WG + Liebe = Chaos

Autor: blaine_chick
veröffentlicht am: 31.10.2008




Lautes Schrillen riss Lisa aus ihren Träumen, ein gezielter Schlag brachte den tobenden Wecker neben ihr jedoch schnell wieder zur Besinnung. Verschlafen lehnte sie sich zurück in ihr Kissen und öffnete blinzelnd die Augen. Leise Musik drang in ihre Ohren. Oh Gott Madonna am Morgen war es noch zu ertragen? Vorsichtig streckte sie einen Fuß unter der Decke hervor. Großer Fehler - viel zu kalt entschied Lisa und zog ihn schnell zurück. Zehn Minuten später hatte sie sich endlich aus dem Bett geschält und schlich in die Küche. Etwas verwundert blickte sie sich um, von Marc ihrem WG-Partner war nichts zu sehen, doch auf dem Tisch stand eine dampfende Tasse Kaffee. Tja Pech gehabt Süßer, grinsend schnappte sie sich die Tasse süßte noch einmal ordentlich nach (reine Erfahrungssache nach sechs Monaten WG-Sharing mit einem notorischen Kaffee 'ohne Zucker' Trinker) und drehte erst einmal das plärrende Radio leiser. Sie schnappte sich Müsli und Milch und ließ sich auf dem WG eigenen Küchen-/Katersofa nieder. Langsam kehrten Ihre Lebensgeister wieder. Sie hatte gestern mit ihrer besten Freundin Tina eine neue Bar in der Stadt angetestet. Ein Cocktail hatte zum nächsten geführt uns so weiter... dementsprechend fühlte sie sich jetzt...

Im Hintergrund hörte sie die Dusche rauschen. Seufzend kuschelte sie sich in die Kissen. Wenig später hörte sie tapsende Schritte im Flur. Da das Sofa mit der Lehne zur Tür stand konnte sie nur erahnen wie Marcs Gesichtsausdruck beim Anblick des fehlenden Kaffees aussah... 3...2...1... 'Zuckerschnecke!!!' ertönte es auch prompt. 'Oh Gott wie sie diesen Spitznamen hasste!' Vorsichtig lugte Lisa unter ihrer Decke hervor. Marc stand tropfnass nur mit Handtuch um die Hüften hinter Ihr und schaute sie grimmig an. 'Nur noch einen Schluck...' weiter kam sie nicht geschickt hatte Marc ihr die Tasse aus der Hand gewunden. Sie versuchte noch ihn am Arm festzuhalten, erwischte jedoch nur noch sein Handtuch, was er jedoch nach kurzem Gerangel noch festhalten konnte. 'Na toll!' Seufzend widmete sie sich ihrem Müsli. Konnte er nicht verstehen, dass das was sie jetzt wirklich brauchte ein Kaffee war?

'Hier Schnecke wir teilen' Marc kam wenig später wieder in die Küche. Inzwischen angezogen streckte er Ihr die Tasse erneut hin. 'Ist mir eh zu süß'. 'Danke!', Lisa grinste und nahm zögernd einen Schluck. 'Man wieso siehst du eigentlich schon wieder aus wie das blühende Leben?' Wenn man bedenkt, dass es gerade mal halb neun ist und du wahrscheinlich mal wieder mit einer deiner heißen Schnitten um die Häuser gezogen bist und erst gegen fünf Uhr zuhause warst?' 'Jedenfalls war er um halb vier als ich nach Hause gekommen bin noch nicht da' dachte Lisa reuevoll und schaute Marc böse an. Der hantierte gerade am Kühlmonster wie sie ihren vom Vormieter geerbten antiquierten Kühlschrank liebevoll nannten. Grinsend drehte er sich zu ihr um. 'Also, erst mal Schnecke, auch wenn es dir nicht gefällt, sieht im Gegensatz zu dir heut morgen wahrscheinlich jeder aus wie das blühende Leben, und außerdem bin ich erst vor einer halben Stunde nach Hause gekommen.' 'Ah klar hast du gestern wieder eine abgeschleppt?' Lisa kannte Marcs Erfolgsquote beim anderen Geschlecht und war es gewohnt wildfremde Mädchen am Frühstückstisch vorzufinden. 'Wie sagt man doch so schön? Der Kenner genießt und schweigt.' Damit schlenderte er aus der Küche. 'Ach übrigens, wenn du es schaffst in zwanzig Minuten fertig zu sein, bring ich dich zur Uni. Falls du vorhast heute unter Menschen zu gehen.' Fügte er noch grinsend hinzu und wich gerade noch dem Kissen aus, das Lisa ihm wütend hinterher schmiss 'Geh ich davon in der Annahme, dass dein großzügiges Angebot nur mit einer Leihgabe meinerseits funktioniert?' Fragte sie noch argwöhnisch. 'Klar, ausgleichende Gerechtigkeit, du trinkst meinen Kaffe ich fahr dein Auto...'

Zwanzig Minuten später quetschte Marc sich auf den Fahrersitz von Lisas kleinen Minni-Cooper, was bei seinen 1,90m durchtrainierten Körper nicht einfach war. Lisa ließ sich erleichtert neben ihn fallen - Auto fahren wäre jetzt vielleicht etwas zuviel verlangt gewesen. 'Lass mich raten deine Tussi von letzter Nacht war mal wieder eine der blonden Schönheiten, die ständig Ihr Zeug bei uns 'vergessen' um dann einen Vorwand haben noch mal vorbei zu schauen.' Nahm Lisa die Unterhaltung aus der Küche wieder auf...'Tja ich kann halt nicht aus meiner Haut', grinsend legt Marc einen anderen Gang ein und kurvte durch den Kölner Stadtverkehr. Wenig später waren sie an der Uni angekommen und Lisa sprang aus dem Wagen. Sie warf ihm eine Kusshand zu und spurtete in Richtung ihrer besten Freundin Tina die sie vor dem Hauptportal erwartete. 'Hallo Süße, sag mir bitte das Du dich genau so bescheiden fühlst wie ich', begrüßte sie diese. 'Tja' Lisa hob Grinsend Ihre Sonnenbrille hoch, die sie vorsichtshalber angezogen hatte, 'Wer feiern kann, kann auch studieren oder?' 'Gegen studieren sag ich ja auch nichts, nur was gegen das frühe Aufstehen.' Grinsend schaute sie dem devonkurvenden Marc nach, 'Tja, wenn ich allerdings jeden Morgen so einen Leckerbissen vor der Nase hätte würde ich auch besser aus dem Bett kommen.' 'Jetzt fang nicht schon wieder an', Lisa verdrehte die Augen. Das kannte sie schon, Ihr gesamter weiblicher Freundeskreis war scharf auf ihren Mitbewohner. Außer natürlich denen, die in den 'glücklichen Beziehungen' steckten. 'Obwohl bei einigen davon, man wusste ja nie...' Lisa schnappte sich Tinas Arm und schleifte sie in Richtung Hörsaalgebäude 'Komm schon Dr. Ock. Hat sicher schon angefangen.' 'Ja du hast recht, zum Glück ist sind in ca. zwei Stunden schon Wochenende und dann fahren wir ja auch schon los...' 'Ja man das wird sicher super fünf Tage Schnee.'

Am Nachmittag schlenderten die beiden zurück zu Lisas Wohnung, schon im Treppenhaus schlug ihnen köstlicher Duft entgegen. 'Jetzt sag nicht das er auch kochen kann?' Tina sah Lisa prüfend an? 'Meinst du Marc? Kochen kann der schon, aber wozu das, wenn man seinen eigenen Privatkoch hat?' Lisa schloss die Tür auf und im gleichen Moment steckte Phillip - ihr Freund - den Kopf durch die Küchentür und schaute den beiden entgegen. 'Hallo Schatz' sie gab ihm einen Kuss auf den Mund, 'Was machst du denn schon so früh hier?' 'Im Restaurant ist für heut eine Hochzeit angesetzt und die haben sich ein Catering-Unternehmen engagiert und da durfte der Koch früher nach Haus um für seine Liebste zu kochen.' Abwesend nickte er Tina zu und wandte sich wieder seinen Töpfen zu.

'Na hast du schon alles gepackt? Ich dachte wir könnten so in einer Stunde los. Timo ist bei sich und wir sollen ihn von dort abholen.' Mit einem Auge blickte er Lisa fragend an und mit dem anderen schlug er Tina sacht auf die Hand als diese ihre Nase in den Topf stecken wollte. 'Ist doch schon fertig, setzt euch schon hin.' Wenig später als sie beim Essen waren hörte Lisa die Wohnungstür aufgehen und Marc erschien in der Küche. Sofort erschien die Luft im Raum sich um mehrere Grade abzukühlen. Phillip beäugte ihn misstrauisch und auch Marc schien alles andere als erfreut zu sein als er sah wer in seiner Küche saß. Lisa beobachtete die beiden Jungs genervt, sie fand es schrecklich, dass sich die beiden wichtigsten männlichen Personen in ihrem Leben - abgesehen von ihrem Vater vielleicht - nicht ausstehen konnten, aber am meisten nervte es sie, dass keiner der beiden sich auch nur einen Zentimeter von seinem Standpunkt entfernte - nicht mal ihr zuliebe.

Marc musste wohl joggen gewesen sein, denn er trug seine Sportsachen und war total durchgeschwitzt. Er drückte Lisa und Tina einen Schmatz zur Begrüßung auf die Wange und nickte Phillip abwesend zu. 'Na ihr, schon in großer Aufbruchstimmung?' Marc griff nach einer Wasserflasche und grinste interessiert in die Runde. 'Ach weißt du wir fahren ja nur nach Winterberg, so richtiger Urlaub ist das ja auch nicht, ist ja nur zwei Stunden entfernt...' erwiderte Tina und betrachtete ihn dabei interessiert. 'Aber du kennst das ja' Phillip schaute ihn spöttisch an 'am Ende ist die Organisation und der ganze Stress die paar Tage gar nicht wert. Aber was soll's?' 'So ihr Süßen' das Wort 'Süßen' auf der Zunge zergehend sagte Marc 'nix dagegen mit euch zu plaudern, aber ich geh jetzt mal duschen.' 'Den Luxuskörper einseifen?' Feixte Lisa ihm hinterher und erntete dafür einen giftigen Blick von Phillip und einen seltsam Entrückten von Tina dafür.

Nachdem sie fertig gegessen hatten packten sie alles zusammen. Lisa suchte noch die letzten Kleinigkeiten zusammen als Phillip ihr Zimmer betrat. 'Sag mal, wenn du nicht ohne IHN sein kannst kann ich auch hier bleiben!' giftete er sie an. Seufzend blickte Lisa ihn an, sie kannte seine Eifersuchtsanfälle zur Genüge und war dementsprechend genervt. Dabei war eigentlich sie diejenige, die eifersüchtig sein sollte, Phillip hatte sich vor zwei Monaten einen Seitensprung erlaubt - den Sie ihm nach langen Überlegungen zwar verziehen hatte - aber ihr Vertrauen in ihn hatte einen gehörigen Knacks bekommen. 'Phillip was soll das? Ich kann es einfach nicht mehr aushalten mit euch beiden! Akzeptier endlich, dass ich hier mit Marc ZUSAMMEN wohne und mich auch super mit ihm verstehe aber zwischen uns läuft nichts, also ist dein Aufstand hier total unangebracht!!! Und nun Ende mit der Debatte, sonst bleib ICH noch hier. Mach dich lieber nützlich und trag schon mal etwas Zeug runter zum Auto, sonst kommen wir nie los.'

Wenig später waren sie fast fertig und im Begriff aufzubrechen. 'Ich wünsch euch viel Spaß! Ich muss jetzt los zur Arbeit' Marc nahm Lisa noch einmal in die Arme und schaute dabei bewusst grinsend in das zerknitterte Gesicht von Phillip der Ihn ärgerlich beäugte. 'Es ist so schade dass du nicht mitkommen kannst Marc' nuschelte Lisa in seine Brust hinein. 'Tja manche Leute müssen im Gegensatz zu anderen Arbeiten und werden nicht von ihren Eltern finanziert...' Lisa wusste genau das dieser Seitenhieb Phillip galt, das war eines der Streitpunkte zwischen den beiden. Marc verachtete Phillips Angeberei mit dem Geld seiner Eltern, die als Arzt und Steuerberaterin eine Menge Geld scheffelten und dieses liebend gerne an den Sohnemann weitergaben, während Marc sich jeden Luxus hart erarbeiten musste und zwei Jobs hatte.

Nach dreistündiger Fahrt waren Sie endlich in ihrem Feriendomizil angekommen und Lisa und Tina konnten das schnuckelige gemietete Häuschen ausgiebig begutachtet. Kurz darauf hörten sie auch schon das laute Motorgeräusch das die Ankunft der anderen Feriengäste ankündigte.

Lisa erstarrte als sie durch das Fenster einen knallroten Haarschopf auf der Rückbank erblickte. 'Das kann doch nicht... ' doch leider schien sich ihr Alptraum zu bestätigen, als die Tür aufgeschwungen wurden und Rebecca ihre langen wohlgeformten Beine rausschwang gefolgt von dem Rest ihrer schlanken Erscheinung. Tina die gerade das Zimmer betrat schaute verwirrt in Richtung Lisas die kreidebleich aus dem Fenster starrte. 'Man das kann doch nicht sein, warum muss ausgerechnet die hier auftauchen?' 'Ich dachte die wäre mit ihrem 'Ach so tollen Allessandro' auf Südamerikareise.' 'Na ja beruhig dich erst einmal, erst mal gucken was die hier überhaupt will..' Gemeinsam gingen sie ins Wohnzimmer. Doch spätestens als Rebecca Phillip bei der Begrüßung besitzergreifend umarmte, und Lisa dabei einen hämischen Blick zuwarf, war klar was Rebecca beabsichtigte. 'Ich hatte ihn schon einmal und kann ihn immer wieder haben!'







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