Der Traum vom glücklichen Leben

Autor: Aerzte-Monster
veröffentlicht am: 20.02.2010




'Nur weil etwas fremd und neu für dich ist, darfst du dich trotzdem nicht davon einschüchtern lassen.'

Als ich am nächsten Tag die Schule betreten wollte, stockte ich. Wie sollte ich mich Ema gegenüber verhalten? Waren wir jetzt zusammen? Ich stand schon fast 10 Minuten vor dem großen roten Tor, als ich plötzlich von jemanden gestoßen wurde. Ich landete auf allen vieren und hielt kurz inne. Ich fasste an mein Knie und schaute auf meine Hand. Blut. Ich sprang auf und schrie den Blödmann an: 'Was soll das denn?!' Mit großem Entsetzen blickte ich in Ema's strahlende grüne Augen. 'Tut mir Leid, ich wollte dir nicht weh tun!', sagte er schnell und gab mir einen Kuss auf die Wange.Ich atmete auf. Wir waren doch zusammen. Trotz meinen schmerzenden Knies lächelte ich ihn an. 'Warum gehst du noch nicht rein?', fragte er mich und sah mich an. 'Nur so', sagte ich. Dann nahm er mich an der Hand und zog mich in das Gebäude. 'Dann können wir ja zusammen reingehen.' Ich strahlte.
Als wir drinnen waren wurden wir von allen Seiten angestarrt. Kaum einer wollte glauben, dass Ema, der Mädchenschwarm der ganzen Schule, mit mir ging. Ich merkte wie ich rot wurde, als ein paar Schüler anfingen hinter ihren Händen zu tuscheln. Ich sah zu Ema. Er wirkte so stolz und selbstbewusst, ganz anders als ich.
Wir betraten das Klassenzimmer. Emas Freunde drehten sich um, um zu sehen, wer das Zimmer betreten hatte. Als sie uns sahen fingen sie alle an zu lachen. Ema lächelte ihnen zu. Ich hatte mir ihre Reaktion anders vorgestellt, aber schlimm fand ich es nicht.
Kurz bevor die letzte Schulstunde zu ende war, fing ich erneut das Grübeln an. Würde Ema mit mir etwas unternehmen wollen? Sollte ich ihn einfach fragen? Wir waren zusammen und trotzdem war ich noch so unsicher und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Das Problem löste sich aber von selbst, als ich das Klassenzimmer verlies und Ema mit einem strahlenden Lächeln auf mich zukam 'Na, hast du Lust mit mir ins Kino zu gehen?', fragte er mich und winkte unseren Klassenkameraden zum Abschied. Ich strahlte ihn an und nickte. 'Ich hol dich ab.', sagte er und gab mir einen Kuss auf die Wange.

'Auch wenn du noch im Freudentaumel bist, solltest du nie deine wahren Grundsätze vergessen.'

Auf dem Weg nach hause fühlte ich nichts anderes als diesen Kuss. Ich fühlte nicht das kalte Wetter, ich fühlte nicht den Regen, ich fühlte nicht meine durchweichten Füße, ich fühlte nur diesen liebevollen Kuss, der immer noch an meiner Wange zu hängen schien. Als ich im Heim ankam setzte ich mich auf das Sofa im Gemeinschaftsraum und sah mich um. Das Heim sah viel heller und freundlicher aus als sonst. Die Sonne strahlte hell in den heruntergekommen Raum, die anderen Kinder guckten netter und Rosa schien sogar fast zu lächeln. So saß ich auf dem Sofa und wartete, dass Ema endlich vorbeikam um mich zu holen. Plötzlich kam die nette Verwaltungsdame rein (von der ich immer wieder den Namen vergaß...) und sagte mir ein junger Mann wollte mich sprechen. Mein Herz machte einen Sprung und ich ging, so schnell ich konnte, in den Eingangsraum. Ema kam mir entgegen und wir küssten uns. Nachdem sich unsere Lippen gelöst hatten, nahm er mich bei der Hand sah auf seine Uhr 'Wir müssen uns etwas beeilen, ich konnte leider nicht eher kommen und der Film fängt um 5 an.' Ich nickte. Schnell verliesen wir das Gebäude und gingen, Hand in Hand, zum Kino.
Nachdem er für uns beide Popcorn gekauft und wir uns in die Sessel gesetzt hatten, fing schon der Film an.
Mitten im Film ging die Kinotür auf, man hörte Stimmen und Gelächter. Ein Mann, zwei Reihen vor uns, drehte sich ärgerlich um und rief: 'Geht das nicht etwas leiser?!' Die Stimmen wurden leiser und die Gestalten setzten sich in die letzte Reihe. Dann drehte Ema sich um und sah sich die Leute an. Er nickte, drehte meinen Kopf zu sich und fing an mich leidenschaftlich zu küssen. Dann legte er seine Hand auf mein Knie und glitt mit ihr immer weiter nach oben, bis er am Hosenbund ankam und versuchte den Reißverschluss zu öffnen. Doch ich zog seine Hand weg und flüsterte 'Bitte nicht...' Auch wenn ich total in ihn verliebt war, wir waren erst seit einem Tag zusammen, und das ging mir zu schnell. Er nickte verständnisvoll und konzentrierte sich wieder auf den Film. Ich sehnte mich nach seiner Hand, doch er zog sie weg, als ich versuchte sie zu halten.







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