Anima

Autor: Bubbles
veröffentlicht am: 09.01.2010




Langsam fing ich mich wieder. Plötzlich wurde mir das Messer aus der Hand gerissen.
'Ich möchte doch nicht dass du dich verletzt!' spottete er.
'Fass mich nicht an! Verschwinde!' schrie ich hysterisch.
'Ganz ruhig, ich werde dir nichts tun.' Sagte er nun sanfter, trat aber ein paar Schritte zurück.Die Wunde an meinem Bein brannte extrem. Mein Messer hatte er noch immer in der Hand. Argwöhnisch folgte ich jeder seiner Bewegungen. Er ging um den Couchtisch herum und legte das Klappmesser wieder zurück auf den Tisch, doch so weit wie möglich von mir entfernt. Nun spürte ich auch meine Kopfverletzung wieder. Es war ein Gefühl als würde mir jemand den Schädel zerdrücken. Vorsichtig legte ich meine Hand an den Hinterkopf. Ich zuckte zusammen bei der Berührung.
'Ich war gerade dabei dir den Verband anzubringen, doch dann bist du aufgewacht.' Sagte er und deutet zu meinem Kopf. Er ging wieder zurück und hob den Verband auf, der am Boden lag. Als er Anstalten machte sich zu mir zu bewegen sprang ich vom Sofa auf. Was sehr unklug war. Meine Wunde am Bein riss sofort auf und drängte den weißen Verband am Oberschenkel rot. Ich schrie auf, angesichts des gleißenden Schmerzes und verlor das Gleichgewicht, da ich mein Bein nicht belasten konnte. Doch bevor ich zu Boden stürzte fingen mich zwei Arme auf.
'Lass mich sofort los!' brüllte ich. Doch er ignorierte mich und hob mich hoch. Schlagartig verwandelte sich meine Wut in blanke Panik. Er und seine Freunde hatten meine Mutter umgebracht! Ich versuchte mich aus seinen Griff herauszuwinden, aber es hatte keinen Sinn. Schließlich fing ich wie wild an zu schlagen und zu treten. Er wird mich töten. 'Du sollst mich los lassen!' schrie ich noch einmal. Tränen kullerten über meine Wangen. Er ging zum Sofa und legte mich darauf. Als ich mich wieder versuchte auf zu setzten, drückte er mich an den Schultern zurück auf das kleine Kissen. 'Fass mich nicht an!' brüllte ich erneut und versuchte ihn von mir wegzuschieben um von hier weg zukommen. Er ignorierte mich und hielt mich mit eisernen Griff fest. Panik überrollte mich. 'Oh Gott, Verschwinde! Lass mich in Ruhe!' Aber er rückte keinen Millimeter von mir ab. Er hielt mich so lange fest, bis ich mich ein wenig beruhigt hatte. 'Ich hab dir doch schon gesagt, ich werde dir nicht weh tun. Ich versuche dir nur zu helfen, verstehst du?' er wartete, doch als ich keine Antwort gab sprach er weiter 'Ich werde jetzt deine Wunden versorgen, und dich noch einmal am Oberschenkel nähen, ok? Das wäre für dich um einiges angenehmer wenn du nicht bei Bewusstsein wärst…' Er sah mich prüfend an. 'Wie meinst du das?' ich erkannte meine Stimme beinahe selbst nicht mehr.
'Ich werde dich narkotisieren. Du bleibst hier, beweg dich ja nicht!'
und dann verschwand er aus dem Zimmer. Na klar! Ich lasse auf keinen Fall einem Mörder mit Nadel und Faden an meiner Haut herum stochern! Und noch weniger lasse ich mich von ihm in eine Narkose versetzten! Ich ignorierte den brennenden Schmerz im Oberschenkel und im Kopf, den wenn ich hier bleiben würde hätte ich weit mehr Sorgen (und Schmerzen) als jetzt schon. Ich griff nach meinem Messer, das am Tisch lag und ließ es in die Jacke fallen. Danach stützte ich mich dort auf und begann mich auf zu richten. Der Schmerz ließ mich leise aufstöhnen. Ich zog mich bis ans Ende des Tisches. Der Raum in dem ich war, war klein und alle Fenster waren mit Holz verschlossen worden. Ich hatte also keine Ahnung wo ich sein könnte, noch wie spät es war. Doch das gehörte jetzt zu den kleinsten meiner Sorgen.Ich wollte hier einfach nur raus.
Ich humpelte auf die zweiten Tür zu. Als ich gerade versuchte mich an der Tür wieder gerade auf zu richten, hörte ich ein leises Klick, in dem Moment ging das Licht aus.
'Ich hatte gehofft du würdest auf dem Sofa sitzen bleiben' Ich richtete mich unter Schmerzen auf und stützte mich auf der Türklinke ab. Langsam zog ich das Messer aus meiner Jacke und klappte es leise auf. Wenn er versuchen sollte mich auch nur an zu fassen, werde ich das Messer benutzen. Meiner Mutter zu Liebe!
Ich hob das Messer etwas und richtete die Klinge in die Richtung aus der die Stimme gekommen war. Plötzlich wurde mir von der Seite das Messer aus der Hand geschlagen und jemand drückte mich ganz fest gegen die Tür.
Wie konnte er so schnell hier sein? Wie konnte er überhaupt wissen wo ich stand?. Meine beiden Hände wurden genommen und hinunter auf meinen Bauch gedrückt. Seine Hand umklammerten meine Handgelenke und ich konnte mich nicht befreien.
Warum hatte ich ihn nicht gehört? Nahmen meine Schmerzen mir so viel Konzentration, dass ich es nicht bemerkt hatte, dass er sich nähert?
Panik durchströmte mich. Wie geriet ich immer in solche Situationen?
Ich kam mir kraftlos und klein neben ihm vor. Er war schneller und viel stärker als ich. Trotzdem kämpfte ich mit all meiner Kraft gegen ihn an. Ich versuchte mich zu befreien, doch die Schmerzen nahmen mir immer mehr meiner Kraft. Ich spürte wie das Blut von der offenen Wunde am Oberschenkel mein Bein herunter ran. Ich konnte fühlen wie meine Kopfschmerzen sich von Sekunde zu Sekunde verstärkten. Doch das Schlimmste war das ich meine Mutter nie wieder sehen würde, egal wie das für mich ausgehen würde. Ich spürte wie meine Willenskraft zu überleben immer mehr schwand.
Erst jetzt bemerkte ich das sein Griff sich gelockert hat und das ich zitterte. Ich konnte seinen Blick auf mir fühlen.
'Hör mir zu, du brauchst keine Angst haben! Ich werde dir das Serum injizieren und du ruhst dich aus.' Indem Moment wurde sein Griff um eines meiner Handgelenke wieder stärker und er streckte meinen Arm. Ich versuchte meinen Arm wieder zurück zu bewegen, doch er hielt in fest.
'Nein! Ich will das nicht…' doch da spürte ich schon wie die Nadel durch meine Haut drang.'Hör auf!' sagte ich hysterischer. Er ließ beruhigend den Daumen über meinen Handrücken greisen, als er die Flüssigkeit injizierte. Erneut wollte ich ihm meinen Arm entreißen doch sein stahlharter Griff lies nicht los. Ich konnte fühlen wie sich das Serum in meinen Blutbahnen verteilte. Jede Bewegung wurde anstrengender. Nun lies er mich endlich los, blieb aber vor mir stehen. Ich spürte wie die Wirkung der Narkose einsetzte. Ich versuchte von ihm weg zu gehen, er hielt mich zwar nicht davon ab, blieb aber immer neben mir.
'Du sollst weggehen…' murmelte ich gegen eine Wand gelehnt. Das Sprechen fiel mir schwer, alles kostete Kraft.
'Nein, ich bleib bei dir. Ich verspreche dir, ich werde dir nichts tun.' Wenigstens ließen die Schmerzen nach. Meine Augen wurden schwer, doch wenn ich jetzt meine Augen zu machen würde dann würde ich einschlafen. Ich musste dagegen ankämpfen. Huch? Hab ich da was nicht mitbekommen? Der Kerl hielt mich aufrecht. Erst jetzt bemerkte ich das meine Knie eingeknickt waren, würde er mich nicht halten läge ich schon am Boden. Ich machte einen halbherzigen Versuch mich zu befreien.
'Kämpf nicht dagegen an, lass der Spritze ihre Wirkung tun. Früher oder Später wirst du sowieso einschlafen.'
'Lieber… später...'murmelte ich, kaum hörbar.
Er gluckste in sich hinein. 'Du bist hier wirklich in Sicherheit, du kannst mir vertrauen.' Sagte der Mörder, schallte ich mir. Die Wirkung der Narkose wurde immer stärker. Mein ganzer Körper wurde schwer, und schien mir nicht mehr zu gehorchen, ja selbst das Denken fiel mir schwer. Meine Augenlieder schlossen sich. Es war ein dreckiges Gefühl, komplett ausgeliefert zu sein, sich nicht wehren zu können. Obwohl wahrscheinlich hätte ich mich ohnehin nicht gegen ihn wehren können. Mit aller Kraft zwang ich mich dazu meine Augen halb zu öffnen. Er schaute auf mich herab, wie mir jetzt langsam klar wurde. Er hatte mich anscheinend hochgehoben und trug mich nun auf seinen Armen durchs Zimmer. Ich murmelte etwas unverständliches.
'Sch, es wird alles wieder gut werden.' Flüsterte er mir zu. Ich ließ meinen Kopf an seine Brust sinken und fiel in einen tiefen Schlaf.







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