Gefährliche Leidenschaft

Autor: Elvira3
veröffentlicht am: 21.03.2010




Ein merkwürdiges Glitzern weckte mich aus meiner Traumwelt. Mühsam und träge stand ich auf. Jeder Knochen machte sich bemerkbar. Mein Körper schrie förmlich nach Erholung. 'Ein Bad würde mir gut tun.' verwöhnten mich meine Gedanken. Aber vorher musste ich wissen, was dort aus meiner Jackentasche glitzerte. Als ich hineinschaute, erkannte ich den Ring. Nach all den Tagen, hatte ich ihn ganz vergessen gehabt. Ich zog ihn raus und wollte ihn mir genauer anschauen, als ich ein Klopfen an der Tür vernahm. Rasch steckte ich ihn zurück und lächelte unschuldig, als Kristian misstrauisch hereinkam.
'Guten morgen, ausgeschlafen?'
'Bist du bereit zum lernen?' Er überging einfach meine Frage.
'Ich habe doch gesagt, heute mache ich eine Pause.'
'Nach einem Tag? Was habe ich mir da nur angeeignet.' Kristian schlug sich Theatralisch auf die Stirn.
'Sag mal, werd hier ja nicht frech. Schließlich hast du mich entführt. Ich bin nicht freiwillig hier, wenn ich dich daran erinnern muss Mr. Supervampir.'
'Halt dein süßes Sabbelchen und zieh dich an. In 12min will ich dich unten sehen!'
'Ist das jetzt eine Rache, wegen dem Spitznamen? 12min. Lächerlich.'
'Jetzt sind es nur noch 10 Min. Grummel nicht so vor dich hin du kleines Monster. Ich warte in meiner Bibliothek. Das ist gegenüber des Ruhezimmers. Du weißt wo der sich befindet. Ich warte vor der Tür.'
Erst als ich ihn weggehen hörte, zog ich meine Sachen aus. Ich stieg in die Dusche, ein heißes, wohltuendes Bad dürfte ich mir erst mal nicht gönnen. Ich wusch mich schnell. Im Düsentempo band ich mein angefeuchtetes Haar nach hinten und zog mir eine kurze Hose und ein rotes T-shirt an. Dann suchte ich nach meinen Teddy-Bär Pantoffel und zog sie über meine kalten Füße. Nicht mal einen Blick in den Spiegel konnte ich werfen, so schnell verging die Zeit und Kristian die Nervensäge stand in der Tür.
'Du kennst wohl keine Pünktlichkeit.'
'Oh neeeeeein. Ich bin…-warte…. drei Minuten zu spät dran. Was machen wir jetzt bloooß? Wirst du mich jetzt zu Tode aussaugen?' fragte ich ihn gespielt ängstlich.
'Hm…ich armes Schwein. Und da sagt mir mal einer Frauen können angenehm sein.
Könntest du mal ein bisschen Erwachsener sein? Für ein paar Minuten?'
'Tsss….das muss ich mir nicht von einem Macho- Blutsauger bieten lassen.' Ich ging an ihm vorbei und bemerkte noch den aufbrausenden Blick von Kristian.
'Ich möchte nicht mit Vampiren verglichen werden! Du weißt nicht, was dass für Kreaturen sind.'
'Hey, ich habe viele Vampirfilme gesehen!'
'Dummerchen! Jetzt lass uns zur Bibliothek. Herr Butler wartet. Weil die Misses ja Stunden zum richten braucht.' zog er mich auf.
'Es waren 13min mein Lieber. Ach, es gibt also tatsächlich Morgenmuffeln unter Vampiren.' konterte ich.
'Alter Schwede!'

'Sie erscheinen ja auch noch Miss McCan. Und ach Herr Minage, sie sind ja ganz rot! Sie sollen sich doch nicht überanstrengen!'
'Lass gut sein Max! nicht etwas sondern jemand überanstrengt mich.'
So heißt Herr Butler also mit Vornamen. Ich hatte mir schon den Kopf zermalmt wie so ein Diener wohl heißen könnte. Und dann kommt Kristian mit Max. Aber wirklich passend!'Wird das jetzt ein Hobby von dir mich zu mobben?' fragte ich Kristian argwöhnisch.'Wer benutzt denn heutzutage noch das Wort 'mobben.'?' Kristian lächelte spitzbübisch.'Na ich bin wenigstens auf den neuesten Punkt nicht wie andere vor sich hin triefende Männer die keine Hobbys haben anstatt wehrlose Mädchen zu entführen und ihnen Vampirgeschichten aufzuerlegen!'
'Sie wird sauer. Und das ganz schön schnell.' flüsterte Max Kristian zu.
'Ich kann euch laut und deutlich hören! Ich bin schließlich nicht taub! Also fangen wir jetzt an? Ich habe auch besseres zu tun als mich hier erniedrigen zu lassen.' Beide brachen in schallendes Gelächter aus. Ich hätte sauer oder wütend sein können, aber das Lachen klang alles andere als böse gemeint. Das ließ mich in das Gelächter mit ein stimmen.

'Also. Kommen wir auf den Punkt. Alte oder machtvolle Vampire können sich in strahlender Hitze und Sonnenschein unter das Menschenvolk mischen. Schwache und gerade neu transformierte Vampire würden in der Sonne, generell am Tag erstarren und wären somit leichte Beute. Aber man kann sie nur töten, indem man ihnen ihren hübschen Kopf abschlägt mit was auch immer und diesen und den gehörenden Körper dazu verbrennt. Und Holzpflock durch das Herz würde auch nur zu einer Lähmung führen. Und habe ich was vergessen? Ach ja… sie ernähren sich von Blut. Kein Tierblut, davon würden sie nicht überleben können. Sie sind schnell, stark und bla bla bla.'
'Na ja, du hast eine Menge in dein kleines Köpfchen reingekriegt. Morgen geht es weiter mit Theorie. War das nicht alles interessant?'
'Und langweilig.' Ich hatte es nicht laut ausgesprochen. Nicht nur der warnende Blick von Kristian hielt mich auf, sondern das glückliche Gesicht von Max- äh Herr Butler. Er schien sichtlich erfreut auch noch mit anderen Menschen außer Kristian Konversation führen zu können. Das wollte ich ihm nicht verderben. Deshalb nickte ich und setzte ein falsches Grinsen auf. Herr Butler stand auf und verabschiedete sich von mir. Ich schaute ihm hinterher und schmunzelte. Er war nicht so ein Diener, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Diese die Zurückhaltend, ruhig, kalt und höflich waren. Er war das genaue Gegenteil. Er schien mehr zur Familie zu gehören. Nur das einzige was ihn vollkommen zu dieser Familie vereint hätte, wollte er nicht abstreifen. Er besaß immer noch die Höflichkeit Kristian beim Nachnamen zu nennen.
'Wie lange kennt ihr euch schon?'
'Meinst du Max? Ich habe geholfen ihn auf die Welt zu bringen.'
'Niemals! Er ist ungefähr 60 und du bist bestimmt erst Anfang 30!'
Erlaubte er sich etwa einen Spaß mit mir? Er zuckte die Schultern.
' Ich hatte seine Mutter damals vor einem Vampirangriff gerettet. Als ich sie zu mir nahm, wusste ich nicht das sie schwanger war. Sie blieb generell dünn und schwoll nicht an und ich war auch ziemlich beschäftigt, aber eines Tages kam der kleine zu Welt. Bei der Geburt stand ich der zierlichen Frau bei. Sie starb im gleichen Augenblick, an dem Max die Augen aufschlug.'
Er schaute mich wieder an. Wieder brannte sich in mir die heiße Frage ein, ob er ein Untoter war. Doch würde er dann seinesgleichen vernichten wollen?
'Kristian. Ich verstehe nicht ganz. Ich verstehe diesen ganzen…Zusammenhang nicht. Ihr erzählt mir von Vampiren, wie ich sie umbringen kann und das ich deine Hilfe brauche um zu überleben. Aber ihr sagt mir nicht, was ich bin. Und besonders was du bist! Ich möchte…irgendeinen Punkt haben an dem ich mich festhalten kann. Warum wolltest du mich umbringen? Und warum bin ich in Gefahr? Und was ist das mit der Legende? Ich möchte ein paar Antworten! Und zwar sofort!'
'Hmm, warum musst du so neugierig sein?'
'Kristian. Ich bin jetzt gerade nicht auf den Spaßfaktor. Es geht hier um mein Leben, meine Zukunft. Ich möchte einfach wissen was hier los ist. Wo ich stehe. Ich habe gestern….ein Mädchen wurde verletzt! Es waren bestimmt diese Kreaturen. Ich möchte wissen ob ich etwas dagegen tun kann. Und wissen wo du gestern warst! Dein Hemd war blutbefleckt. Also schieß los oder ich bin weg, noch bevor du irgendetwas mitbekommst!'
'Wuuuh, beruhige dich. Du bist ja schneller auf 180 als irgendeine Frau die ich kenne! Also gut. Lass uns heute Abend drüber reden. Ich muss jetzt noch einige Sachen erledigen- Geschäfte machen. Wir treffen uns in einer Stunde in meinem Büro. Marionette wird dir zeigen wo der sich befindet. Also schenk mir noch ein Lächeln bevor ich gehe. Aua.' Er rieb sich an der Stelle, an der mein Hausschuh ihn getroffen hatte.
'Echt lebensgefährliche Sache hier. Ich geh ja schon!' Im hinausgehen brummelte Kristian noch Sätze vor sich hin. 'Werde mit einem Teddy Bär Hausschuh bedroht. Was für ein Dank. Frauen!!!'
Erschöpft fiel ich in einen Sessel. Ich hörte die Tür in sein Schloss fallen. Was waren Männer für arrogante Wesen, mit denen sich Frauen rumschlagen mussten! Ich zog meine Knie gegen meine Brust und legte mein Kinn auf die Knie. Das beruhigte mich einigermaßen. Ich schaute mich um und war überrascht was für eine Vielzahl von Bücher in einem einzigen Raum untergebracht werden konnten. Ich stand auf und schaute mir die Überschriften an. Beglückt stellte ich fest, dass die meisten noch alte Exemplare darstellten. Ein fröhliches glucksen entstieg meiner Kehle. Bücher! Wie ich sie vermisst hatte! Die Welt in die ich mich sehnte. Ich strich vorsichtig über die Ränder. Traurig stellte ich fest wie verstaubt und vernachlässigt die Bücher wurden. Ein Buch drängte sich besonders in meinen Blickfeld. Es war schwarz mit roten Schnörkeln die an dem unteren Ende zu einer rot- blühenden Rose gedieh. Ich nahm es in die Hand und pustete den Staub von der Außenseite. Überraschend schwer das Buch, wie ich erstaunt feststellte. Als ich mir den Gegenstand genauer anschaute, erweckte es in mir ein Interesse. Mit dunkelroter Schrift stand drauf:

'Die erlösende Legende der schwarzen Schattenträger'

Glückstreffer. Ob es das war für das ich es hielt? Ich hatte immer gedacht, das man nur in Filmen die gesuchten Objekte sofort fand. Ich blätterte die ersten Seiten durch. Alle Sätze kamen mir so vertraut vor. Ich überflog den Text. Ein Satz stieß förmlich heraus. Als ich ihn mir genauer durchlas verkrampften sich meine Finger um das Buch. Immer und immer wieder las ich ihn mir durch und konnte mir keinen reim daraus machen. Und doch überkam mich Gänsehaut.

'Das Schattenträgerhaupt wird eine Entscheidung treffen und somit ihr Schicksal besiegeln. In die ewige Verdammnis.'







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