Anders als man denkt

Autor: Franzii
veröffentlicht am: 30.01.2010




Ich war überglücklich. Seit einem Monat waren ich und Felix nun schon ein Paar und seit dem schien nur noch die Sonne zu scheinen. Na gut, vielleicht lag es auch daran, dass es mitte August war. Aber trotzdem - wir sahen uns fast jeden Tag und es wurde immer noch besser. Früher war ich in Gegenwart von Jungen immer wahnsinnig nervös gewesen. Besonders dann wenn ich mit ihnen alleine war. Mein Kopf war dann wie leergefegt, meine Hände schwitzten und ich versuchte krampfhaft ein Gesprächsthema zu finden. Mein eh schon winziges Selbstwertgefühl hatte immer furchtbar unter diesen Situationen gelitten. Emma, meine beste Freundin, vertrat die Theorie, dass dies daran lag, dass ich ohne Mutter aufgewachsen war. Eine Mutter gibt ihrer Tochter immer zu verstehen, dass sie wunderschön ist, so Emma, Und mein Vater würde mich zwar lieben, aber er war eben auch nur ein Mann und die sind nun mal von Geburt an etwas unsensibel und denken nicht daran ihren Töchtern in regelmäßigen Abständen eine Dosis Komplimente zu verabreichen.
Doch nun hatte ich ja Felix. Bei ihm fühlte ich mich einfach nur wie die tollste Frau auf Erden und auch mit ihm alleine zu sein machte mir nicht das Geringste aus. So wie auch heute. Wir hatten den Tag zusammen mit ein paar Freunden am See verbracht. Doch nun wurde es schon langsam kühler und die anderen hatten sich ihre Räder geschnappt und waren nach Hause gefahren. Nur wir beide waren noch übrig geblieben.
'Es ist fast wie im Film nicht wahr?', meinte ich verträumt.
'Was meinst du?'
'Na, diese ganze Situation hier. Wir beide. Alleine. Am See. Bei Sonnenuntergang. Findest du das den gar nicht romantisch?'
Darüber konnte Felix nur verschmitzt grinsen. Männer! 'Meine kleine Romantikerin. Aber gut…Ich will mal nicht so sein. Weißt du was das einzige ist was jetzt noch fehlt?'Verwirrt schüttelte ich den Kopf. Wie konnte dieser Augenblick denn noch perfekter werden? Sekundenbruchteile später wusste ich es. Felix stützte sich auf seine Ellbogen ab, grub eine Hand in mein Haar und küsste mich zärtlich.
Ich seufzte und öffnete meine Lippen. Felix war ein fantastischer Küsser. Da hieß es nur zurücklegen und genießen. Seine Hand leget sich auf meine nackten Bauch und als sie begann nach oben, in Richtung meiner Brust, zu klettern wurde mir trotz der kühlen Abendluft auf einmal ziemlich warm.
Mehr als Küssen war bisher nicht gelaufen bei uns. Es hatte sich einfach nie ergeben. Erschrocken bemerkte ich auf einmal, dass nun Gelegenheit dazu wäre Felix noch näher zu kommen. Er zumindest hatte diesen Gedanken anscheinend gehabt, denn seine Hand hörte nicht auf mich zu liebkosen und hatte nun ihre Reise fortgesetzt. Diesmal in Richtung meines Bikinihöschens. Es fühlte sich gut an. Aber was erwartete er nun von mir? Felix hatte schon Erfahrung mit diesen Dingen und ich war mit meinen 17 Jahren noch Jungfrau.Anscheinend hatte er meine plötzlich passive Haltung gemerkt, denn er löste seine Lippen von den meinen und sah mich forschend an.
'Ist alles in Ordnung?'
Scheiße! Was sollte ich nur antworten? Ich wollte gerade ein gepresstes 'Alles bestens' herauswürgen als mein Handy laut schrillte. Der ideale Vorwand! Ich nutzte die Gelegenheit, sah ihn entschuldigend an und klappte mein Telefon auf.
'Hannah wo bleibst du denn? Es ist schon viertel nach sechs. Wir wollten doch heute mal wieder zusammen Abendessen…?'
'Papa? Ähm…ja klar. Ich bin in 10 Minuten da. Bis gleich.'
Erleichtert drehte ich mich zu Felix um. Da war ihr die Entscheidung in letzter Sekunde noch einmal abgenommen worden.
'Tut mir leid. Ich hab's meinem Dad versprochen…'
'Schon okay.' Er zog ein enttäuschtes Gesicht. Als er aufstand und nach seiner Jeans griff, sah ich deutlich wie sich seine Badeshorts an einer verräterischen Stelle wölbte. Ein bisschen schmeichelte mir das schon. Es war ein schönes Gefühl von ihm begehrt zu werden. Nichtsdestotrotz war mir ein wenig flau in der Magengegend. Die Alten Selbstzweifel machten sich wieder einmal mit lauter werdender Stimme bemerkbar.

Später am Abend saß ich zusammen mit Emma in meinem Zimmer. Ich hatte ihr von dem heutigen Vorfall am See erzählt.
'Was soll ich nur tun Emma? Ich würde gerne mit Felix schlafen. Wirklich. Ich liebe ihn so sehr und ich weiß auch, dass er sich das wünscht. Aber er hatte schon Sex und ich? Er ist doch mein erster Freund. Ich will ihn auf keinen Fall enttäuschen.'
'Hast du denn mit ihm darüber geredet?'
'Oh Gott nein! Das wäre ein lustiges Gespräch geworden. Er weiß gar nicht, dass ich noch Jungfrau bin. Er hatte doch vor mir schon drei Freundinnen. Wenn ich ihm jetzt sage, dass ich noch gar keine Erfahrung habe, dann hält er mich doch für total eingestaubt. Er darf es auf keinen Fall erfahren!'
Emma schaute etwas skeptisch drein. Aber sie hatte ja auch leicht reden. Sie strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und hatte gar kein Problem damit auch mal ganz unverbindlich die Nacht mit diesem oder jenem Typen zu verbringen.
'Und was willst du nun tun? Ich meine spätestens wenn ihr miteinander schlaft wird er wissen, dass du das noch nie gemacht hast.'
Doch in diesem Moment hatte ich eine Arte Geistesblitz.
' Nein, dass wird er nicht', sagte ich ganz ruhig, 'ich habe eine Idee aber du musst mir dabei helfen.'
Mit entschlossener Stimme weihte ich Emma in meinen Plan ein.









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