Gefährliche Leidenschaft

Autor: Elvira3
veröffentlicht am: 27.02.2010




Ich brachte die letzten Kisten gerade in den Verstauraum, als meine Schicht endete. Zu dem Schluss gekommen, dass ich mein Haargummi selbst gedankenverloren auf den Tisch gelegt haben musste, bin ich zu der Universität gegangen und anschließend zur Tankstelle um meinen Job anzutreten. Doch meine Gedanken waren immer wieder und unweigerlich zu dem Fremden geschlichen. Kristian. 'Wie er wohl in echt hieß?' hatte ich mich die ganze Zeit gefragt. Ich konnte mir nicht vorstellen, das jemand so gefährliches nur Kristian hieß. Aber ich mochte den Namen. Er war so leicht. Ich wickelte mir gerade meinen Schal um den Hals, als die Schiebetür auf glitt. Ein junger Mann kam hinein. Ich lächelte ihn fröhlich an. 'Meine Schicht war zu Ende', flötete es in meinem Kopf. 'Wenn du jetzt noch rum springst wie ein Kleinkind, weil du guter Stimmung bist so kannst du überzeugt sein, dass du definitiv verrückt bist.' Doch auch die gemeine Stimme in meinem Kopf änderte nichts an meiner Stimmung. Ich war so gut gelaunt wie lange nicht mehr. Und dabei wusste ich nicht mal wieso. Wahrscheinlich weil der Frühling gerade begann. Oh wie ich es liebte wenn die ersten Blumen sprossen. Wenn die Sonne einen morgens begrüßte und die Luft nach frischen Rasen roch. Anfangs hatte ich mir vorgenommen gehabt, Carolin zu besuchen. Doch das war gescheitert als ich erfahren hatte, dass Carolin heute zu Besuch bei ihrer Oma war. Nette Frau. Stark und schön. Und wie schon Carolin, nahm auch ihre Großmutter kein Blatt vor den Mund. Ich schmunzelte. Ich kannte Carolins Familie so gut, dass sie mir manchmal selbst wie meine Familie vorkam. Gerade als ich vorhatte einen Taxifahrer auf mich aufmerksam zu machen, entschied ich mich dagegen. Ein Spaziergang kam mir nur Recht. Die Luft wehte um mich herum. Ich genoss es. Es würde ein weiter Weg werden, aber ich hatte Boots gegen Pumps ausgetauscht. Meine Beine fühlten sich kräftig und voller Leben an. Als ich jedoch schon einige Zeit ging und die Lampe zu flackern begann, wurde mir schon etwas mulmig zu Mute. 'Beruhige dich, du bist doch kein Kind mehr!' schalt ich mich. Doch das Gefühl wich nicht von meiner Seite. Es wurde immer dunkler und die Lampen standen immer weiter voneinander ab. Und plötzlich fing ein Kribbeln in meinem Nacken an sich auszubreiten. Das passierte in Fällen, in denen ich mich beobachtet fühlte. Und doch blieb ich ziemlich ruhig. Ich beschleunigte meinen Schritt, belehrte mich aber eines besseren. Wer auch immer mich verfolgte, sollte nicht bemerken dass ich ihn entlarvt hatte. Als die Straße wieder mehr Licht abbekam, stöhnte ich erleichtert auf. Und plötzlich roch ich etwas metallisches. Von dem Geruch auf eine abartigen Art angelockt, bog ich in eine andere Gasse. Ich hatte mein atmen eingestellt vor Angst. Die Gasse wurde enger und ich wusste nicht, welcher böse Teufel mich voran trieb. Und dann sah ich es, was mir das blut gefrieren ließ. Ich schlug meine d Hand vor den Mund um einen Schrei auf zu halten. Das erste was ich bemerkte war die riesige Blutlache. Doch das war nicht das einzige, was meine Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Die Ganzen Häuserwände waren voller Blut beschmiert. Doch wo waren die verletzten? Oder besser gesagt, der Täter? Und wieder begann das Kribbeln in meinem Nacken. Doch diesmal achtete ich nicht darauf. Stattdessen ging ich auf die Blutlache zu. Ich wollte nach den verletzten suchen, doch das getrocknetes Blut an den Wänden zeigte an, dass es etwas länger her war seid dem Geschehnis 'Es mussten zwei oder drei Männer angegriffen worden sein nach der Menge des Blutes.' Und noch eine Eigenart war, dass dieses Blut anders aussah. Irgendwie dunkel, fast schon schwarz. 'Schwarz wie der Tod' sagte mir eine Stimme. Ich konnte den Anblick nicht länger ertragen, doch schien es mir unmöglich den Blick abzuwenden. 'was glitzert denn dort so?' fragte ich mich. Meine Sinne schrien mir zu ich solle verschwinden. Aber nicht bevor ich wusste, was dort in der Ecke so bezaubernd aussah. Nun ging ich, ohne großen
Menschenverstand, darauf zu. Es war ein Ring, wie ich feststellte. Ich hob ihn auf und stellte angewidert fest, das Blut daran klebte. Ich wischte dieses ab und mir den Ring genauer unter die Lupe zu nehmen. 'Aber nicht hier.' dachte ich mir. Ich ließ ihn in die Tasche gleiten und überlegte wo die nächste Polizeistation war. So ging ich zurück um sogleich gegen etwas hartes zu stoßen. Irritiert hob ich meinen Blick und erstarrte.
'Was machst du hier?' kreischte ich, als ich den Fremden 'Kristian' sah.
Mich beschlich Angst. Ich war wieder alleine mit ihm. Beim ersten Treffen wollte er mich entführen. Doch ich hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also war er vermutlich sauer, weshalb er hier eine gute Chance hatte mich zu töten. 'Gott, nur die Ruhe bewahren Rosalia. Vielleicht kannst du ihn ablenken und ihm so noch mal entkommen.''Was machst du hier? Weißt du überhaupt was für gefährliche Wesen hier so lauern? Da kann nicht so ein zerbrechlicher Mensch wie du hier einfach herum spazieren.' Ein Fluch folgte und unterstrich damit seine Sätze. Mein Gott, was meinte er damit wieder. Schwärze umhüllte mich. 'verdammt, was ist los mit dir? Fällst du gleich in Ohnmacht.' Die Worte gaben keinen Sinn mehr. Ich hörte nur den Spott und die Besorgnis aus seiner Stimme. Ich stützte mich an einer Wand ab und stellte fest, das sich eine blutbefleckte Wand gegen meine Handinnenfläche rieb. Das gab den Ausschlag. Ich tauchte in ein dunkles Meer. Ich spürte nur noch starke Arme um meine Schulter. Und die Stimme in meinem Kopf, die mich tadelte. Einen Verrückten schutzlos in den Armen gefallen zu sein. Und dann nichts. Gähnende Leere.


'Mist, Kopfschmerzen!? Gott, was ist nur los?' Meine Augen ließen sich nicht öffnen. Und doch war ich wach. Kopfschmerzen hatten meinen Schlaf gestört. Gott was hatte ich nur gemacht, dass ich Presslufthammers in meinen Kopf spürte. Einzelne Erinnerungsfetzen fielen mir ein. Und dann war plötzlich alles da. Das war der Moment in dem ich ruckartig aufrecht saß und die Augen hektisch aufschlug. 'Warum liege ich im Bett?…war das alles ein Traum?' Tatsächlich lag ich auf dem Bett wie jeden Morgen. Doch irgendetwas war anders. Ich ließ meinen Blick durch das Zimmer schweifen und traf auf den Blick von ihm.
'Heilige Scheiße, das kann doch nur ein Traum sein!!!!!'
'ich sitze leibhaftig vor dir. Und äh…Guten Morgen.' Er lächelte unverschämt.
'Gott, verschwinde oder ich rufe die Polizei!'
'Du beschmutzt das Heiligtum.'
ich richtete mich auf und bemerkte mit Beklemmung, das ich halbnackt war. Röte stieg in mir auf und ich bedeckte meine nackte Haut mit der Bettdecke.
'Du perverser Schuft! Was hast du mit mir gemacht? Hattest du Spaß, während ich dir hilflos ausgeliefert war? '
Er lächelte und reichte mir ein Telefon. Ich schaute ihn verwundert an. Was sollte das denn bedeuten.
'Na los, ruf schon die Polizei an. Was willst du ihnen erzählen? Das ich eingebrochen bin? Das wird dir nur leider niemand glauben, ich habe nicht einen Fingerabdruck hinterlassen.' Er musste wohl ein professioneller ….äh Mörder? Einbrecher? sein.
'Wer bist du?'
'Ich heiße Kristian Ashley Minage. Ich bin gekommen um dir einige lebenswichtige Sachen zu erklären. Dir wird anfangs alles komisch erscheinen, aber ich kenne dich. Na ja, jetzt zumindest. Also legst du das Telefon weg und lässt mich erzählen? Wenn du noch fragen hast, dann stell sie.'
'Ach wie gütig von dir.'
Wollte er mich hinters Licht führen? Ich war mir nicht sicher. Doch ich hatte sowieso keine allzu große Chance also konnte ich auch mit ihm Gespräche führen. 'Ich bin vielleicht armselig.' dachte ich voller Verächtung.



'Wieso verfolgst du mich? Willst du mich umbringen?' Das Bild von der Brücke erschien wieder vor meinem geistigen Auge. Ich schaute ihn ruhig an, nicht bereit mich einschüchtern zu lassen. Doch innerlich sah alles anders aus. Ich war verwirrt und müde. Und auch Angst mischte sich zu meinen Gefühlen. Und das schlimmste waren diese Kopfschmerzen. Dennoch spürte ich so etwas wie Trotz und Mut. Er lächelte mich kühl an, wie schon desöfteren. Ich erwiderte es nicht. Und als er antwortete klang seine Stimme amüsiert.
'Ich hatte nicht vor dich umzubringen. Na ja anfangs schon….' 'Wie bitte, hatte er einen Scherz gemacht?' fragte ich mich. Doch er sah nicht nach Scherzen aus. Während ich mühsam zu schlucken versuchte, was mir durch den ausgetrockneten hals alles andere als leicht fiel, fuhr er fort:
'Doch ich werde nicht aus dir schlau. Du müsstest wie sie alle sein, alles an dir ähnelt ihnen, doch du bist es nicht. Wie kann es sein, das du genau so eine Präsenz versprühst und letztendlich nicht so bist? Du bist anders……als…. Aber ich weiß wer du bist. Doch nicht warum. '
Er schien mich vergessen zu haben. Schien weit fort. Ich verstand seine Worte nicht und die einzig ratioanale Erklärung die mir einfiel war, er musste Geisteskrank sein. Ich wollte mich abwenden und davon schleichen doch er blickte mich gefährlich an. Er schien wieder anwesend, wie ich beunruhigt feststellte. Ich verspürte Mitleid mit diesem Mann. Er konnte nichts für seine Verrücktheit. Vielleicht ließ er mich ihm helfen! Ich kannte einige Ärzte, vielleicht…..
'Du musst mitkommen! ' plötzlich klang er hektisch und aufgebracht.
'Ich werde nicht mit Ihnen kommen…..' sagte ich so ruhig und bestimmend wie es ging.'Siezt du mich? Seid wann der Sinneswandel?'
'Seid dem du mir nicht mehr wie ein mörderischer, verrückter Spinner kommst!'
'Wie schätzt du mich denn nach dem zweiten Treffen nun ein?'
'Nur nach einem verrückten Spinner…'
Er schnaufte so plötzlich dass ich zusammen zuckte. Ich schüttelte den Kopf. War ich nun wirklich so am Ende, dass ich mit einem Fremden Gespräche führte? Mit einem Fremden, psycho- kranken, nicht zu vergessen! Ich schlug mit der flachen Hand gegen meine Stirn und fluchte. Er zog eine Augenbraue in die Luft und sah mich schief an. 'Ich muss schleunigst hier weg kommen, bevor ich tatsächlich durch drehe! Und außerdem könnte der Mann doch gefährlich sein….' Doch mein Körper schien nicht dem Bedürfnis zu haben, hier weg zu kommen. Stattdessen blieb er an seinem Platz.
'Also was meinst du mit ich bin anders? Anders als was? Und warum ziehst du immer deine Nase kraus? Das nervt!!' Wenn meine Beine mir schon nicht gehorchen wollten, dann konnte ich die Minuten auch mit Gesprächen totschlagen. Und im Moment standen meine Alarmglocken still, also schien ich tatsächlich für den Moment nicht in Gefahr.
'Ich bin anders als die anderen…..-'
' Also ist das so dein lieblingssatz? Du bist anders- ich bin anders- …..' Ich hatte den vor Sarkasmus triefenden Satz ausgesprochen, bevor ich es hätte verhindern können. Seine Hände schlossen sich in Handballen und er schien sichtlich Mühe zu haben, kontrolliert zu wirken. Er atmete scharf ein eher er fortfuhr.
' Ich würde mir deine Chance nicht verspielen. Du weißt nicht was du damit kaputt machst! Du wirst meine Hilfe brauchen und zwar bald. Oder du wirst verfolgt und stirbst.' Ich riss die Augen auf doch er fuhr fort, wo er vor meiner Bemerkung stehen geblieben war.
Seine Nase! Gott. Das hatte er schon beim ersten Treffen gemacht. Stinke ich etwa? Vielleicht hat er auch Nasenzuckungen. Darauf musste ich unbedingt noch zurückkommen.
' Ich bin anders als andere. Ich wurde für eine Aufgabe geboren, die ich nun erfülle. Du bist etwas Besonderes glaube ich zumindest, wie ich…..' Also eingebildet war er ja nun schon mal gar nicht. ' Die Welt in der du lebst kommt dir real und normal vor, aber das ändert sich alles. Das was die Menschen für real halten ist die Welt, in der sie sich verschließen. Sie stellen sich taub und blind. Und damit leben sie in ständiger Gefahr. Meine Erzählung fängt im 19.Jahrhundert an. Halt die Klappe. Wag es ja nicht irgendetwas falsches zu sagen!!!
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19.Jahrhundert
Die Tage begannen mit warmen, hellen Sonnenstrahlen. Die Wiesen waren mit Blume geschmückt, verschiedene Sorten ob Tulpen oder Maiglöckchen. Nicht nur das gute Wetter machte die gute Stimmung aus, auch das Miteinander leben war ein Paradies. Und doch waren die Tage voller Arbeit, Menschen voller Geiz und überall starben Menschen an verschiedenen Krankheiten. Doch hätten sie gewusst, welche Wesen unter ihnen grauste, so hätten sie sich nicht mehr über solche Kleinigkeiten beschwert. Diese Wesen hatte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Deshalb lebten sie in Höhlen oder meist abgelegen von Dörfern. Diese Wesen waren düster, von Natur aus bösartig und unsterblich. Ihr Aussehen alterte nicht. Und doch mussten sie einen hohen Preis für ihr jugendhaftes Aussehen zahlen. Und so kam es dazu, das Menschen ob jung oder alt, ob weiblich oder männlich, plötzlich verschwanden. Doch nicht die Anzahl der Toten verunsicherte sie, sondern die blutleeren Hüllen. Doch diese Zeit war nicht die schlimmste, die Mörder hielten sich zurück, denn sie hatten eine Königin die sie führte und zurechtwies. Doch dann kam der Tag wo sich die Bauern zusammenrotten und bei Tag zu schlugen. Die Königin starb, bevor ihr jemand helfen konnten. Und damit fing die Revolution der Untoten an. Sie töteten ohne Gewissen und rächten sich somit. Die Anzahl der Menschen sank bedrohlich. Als nur noch eine mickrige Anzahl an Menschen übrig waren, schlossen sie einen Vertrag mit den Untoten. Sie würden nie ein Sterbenswörtchen über diese Wesen reden und ihnen alles gewähren, was ihnen zustand. Doch als Gegenleistung sollten die Untoten sie schützen und nicht mehr von ihnen holen, als unbedingt notwendig. Und somit sprach nie jemand ein Wörtchen über die Nachtmenschen. Es geriet alles in Vergessenheit. Jahrelang verschwanden Menschen spurlos, doch die Leute schrieben es Krankheiten und Hungersnöten zu. Niemand wagte die Wahrheit auszusprechen. Jeder misstraute jedem und das Leben welches eins so prachtvoll war, war nur noch eine Erinnerung.'


Ich schluckte und versuchte das gehörte zu verdauen. Dann sah ich ihn an. Ich begann mit einer leisen Stimme, die ich kaum erkannte
zu reden an:
'Also Untote …. haben Massenmord an….Menschen betrieben? Und das Blut welches gestern in der Gasse klebte war……..was bist du?' Und dann fing ich hysterisch an zu lachen.







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