Der Traum vom glücklichen Leben

Autor: Aerzte-Monster
veröffentlicht am: 12.12.2009




'Manchmal gibt es kein zurück. Dann ist es klüger nach vorn zu sehen statt den Rückweg zu prüfen.'

Um 10 vor sechs stand ich vor der Schule. Nachdem Anne gegangen war, hatte ich noch lange nachgedacht und war zu dem Entschluss gekommen, dass ich nichts zu verlieren hatte.Ich lehnte mich an die Wand und vergrub meine Hände in den Manteltaschen. Da kam jemand auf mich zu. Erst erkannte ich ihn nicht, weil es schon sehr dunkel war. Doch dann wusste ich wer es war. Es war Ema. Er stellte sich zu mir und blickte schüchtern auf den Boden. 'Du bist also wirklich gekommen...', meinte er nur. Lange betrachtete ich ihn. Von Nahem sah er noch schöner aus. Er bemerkte meinen Blick und wurde rot. 'Ich.. Also... Naja, ich wollte dich eigentlich nur fragen, ob du...', fing er endlich an zu reden. Ich war erstaunt, denn ich hatte nicht erwartet, dass Ema auch verlegen sein konnte. Während ich darauf wartete, dass er weitersprach, kroch mir die Kälte bis unter den Mantel. Ich schüttelte mich kurz und Ema sah mich besorgt an. 'Ist dir kalt?' Ich sah in seine vor Sorge weit geöffneten Augen und nickte. Er kam einen Schritt näher zu mir und fasst nach meiner Hand. Langsam zog er mich zu einer Bank und wir setzten uns. Er sah mir in die Augen und legte den Arm um mich. Für einen kleinen Moment war alles perfekt. Mir war nicht mehr kalt und ich fühlte mich so glücklich wie schon lange nicht mehr.

'Vergiss die glücklichen Momente niemals. Denn irgendwann werden wieder unglückliche Momente kommen und du wirst die Erinnerungen brauchen.'

Es kam mir vor, als wären wir ewig so dagesessen. Doch irgendwann richtete Ema seinen Blick auf und schaute nicht mehr unsere ineinander verschlungenen Hände sonder mich an. Langsam nähereten sich seine Lippen meinen und mein Herz fing an zu pochen. Vorsichtig beugte ich mich ein Stück vor und schon lagen seine Lippen auf meinen. Es war ein unglaubliches Gefühl. Endlich, endlich wurden meine Gebete erhört. Endlich durfte ich meine Träume ausleben.
Ich wünschte mir, der Moment wäre nie vergangen, doch er verging. Auch der wundervolle Abend verging. Als es schließlich so dunkel wurde, dass wir uns kaum noch erkennen konnten, flüsterte ich: 'Ich muss gehen...' Traurig sah er mir in die Augen. Wir standen auf und küssten uns noch einmal. Normalerweise, wenn ich so spät ins Heim zurücklief, hatte ich furchtbare Angst vor Rosa und Mona. Aber diesmal nicht. Ich lächelte vor mich hin und summte ein Lied. Selbst als ich im Heim ankam und Rosa mich mit einer Backenschelle begrüßte, sank meine Laune nicht. Ich war glücklich und nichts konnte das ändern.







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