Du bist mein Leben

Autor: Allegra
veröffentlicht am: 15.08.2009




Kapitel 3

Wie Arthuro es auch gesagt hatte, erreichten sie mit dem Auto in 20 Minuten den Golden Club.
-Ich bin gleich wieder da. - sagte Betty und stieg aus dem Auto. Vor dem großen eisernen Tor blieb sie stehen. In der Wachhütte saß ein junger Mann. Betty ging lächelnd auf ihn zu.-Hi. - begrüßte sie ihn und er lächelte zurück. - Ich habe hier einige wichtige Dokumente für Mister Cooper. - log sie und zeigte ihm die Mappe in ihrer Hand. - Er muss sie unterschreiben. - sagte sie und lächelte wieder. - Es ist sehr wichtig. - verdeutlichte sie noch mal und klimperte flirtend mit den Wimpern.
-Okay. - sagte er und öffnete für sie das Tor. - Er ist auf Platz 4. - rief er ihr hinzu, als sie schon den breiten asphaltierten Weg zum Club hochschnellte. Für einen Augenblick war sie von dem großen weißen Gebäude, von den grünen Wiesen und von attraktiven reichen Menschen überwältigt. Doch dann rief sie sich wieder in Erinnerung warum sie hier war. An der Getränkebar fragte sie nach dem Weg zum Tennisplatz 4.
Da sah sie ihn schon. Er hatte eine weiße Shorts an und ein weißes T-Shirt. Er war groß und muskulös. Sie kam ins Schwärmen, doch fing sich schnell wieder, als sie an am Boden zerstörte Kate dachte.
-Mister Cooper. - rief sie nach ihm. Er drehte seinen Kopf zu ihr und ließ den Tennisschläger sinken.
-Ja. - sagte er und lächelte sie zuckersüß an. - Aber für solche Leckerchen wie du, einfach Mike. - fügte er hinzu.
-Sie sind ein eingebildetes blödes Arschgesicht. - sagte sie als sie vor ihm stand. Irritiert schaute er sie an. Sein Spielpartner, ein älterer Herr, lachte. - Meine Freundin hat Ihretwegen die ganze Nacht nicht geschlafen und gearbeitet. Ich wollte Ihnen nur sagen, dass sie eine gute Mitarbeiterin haben gehen lassen. - sie drehte sich zum Gehen um, doch dann fiel ihr die Mappe in ihrer Hand wieder ein. - Das wollte ich Ihnen noch geben. - sagte sie und warf ihm die Mappe ins Gesicht. Die Blätter fielen raus und blieben verstreut auf dem Tennisplatz liegen. Sie drehte sich auf ihren Hacken um und stolzierte davon.
-Was war denn das? - wollte Mikes Mitspieler wissen.
-Die kleine Dunkelhaarige. - rief er sich in Erinnerung. - Ich habe sie total vergessen. - meinte er nur dazu. - Ich bin so ein Idiot. - schimpfte er.
-Was ist denn los? - fragte der ältere Herr noch mal.
-Ich muss jetzt los. - sagte Mike. - Wir sehen uns heute zum Abendessen, Dad. - verabschiedete er sich, sammelte die Blätter ein und machte sich auf den Weg.

Der Wagen blieb mit quietschenden Reifen vor der Eingangstür von Ophelia zum Stehen. Mike stieg aus dem Auto.
-Sie dürfen hier nicht parken. - machte eine Politesse ihn auf seinen Verstoß aufmerksam.-Geben Sie den Strafzettel einfach in meinem Büro ab. - forderte er sie auf, ohne sie auch nur anzusehen. Missbilligt schaute sie ihm hinterher und stellte dann einen Strafzettel aus und klemmte diesen hinter den Scheibenwischer von Mikes Auto.
-Guten Morgen, Mister Cooper. - begrüßte Pete seinen Boss an der Eingangstür.
-Hi. - grüßte Mike bloß zurück und betrat die Einganghalle. Margerie saß wie üblich hinter der Theke und sprach aufgeregt in die Sprechmuschel
-Er ist heute vormittags nicht im Haus. - machte sie ihren Gesprächspartner klar. - Ich kann mir gerne Ihr Anliegen notieren und Mister Cooper ruft Sie zurück. - schlug sie vor. - Dann rufen Sie eben heute nachmittags noch mal an. - genervt verdrehte sie die Augen. - Ich habe Ihnen doch schon gesagt, dass er nicht da ist. - sagte sie in das Telefon. Mika nahm ihr das Telefon aus der Hand und legte auf. - Das war Dominic Silver. - sagte Margerie.
-Ich rufe ihn zurück. - sagte Mike bloß.
-Es gibt irgendwelche Probleme im Lager. - teilte Margerie ihm mit.
-Es gibt keine Probleme, die man nicht in den Griff bekommt. - entgegnete Mike.
-Warum sind Sie überhaupt hier? - fragte sie dann.
-Mein Gewissen hat mir heute einen Besuch abgestattet. - sagte er dazu. - Gestern war ja diese Brünette hier. - erklärte er Margerie und fuhr durch sein noch vom Duschen nasses Haar. - Hat sie eine Telefonnummer oder Adresse da gelassen? - fragte er.
-Sie hat den Bewerberfragebogen ausgefüllt. - antwortete Margerie und drehte sich zu dem Regal in ihrem Rücken um. Sie durchsuchte einige Fächer und fischte aus dem unteren Fach ein gelbes zerknülltes Papierblatt. Sie gab es an Mike weiter. Mike überflog es ganz schnell mit den Augen und blieb auf der Telefonnummer stehen. Er nahm Margeries Telefon und wählte die Nummer.
Doch sofort schaltete sich die Mailbox ein. Mike legte auf.
-Mist. - schimpfte er vor sich hin.
-Sie war heute Morgen hier. - verkündete Margerie.
-Ich weiß. - sagte er bloß dazu. - Hat sie etwas gesagt? Ob sie wiederkommt? - fragte er Margerie.
-Nein. Sie ist aus dem Gebäude gelaufen und weg war sie. - informierte Margerie und zuckte mit den Schultern. -Was gedenken Sie jetzt zu tun? - fragte sie.
-Weiß nicht. - meinte er und fuhr erneut durch sein blondes Haar.
-Warum fahren Sie nicht einfach zu ihr nach Hause? - erkundigte sich Margerie und nahm das Bewerberformular, was mit einer schönen geschwungenen Schrift ausgefüllt war in die Hände. - Es ist nicht weit von hier. - fügte sie hinzu.
-Weiß du was, mein Schatz. - sagte er zu ihr. - Das mache ich. - sagte er und nahm das Formular erneut an sich.
-Warten Sie. - stoppte sie ihn. Sie trat hinter der Theke hervor und rückte den Kragen seines weißen Hemdes zu Recht. - Wie sehen Sie denn aus? - murmelte sie vor sich hin. Sie beugte sich um die Theke und fischte aus einer Schublade in ihrem Tisch eine blaue Krawatte raus und band sie Mike um den Hals. - Viel besser. - sagte sie lächelnd.
-Was würde ich ohne dich bloß tun? - meinte Mike und küsste sie auf die bereits faltige Wange.
-Nichts. - sagte sie bloß selbstsicher. - Jetzt gehen Sie schon. - meinte sie nur zu ihm.-Bis später. - verabschiedete er sich und lief aus dem Gebäude. Margerie schaute ihm nur lächeln hinterher. Sie wusste es zu schätzen, dass er sie für unentbehrlich hielt. Sie schüttelte mit dem Kopf und setzte sich wieder an ihren Arbeitsplatz, den sie bereits seit mehr als 20 Jahren für sich beansprucht hielt.
Mike nahm den Strafzettel von seiner Windschutzscheibe und stopfte ihn zu den anderen in das Handschuhfach. Die Reifen qualmten als er auf das Gaspedal drückte und er fuhr mit rasender Geschwindigkeit davon.
Vor einem sehr heruntergekommenen Haus blieb er stehen. Er schaute noch mal auf das gelbe Formular in seiner Hand und verglich noch mal die Straße. Dann stieg er aus und schaute sich verloren um. Die Straße war wie leergefegt. Dann sah er einen jungen Mann aus der Haustür Nummer 10 rauskommen.
-Entschuldigen Sie bitte. - sprach Mike ihn an. Der Mann blieb stehen und schaute ihn fragend an. - Ich bin auf der Suche nach einer Katelyn Valenciano. - sagte Mike.-Kate? - fragte der Mann. - Da sind Sie hier schon richtig. - verkündete er. - Sie wohnt in dem Haus dahinter. - er zeigte auf die gegenüberliegende Straßenseite. - Im 3 Stock. - fügte er noch hinzu.
-Ich danke Ihnen. - bedankte sich Mike und überquerte die Straße. An einer mit blauer Farbe angestrichener Holztür blieb er stehen. Er schaute empor auf das aus rotem Backstein errichtete Gebäude. Es war nicht die Gegend, in der Mike sich gerne aufhielt, denn hier war die Kriminalitätsrate um die Hälfe höher als sonst irgendwo in Los Angeles.
Mike lief die Treppe hoch und las sich die Namen auf den Klingeln durch. Auf den Namen Valenciano/Saverino blieb er stehen und drückte auf die Klingel. Einige Sekunden passierte nichts, dann hörte er ein Summer und drückte gegen die Tür. Der Wände im Flur waren mit Graffiti beschmiert und das Geländer der hölzernen abgegriffenen Treppe sah auch sehr wackelig aus.
Er schluckte und lief die Treppe hoch in die 3. Etage. Dort stand bereits die rechte Tür offen. Er klopfte an.
-Komm schon rein. - hörte er eine Stimme aus dem Wohnungsinneren. Er stieß langsam die Tür auf und betrat die Wohnung. - Hast du schon wieder deinen Schlüssel vergessen, du … - hörte er eine Stimme näher kommen. Mitten im Satz stockte sie.
-Hallo. - begrüßte Mike sie mit einem zackhaften Lächeln.
-Was machen Sie denn hier? - fragte Kate feindselig und legte ihre Arme auf der Brust zusammen.
-Ich wollte mich bei dir entschuldigen. - sagte er. Er schaute sie an und musste schmunzeln. Sie hatte eine ausgeleierte Jogginghose an und dazu ein rotes T-Shirt. Ihr gelocktes Haar hatte sie zu einem unordentlichen Dutt auf dem Kopf zusammengebunden. Sie war nicht geschminkt, doch auch so war sie sehr hübsch.
-Das haben Sie nun getan und jetzt gehen Sie. - forderte sie ihn auf und trat einen Schritt auf ihn zu. Sie legte eine Hand auf seine Brust und stieß ihn aus der Tür. Sie war dabei die Tür zuschließen, doch Mike hatte seinen Fuß noch dazwischen stecken können.
-Ich habe mir deine Entwürfe angeschaut. - sagte er.
-Welche Entwürfe? - wunderte sie sich.
-Deine Schwester war heute bei mir gewesen. - machte er ihr klar.
-Ich habe keine Schwester. - sagte sie und drückte gegen die Tür.
-So eine Kleine, mit roten Haaren und ziemlich wilden grünen Augen. - beschrieb er die Frau, die ihm heute Kates Skizzen ins Gesicht geschleudert hatte.
-Betty? - wunderte sie sich auf der anderen Seite der Tür.
-Weiß ich nicht. - gab er zu. - Sie hat mir heute deine Entwürfe freundlicherweise in den Club gebracht. - erklärte er ihr. - Ich möchte mich sehr gerne bei dir entschuldigen und mit dir zusammen die Entwürfe noch mal durchgehen. - schlug er vor. Der Druck gegen die Tür ließ nach und Kate öffnete sie. Mike lächelte sie an.
-Okay. - meinte sie und ging bei Seite um ihn durchzulassen. - Kommen Sie rein. - forderte sie ihn auf.
-Danke. - sagte er dazu und betrat erneut die Wohnung. Er folgte Kate durch den Flur ins Wohnzimmer.
-Ich habe keine Gäste erwartete. - entschuldigte sie sich und räumte eine Decke und eine Chipstüte von der Couch runter. - Setzten Sie sich. - sie machte eine einladende Bewegung in Richtung Couch.
-Ich habe mich auch nicht angemeldet. - sagte Mike nur und schaute sich um. Das Wohnzimmer war recht klein. Neben der Couch bot es noch Platz für einen Couchtisch, einen Fernseher und ein Regal, was voll gestopft war mit Büchern und Dekorationssachen. Im Rücken hatte Mike noch eine offene Küche sehen können mit einem Tisch und zwei Stühlen.-Warum haben Sie denn nicht einfach angerufen? - fragte sie und holte Mike aus seinen Gedanken zurück.
-Ich habe es versucht, aber dein Handy war aus. - teilte er ihr mit.
-Oh. - bemerkte sie nur.
-Wie gesagt, es tut mir wahnsinnig leid, dass ich heute Morgen nicht da war. Ich hatte nur gedacht, dass du mit der Aufgabe, die ich dir gestellt habe, nicht klar kommst und habe mit dir erst in einigen Tagen gerechnet. - erklärte er ihr.
-Ich weiß, dass die Aufgabe, eine Kollektion nur in einer Nacht fertig zustellen, nicht zu meistern ist. - gab sie zu. - Aber ich habe mein Bestes gegeben, ich wollte Sie nicht enttäuschen. - fügte sie hinzu und schaute auf ihre Hände.
-Du hast mich nicht enttäuscht. - meinte er und schaute sie an. - Ich habe mir deine Entwürfe noch mal angeschaut. Sie sind nicht perfekt, aber die sind sehr frisch und das, was du in einer Nacht geschafft hast, dafür brauchen andere mehreren Wochen. - gestand er ihr und Kate lief rot an.
-Danke. - sagte sie bloß dazu. - Möchten Sie einen Kaffee? - bot sie ihn an.
-Nein. Ich wollte gleich frühstücken gehen. - sagte er und erhob sich. - Ich lade dich ein und wir können dabei auch deine Entwürfe noch mal ansehen. - schlug er ihr vor. Kate zögerte. Sollte sie ihm wirklich noch mal vertrauen? - Ich verspreche dir, dass ich dich dort auch nicht mit einer unbezahlten Rechnung sitzen lasse. - sagte er zu ihr und lächelte. Kate lächelte zurück.
-Ich brauche einige Minuten, um mich fertig zu machen. - meinte sie dazu.
-Ich warte einfach hier. - sagte er und setzte sich wieder. Kate lief in ihr Schlafzimmer.Sie war total aufgeregt und wusste nicht, wo sie anfangen sollte. Sie streifte ihre Klamotten ab und zog aus dem Schrank ein dunkelgrünes T-Shirt-Kleid aus. Sie zog es schnell an und betrachtete sich noch einmal im Spiegel. Das knielange Kleid schmeichelte ihrer Figur und der V-Ausschnitt machte ihr ein schönes Dekollete. Sie schlüpfte noch in weiße hochhackige Pumps und legte eine lange weiße Perlenkette um ihren Hals. Sie kämmte ihr Haar, ließ es aber offen. Ein bisschen Rouge auf die Wangen und Mascara auf die Wimpern und schon war sie fertig.
Als die Tür zu Kates Schlafzimmer wieder aufging, sprang Mike auf und war von ihrem Anblick fasziniert. Noch nie hatte er es erlebt, dass eine Frau nur 10 Minuten für Anziehen und Schminken gebraucht hatte und danach so wunderschön aussah, als wäre sie gerade von einem Laufstieg runtergekommen.
-Wir können los. - meinte sie verlegen und strich sich eine Strähne hinter das Ohr.
-Äh … ja. - stotterte Mike und öffnete für sie die Wohnungstür.
-Danke. - sagte sie und gemeinsam gingen sie die Treppe runter zu seinem Wagen.

Abends um 18:00 Uhr schwebte Kate durch die Wohnungstür. Sie hüpfte rum und warf ihre Arme in die Luft. Mit einem Kochlöffel in der Hand beobachtete Betty ihre vor Glück beflügelte Freundin. Kate tänzelte um den Tisch herum, legte ihre Hände auf Bettys Hüfte und drehte sich mit ihr im Kreis.
-Was hast du denn geschluckt? - fragte Betty lächelnd, als Kate sie losließ.
-Nichts, ich bin einfach nur so glücklich. - verkündete Kate. - Übrigens danke, dass du meinem Chef meine Entwürfe ins Gesicht geschleudert hast. - meinte Kate und lächelte.-Das wollte ich wirklich nicht. - erklärte Betty ganz schnell. - Aber dieses Arschloch hat es einfach … - sie hielt mitten im Satz inne. - Was? Dein Chef? - fragte sie irritiert. Kate nickte nur. - Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. - gab Betty zu und ließ sich auf den Stuhl fallen.-Nachdem du ihm einen Besuch im Golden Club abgestattet hast, ist er hierhin gekommen. - erklärte Kate. - Er hat sich bei mir entschuldigt und wir waren zusammen frühstücken und haben uns über meine Entwürfe unterhalten. - schwärmte sie und seufzte. - Dann waren wir bei Ophelia und er hat mit mein Büro gezeigt und mich rumgeführt. - sagte sie dazu und kicherte.
-Ist nicht dein Ernst? - aufgeregt sprang Betty auf.
-Doch. Ich bin eine Modedesignerin bei Ophelia. - sagte Kate und Betty fiel ihr um den Hals. Jetzt tänzelten sie umarmt durch die Wohnung.

Fortsetzung folgt ...







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