I ♥ Venice Teil 2

Autor: CELINE(Y)
veröffentlicht am: 04.04.2008




ZWEI

Nach dem Essen (was ziemlich gut war und fast nichts kostete, trotzdem lud mein Bruder uns alle ein) gingen wir, wie Lorella es versprochen hatte, zum Marcus Platz.
Am Nachmittag war ich hin und weg gewesen von diesem Ort gewesen doch bei Anbruch der Dunkelheit sah er noch viel schöner aus. Die meisten Leute waren längst gegangen, es sah fast lehr aus. Überall brannten kleine Lichter, die aussahen als seien sie Sterne. Auf den Terrassen der noblen Cafés, spielten Musiker auf dem Klavier und auf anderen Instrumenten.
Lorella hatte sich bei mir eingehackt. Ich hatte das Gefühl sie konnte mich genau so gut leiden wie ich sie. Wir sprachen über dies und das.
Als auf einer Terrasse ein etwas langsames Lied angespielt wurde, dachte ich an Max. Wieso konnte ich ihn nicht einfach vergessen? Wieso musste ich immer und immer wieder an in denken. An jedem Ort, jede Sekunde und in den unpassenden Momenten. So Leila, du wirst jett den ganzen Abend nicht mehr an ihn denken. Du wirst ihn einfach für ein paar Momente vergessen. Du wirst dir die gute Stimmung nicht durch ihn vermiesen lassen. Das alles versprach ich mir und ich wusste ganz tief in meinem Innern dass ich es nicht halten konnte. Trotzdem wollte ich es versuchen.
'Mag dein Bruder tanzen?', fragte Lorella mich. Ich schrecke aus meinen Gedanken und lächelte sie an. Ich hatte ihr gar nicht zugehört.
'Äh, wie bitte?', fragte ich.
'Ob dein Bruder gerne tanzt?', fragte sie noch einmal.
Ich sah zu Mike und Toni. Nein, mein Bruder hasste tanzen, trotzdem spürte ich dass er gleich zu ihr rüberkommen würde und sie fragen würde. Ich sah es in seinen Augen. Er wusste bloß noch nicht wie, denn er hatte noch nie ein Mädchen gefragt ob sie mit ihm tanzt, obwohl ziemlich viele es sich sicher gewünscht hatten. Er würde sie fragen um ihr ein Gefallen zu tun. Ja, er liebte sie wirklich.
Was wohl sein wird wenn wir abreisen? Er wird sie nie wieder sehen. Oder doch vielleicht in einem Jahr, aber bis dahin wird er längst eine Andere gefunden haben und sie auch.
Wieso muss die große Lieben immer die Komplizierteste sein?, dachte ich und kam schon fast in Versuchung wieder an Max zu denken. Wenn es nicht kompliziert ist, muss man um nichts kämpfen und das was man einfach so bekommt vergisst man schnell wieder, antwortete ich mir selbst.
Mit langsamen Schritten kam mein Bruder auf uns zu.
'Ich glaube jetzt mag er tanzen', antwortete ich Lorella noch schnell.
Als er vor Lorella stand räusperte er sich. Mann, Mike, dachte ich, reiß dich zusammen und mach jetzt nichts falsch!
Er hielt ihr die Hand hin und sagte mit einer sehr schönen Stimme:
'Willst du mit mir tanzen?'
Das klang fast wir ein Heiratsantrag, dachte ich.
'Ja, aber klar!', antwortete Lorella. Er zog sie an sich und dann fingen sie an zu tanzen. Ich wusste gar nicht dass er tanzen konnte und er wusste es wohl auch nicht, denn er schaute ziemlich überrascht drein. Mein Großer, wer hätte das gedacht?
Ich ging zu Toni. Er lächelte mich an.
'Na, Bella?'
'Echt süß die beiden, oder?', fragte ich.
'Ja, total! Willst du auch tanzen?', fragte er.
'Ja keine schlechte Idee. Kannst du den tanzen?'
'Wenn ich dich sehe bestimmt nicht, dann bin ich viel zu abgelenkt', sagte er. Macho! (Aber wie gesagt: ich mag Machos)
'Okay, dann legen wir mal los', sagte ich und zog ihn mit.
Ich liebte tanzen, obwohl ich es ganz und gar nicht konnte. Sich einfach u bewegen wie es einem gerade passt und auf den Takt der Musik. Eine Freundin, die sehr gut tanzen kann, hat mir mal gesagt, dass alles was man tat gut aussah, wenn es einem selbst Spaß machte.Mit Toni zu tanzen machte mir Spaß und wie! Er konnte wirklich nicht sonderlich gut tanzen doch er versuchte es und das war auch gut. Er zog mich durch die Gegend und hob mich hoch. Ich kreischte und lachte. Im Augenwinkel beobachtete ich Mike und Lorella. Sie scheinen ihren Spaß auch zu haben. Lorella lächelte und ihre weißen Zähne leuchteten in der Dunkelheit.
Ich war so beschäftigt damit dass ich nicht auf dem Boden landete oder dass ich Toni nicht auf Füße trat, dass ich gar nicht merkte, dass um uns herum noch andere Leute angefangen hatten zu tanzen. Die Anderen klatschten wie wild.
Dieser Augenblick. Für einen kurzen Moment ging alles nur in Zeitlupe. Ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper. Die Härchen auf meinen Armen richteten sich auf. Ich wollte die Zeit anhalten. Ich wollte ihn in meine Schatztruhe legen und wenn ich mir einmal alleine vorkam würde ich die Schatztruhe öffnen und ihn heraus nehmen.
Aber diesen Augenblick konnte man nicht anhalten. Und das machte ihn fast noch schöner.Als das Lied zu Ende ging setzten wir uns erschöpft auf den Boden. Die Leute klatschten wie wild. Ich war erschöpft und müde. Toni schien das zu merken. Er legte mein Kopf auf seinen Schoß und streichelte mir liebevoll übers Gesicht. Ich hätte einschlafen können doch die Musik hielt mich wach. Ich brachte ein Lächeln zustande obwohl ich dafür längst zu müde war.
Er lächelte zurück und dann fielen mir die Augen zu.
Ich stand irgendwie mitten im Meer. Um mich herum hörte ich das Rauschen der Wellen. Der Wind blies mir meine Haare aus dem Gesicht. Doch dann auf einmal legte sich der Wind und mit ihm auf die hohen Wellen. Weit hinten sah ich einen Menschen auf mich zukommen. Er war noch zu weit entfernt um ihn zu erkennen. Doch mit jedem Schritt mit dem er sich näherte erkannte ich wer es war. Es war Max. Max, mit seinen braunen Haaren und seinen grünen Augen. Er war viel größer als ich mir erwartet hatte und sein Gesicht war auch etwas anders. Aber es war noch schöner als ich es mir vorgestellt hatte. Er kam immer näher und als er vor mir stand beugte er sich über mich. Und dann passierte etwas Seltsames. Für einen kurzen Augeblick verwandelte sich Max in einen anderen Menschen. Für einen ganz kurzen Augenblick war Max Toni. Als er meine Lippen berührte war er wieder Max, mein Max. Es drehte sich alles. Ich sah ihm bloß in seine Augen. In seine wunderschönen, grüne Augen.Als ich erwachte hatte ich längst vergessen was ich geträumt hatte. Ich lag immer noch auf Tonis Schoß und er sah mich immer noch an. Wie lange ich wohl geschlafen hatte? Ich schaute auf die Uhr. Vier Uhr morgens. Typisch Mike.
'Wo sind die andern Beiden?', fragte ich.
'Dort drüben. Mike will gehen. Ich sollte dich aufwecken. Tut mir leid.'
'Schon okay!', sagte ich und lachte.
'Weißt du dass du unglaublich schön bist?' Das war kein Macho-Gerede. Das meinte er ernst, das spürte ich irgendwie. Ich war ziemlich geschmeichelt. Es wäre wohl der perfekte Moment gewesen für unsern ersten Kuss aber ich erhob mich einfach. Und sagte:
'Gehen wir?'
Er sah mich an und lächelte.
'Darf ich tragen?', fragte er.
'Ja, du darfst!', sagte ich lachend.
Er hob mich auf und ich spürte dass ich den Boden nicht mehr berührte. Auf Händen getragen, dachte ich.
'Danke', flüsterte ich und schloss die Augen und obwohl ich gar nicht müde war schlief ich ein. Das letzte was ich dachte war, dass ich es tatsächlich geschafft hatte den ganzen Abend nicht an Max zu denken. Ich hatte ja keine Ahnung dass ich von ihm geträumt hatte…







Teil 1 Teil 2


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