Sonne, Meer und Vorurteile...

Autor: Pumpernickelbrot
veröffentlicht am: 10.03.2015


Den ganzen Sommer lang hatte Alysia Summer auf diesen Tag gewartet. Gemächlich lies sie sich auf den Stuhl vor der glamourösen weißen Kommode sinken und legte ihr Mobiltelefon zur Seite. Sie betrachtete ihr Spiegelbild. Ihr dunkelbraunes langes Haar war wie immer ordentlich glatt gebürstet und wirkte für ihren Geschmack zu ordentlich, jede einzelne Strähne war genau da wo sie sein sollte. Ihr Blick wanderte von ihrem eigenen Gesicht, dessen Mittelpunkt die leicht schrägen, von dichten Wimpern umgebenen blauen Augen waren, bis hin zu ihrem Dekolletee, wo eine pompöse, mit Perlen besetzte Kette baumelte. Endlich würde sie ihrem goldenen Käfig entfliehen können. Die Entscheidung war ihr nicht schwer gefallen. Seit ihr Vater Karl gestorben war hielt sie nichts mehr in dieser Stadt. Ihre Stiefmutter Patricia hatte das charmante Landhaus das einst Alysias Mutter gehört hatte verkauft und gegen diese übertrieben große Villa eingetauscht. Hier hielt sie nichts mehr, weder ihre Stiefs chwester Margrit noch Patricia wollten sie überhaupt hier haben. Vor wenigen Minuten hatte sie ihr Ticket in die Freiheit bekommen. Mit einigen geschickten Handgriffen löste Alysia die Kette von ihrem Hals und legte sie auf die Kommode. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Bald würde sie das alles hinter sich lassen können. Sehr bald.

Eine Woche später...
Daniel saß zufrieden in seinem Büro. Gerade hatte er seinem Chef mitgeteilt, dass James Quinn sich für sie entschieden hatte. Natürlich war der Bau eines Ferienhauses nicht der größte Auftrag für das renommierte Architekturbüros, doch einen Milliardär an Land zu ziehen war dennoch ein Wahnsinns Erfolg denn vielleicht würde er der Firma später noch weitere, größere Projekte zuschanzen. James Quinn war jedenfalls begeistert gewesen von dem Entwurf des Ferienparadieses, den Daniel für ihn ausgearbeitet hatte. Während er in Gedanken noch bei dem Projekt war klopfte es an der Tür.
„Ja, bitte“, sagte er zu der großen Holztür gegenüber von seinem Schreibtisch. Eine junge hübsche Frau betrat den Raum. Sie trug ein rotes enges Kleid mit tiefem Ausschnitt und dazu schwarze High-Heels. Das dunkle Haar hatte sie zu einem hohen Dutt geknotet und ihr Gesicht war kunstvoll mit dezentem Make-up geschminkt.
„Alysia!“, sein Gesichtsausdruck verwandelte sich in ein strahlendes Lächeln.
„Hey Daniel“ erwiderte sie, offensichtlich erfreut ihn zu sehen.
Er trug einen rote Krawatte und einen teuer aussehenden Anzug. Sein dunkles, für gewöhnlich wildes, Haar war kürzer und ordentlicher als sie es gewohnt war doch der kecke Ausdruck in seinen strahlend blauen Augen war noch immer unverändert .
„Hast du es der alten Hexe schon gesagt?“, fragte er Alysia war sofort klar dass er von Patricia sprach.
„Sie war nicht erfreut, sie meint ich ziehe unsere Familie damit in den Schmutz wenn ich so einen unwürdigen Job annehme!“ „Das hab ich schon lange“, lachte Daniel. „Weiß sie wie du an den Job gekommen bist?“ „Du meinst ob ich das erste Familienmitglied das unsere Familie in den Schmutz gezogen hat erwähnt hab? Nein, der Name Daniel ist im Hause Summers nach wie vor ein Schimpfwort, ich hab dich nicht erwähnt!“ „Ist sie noch immer sauer weil ich ihre Tochter vernascht habe bevor mich Vater endgültig aus dem Haus geworfen hat?“ „Das war nicht deine beste Eroberung oder?“, sie schmunzelte. Margrit, die Stiefschwester der beiden war gewiss schön, aber Daniel hätte klar sein sollen, dass sich das negativ auf den Hausfrieden auswirken würde.
„Sicher nicht meine klügste Idee die ich hatte“ er schmunzelte „Wie gefällt ihr das neue Haus?“ „Es ist groß und dekadent, natürlich liebt sie es!“ „Vermisst du das Landhaus?“ Alysia zögerte. „Ich vermisse Mum, unser altes Haus war mit vielen Erinnerungen verbunden, aber gemeinsam mit Vater und dem Stiefmonster war es schon lange kein echtes Zuhause mehr, und wie sieht?s bei dir aus?“ „Ich vermisse das Baumhaus!“ „Das hat Vater abreißen lassen nachdem er dich aus dem Haus gejagt hat. Vermutlich hat es Madam Summer-Roth gestört, dass du ihre Tochter ausgerechnet dort verführt hast.“ Er sah Alysia eine Zeit lang schweigend an ehe er wieder etwas sagte.
„Irgendwann kaufen wir es zurück kleine Schwester, irgendwann.“ Alysia lächelte wehmütig. „Und dann bauen wir ein neues Baumhaus.“ Es gab erneut eine längere Pause. Schließlich erhob Daniel sich von seinem Bürosessel und stellte sich ans Fenster. „Ich denke, dass eine tolle Zukunft auf dich wartet Alysia. Und das du dich von Patricia distanzierst ist der erste Schritt in die richtige Richtung.“ „Erzähl mir von dem Job!“ forderte sie in auf.
„Du als Aushilfsarbeiterin für Prokoppbau angestellt. James Quinn, der Auftraggeber hat sich eine Privatinsel in der Karibik gekauft und wünscht sich dort nun ein Ferienparadies. Wir haben den Auftrag für den Entwurf des Hauses bekommen, aber bevor damit gestartet werden kann sind noch jede Menge anderer Tätigkeiten zu machen. Mehrere Stege, beziehungsweise ein Hafen gehört gebaut, für die Transportboote zum Anlegen. Dann wird eine Straße vom Hafen zum Baugrundstück notwendig sein. Nach und nach werden Sachen wie Geländewägen, Arbeitsmaschinen und Baumaterialen angeliefert werden. Luxus gibt es dort keinen. Bis auf die Wochenenden wird die ganze Projektgruppe ausschließlich auf der Insel sein. Ein großes Boot mit einer Küche und Duschen und Toiletten wird euch zur Verfügung gestellt. Das ist aber auch der einzige Luxus. Du fliegst direkt mit der ersten Gruppe, mit der ihr auch ein Schlafquartier für die Arbeiter aufbauen werdet. Was du dort genau alles machen musst kann ich d ir noch nicht sagen aber es wird sich anstrengend? Denkst du, du schaffst das?“ „Auf jeden Fall!“ „Na dann?“ Daniel lies sich wieder auf seinem Bürosessel nieder, öffnete eine Schublade und holte einen weißen Briefumschlag hervor „?hier ist dein Flugticket!“ „Wann geht?s los?“ „In drei Wochen geht der Flug. Es fliegt allerdings nur ein Teil der Arbeiter mit dir, ihr werdet schon Mal das Camp für euch herrichten und die Einkäufe für das Verpflegungsboot machen. Auf dem Boot gibt es Toiletten, Duschen und eine Küche. Die Vorräte könnt ihr selbst besorgen.“ „Hört sich klasse an“ Alysia strahlte.

21 Tage später wartete Alysia ungeduldig auf ihren Bruder. Sie trug eine weiße Dreiviertelhose, dazu ein rotes Freizeittop mit Palmenaufdruck und Sneakers. Sie wartete bereits zehn Minuten vor der Haustür der Villa, Patricia und Margrit hatten sich noch nicht einmal die Mühe gemacht sie zu verabschieden. Als der schwarze Geländewagen ihres Bruders die Auffahrt hoch fuhr wurde das Kribbeln in ihrem Bauch schier unerträglich. Obwohl sie sich unglaublich auf diesen Tag gefreut hatte war sie nun so nervös, dass sie nicht mehr wusste wie ihr geschah. Ein letztes Mal blickte sie Zurück auf das protzige Anwesen. Vorhin hatte sie noch ein ausgiebiges Schaumbad genommen. Ein letzter Luxus bevor sie sich in dieses neue Leben wagte.
„Bereit?“, fragte Daniel als er aus dem Wagen stieg. Er trug ein rotes T-Shirt zu lässigen Jeans und Turnschuhen.
„Bereit!“
„Ist das alles?“, er deutete auf ihre Reisetasche. Alysia nickte. Daniel hievte die Reisetasche auf die Ladefläche des Autos und grinste seine Schwester an „Los geht?s!“ Die Fahrt über erzählte er ihr weitere Details über die Privatinsel auf der sie arbeiten würde. Sie erfuhr dass sie einst einem arabischen Ölscheich gehörte, der sie allerdings nicht nutzte. Vor einem Jahr hatte James Quinn die Insel gekauft und nun beschlossen sich dort ein Ferienparadies zu bauen.
„Ich glaube James Quinn ist ein Arsch“ urteilte sie kurz angebunden.
„Wie kommst du denn darauf?“, wollte Daniel milde überrascht wissen. Er kannte Alysias Abneigung den Opulenten gegenüber nur zu gut. Der Vater der beiden war ebenfalls äußerst vermögend gewesen und für ihn zählte, wie für seine dritte Frau Patricia, nichts anderes als Geld und Ansehen. Daniel war im Gegensatz zu seiner jüngeren Schwester schon lange aus diesem Leben geflohen. Vielleicht war das der Grund dafür dass er seine Abneigung dein Reichen gegenüber nicht so verallgemeinerte.
„Er hält sich für was Besseres. Man liest doch oft genug etwas über ihn und seine Eskapaden. Da geht es fast immer um Frauengeschichten und um Alkoholexzesse.“, begründete Alysia ihre Aussage.
„Die Presse bauscht alles auf, eigentlich ist er ganz okay. Er ist am Boden geblieben.“ „Am Boden geblieben? Er hat sich eine Insel gekauft!“ „Wer hat der kann, Schwesterherz. Er tut auch genug Gutes. Nur prahlt er im Gegensatz zu anderen nicht damit. Außerdem, seit wann gibst du was auf Klatsch?“ „Ich meinte ja nur?“ „Du wirst ihn ohnehin nicht treffen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Insel besucht bevor sein Haus steht.“ „Wie sind die Mitarbeiter von Prokoppbau so drauf?“, wechselte Alysia das Thema.
„Die Jungs sind alle ganz okay. Martin Prokopp hat einige seine besten Mitarbeiter auf dieses Projekt angesetzt. Er wird selbst regelmäßig vorbeikommen um den Fortschritt zu überwachen, wahrscheinlich ist er nun auch am Flughafen um irgendeine Motivationsrede zu halten.“

Mit seiner Prognose hatte Daniel vollkommen recht. Als sie nach einer Stunde Autofahrt am Flughafen ankamen stand Martin Prokopp bereits umringt von einer Menschentraube, bestehend aus einem Duzend Männern, am Gate und hielt eine Ansprache. Als er Daniel sah, winkte er ihn zu sich.
„Leute, hier ist er, der Mann der dieses Projekt möglich gemacht hat. Daniel Summer.“ Die Männer applaudierten und Daniel stellte sich neben Martin Prokopp vor die Truppe. Nach einigen motivierenden Worten des Bauherrn und des Architekten machte sich Alysia mit den anderen Arbeitern zum Aufbruch bereit. Sie schüttelte Hände und stellte sich ihren neuen Kollegen vor. Die meisten waren geschiedene Männer mittleren Alters. Herr Prokopp schien es vor zu ziehen Menschen ohne Familien auf die Insel zu schicken. Einige waren in Alysias Alter, sie sahen dieses Projekt als Chance sich in der Firma zu beweisen. Ihr schienen alle sehr sympathisch und ihre Nervosität, die sie schon den ganzen Tag mit sich trug, lies allmählich nach. Im Flugzeug saß sie neben Sam Bauer, wie sie war er dreiundzwanzig Jahre alt. Er studierte eigentlich Bauingenieurswesen, doch nach der Trennung von seiner Ex-Freundin hatte er sich entschieden ein Jahr Auszeit zu nehmen. Und wo könne man besser eine Auszeit
nehmen als auf einer unbewohnten Insel mitten in der Karibik? Obwohl er mit seiner Körpergröße von 1,69 sicher zu den kleinsten der Arbeiter gehörte war er dennoch mit seinem blonden wuscheligen Haar und den gutmütigen blauen Augen der attraktivste der Männer.
„Was ist dein Grund für die Flucht?“, wollte er von Alysia wissen.
„Meine Flucht?“
„Du entfliehst dem zivilisierten Leben, dafür muss es doch einen Grund geben.“ „Ich habe keinen bestimmten Grund“ „Gescheiterte Beziehung? Das ist zumindest bei den meisten der Grund die bei diesem Projekt mitarbeiten wollen oder gehörst du zu denen die sich einen bezahlten Dauerurlaub in der Karibik erwarten?“, hakte er nach.
„Ich habe einfach keinen guten Grund hier zu bleiben, deshalb hab ich den Job angenommen. Dass er zufällig noch in der Karibik ist sehe ich als netten Bonus.“ Sam grinste sie an „Vielleicht findest du ja noch einen guten Grund dafür ein Jahr durchzuhalten.“ Sie grinste zurück.

Acht Stunden später landeten sie in Caraeas . Tatsächlich fühlte es sich nicht danach an, dass sie hier waren um zu arbeiten. Es hatte über dreißig Grad im Schatten. Der Flughafen war überseht von Touristen die entweder umstiegen um auf eine der südlichen Karibischen Inseln zu fliegen, andere die sich direkt vor dem Flughafen von Hotelshuttles abholen ließen um das tropische Klima direkt in Venezuela genießen zu können. Nachdem sie ihr Gepäck geholt und ihre Einreisevisa vorgelegt hatten gingen sie gemeinsam ins Foyer wo bereits eine attraktive Frau Mitte vierzig ein Schild mit der Aufschrift ?Prokoppbau? in die Höhe hielt. Die Frau stellte sich als Selina Gomez vor. Sie war zuständig um das Projekt vor Ort zu überwachen. Alysia war die Mittvierzigerin trotz ihrer strengen Gesichtszüge auf Anhieb sympathisch.

Am nächsten morgen fuhren Sie zum Hafen. Selina schmunzelte als sie in die verdutzten Mienen der Mitarbeiter von Prokoppbau schaute. Der Grund für die überraschten Gesichter war unschwer zu erkennen. Am Steg vor ihnen stand ein gewaltiger Kahn mit der Aufschrift Prokoppbau!
„Eine kleine Überraschung von James Quinn, er will dass das Team das verantwortlich für den Bau seiner Ferienoase ist, rundum zufrieden ist.“ klärte sie die Gruppe auf die wie gebannt auf die Yacht starrte.
„So ein Angeber!“ zischte Alysia Sam zu.
„Was hast du denn? Ist doch eine echt gelungene Überraschung!“ flüsterte Sam Alysia ins Ohr.
„Für mich sieht es so aus als wolle sich der Typ unsere Sympathie erkaufen“ „Naja, meine hat er“ lachte Sam.
Bis auf Alysia wirkten alle schwer beeindruckt. Staunend schritten sie über den schmalen Steg auf das Wassergefährt. Abgesehen von den notwendigen Sachen, wie Hygieneräume und einer großzügigen Küche, bot der Kahn einen Fitnessraum, einen Swimmingpool, Poolbillard, einen Barbereich und ein Jacuzzi. Nachdem sie ihr Gepäck abgelegt hatten und sich umgezogen hatten sammelten sich alle an Deck. Paul und Derek, zwei der älteren Kollegen, ließen es sich nicht nehmen sofort in den Pool zu springen, wobei sie ihre Bierbäuche entblößten. Sam und Alysia mixten gemeinsam mit Erik und Michael einige Cocktails für die Prokoppcrew und Selina. Die Fahrt zur Insel entwickelte sich schnell zu einer Party. Sie stießen auf die Zeit an, die sie gemeinsam auf der Insel verbringen würden und sehr zu Alysias missfallen auch auf James Quinn und die Yacht die er ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Als Selina die Motorjacht schließlich zum Stillstand brachte und den Anker auswarf feierten sie noch la nge weiter. Die erste Nacht würden sie ohnehin auf Luftmatratzen auf dem Boot verbringen.

Nach zwei Wochen konnte Alysia es kaum glauben wie weit sie schon gekommen waren. Ihre Hütte die eigentlich nur aus einem schlichtem Dach bestand war etwas abgelegen von den Hütten der Männer. Außerdem hatten sie aus dem Holz, welches am ersten Tag ihres Aufenthaltes geliefert wurde, hatten sie außerdem extra für sie eine kleine Kabine gebaut, damit sie zum Umziehen nicht immer extra auf die Yacht musste welche nur mittels kleiner Motor- oder Ruderboote erreichbar war.

Als erste richtig schwierige Herausforderung stellte sich der Steg heraus, welchen sie bauen mussten um mit den Transportbooten direkt anlegen zu können. Sie waren zwei Tage früher als erwartet mit dem Schlaflager und dem Steg fertig. Obwohl die Dreiundzwanzigjährige die zwölfköpfige Projektgruppe erst seit gut zwei Wochen kannte fühlte sie sich hier mehr dazugehörig als jemals bei ihrer echten Familie, abgesehen natürlich von Daniel, der immer zu ihr stand.
Sie saß gerade unter ihrer selbst gebauten Überdachung und beobachtete Sam, Erik und Michael die am Strand Volleyball spielten als sie einen zweiten Kahn in der Nähe der Insel anlegen sah sah.
„Hey Sam“, rief sie hinunter zum Strand und deutete Richtung Steg. Die ganze Insel war ca. neun Kilometer lang und vier Kilometer breit. und ihr Schlaflager war so angebracht, dass sie einen guten Blick zum Steg hatten. Sams Blick folgte ihrer Hand.
„Das müssen die anderen sein“ rief er als auch er das riesige Boot entdeckte.
„Wir brauchen noch eine Yacht? Ist eine nicht genug“ fragte sie die Jungs während sie auf sie zu ans Ufer lief.
„Gehen wir sie begrüßen“ erwiderte Erik ohne auf ihren Kommentar einzugehen.
Bis auf die Vier waren alle mit den kleinen Booten auf die Yacht gefahren um den freien Tag zu genießen.
Sie gingen an dem türkisblauen Wasser entlang. Von der zweiten Yacht fuhr ein kleines Motorboot auf den Steg zu.
„Willkommen im Paradies, wo sind die anderen?“, rief Alysia dem einzigen Menschen im Boot zu.
„Hey ho, welche anderen?“
„Die Verstärkung? Oder bist du alleine her gesegelt?“ Er sprang im seichten Wasser aus dem Boot und zog es ans Ufer. Die vier Freunde eilten ihm sofort zu Hilfe.
„Hey, ich bin Erik, das sind Sam, Michael und Alysia“ ergriff Erik das Wort und schüttelte dem Neuen die Hand.
„Hallo“, sagten Sam und Michael im Chor.
Alysia musterte den Neuankömmling. Unter seinem grünen T-Shirt mit dem weißen Aufdruck ?Summertime? zeichnete sich eindeutig ein wohl mühselig antrainierter Sixpack ab. Dazu trug er rote Badeshorts und Flip Flops. An seinem rechten Handgelenk befand sich eine teuer aussehende Armbanduhr, sein fast schwarzes Kopfhaar wirkte willkürlich verstrubbelt. Doch was sie am meisten an ihm faszinierte waren seine Augen. Ein Paar meergrüner, raubtierhafter Augen die Alysia unentwegt musterten.
„Gehörst du überhaupt zur Crew?“, fragte sie misstrauisch.
„Lass dich von Alysia nicht einschüchtern. Sie ist Fremden gegenüber immer skeptisch“ mischte sich Erik ein um ihre forsche Frage abzumildern.
„Ich bin Jimmy“ begann er langsam. Offensichtlich war er es nicht gewohnt gleich so ausgefragt zu werden. Dennoch fuhr er nach einer kurzen Pause unter den fragenden Blicken der kleinen Gruppe fort: „Freut mich euch kennen zu lernen... Ich- ähm, ja sicher gehöre ich zur Crew. Die anderen kommen erst morgen mit den Transportbooten. Ich wollte schon mal vorfahren die Lage checken weil ich zufällig einen Segelschein hab“ während er sprach heftete sein Blick weiterhin ausschließlich auf Alysia. Unwillkürlich griff sie sich mit der rechten Hand auf die linke Schulter und bedeckte so ihr Bikini Oberteil während ihre Wangen sich gleichzeitig rot färbten. Sam, der Jimmys Blick gefolgt war stellte sich vor Alysia und wandte sich an den Neuen: „Komm, ich zeig dir das Lager!“ Er deutete in die Richtung in der sich das Schlafquartier befand und ging voran. Nach einem letzten musternden Blick auf die junge Frau folgte er Sam zu den Hütten.

„Was war das denn?“ Michael schüttelte verwirrt den Kopf als Sam und Jimmy außer Hörweite waren.
„So was passiert wenn es zuviele Hähne und zu wenig Hühner gibt“ erwiderte Erik.
„Was meinst du?“ wollte Alysia wissen
„Ich denke Sam steht auf dich, und jetzt hat er Angst vor Konkurrenz Alysia“, entgegnete Erik und Michael nickte beipflichtend. Alysia betrachtete nachdenklich das Meer. Die Offenheit ihrer beiden Freunde Überraschte sie. Ebenso wie deren Gedanke. Aber eigentlich hatte sie selbst schon den Verdacht gehabt, dass Sams Gefühle ihr gegenüber nicht nur freundschaftlicher Natur waren...








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