Heaven is close

Autor: aLeks
veröffentlicht am: 27.12.2009




'Hundertprozentig. Ich bin immer vorsichtig, Alexej.' sagte sie und drehte sich von mir weg um die Zeitung aufzuheben.
'Wie- wie meinst du 'immer'?' fragte ich.
'Patrick war nicht mein einziges Opfer..' erklärte sie. Mein Blut wurde zu Eis. Was hatte sie da gesagt?! Sie war also eine Mörderin.. Von mehreren Menschen! Dabei sah sie aus wie ein Engel. Ein wunderschöner Engel, der ein Doppelleben führte. Scheisse..
Ich sagte nichts. Mir fiel einfach nichts ein. Was sollte ich denn sagen? 'Ja! Das ist was ich hören wollte?!' oder was?
'Sag was!' verlangte sie. Ihre Stimme war anders. Voller Reue. Aber sie weinte nicht.Sie sah mir in die Augen. Ich erkannte nichts. Nur eine Leere. Wie konnte man nur so engelsgleich und doch so unberechenbar sein?! Während wir uns anschwiegen, ging die Tür auf und Claire kam rein. 'Alex.. Alex! Kuck mal was ich von Dr. Mironow bekommen habe!' sie hielt mir einen Lolli vor die Nase.
'Sehr schön..' sagte ich nur. Sie sah Esmée und ihre Gesichtszüge vereisten sich.'Ich muss los.. Man sieht sich.' sagte sie schnell und ging raus. Ich hörte noch, wie sie meine Eltern begrüsste. Dann war sie weg.
Ich blieb geschockt stehen. Meine Mom kam glücklich ins Haus.
'Dr. Mironow sagte, dass wir uns umsonst Sorgen gemacht haben.. Ach ja, wir sind heute Abend bei den Molieres eingeladen.' sagte sie. Meine Augen weiteten sich für einen kurzen Moment.
'Okay.' sagte ich entschlossen. Ab zu der Adams Family!

*

Am Abend gingen wir zu den Molieres. Irgendwie war ich ziemlich aufgeregt.
Bevor wir assen, sassen wir im Wohnzimmer und unsere Eltern unterhielten sich. Immer wieder sah ich Esmée an. Sie mich aber nicht. Kein einziges Mal. Sie sass einfach da und starrte auf den Boden.
'Entschuldigt mich..' sagte ich und stand auf. Ich ging zur Toilette, aber dann machte ich mich auf die Suche nach Esmées Zimmer. Gesagt, getan. Ich liess die Tür ein wenig offen, bevor ich mich umsah. Viele Fotos.. Von ihrer Familie und ihr. Da war auch ein Riesenschrank, ein Fernseher, ein Laptop usw. Ein ganz normales Teenie Zimmer.
Sie hatte wie ich, auch ein Bücherregal im Zimmer. Ich setzte mich an ihren Schreibtisch und sah auf den Laptop. Ich klickte auf die verschiedensten Dinge, aber nichts wies darauf hin, dass sie eine kranke Mörderin sei. Dann fand ich etwas.
Ein Tagebuch. Ich öffnete die Datei und hielt die Anspannung kaum aus. Was würde drinnen stehen. Die Datei öffnete sich und dich begann nervös drauflos zu lesen.

Heute haben sie Patricks Leiche geborgen.. Ich dachte die Polizei würde es schneller hinkriegen. Morgen ist schon die Beerdigung. Ich werde hingehen.
Schliesslich habe ich das schon immer so gemacht.

Ich atmete schwer. Das meinte sie nicht ernst!

Ich glaube ich bin Alexej ein paar Antworten schuldig. Aber ich kann die ganze Sache halt nicht erklären. Geschweige denn - wieder gut machen. Ich versuche mit meinem Leben im reinen zu sein. Aber immer wieder, mache ich solche schrecklichen Sachen und ich hasse mich dafür. Ich möchte normal sein. Gerne würde ich alles rückgängig machen und den Schmerz von den Familienangehörigen meiner Opfer nehmen.
Aber es geht nicht.

Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Scheisse! Wieso mussten sich meine Eltern denn ausgerechnet mit so einer Familie anfreunden?! Ich hörte wie die Tür sich schloss und zuckte unwillkürlich auf. Schnell schloss ich die Datei und tat so, als ob ich nichts gemacht hätte. Esmée sah mich schweigend an. Sofort stand ich auf und räusperte mich nervös. 'Was machst du hier?' fragte sie ruhig.
'Ich äh- hab mich nur ein wenig umgesehen. ' sagte ich schnell.
'Raus.' sagte sie kalt.
'Ich habe dein Tagebuch gelesen.' sagte ich ernst. Sie sah mich nicht an. Herrgott, sie war ja nicht einmal überrascht.
'Wieso machst du solche Sachen?!' fragte ich und kam näher.
'Nein- bitte. Komm nicht näher.' flehte sie. Ich verstand es nicht. Wieso war sie so?
'Esmée. Bitte.. Rede mit mir!' sagte ich.
'Nein.. Ich kann das nicht.' sie schüttelte energisch den Kopf und sah mich an.
'Sag mir einfach die Wahrheit.' sagte ich ruhig.
'Tut mir Leid. Ich - ich.. kann nicht.' sagte sie.
'Esmée.. Scheisse- du musst mit mir darüber reden!' sagte ich schon fast ausser mir.'Alexej.. Bitte - Hör auf..' sagte sie leise. Ich schwieg.
'Na ihr zwei! Kommt.. wir fragen uns schon, wo ihr bleibt..' sagte ihr Vater Domenik. Ja das würde ich auch sagen! Sie nickte und dann lächelte sie Domenik kurz an.
Dann gingen wir runter. Wieder mal unterhielten sich nur unsere Eltern. Ich beobachtete wie Esmée und ihre Mom viele Blicke tauschten. Die Kleine Esther schien sich dann auch einzumischen. Als mich dann Esther auch ansah, wich ich ihrem Blick aus.
Später rauchte Gabrielle eine Zigarette, ihr Mann fand es widerlich, Estelle und ihre Schwester spielten in ihrem Zimmer mit Claire, meine Mom und mein Dad dachten nicht ans nach Hause gehen und ich und Esmée sassen nur dumm rum.
'Ich gehe mal - ich fühle mich nicht wohl..' sagte ich. Natürlich war es nicht wahr. Aber was sollte ich hier?
'Oh, na gut, Schatz. Wir kommen nach, in Ordnung?' wollte meine Mom wissen. Ich nickte.'Schönen Abend noch. Danke für das Essen.' dann war ich weg.
Ich musste mit Valentina sprechen. Schnell rief ich sie an.
'Ja?' hörte ich ihre Stimme.
'OH GOTT!' seufzte ich voller Erleichterung, dass sie abgenommen hatte.
'Der ist nicht da.' setzte sie ein.
'Ich muss dir was erzählen!' sagte ich völlig aufgelöst.
'Und was?' fragte sie.

Ich erzählte ihr alles.

'Du meinst, sie hat jemanden getötet?' fragte sie schockiert.
'Nicht nur Patrick. Tina, ich hab ihr Tagebuch gelesen..' erklärte ich.
'Ach du Scheisse.. Du musst zur Polizei!' sagte sie aufgebracht.
'Nein. nein! Das kann ich nicht machen. Sie sagte, es würden Beweise fehlen. Ausserdem würde mir niemand glauben.. Irgendwie möchte ich auch nicht zur Polizei.' sagte ich ehrlich.'Wow, das ist noch kranker. Du solltest aber zur Polizei.' sagte sie ernst.
'Natürlich sollte ich. Aber, ich möchte zuerst mehr darüber erfahren.' sagte ich.
'Na gut. Aber pass auf dich auf. Und falls du Hilfe brauchen solltest, ich bin immer da.' sagte sie.
'Danke.' sagte ich leise. Würde ich denn Hilfe brauchen?
'Bis bald.' hörte ich sie noch sagen.
'Ja..' war das Einzige was ich sagte. KLICK.

Es klopfte. Das Klopfen war laut und irgendwie hektisch. Ich öffnete. ESMÉE! Na toll!'Hi.' brachte ich heraus. Sie schwieg.
'Willst du mich nicht hereinbitten?' fragte sie ohne zu lächeln.
'Hä? Ja, ähm - komm doch rein.' sagte ich verwirrt. Sie kam herein und starrte mich skeptisch an.
'Deine Mutter meinte, ich sollte doch mal schnell nach dir sehen..' erklärte sie noch immer mit gleicher Miene. Ich nickte vorsichtig. Die Situation war ziemlich angespannt.
'Wegen dieser Sache.. Du erzählst es niemandem..' sagte sie. Und wieder sagte sie es so, als ob sie es bereits wüsste.
'Keine Panik..' sagte ich leise. Zu spät! Valentina wusste es ja auch schon.
Esmée musterte mich.
'Du hast es doch schon jemandem erzählt.. Hab ich Recht?' erkundigte sie sich. Scheisse! Ich schüttelte den Kopf.
'Gut.' dass war das Einzige, was sie sagte. Ich sagte nichts.
'Und dir geht es auch nicht wirklich schlecht..' sagte sie. Ich schwieg.
'Bis bald.' sagte sie, ohne mich aus den Augen zu lassen. Dann ging sie durch die Tür.Was war das denn?!

*

Am nächsten Tag war die Beerdigung um 13:00 Uhr. Nicht sehr viele Leute waren da. Patricks Eltern und seine Schwester. Unauffällig stand ich neben einer altern Frau. Meine Blicke suchten nach Esmée. Dann entdeckte ich sie. Komplett in Schwarz. Wie alle anderen.Ihr Blick war gesenkt. Plötzlich sah sie mir direkt in die Augen. Sie schien nicht einmal überrascht zu sein. Ihre Gesichtszüge waren ruhig. Patricks Mutter warf eine Rose auf den Sarg. Alle taten es ihr gleich. Alle ausser Esmée. Es weinten sogar alle ausser ihr. Naja, ich weinte ja auch nicht. Aber sie sah wie versteinert aus. Was war bloss mit ihr los? Zuerst ermordete sie ihn kalt und dann kam sie zur Beerdigung?!
Ich sah wie sie auf mich zu kam. Ihr langen, lockigen, schwarzen Haare fielen ihr wegen des Windes ins Gesicht. Ihre grünen Augen glänzten nicht. Sie waren regelrecht ausdruckslos. Jetzt stand sie neben mir. Die ganze Zeit über sagten wir nichts.
Nach der Beerdigung, kamen Patricks Eltern auf mich zu.
'Mein Beileid..' sagte ich. Seine Mutter Angela weinte noch immer. Sie streichelte mein Gesicht und bedankte sich mit tränenerstickter Stimme. Die Augen seines Vaters (Jamie) waren rot. Ich wusste nicht mehr was ich sagen sollte. Mir fiel immer wieder nur eine Sache ein.. Die Mörderin eines guten Bekannten von mir, stand direkt neben mir. Und seine Eltern standen direkt vor ihr. Hatte sie denn gar keine Gefühle? Keine Reue?
Seine Eltern verschwanden. Ich sah sie an. Sie blickte stur nach vorne.

'Wie konntest du nur hierher kommen?' fragte ich entsetzt.
'Und wieso bist du hier? Etwa um zu sehen, ob ich wirklich hier sein werde, oder ob ich weine? Was geht es dich überhaupt an, Alexej?' fragte sie. Erst jetzt sah sie mich an.'Wie bitte? Was es mich angeht?! Das ist ein Verbrechen gegen die Menschenrechte!' sagte ich verblüfft. Ist sie bescheuert?! Oh mein Gott..
'Du solltest Anwalt werden.. Oder nein, warte.. POLIZIST!' sagte sie trocken.
'Mir ist einfach nicht klar.. Drücken wir es mal so aus: WAS ZUM TEUFEL IST MIT DIR LOS?!' fragte ich. Jetzt drehte sie sich um und wollte gehen.
'Ja, hau ab! Verpiss dich ruhig! Machst du ja immer, wenn du Gesprächen aus dem Weg gehen willst..' rief ich hinterher. Ich sah wie sie ihren Kopf schüttelte, trotzdem ging sie einfach weiter. Ich schüttelte den Kopf.

*

Als ich zu Hause war, war Gabrielle bei uns. Und die kleine Esther. Ich kam in mein Zimmer und Esmée lag auf meinem Bett. Ich war total überrascht.
'Ihr war schlecht..' meinte Claire. Sie sah gar nicht verängstigt aus.
'Was ist los?' fragte ich ernst. Claire sah mich verständnislos an.
'Nichts..' sagte sie und ging runter. Ich sah auf die nach allem Anschein nach schlafende Esmée. Das konnte doch nicht wahr sein?!

'Tut mir Leid.. Ich wusste nicht- entschuldige.' sagte sie plötzlich. Ihre Stimme war ganz schwach. Sie schwankte runter. Ich hinterher.
'Schatz.. Geht es dir nicht besser?' fragte ihre Mutter. Esmée schüttelte den Kopf.
'Ich glaube- ich gehe.. nach Hause.' meinte Esmée. Sie sah mich an. Ihre Augen waren nicht mehr ausdruckslos.
'Soll ich mitkommen?' fragte ihre Mutter.
'Nein.. Ich schaffe das auch alleine..' sagte Esmée irgendwie ungeduldig. Sie verabschiedete sich, dann verschwand sie. Ich ging nach oben.
Was war denn hier los? Zuerst hatte Claire schreckliche Angst vor ihr und jetzt so etwas?!

Gegen 12 Uhr ging ich dann schlafen. Es war spät und ich war sehr müde. Kaum war ich eingeschlafen, wurde ich durch ein Knarren geweckt. Meine Tür wurde aufgemacht. Ich setzte mich instinktiv auf. 'Claire?' flüsterte ich. Ich hörte jemanden geräuschvoll atmen. Mit Absicht? 'Kann ich reinkommen?' Esmée! 'Wer hat dich denn rein gelassen? Bist du etwa hier eingebrochen?!' fragte ich leise. 'Nein. Deine Schwester.. Darf ich-' erkundigte sie sich. 'Ja' seufzte ich. 'Komm doch rein..' fügte ich hinzu.
'Mach die Augen zu..' sagte sie. 'Und mach kein Licht an..' es war wie eine Warnung. 'Weshalb?' fragte ich. Der Mond schien ins Zimmer. Ich könnte sie perfekt erkennen.'Bitte Alexej. Tu es einfach.' meinte sie entrüstet. 'Na gut..' ich seufzte erneut. Ich schloss meine Augen.
'Ich- ich kann nicht nach Hause..' sagte sie leise.
'Wie meinst du das?' fragte ich vorsichtig.
'Meine Mutter denkt, dass ich bei einer Freundin schlafe..' erklärte sie matt.
'Ja und wieso bist du nicht bei ihr?' fragte ich. Meine Augen hielt ich noch immer zu. Was hatte sie zu verbergen?
'Naja.. Ich habe mich mit ihr gestritten.. Kann ich- euer Bad benutzen?' fragte sie plötzlich. 'Ja.. na klar. Ich- ich hol dir noch was zu trinken.' sagte ich und ging runter.
Als ich wieder ins Zimmer kam, war sie noch immer im Bad. Also klopfte ich an der Badezimmertür.
'Alles okay?' fragte ich und öffnete. Sie hatte sich die Hände gewaschen.
'Hier.' sagte ich und gab ihr das Glas. Sie sah mich unsicher an. Nein, sie zögerte richtig, bevor sie trank. Plötzlich hustete sie ein wenig. Dann hielt sie sich die Hand vor den Mund.'Stimmt was nicht?' fragte ich besorgt. Sie schüttelte energisch den Kopf.
'Was war da drinnen?' fragte sie.
'Cola..' erwiderte ich.
Dann drehte sie sich plötzlich weg und kotzte in die Kloschüssel. Oh toll.
Ich hielt ihr die Haare nach hinten. Inständig hoffte ich, dass diese Geräusche meine Eltern nicht wecken würden. Sie würgte wieder und erbrach erneut.. Dann keuchte sie auf. Sie war total verkrampft. Ich strich ihr das Haar aus dem Gesicht. Ein paar Strähnen waren wie verklebt und total verklumpt. Ich fuhr erneut drüber. Mein Blick fuhr über ihre Jacke. Ich wurde skeptischer über ihre Haare.
Dann sah ich auf ihre Hände. Mit der einen stützte sie sich ab und mit der anderen umklammerte sie meinen Arm. Blut.. Da war schon wieder BLUT! In ihren Haaren, auf ihren Fingern und ein paar Tropfen waren sogar auf ihrer Jacke. Ich schüttelte den Kopf. Darum, hatte sie mich nicht erlaubt sie anzusehen! Wegen des Blutes!
Plötzlich tippte mir jemand auf die Schulter. Claire.
'Geht's ihr nicht gut?' fragte sie und sah zu Esmée. Diese setzte sich auf.
'Doch ich- es geht mir gut.. Ich- ich muss nach Hause. Danke für die Cola.' sage sie schnell und verschwand. Sie war wahnsinnig leise. Ich hörte nicht einmal die Tür.
Ich sah Claire an und seufzte.
'Sie ha es schon wieder getan..' meinte Claire sehr leise und sah mich mit ihren traurigen Augen an.
'Was meinst du?' fragte ich nach. Ich wollte ihr keine Angst haben.
'Was stimmt nicht mit ihr Alexej? Sie ist doch so hübsch.. Warum macht sie dann solche schlimmen Sachen?' fragte Claire.
'Ich weiss es nicht..' sagte ich ernst. Ich sah sie an. Sie war richtig besorgt.
'Na komm.. Geh schlafen. Es ist alles okay.' versicherte ich. Sie umarmte mich schnell und verschwand. Ich brachte das Glas runter und ging wieder nach oben. Als ich die Tür aufmachen wollte, hielt ich inne. Auf der Türklinke war auch Blut.


Fortsetzung folgt. GLG aLeks.







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