Zwischen Liebe und Pferd

Autor: chanti95
veröffentlicht am: 11.01.2009




die letzten beiden Teile sind sehr kurz geraten. sorry

1.1

Als ich hinterm Haus war, verbreitete sich der Duft von Pferden. Ich freute mich, endlich wieder einmal reiten zu können. Ich ging in den Stall, wo die drei Pferde und das Pony standen. Ich begrüsste alle: Zuerst Star, ein Vollblutaraber, ein Rappe, der Hengst meines Vaters. Dann ging ich zu Silvermoon, der Vollblutaraber-Schimmelstute, die eigentlich meiner Mutter gehörte, da sie aber nicht ritt, war mein Vater, ich oder der Stallbursche diejenigen, die sie ritten. Und dann stand da noch Chekka, das Shetlandpony, eine kleine, freche Stute. Und zuletzt war da noch Sonador, eine Vollblutaraberstute, ein wunderschöner Fuchs. Sonador ist mein Pferd und mein allergrösster Schatz auf Erden. Sonador ist die Tochter von Silvermoon und Star. Ich hatte sie als kleines Fohlen aufgezogen. Inzwischen war sie 6 Jahre JUNG. Ich streichelte mein Schatz. Erst dann viel mir auf, dass ich meine Reitsachen gar nicht an hatte, also rannte ich nochmals ins Haus, um sie mir anzuziehen. Dieses mal erwischte mich niemand, nicht einmal Fred.

Als ich wieder bei meinem Schatz war, holte ich ihren Sattel heraus und hievte ihn auf die Sattelstange. Sobald Sonador draussen angebunden war, fing ich an sie zu putzen. Danach sattelte ich sie und zäumte schlussendlich noch auf. Ich führte sie raus auf den Kiesplatz, wo ich dann aufstieg. Ich ritt runter von dem Grundstück und fing an zu traben. Ach wie gut das doch tat, wieder mal im Sattel zu sitzen. Mir war unbewusst, dass ich den Reithelm immer noch in der Hand hatte, ich merkte es erst, als ich beinahe vom Pferd viel. Ich zog schnell meinen Helm an und trabte sogleich wieder an. Meine (nicht mehr so) kleine Stute machte alles super mit. Ich ritt immer weiter am Waldrand entlang, bis ich zum hereinführenden Weg kam. Ich ritt durch den Wald, vorbei an den vielen Holzhaufen, dem Bach entlang zur nahe gelegenen Waldhütte. Dort sassen einige Kinder auf der Schaukel und girierten.
Ich durchquerte den ganzen Wald und kam zu dem Rottal. Es war ein wunderschönes Tal gewesen, bevor man hier alles verbaut hatte. Ich war früher oftmals mit meinem Vater hierher geritten, denn eigentlich war er nicht ein viertel so schlimm wie meine HOCH verehrte Frau Mutter!!! Ich vergass mich völlig, denn ich merkte lange nicht, dass es dämmerte. Ich merkte es erst. Als es dunkel war. Ich trieb Sonador an und wir galoppierten den ganzen Weg nach Hause. Als ich zu Hause ankam, musste ich mich beeilen, denn meine MAKELLOSE Mutter hasste es, wenn ihre UNPERFEKTE Tochter zu spät kam. Ich beeilte mich, um Sonador wieder in den Stall zu bringen, denn der Stallbursche war
1. nicht mehr da und
2. konnte er sich weder um Sonador, noch um Chekka kümmern.
Ich versorgte sie, verabschiedete mich von ihr mit einer Karotte und ging ins Haus.

Als ich im Esszimmer ankam (umgezogen, denn meine Mutter hasste es, wenn ich in den Reitkleidern essen ging), starrte mich meine Mutter mit einem Darüber-reden-wir-noch-Blick an. Ich grüsste und mein Vater nickte mir, wie immer, zu.
Ich ass schnell meine Tomatensuppe und meine Spaghetti auf Fred, der gegenüber von mir sass, musterte mich aufmerksam und warf mir einen Das-gibt-Ärger-Blick zu. Ich ging nach dem Essen in mein Zimmer und schaltete die Musik ein. Ich fing an, mitzusingen.

Erst als meine Mutter in das Zimmer stürmte, schaltete ich die Musik ab.
'WAS ERLAUBST DU DIR EIGENTLICH? SCHON VERGESSEN, DU HAST HAUSARREST!!', brüllte sie mich gleich an. Ich schaute sie an und sah, wie eine Blutader an ihrem Hals extrem pochte. 'WENN DU DAS NOCH EINMAL WAGST, ICH SCHWÖRE DIR, ICH STECKE DICH IN EIN INTERNAT. IN EIN REINES MÄDCHENINTERNAT!'Ich sprang vom Bett auf:
'Wieso? Meinst du, ich versauer hier in diesem blöden Zimmer, in diesem blöden Haus??'
'WIR LASSEN DIR VIELE FREIHEITEN, DU HAST WENIGSTENS KEINEN ZIMMERARREST, JUNGE DAME!!!'
'WAS? WENIGSTENS?' Nun schrie auch ich.
Gerade in diesem Moment kam glücklicherweise mein Vater hinein. Meine Mutter holte schon zum Schlag aus, als mein Vater sie an der Hand hielt. Meine Mutter sah meinen Vater wütend an und stürmte aus dem Zimmer. Mein Vater warf mir einen Pass-auf-was-du-machst-Blick zu. Da hatte ich noch mal Glück gehabt. Ich nahm mein Buch hervor und las.Irgendwann war ich dann eingeschlafen...

Am nächsten Morgen schlief ich bis 6.23 Uhr. Ich wachte erschrocken auf und sprang aus dem Bett. Ich nahm mein Kleid vom Kleiderhaken und sprang unter die Dusche.Nachdem ich geduscht hatte, schminkte ich mich mit dunkelgrünem Lidschatten, der passte zu meinen Augen. Ein bisschen Wimperntusche durfte natürlich auch nicht fehlen.
Nachdem ich mich ein bisschen geschminkt hatte, war es schon 6.42 Uhr. Ich räumte meine Hausaufgaben in meine Tasche und sprang runter. Ich ass unten nach dem standesgemässen Willkommens Gruss von Albert schnell meine heutigen Waffeln und ging zum Schulbus.

In der Schule lief ich wie immer mit Jessi über den Pausenhof in unser Schulgebäude. Heute, Donnerstag, hatte ich in der ersten Lektion Sport und die nächsten vier Lektionen Geschichte. In der ersten Geschichtslektion erzählte ich Jessi von Mutters Drohungen. Sie hörte mir aufmerksam zu.
'Jessi, ein MÄDCHENINTERNAT! Vielleicht sogar ein solches mit Nonnen. Jessi, ich will keine Nonne werden! Nichts gegen die, aber das ist so '
Unser Gespräch wurde von unserem Geschichtslehrer unterbrochen.
'Jessi, Julietta, ist euer Gespräch interessant? Ich hoffe, ich störe euch nicht, aber Julietta, eine Frage an dich: Wie heisst die Hauptstadt von Australien?'
'Canberra'
Mein Lehrer war auf diese Antwort nicht gefasst, denn er dachte, dass ich eh nie aufpassen würde.
'Wieso kannst du das?', flüsterte mir Jessi zu.
'Was?'
'Mit mir reden und trotzdem den Lehrern eine korrekte Antwort geben?!'
'Ach, das?! Ich weiss auch nicht, das kann ich einfach....'

So verstrichen auch der letzte Tag. Ich stritt mit meiner Mutter, ging zur morgens und nachmittags zur Schule, kam nach Hause, ass und ging ins Bett.

Am nächsten Morgen erwachte ich sehr früh, denn meine Mutter war herein gekommen, nein, eher gepoltert.
'Steh auf du kleine Schlafmütze! So bist du zu nichts gut!'
'Ach Mam! Es ist Samstag, der erste Tag der Ferien! Bitte lass mich schlafen', und verkroch mich unter meiner Decke.
Sie packte die Decke und riss sie sogleich runter.
'Steh auf!!', schrie sie zornig.
Ich setzte mich in meinem Nachthemd auf und starrte sie trübe an.
'Du wirst heute erfahren, was Arbeit bedeutet. Und keine Widerrede!'
'Und in welchem Sinne werde ich es erfahren??', fragte ich neugierig. Meiner Mutter hasste Neugier.
'Kuck nicht so dumm aus der Wäsche! Du wirst heute den Mägden in der Küche helfen.‚Vergiss es! Ich arbeite gerne, aber nicht an einem Samstag und erst recht nicht in diesem Gottverdammten Haus!!', dachte ich still in mich herein.
'In 10 Minuten bist du unten, sonst setzt's was!' Mit diesen Worten kehrte sie sich um und stürmte aus dem Zimmer.
Ich allerdings dachte nicht daran. Ich legte mich wieder schlafen.

Ca. eine viertel Stunde nachher wurde ich vom Bett geschüttelt. Meine Mutter starrte mich zornig an. Sie war wütend. Man sah es, denn auf ihrem Hals sah man wieder diese pochende Blutader. Ich stand auf, watsch, da wurde ich geschlagen.
'DU HAST MIR SCHON WIEDER NICHT GEHORCHT! ICH WARNE DICH, NOCH EINMAL SO EINE AKTION UND DU GEHST AUF EIN INTERNAT!!'
‚Ein Vorteil hat es auf jeden Fall, ich sehe dich dann nicht mehr!!!' dachte ich wieder mal, wobei ich das beinahe laut gesagt hätte. Ich starrte sie dabei wütend an.
Watsch, da war die zweite Ohrfeige auf die andere Wange.
Jetzt schrie auch ich.
'DIR IST DOCH VÖLLIG EGAL, WENN ICH MÜDE BIN!! DU KÜMMERST DICH NIE UM MICH! DU BIST IMMER MIT DIR SELBER BESCHÄFTIGT! DU KANNST MICH NICHT LOBEN, WENN ICH EINE 1 SCHREIBE! DU SAGST IMMER NUR:
', äffte ich mit hoher, piepsiger Stimme meine Mutter nach.
Watsch, da war auch schon die dritte Ohrfeige.
'SO ETWAS LASSE ICH MIR VON DIR NICHT GEFALLEN, DU MISTSTÜCK, DU BIST SOWIESO NUR EIN DUMMER FEHLER VON DEINEM VATER UND MIR!!'Mit diesen Worten stürmte sie raus und schloss von aussen ab.
‚Miststück', sagte sie.
‚Ein dummer Fehler', sagte sie.
Ich konnte es nicht fassen. Jetzt war das Mass voll. Ich ging mit schmerzenden Wangen rüber zum Kleiderschrank, holte meine Satteltasche raus und stopfte eine lange Hose, Shorts, drei T-Shirts, einen Pulli und Unterwäsche rein. Die Zahnbürste und ne normale Bürste hätte ich beinahe noch vergessen. Mal abgesehen von der Zahnpasta. Was natürlich nicht fehlen durfte, war meine Gitarre. Ich überlegte mir, ob ich sie wirklich mitnehmen sollte, denn ich war mir sicher, sie würde mich später nur behindern. Trotzdem packte ich die schöne, braune Gitarre in die Tasche. Ich schminkte mich noch schnell ab, es sollte niemand denken, ich sei eine Tusse. Ich zog mein Bikini an, darüber meine Reitklamotten, zog meine Giarrentasche über, nahm die Satteltasche und versuchte die Tür zu öffnen. Dies ging natürlich nicht, meine Mutter hatte mich eingesperrt. Ich sah aus dem Fenster. Ich war im zweiten Stock. Ich hatte eine kleine Veranda, über die ich rüber in Fred's Zimmer klettern konnte. Als ich in seinem Zimmer stand, war ich erleichtert, denn er war nicht da. Ich schlich mich in die Küche, wo gerade weder eine Magd, noch Albert war. Ich stopfte noch ein paar Essensvorräte und eine Wasserflasche rein und schlupfte dann durch die Hintertür hinaus.

Als ich endlich hinter dem Haus war, sah ich dort den Stallburschen. Ich versteckte mich schnell hinter den Büschen.
‚Da, mein Vater ruft ihn', dachte ich erleichtert, denn sogleich lief der Stallbursche vors Haus. Das war meine Gelegenheit:
Ich packte noch einen Striegel und eine Decke in die Satteltasche und machte mich dann daran, Sonador zu putzen und zu satteln. Ich verabschiedete mich von den Pferden und legte Sonador die Satteltasche drüber. Ich zog meine Reiterhandschuhe und meinen Helm an und brachte Sonador raus, wo ich sogleich aufstieg. Der Stallbursche sah mich leider noch wegreiten und berichtete es sogleich meinen Eltern. Ich allerdings ging im Galopp auf und davon....







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