Warum? Teil 11

Autor: Dani
veröffentlicht am: 13.07.2007




Langsam lösten die beiden sich aus ihrer Umarmung und Mark drückte Anni den Schwangerschaftstest in die Hand: ' Na los, in 10 Minuten haben wir Gewissheit!'

Voller Angst was sie erwartete ging Anni ins Bad, um den Test zu machen. Nach kurzer Zeit kam sie wieder heraus und hielt den Streifen in der Hand. Sie setzte sich zu Mark auf das Sofa und beide warteten auf das Ergebnis.

Positiv. Über Marks Gesicht breitete sich ein strahlendes Lächeln aus, während Anni anfing zu weinen. Sie konnte und wollte sich nicht beruhigen. Mark versuchte sie zu trösten und versicherte ihr immer wieder, dass alles gut werden würde und das sie sich auf ihn verlassen könne, doch Anni war noch nicht bereit für ein Kind. Leider fand sie nie den Mut Mark das zu sagen. Er freute sich doch so, Vater zu werden.

Einige Monate später war schon ein Bauchansatz zu erkennen, und die sonst so schlanke Anni wirkte richtig gehend aufgebläht.
Sie hatte starke Beschwerden, wie Rückenschmerzen und Übelkeit. Sie verbrachte die meiste Zeit auf dem Sofa mit dicken Kissen und mehren Wärmflaschen, um die Qualen die sie litt, möglichst gering zu halten. Mark war so oft es ging bei ihr und auch Lilly und Stefan kamen häufig vorbei, um nach ihr zu sehen.

Doch Mark machte sich die aller größten Sorgen. Bei einer der vielen Untersuchungen hatte er erfahren, dass die Schwangerschaft von Anni große Komplikationen bereit hielt. Er wollte ihr nichts davon sagen, um sie nicht noch mehr zu beunruhigen.

Dann war es endlich soweit. Am Morgen half Mark seiner mittlerweile hochschwangeren Freundin in die Küche, um zu Frühstücken, als die Fruchtblase platze.
Wie der Wind eilte Mark mit Anni ins Krankenhaus, wo sie auch sogleich in den Kreissaal gebracht wurde. Die Wehen wurden immer stärker und Anni schrie und stöhnte vor Schmerzen.
`Ich halte das nicht mehr aus!!!!`, dachte sie, als eine neue Wehe und damit unerträgliche Schmerzen über sie hinein brach. Mark hielt die ganze Zeit Annis Hand, doch der Druck begann stetig nachzulassen. Anni verließen die Kräfte. Sie konnte weder pressen, noch reagierte sie auf irgendwelche Kommandos. Sie war völlig apathisch, gefangen in einer Welt von Schmerzen.

In Windeseile wurde der Kaiserschnitt vorbereitet, denn sonst würde das Baby im Geburtskanal ersticken.

Nach vielen Stunden war es endlich überstanden. Es war ein Mädchen geworden, dass kräftig und gesund das Licht der Welt erblickte.

Mark als stolzer Papa wollte mit seiner kleinen Tochter zu Anni, damit auch sie ihr Kind in die Arme schließen konnte. Mittlerweile sollte sie eigentlich aus der Narkose aufgewacht sein. Doch das war sie nicht. Sie würde nie mehr aufwachen. Während der Geburt haben die Schmerzen ihr jeglichen Lebenswillen genommen und so war ihr Körper nicht stark genug, um gegen die Strapazen etwas ausrichten zu können.

In der Nacht, als Anni ihren Mark zum glücklichsten Mann der Erde gemacht hatte, war sie gestorben. Mark hatte seine kleine Tochter nach ihrer Mutter benannt: AnnikaEr war am Boden zerstört. Warum hatte er Anni bloß zu dem Kind gedrängt? Er hatte doch gemerkt, dass sie noch nicht bereit war. Also warum?WARUM???


So, dass war nun diese Geschichte. Abschließend möchte ich noch sagen, dass das Grundgerüst dieser Liebesgeschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Sie erzählt die Geschichte meiner Mutter, meines Vaters und mir.







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