Gefährliche Leidenschaft

Autor: Elvira3
veröffentlicht am: 05.02.2010




Ich atmete wieder ein und blinzelte hektisch. Der Tod war nicht so grausam, wenn man bedachte, dass das Letzte was du siehst ein gut aussehender Mann ist. Also es gab wirklich schlimmeres. Aber ich muss ehrlich beschämt zu geben, dass das eiskalte Lachen was ich vernommen hatte, nicht von ihm gekommen ist, sondern ein Hirngespenst meiner lebhaften Fantasie war. So verschlimmerte meine Fantasie meine Lage. Denn er tat nichts außer mich an zu schauen. Und ich reimte mir dabei die schlimmsten Qualen zusammen. Meine Gefühle schwirrten wie tausende Insekten um mich rum. Angst, Trauer, Wut, Ahnungslosigkeit, Schmerz. Der Unbekannte Schönling schaute mich an und zog dann seine Nase kraus. Ich stellte mir schon vor, wie er seinen Zeigefinger und seinen Daumen benutzte, um seine Nase zu zuhalten.
'Also das ist ja empörend, willst du mir unterstellen das ich stinke?' Ich wusste nicht was in mir gefahren war. Die letzten Minuten meines Lebens vergeudete ich damit, meine Hygiene zu verteidigen. Doch ich konnte nicht widerstehen meine Augen zu schlitzen einzuengen und ihn an zu schauen als hätte er gerade Gott persönlich verflucht. Auch er schaute mich an, doch wie ich unbehaglich bemerkte ohne ein Gefühl.
'Wie kann das möglich sein?' Gänsehaut bedeckte meine Haut als ich die honigsüße und gleichzeitig raue und männliche Stimme vernahm. Sie klang so gefährlich, wie die Person die mir gegenüber stand. Ich schaute ihn an, bis mich das gehörte traf. 'Was meinte er denn jetzt auf einmal ?' fragte ich mich. Ich hob fragend die Augenbrauen, nicht dazu imstande etwas zu sagen. Er schaute mich unverwandt an. Dann, schneller als ein Blitz, hatte er mit seiner Hand mein Haargummi aus dem Haar gerissen. 'Ich habe es nicht mal gespürt' hörte ich mich denken.
'Offene Haare stehen dir sehr gut.' sagte er. Doch er lächelte weder noch sah er freundlich aus. 'vielleicht wieder ein Hirngespenst?' fragte ich mich. Er schaute auf mein Haar. Ich hatte mich nicht unter Kontrolle, ich konnte einfach keine richtigen Gedanken in der Nähe dieses Mannes fassen. Ich fühlte Verzweiflung in mir aufkommen. 'Ich war die Ruhe in Person, was stimmte auf einmal nicht mehr mit mir?'
'Würdest du gütiger weise aufhören meine Kehle zu zerdrücken?' verlangte ich. Obwohl sein Griff sich gelockert hatte, war es dennoch unangenehm beängstigend.
'Hör auf damit.'
'Womit?' fragte ich nach einiger Zeit.
'Einen Fluchtweg zu suchen, du würdest mir sowieso nicht entkommen. Ich würde es nicht zu lassen. Ich muss erst mal herausfinden was es mit dir auf sich hat.'
'Sonst was?' fragte ich heraus und bereute es sofort. Ich wollte die Konsequenzen gar nicht hören. Auf Kommando lächelte er und zeigte dabei strahlend weiße Zähne. Ein Schauer jagte durch meinen Körper. 'Wie verdammt, konnte ein Körper so viel Kälte nur durch ein Lächeln zustande bringen?' fragte ich mich gequält.
'Willst du das wirklich wissen? Ich glaube du würdest mir auch so brav folgen, denn ich rieche deine Angst beinahe. Und glaub mir, ich habe schon so einige grausamen Taten vollbracht, wieso sollte ich jetzt zögern?' Seine Stimme wurde immer leiser und klang damit gefährlicher. Jetzt drohte er mich noch, mein Tag war hinüber. Endlich ließ seine Hand von meinem Hals ab, die er mir nun reichte . Doch er konnte nicht voraus sehen, was als nächstes passierte. Während er seine lange Rede gehalten hatte, hatte ich meine ganze Kraft aufgebaut. Und nun trat ich mit all der gesammelten Kraft in seine Männlichkeit. Seine Augen traten beinahe aus seinen Augenhöhlen, so überrascht war er. Es entlockte mir ein Lächeln. Er krümmte sich auf den Boden. Und bevor ich um mein Leben rannte beugte ich mich über ihn und flüsterte mit meiner freundlichsten Stimme die ich aufbieten konnte.
'Süßer, nächstes mal keine lange Rede sondern bewegen.' Damit rannte ich. Ich wusste nicht, woher ich den Mut aufgebaut hatte, ihn lächerlich zu machen. Ich wusste nicht mal woher diese Worte kamen. Aber das war nun egal. Mit jedem Schritt wurde mein Herz schwerer. 'Dabei bin ich doch entkommen, das ist doch gut- oder etwa nicht?'

Ich lag ausgestreckt auf meinem Bett. Mein Wecker klingelte und riss mich aus dem Schlaf. Es dauerte eine Weile, bis mir meine Begegnung mit dem Schönling wieder einfiel. Mit Kopfschmerzen begab ich mich in meine Küche und machte mir einen Tee. 'Hm Apfel Tee mit Zimt.' Der Geruch kitzelte meine Nase. Ich ging zurück in mein Schlafzimmer und machte das Bett. Das Buch das ich angefangen hatte, legte ich auf meinen Schminktisch. Dann holte ich den nun fertigen Tee und trank ihn, während mir die Sonnenstrahlen entgegen schienen. Die hälfte des Schnees ist zu Wasser geworden. Ich freute mich schon auf den Frühling. Auf die Viel Pracht der Blumen. 'Hmmmmm.' Ich schlich mich in mein Badezimmer und zog mich aus. Dann stieg ich in meine Dusche und wusch mich ausgiebig. Das heiße Wasser brannte auf meiner Haut und fühlte sich so leicht und schön an. Nachdem ich nach der Dusche meine Zähne geputzt und mich hergerichtet hatte, zeigte mir der Wecker das ich nicht mehr viel Zeit besaß. Ich studierte tagsüber und abends arbeitete ich als Aushilfe in einem kleinen Laden in der Innenstadt. Ich verdiente nicht außerordentlich viel Geld, doch es reichte zum überleben. Ich lebte in einem kleinen Haus in einem Dorf. Das Haus hatte meiner Mutter gehört. Nun gehörte es mir. Es war nicht so groß wie eine Villa, aber es war gemütlich hergerichtet. Meine Mutter hatte immer guten Geschmack bewiesen. Das hätte sie auch weiterhin wenn nicht…… . Ich wollte nicht mal dran denken, zu schrecklich war der Gedanke. Ich schluckte. 'Nie würde ich das Gesicht vergessen, das mein wunderschönes Leben zerstört hatte.' dachte ich bitter. Ich schüttelte meine trüben Gedanken ab und sah wieder in den Spiegel.
'Offene Haare stehen dir sehr gut.' Das in den Spiegel blickende Gesicht schaute verwirrt drein. Und dann leuchtete es ihr. Der Fremde hatte es zu ihr gesagt. 'Er hat recht.' dachte ich mir auf einmal. Ich hatte nie etwas mit meinen Haaren anfangen können, aber sie sahen echt nicht so schlecht aus, wie ich immer dachte. Eine Falte bildete sich zwischen meiner Stirn. Wütend über meine Schwäche, zog ich ein schwarzes Haargummi heraus und band mir einen streng gekämmten Pferdeschwanz. Ich überprüfte mein Profil und war zufrieden. Eine Jeans und ein schwarzen Rollpullover, hatte ich ausgesucht. Dazu schwarze Stiefeletten. Ich griff nach einem Daunenmantel. Als ich gerade die Türklinke in meiner Hand spürte, klingelte es. Vor Furcht zitternd blieb ich erstarrt stehen. 'Was wenn es dieser Verrückte ist?' dachte ich verzweifelt. 'Quatsch,' sage ich laut. 'Der weiß gar nicht wo du wohnst.' Ich schaute durch den Spion meiner Tür und sah in die Blauen Augen von Carolin. Ich öffnete vorsichtig die Tür. Ich konnte sehr nachtragend sein, aber wie gesagt, ihr konnte ich nicht lange sauer sein. Bevor ich die Tür ganz öffnen konnte, umschlang sie mich mit ihren Armen. Doch sie ließ mich gleich wieder los.
'Rosalia.' flüsterte sie.
Ich schaute sie an und nahm sie endgültig in den Arm. Sie zitterte und ich spürte wie glücklich sie war, das ich ihr verzog. Als wir uns endlich gelöst hatten sagte sie.
'Es tut mir so leid. Ich versuche dich die ganze Zeit zu erreichen, aber du gehst
selbstverständlich nicht an dein Telefon. Ich habe mir so Sorgen gemacht, ich hätte dir gestern nicht so auf die Pelle rücken sollen. Ich hätte……..'
'Carolin, beruhig dich doch endlich. Was ist eigentlich zurzeit mir dir los? So kenne ich dich gar nicht. Du bist zurzeit so in Hektik.'
Sie lächelte. 'Wir haben uns beide verändert.'
Ich erstarrte, das Lächeln von ihr war genauso kalt wie….. . 'Zurzeit benahmen sich aber alle etwas verrückt.' dachte ich.
'Musst du nicht studieren?' Fragte mich Carolin auf ihre Armbanduhr blickend. 'Du bist nämlich echt sehr spät dran.'
'Oh verdammt.'
Carolin zeigte auf ihr Auto und bot mir an, mich hin zu bringen. 'Es hatten mir doch alle gesagt. Ein Führerschein bringt nichts ohne Auto.' dachte ich bissig.
Der Tag war echt schrecklich geworden. Nicht nur, das mein Lehrer mich vor der Klasse blamiert und damit ein immer schlimmer werdendes Wortgefecht mit mir geführt hatte. Er hatte auch vorgehabt mir mehr Hausaufgaben auf zu bürden. Weil ich meine Meinung geäußert und mir nicht alles gefallen lassen habe. Nein, ich bekam auch den Fremden nicht aus dem Kopf. Völlig genervt habe ich anschließend meinen Bus verpasst und musste eine Stunde warten. Zu Hause hatte ich noch den ganzen Nachmittag mit büffeln verbracht und anschließend musste ich mich für meine Arbeit fertig machen. Auf der arbeit bin ich fast durch gedreht. Ich hatte so wenig zu tun, das ich umso mehr Zeit hatte zum Nachdenken. Und Nachdenken war das Letzte, was ich tun wollte. So rannte ich hin und her wie ein aufgescheuchtes Huhn und wäre beinahe gegen meine Chefin gerannt.
'Haben Sie ein Flugzeug in ihrem hübschen Hintern?' fragte sie mich belustigt.'Tschuldigung.' Nuschelte ich. Ich setzte mich auf einen Stuhl und wartete auf Kundschaft. Ungewollt trippelten meine Finger auf der Theke. So vergingen die letzten Stunden. Froh endlich Arbeitsschluss zu haben, ging ich nach Hause. Erschöpft und ausgelaugt hatte ich mich ausgezogen und mich gewaschen. Dann hatte ich mich hin gelegt und schlief sofort ein. Träume nebelten meinen Verstand ein. Ich spürte die Anwesenheit von ihm. Kristian.Der Wecker klingelte mich wach. Ich richtete mich augenblicklich auf und saß kerzengerade da. Schweißüberströmt. Ich hatte deutlich die Anwesenheit von ihm gespürt. 'Nur ein Traum.' beschwichtigte ich mich. Als mein Blick über den kleinen Tisch hinüberschweifte, wo meine Hand hinglitt um den Wecker aus zu stellen, war mir zum Schreien zumute. 'Nein, das kann nicht sein.' Ich blinzelte und rieb mir die Augen wach. Doch der gleiche Anblick bot sich mir wieder. Ich legte meine Hand auf den Gegenstand der mich so außer Fassung brachte. Doch ich fühlte es, es war kein Hirngespenst. Das Haargummi, was er mir in jener Nacht weggenommen hatte, lag nun auf meinem Tisch.


Er streifte durch die Gegend. Sie war düster. Genau richtig. Er war auf der Suche nach seinem nächsten Opfer. Sein Geruchssinn verbesserte sich und auch sein Sehvermögen. Keine Beute in seiner Nähe. Die Wand entlang verschmolz er mit der Nacht. Dabei dachte er an eine bestimmte Person. Ein zierliches, raffiniertes Mädchen. Sie hatte etwas in ihm bewegt. Und als er ihr in der Nacht einen Besuch ab gestattet hatte, flüsterte sie im Traum seinen Namen. Er war sehr verwundert gewesen, schockiert. Aber es gab schließlich mehrere Kristians. Nicht groß beeindruckt hatte er schließlich ihr Haargummi hinterlassen. Doch konnte er sich nicht überwinden, zu gehen. Sie sah so lieblich aus, wie sie schlief. Der Mondschein schien auf ihr kleinen ovales Gesicht. Ihr braunes Haar, welches sie zusammen gebunden getragen hatte, lag ihr sachte auf der Brust. Ihre mandelförmigen Augen geschlossen. Ihre Lippen leicht geöffnet. Ihre kleine Nase sah so schön aus. Alles passte an ihr. Sie war perfekt. Er ging zu ihr, nicht lauter als eine Ameise, und löste ihr Haargummi. Dann war er gegangen. Er würde bald zurück kehren.
Er hörte seine Opfer näher kommen. Zwei Männer. Ein Lächeln umspielte seine Lippen als er aus dem Schatten trat und den Männern die Wege versperrte.







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