb in der ersten Klasse. - sagte sie und lächelte. - Du konntest alle Wörter buchstabieren, aber weil du so unsicher warst, hast du einfach aufgegeben. - erinnerte Carmen.
-Ich weiß. - gab Romy zu.
-Manchmal musst du deine Unsicherheit überwinden, um etwas zu erreichen. - riet Carmen.-Manchmal hörst du dich wirklich nach einer Mutter an. - sagte Romy mit einem Lächeln.-Ich lese auch die Hausfrau-und-Mutter-Magazine. - verriet Carmen leise. Sie drückte Romy noch an sich und verließ dann ihr Zimmer und ließ Romy mit ihren Gedanken alleine. Natürlich wäre sie gerne auf diese Party gegangen und auch mit Jason alleine, überlegte sie sich, während sie eine Jogginghose und ein T-Shirt anzog. Bei diesem Gedanken wurde es ihr ganz warm und ihre Wangen glühten. Andererseits war sie vor vier Jahren in ihn verliebt und sie wusste noch nicht, ob sie diese Gefühle überwunden hatte. Erschöpft und ratlos ließ sie sich auf ihr Bett fallen und schloss für einen kurzen Augenblick ihre Augen.

Sie wurde durch ein Klingeln an der Tür geweckt. Sie setzte sich auf und rieb sich die müden Augen. Die Uhr auf ihrem Nachtisch zeigte 19:06 Uhr an.
-Mom? - rief sie nach Carmen als sie ihr Zimmer verließ. Dann hörte sie die Dusche laufen. - Ich komme schon. - rief sie, als ein erneutes Klingeln ertönte. Sie riss die Tür auf.
-Hi. - begrüßte Jason sie mit einem Lächeln.


Kapitel 8

-Hi. -bekam Romy mit einem rasenden Herzen aus sich herausgepresst. - Was machst du denn hier? - fragte sie ängstlich.
-Ich war auf dem Weg zur Party und dachte, ich komme mal vorbei und wünsche dir noch persönlich gute Besserung. - sagte er und zuckte bloß mit den Schultern, als sei es so selbstverständlich, dass er sie besuchen kommt. -Ist ja nur ein paar Häuser weiter. - fügte er mit einem unschuldigen Lächeln hinzu.
-Das ist … nett. - sagte Romy dazu und ihre Lippen bebten.
-Du siehst gar nicht so krank aus. - stellte er fest.
-Ja, weißt du. - stotterte Romy und ihr Hirn arbeitete auf Hochtouren. - Mir ging es richtig schlecht und dann habe ich ein kleines Nickerchen gemacht und jetzt scheint es mir besser zu gehen. - sagte sie dann und schüttelte über sich selbst gedanklich den Kopf.
-Dann ist ja ganz gut, dass ich vorbeigekommen bin. - sagte Jason mit einem breiten Lächeln. -Wenn es dir doch schon besser geht, kannst du ja mit mir zu der Feier gehen. - freute er sich.-Ja. - meinte Romy mit einem gequälten Lächeln. - Ich muss mich noch fertig machen. - sagte sie dazu.
-Ich warte. - teilte er ihr mit.
-Okay. - sagte sie dazu. - Komm rein. - meinte sie mit einer einladenden Handbewegung.-Danke. - meinte er und betrat das Haus.
-Mach es dir im Wohnzimmer gemütlich. Ich bin in 15 Minuten fertig. - versprach sie ihm und sauste hoch in ihr Zimmer. Sie lief hin und her und wusste nicht, womit sie anfangen sollte. Ein kurzer Blick in den Spiegel ließ sie beinahe aufschreiben. Ihr Haar war zwar trocken, aber hatte sich gekräuselt und stand in alle Richtungen ab.
-Meine Fresse. - meinte sie entsetzt und nahm die Bürste in die Hand. Ihre Mutter erschien in dem Türrahmen, in einen pinken Bademantel gehüllt und mit einem Handtuchturban auf dem Kopf. Fragend schaute sie Romy an.
-Jason ist unten im Wohnzimmer. - flüsterte sie ihrer Mutter zu.
-Was macht er denn hier? - fragte sie in gleicher Lautstärke.
-Er wollte sich persönlich nach mir erkundigen. - teilte Romy ihr mit.
-Wie süß. - Carmen schien entzückt. - Ich ziehe mir was an und gehe dann runter zu ihm. - schlug sie vor und verschwand in ihrem Zimmer.

20 Minuten, voller Schminken, Anziehen, Haare glätten, später warf Romy noch einen prüfenden Blick in den Spiegel. Ihr Haar hatte sie nicht mehr glatt bekommen, also band sie es zu einem Zopf zusammen. Das Kleid umspielte ihre wohlgeformte Brust und machte ihr eine Wespentaille. Die schwarzen hochhackigen Pumps, die sie aus dem Schrank ihrer Mutter entfernt hatte, machten ihre Beine schön lang. Im Großen und Ganzen war sie mit ihrem Erscheinungsbild sehr zufrieden, bloß sie musste noch lernen in diesen Schuhen zu laufen. Vorsichtig schritt sie die Treppe runter.
-Daran kann ich mich noch genau erinnern. - hörte sie Jason sagen und verdrehte die Augen. Ihre Mutter schwelgte bestimmt in Erinnerungen.
-Ihr wart so süß zusammen. - schwärmte Carmen.
Romy blieb im Türrahmen stehen und räusperte sich. Beide Köpfe drehten sich in ihre Richtung.
-Wow. - sagte Jason begeistert und Romy lief rot an.
-Du siehst so wunderschön aus. - meinte Carmen und eilte auf sie zu. - So erwachsen und elegant. - schwärmte sie mit Tränen in den Augen.
-Hör auf. - ermahnte Romy ihre Mutter leise, damit Jason es nicht mitbekam. Ihre Mutter war eindeutig zu nah am Wasser gebaut. Wenn sie draußen einen Welpen sah, bekam sie schon Pipi in den Augen und bei kleinen Kindern heulte sie sofort los.
-Sorry. - entschuldigte sich Carmen und drückte Romy an sich. -Es ist so überwältigend. Dein erstes Date. - sagte sie dazu.
-Das ist kein Date. - entgegnete Romy. - Wir sind nur zwei Freunde, die zusammen ausgehen. - machte sie ihrer Mutter klar.
-Können wir? - meldete sich Jason zu Wort.
-Ja. - sagte Romy und stieß ihre Mutter sanft von sich weg. Jason legte eine Hand in ihr Kreuz und so gingen sie in Richtung Tür.
-Viel Spaß. - hörte Romy noch ihre Mutter rufen.
Jason machte für sie die Beifahrertür seines schwarzen Chevrolets Impala 64 auf.-Danke. - sagte sie und ließ sich auf den Sitz plumpsen. Jason schlug die Tür zu und setzte sich auf den Fahrersitz. - Schönes Auto. - bemerkte Romy begeistert und sah sich um. Die Innenausstattung war aus schwarzem Leder.
-Gleichfalls. - meinte er dann. Fragend schaute Romy ihn an. - Ich meine, du siehst auch gut aus. - berichtigte er sich schnell. - Das Auto habe ich von meinen Eltern zum 18. Geburtstag bekommen. - erklärte er. Kaum spürbar setzte er das Auto in Gang.
Den ganzen Weg zum Club schwiegen sie. Romy überlegte fieberhaft, wie sie ein Gespräch mit Jason anfangen sollte, doch gab es dann auf. Zu groß war die Gefahr sich in Jasons Gegenwart zu blamieren.

In 30 Minuten kamen sie endlich auf einem hellbeleuchteten und vollen Parkplatz an.-Mist. - schimpfte Jason als er den Parkplatz wieder verließ. Sie fuhren etwa weitere fünf Minuten und Jason war gezwungen in einer Seitengasse zu parken. Sie stiegen aus und die frische Abendluft ließ Romy erzittern. Sie hatte es so eilig, dass sie ihre Jacke vergessen hatte und das Polesterkleid war nicht besonders erwärmend. - Jetzt müssen wir ein Stück laufen. - sagte Jason, als er die Tür seines Wagens zuschloss.
Romys Zähne klapperten und sie schlang ihre Arme um sich.
-Ist dir kalt? - fragte Jason besorgt.
-Neeeiiin. - antwortete Romy darauf und ein erneuter Windstoß bereitete ihr Gänsehaut.-Deine Lippen sind schon ganz blau. - stellte Jason fest und pellte sich aus seiner Jacke, die er dann behutsam um ihre Schultern legte. Das Futter der Jacke war ganz warm und sie roch nach Jasons Parfüm.
-Danke. - Romy lächelte Jason schüchtern an und kuschelte sich in die Jacke. - Ist dir jetzt nicht kalt? - fragte sie. Er hatte nur noch ein kurzärmliges Hemd an.
-Es geht schon. - sagte er bloß dazu. - Wir sind ja gleich da. - sagte er, als sie um die Ecke bogen und schon den Eingang des Clubs 'Bellissima' sehen konnten.
Ohne Ausweiskontrolle -denn Jason hatte eine Einladung- gingen sie an den
finsterdreinblickenden Türsteher vorbei und betraten den Club. Innen war es sehr voll und neblig. Von dem Dunst der Nebelmaschine brannten Romys Augen und die Musik tat in den Ohren weh.
-Komm mit. - sagte Jason ihr ins Ohr und nahm ihre Hand. Er führte sie durch den ganzen Saal und die Treppe hoch in den VIP-Bereich. Hier war es leer und auch leiser. Ein Mann in einer Sonnenbrille und einem über seinen dicken Bauch gespannten Hawaiihemd kam auf sie zu. Innerlich musste Romy über sein Outfit lachen, denn er unterschied sich sehr von der Menge.
-J. - begrüßte er Jason und drückte ihn an sich.
-Peter. - sagte Jason zurück, ohne Romys Hand loszulassen. - Danke für die Einladung. - sagte Jason dazu.
-Gerne doch. - entgegnete Peter und musterte Romy von Kopf bis Fuß. - Wer ist denn deine Freundin? - fragte er und entblößte eine Reihe von rauchergelben Zähnen.
-Das ist Romy. - stellte Jason sie vor und sie lächelte den Mann zackhaft an.
-Ich bin Peter. - stellte er sich vor und ergriff Romys Hand mit beiden Händen. Seine Handflächen waren heiß und ekelig feucht. - Das ist meine Party und eure Getränke gehen heute an mich. - teilte er ihr mit einem arroganten Lächeln mit.
-Danke. - presste Romy nur aus sich heraus. Erneut schaute Peter sie an.
-Amüsiert euch. - sagte er und ließ Romys Hand los. - Ich muss meine anderen Gäste begrüßen. - meinte er und lächelte erneut. Dann lief er die Treppe runter. Romy atmete erleichtert durch.
-Ich kann ihn auch nicht leiden. - teilte Jason ihr mit und lächelte ihr aufmunternd zu. - Wollen wir uns setzen? - schlug er vor und zeigte auf eine Sitzgruppe um einen kleinen Tisch. Romy nickte und ließ sich von Jason zu einer Couch führen. - Ich bringe uns was zu trinken. - schlug er vor und schaute sie fragend an.
-Ich möchte irgendeinen Cocktail. - sagte sie unschlüssig. Jason lächelte und lief die Treppe runter.
Romy lächelte vor sich hin. Sie war hier mit Jason. Sie kicherte leise vor sich hin. Jetzt fiel ihr erst auf, dass sie Jasons Jacke noch immer um ihre Schultern hatte. Sie roch an dem Kragen und lächelte über das ganze Gesicht. Doch es wurde ihr doch zu heiß in seiner Jacke. Sie zog sie aus und legte sie ordentlich gefaltet über die Couchlehne. Sie beugte sich vor und beobachtete über das Geländer die ausgelassen tanzende Menge und zappelte dabei mit dem Fuß.
-Wer hat dich denn eingeladen? - hörte sie plötzlich jemanden sagen. Sie hob ihren Kopf und ihr Herz blieb stehen. Zoey stand mit in die Hüfte stemmenden Fäusten vor ihr. Sie hatte ein schwarzes glitzerndes Minikleid an und ihr Haar fiel in großen Locken auf ihre Schultern. Romy schluckte ängstlich und schaute sich hilfesuchend um. Doch sie war ganz alleine. Es kann sein, dass sie heute in der Schulcafeteria Zoey die Stirn geboten hatte, da war auch Stella da, die ihre unter die Arme greifen konnte. Jetzt jedoch war sie ganz alleine.
-Ich … - stammelte sie. Ungeduldig und wütend starte Zoey sie mit ihren blauen Augen an. Hinter ihrem Rücken sah Romy Sue sie hämisch anlächeln. - Ich … - stotterte Romy weiter.-Ich habe sie eingeladen. - Zoey wirbelte herum und sah Jason mit zwei Cocktails in den Händen vor sich stehen. Romy seufzte erleichtert.
-Hallo J. - begrüßte Zoey ihm mit einem zuckersüßen Lächeln.
-Hi Zoey. Hi Sue. - begrüßte er sie und setzte sich neben Romy auf die Couch. - Dein Cocktail. Er heißt Margeritha und ist ohne Alkohol. - teilte er Romy mit einem Lächeln mit. Die wütende Zoey ignorierte er, was Romy unglaublich glücklich machte. - Probier mal. - schlug er ihr vor und übergab ihr das trichterförmige Glas. Romy nahm einen Schlug und verzog das Gesicht.
-Nicht gut? - fragte er unsicher.
-Doch. - meinte Romy dazu. - Aber viel zu süß. - verriet sie ihm.
-Soll ich dir was anderes holen? - fragte er sofort.
-Nein, er schmeckt ganz gut. - beruhigte ihn Romy und nahm noch einen Schluck. Zoey räusperte sich und Jason drehte sich zu ihr um.
-Was gibt's? - fragte er sie und Romy verschluckte sich an seinem Cocktail, als sie Zoey wütendes Gesicht sah.
-Ich wollte dich fragen, ob du dich an unseren Tisch setzen möchtest. - sagte Zoey und zauberte ein Lächeln auf ihr Gesicht. Erwartungsvoll wartete Romy auf seine Antwort.-Nein danke. - lehnte Jason ab und drehte sich wieder zur Romy. - Als nächstes bringe ich dir den 'Sex on the Beach' - sagte er zu Romy, ohne Zoey weiterhin zu beachten, die giftige Blick in seinen Rücken schoss. - Der wird dir sicherlich schmecken. - fuhr er weiter fort, ganz auf sie fixiert. Zoey warf Romy noch einen vernichtenden Blick zu und machte kehrt, um sich auf die Couch auf der anderen Seite des Raumes zu setzten. Romy konnte ihr siegessicheres Lächeln nicht verkneifen.

Fortsetzung folgt ...







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