Wenn das Herz sein Schweigen bricht

Autor: Allegra
veröffentlicht am: 18.10.2009




Kapitel 14

Nach diesem Vorfall war der Schlaf ganz aus Romys K?rper gewichen. Sie ging in ihrem Zimmer auf und ab und die schlimmsten Gedanken ?berfielen sie. In ihrem Kopf h?mmerte es und ein steckender Schmerz durchzog ihren K?rper. Sie dachte an Jason und ihr wurde schwindlig. Sie lie? sich auf ihr Bett nieder und vergrub ihr Gesicht in den H?nden. Tr?nen der Angst und Hilflosigkeit rannten ?ber ihr Gesicht.
Als Carmen um 03:00 Uhr morgens nach Hause kam, ging sie noch mal ins Zimmer ihrer Tochter um ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss zu geben. Sie fand Romy zusammengekauert und weinend auf ihrem Bett vor.
-Schatz. - sie st?rmte auf Romy zu. - Was ist los? - fragte sie voller Sorge und kniete vor dem Bett nieder. Sie zog Romys H?nde vor deren Gesicht weg. Doch Romy schluchzte nur. - Tut dir was weh? - fragte Carmen. Romy sch?ttelte nur mit dem Kopf. -Hast du dich mit Stella gestritten? - bohrte sie weiter nach, doch erneut ein Kopfsch?tteln. - Mit Jason? - fragte sie weiter.
-Nein. - antwortete Romy weinend.
-Was ist denn los? - fragte Carmen, die den Tr?nen auch ganz nah war. Erneut brach Romy in Tr?nen aus. Carmen setzte sich auf das Bett und streichelte sanft ?ber Romys Haar. Ihre Ber?hrung und ihr Duft beruhigten Romy schlie?lich. Sie setzte sich neben ihre Mutter und wusch ihr Gesicht mit dem Handr?cken trocken.
-Ich mache mir Sorgen. - gestand sie ihrer Mutter und spielte mit dem Saum ihres T-Shirts. - Ich habe heute einen Krankenwagen vor dem Haus der Butlers gesehen und jetzt geht Jason auch nicht an sein Handy. - teilte sie ihrer Mutter ihre Sorge mit. Einen Augenblick sa?en sie schweigend nebeneinander. - Was, wenn ihm was Schlimmes zugesto?en ist? - frage sie Carmen und brach wieder in Tr?nen aus. Carmen dr?ckte sie an sich.
-An so etwas darfst du nicht mal denken. - ermahnte Carmen ihre Tochter. - Nur wenn ein Krankenwagen vor dem Haus steht, hei?t nicht sofort was Schlimmes. - erkl?rte Carmen. - Letztens hatten wir einen Einsatz in einer Wohnsiedlung in Manhattan. Da bekam eine alte Frau Hexenschuss w?hrend sie gebadet hatte und kam nicht mehr aus der Badewanne raus. Ihre Tochter machte sich Sorgen und hat den Krankenwagen gerufen. Sie haben dann die T?r zum Bad aufgebrochen und da sa? die Alte nackt in der Wanne. - erz?hlte Carmen und Romy musste schmunzeln. - Mein Kollege Derek ist nach diesem Vorfall nicht mehr der Selbe. - f?gte Carmen hinzu. - Wenn er eine alte Frau sieht, l?uft er kreischend davon. - scherzte sie und Romy lachte auf. - Vielleicht geht es Jasons Mutter nicht so gut. Sie macht doch andauernd diese ungesunden Di?ten. - vermutete Carmen.
-Ich rufe ihn einfach morgen fr?h noch mal an. - schlug Romy vor und Carmen stimmte ihr zu.
-Und jetzt schlaf. - sagte Carmen und half Romy unter die Decke zu klettern. Romy zog die Decke bis zum Kinn. - Gute Nacht. - w?nschte Carmen und k?sste Romy auf die Stirn.-Gute Nacht Mum. - gab Romy zur?ck und schloss ihre Augen. Nach dem Gespr?ch mit ihrer Mutter f?hlte sie sich besser, doch sie Sorgen waren immer noch da.

Am n?chsten Tag war Romy bereits um 08:00 Uhr wach. Sie wollte gleich Jason anrufen, doch ?berlegte es sich anders. Es war doch noch zu fr?h f?r Anrufe.
In der K?che machte sie sich Cornflakes, doch sie bekam sie nicht runter. Nach 10min?tigem Rumstochern kippte sie das Essen in den Ausguss und blieb mit ihren Gedanken am Tisch sitzen. Ungeduldig trommelte sie mit den Fingern auf der Holzplatte des K?chentisches. Das Klingeln des Telefons lie? sie aufspringen. Sie schaute auf die Uhr. Es war kurz nach neu. Ein bisschen fr?h f?r Anrufe, dachte sie voller Panik.
-Hallo. - sagte sie unsicher in den H?rer, als sie abgenommen hatte.
-Hi Schatz. - h?rte sie die Stimme ihrer Mutter. Sie atmete erleichtert durch.
-Hi Mum. - gr??te sie zur?ck.
-Na, hast du dich wieder eingekriegt? - fragte sie.
-So einiger Ma?en. - gab Romy zu.
-Ich wollte dir nur mitteilen, dass ich heute zum Mittagessen nicht nach Hause kommen kann. - sagte Carmen. - Hier im Krankenhaus ist die H?lle los. Kannst du bitte heute etwas Einkaufen. Ich bin gegen 16:00 Uhr Zuhause. - teilte Carmen ihr mit.
-In Ordnung. Dann mache ich was. - schlug Romy ihr vor.
-Das ist lieb. - sagte Carmen dazu. - Ich muss los. Bis sp?ter. - verabschiedete sie sich und legte auf. Romy legte ebenfalls auf und dr?ckte das Telefon erleichtert an sich. Das erneute Klingeln lie? aufschrecken.
-Hast du was vergessen? - sagte sie in den H?rer in der Annahme, es sei Carmen.
-Hallo Romy. - h?rte sie Jasons Stimme und ihr Herz raste erneut.
-Ist alles in Ordnung bei dir? - fragte sie voller Panik.
-Ja. - entgegnete er. - Ich bin gerade im Camp angekommen. - teilte er ihr mit. -Warum fragst du? - fragte er dann.
-Gestern stand ein Krankenwagen vor euerem Haus. - sagte sie dann.
-Meine Mutter. - sagte Jason. - Sie hat so eine Null-Kallorien-Di?t gemacht. Sie ist ihr nicht bekommen und sie ist in Ohnmacht gefallen. - erkl?rte er ihr und Romy fiel ein Stein vom Herzen.
-Ich dachte schon, es sei bei euch was Schlimmes passiert. - verriet sie ihm und sie h?rte ihn l?cheln.
-Nein, falscher Alarm. - sagte er nur. - Wie geht es dir? - fragte er.
-Gut. - sagte sie und lie? sich auf einen K?chenstuhl fallen. - Wie ist das Camp? - fragte sie.-In Ordnung. Ich bin als einer der Ersten hier, also darf ich auch mein Zimmer aussuchen. - teilte er ihr mit.
-Super. - sagte sie blo? dazu. Nat?rlich interessierte es sie nicht, dass er als Erster im Camp war, doch sie war wahnsinnig froh seine Stimme zu h?ren und ihn in Sicherheit zu wissen. -Was machst du gerade? - fragte sie.
-Ich liege auf meinem Bett und denke an dich. - teilte er ihr mit und sie l?chelte verlegen. - Ich vermisse dich. - sagte er voller Sehnsucht in der Stimme.
-Ich vermisse dich auch. - gab sie zur?ck.
-Okay, ich muss dann auflegen. - sagte er schnell.
-Mister Butler, Handys sind hier strengst verboten. - h?rte Romy eine weibliche Stimme im Hintergrund.
-Ich melde mich dann Morgen wieder. - sagte Jason zum Abschied und legte auf, ohne auf Romys Antwort zu warten. Etwas verwundert legte Romy ebenfalls auf. Eine Frau in einem Footballcamp? - dachte Romy ?berrascht. Vielleicht so eine Art Krankenschwester, beantwortete sie sich selbst die Frage. Aber, dass sie dort keine Handy haben d?rfen, ist ein wenig ?bertrieben, kam ihr der Gedanke, den sie sofort verjagte. Sie war froh, dass Jason in Sicherheit war.
Ihr Gem?t war nun ruhig und ausgewogen, die auch jeden Tag. Vor sich her singend zog sie sich an und machte sich auf dem Weg zum Einkaufen.

Sie stand im Gang f?r Fertigprodukte. Leider hatte sie die Eigenschaft, nicht kochen zu k?nnen, von ihrer Mutter ?bernommen. Bei den Duke-Frauen gab es immer Mikrowellengerichte. Sie entschied sich f?r Ravioli mit Tomatenso?e. Auf der Verpackung sah es zumindest essbar aus. Sie legte noch ein paar abgewogene ?pfel und 2 Tafel Schokolade in ihren Einkaufskorb. Als sie an der Kasse stand, fiel ihr auf, dass sie Milch vergessen hatte. Sie kehrte noch mal zum K?hlregal zur?ck und nahm eine Packung Milch. Als sie wieder auf dem Weg zur Kasse war, sah sie Jasons Mutter in dem Regal mit Reinigungsmittel stehen. Kurz ?berlegte sie, doch dann ging sie auf Mrs Butler zu.-Guten Tag. - begr??te Romy sie mit einem L?cheln.
-Hallo Romy. - sagte Mrs Butler zur?ck und l?chelte m?de zur?ck. Sie betrachtete Jasons Mutter einen Augenblick lang. Ihre Augen waren blutunterlaufen und sie sah viel ?lter aus, als Romy sie in Erinnerung hatte. Wahrscheinlich die Di?t, sagte Romy zu sich selbst. - Wie geht es dir? - fragte sie.
-Gut. - entgegnete Romy. - Wie geht es Ihnen? - wollte sie wissen.
-Mir geht es auch gut. - antwortete Jasons Mutter. - So fr?h schon hier? - sagte sie dann und Romy nickte nur. Sie wusste nicht so recht, wie sie Mrs Butler auf den Krankenwagen ansprechen sollte.
-Ich habe gestern Nacht den Krankenwagen vor ihrem Haus gesehen. - sie versuchte es direkt. Die Regung im Mrs Butlers Gesicht entging ihr nicht. Die Augen der Frau f?llten sich mit Tr?nen und sie schluchzte. - Geht es Ihnen noch nicht gut? - sagte Romy beunruhigt und schaute sich nach Hilfe um.
-Mir geht es gut. - wiederholte sie und wusch die Tr?nen weg.
-Na ja, mit den Di?ten ist es so eine Sache. - meinte Romy und Mrs Butler schaute sie nur fragend an.
-Was meinst du damit? - wollte sie von Romy wissen.
-Sie sind doch ohnm?chtig geworden und der Krankenwagen musste gerufen werden. - erkl?rte Romy ihr. Aber eigentlich m?sste Mrs Butler es doch selbst wissen.
-Ich wei? nicht, wer dir diesen Unsinn erz?hlt hat. - meinte Mrs Butler scharf. - Aber der Krankenwagen war nicht wegen mir da. - sagte sie und erneut wurden ihre Augen nass.-Was ist passiert? - fragte Romy und ihr Atem ging schnell.
-Jason. - war das Letzte, was Romy geh?rt hatte, als ihr vor Augen schwarz wurde und sie zwischen den ganzen Reinigungsmitteln in Ohnmacht fiel.

Sie schlug ihre Augen auf und sah das besorgte Gesicht ihrer Mutter vor sich.
-Was ist passiert? - fragte Romy und setzte sich auf. Sie befand sich in einer Art Aufenthaltsraum. In der Mitte stand ein Holztisch mit 6 St?hlen ringsum. Direkt gegen?ber stand eine K?chenzeile mit einem Kaffeeautomaten. Sie selbst lag auf einer roten Couch.-Du bist in Ohnmacht gefallen. - antwortete Carmen und strich ihr liebevoll ?bers Haar. - Du hast einen Schrecken eingejagt. - teilte sie ihrer Tochter mit.
-Sorry. - sagte Romy blo? reum?tig dazu. Sie brauchte einen Augenblick um sich die Erinnerung wieder ins Ged?chtnis zu holen. Sie hatte mit Jasons Mutter gesprochen und diese hatte ihr mitgeteilt, dass Jason im Krankenhaus war.
-Jason. - rief Romy und sprang auf. - Ich muss zu ihm. - teilte sie ihrer Mutter mit. Sie schaute sich um, doch Mrs. Butler war nicht mehr anwesend. - Mum, ich muss ganz schnell zu Jason. - sagte sie aufgeregt.
-Ganz ruhig mit den jungen Pferden. - beruhigte Carmen ihre Tochter und legte ihr die H?nde auf die Schultern.
-Mrs. Butler sagte mir, dass er im Krankenhaus ist. - teilte sie ihrer Mutter mit. - Wo ist sie? - fragte Romy.
-Mrs. Butler ist nach Hause gegangen. - sagte Carmen dazu.
-Wir m?ssen zu ihr. - bestand Romy und zog an der Hand ihrer Mutter. Auf dem Weg zum Ausgang h?tten sie beinahe den Filialenteiler von den F?ssen gefegt.
-Geht es Ihnen wieder besser? - schrie er Romy hinterher, doch sie h?rte nicht. Ein Pochen in den Ohren schirmte sie von der Au?enwelt ab. Sie h?rte ihren eigenen Atem und das Beben ihres Herzens. Sie hatte Angst.

Fortsetzung folgt ...







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