Liebesgeschichte 828

Autor: reocurring
veröffentlicht am: 20.11.2012


Gesehen haben wir uns das erste Mal am 2. Juli 2012. Eineinhalb Monate zuvor hab ich ihm auf Facebook eine Freundschaftsanfrage geschickt. Einfach so, weil mir das Profilbild gefallen hat. Und weil ich über meinen Ex-Freund hinwegkommen wollte. Ich war in ein tiefes Loch gesunken, wusste keinen Ausweg mehr. Weinen gehörte zum Alltag. Dass er mir einmal ein guter Freund sein würde, das war mir damals natürlich nicht bewusst, als ich auf "Freundschaftsanfrage senden" klickte. Wenige Stunden später hatte er sie auch schon angenommen. Neugierig durchstöberte ich sein Profil,d schließlich klickte ich am Profilbild "gefällt mir". Daraufhin schrieb er mir eine Nachricht: "Hey, wie gehtz denn so?"
Das Herz fiel mir in die Hose. Natürlich schrieb ich zurück, und eine lange Tradition begann: Jeden Tag ein neuer, kurzer Chat.

Das tägliche Schreiben war schon zur Gewohnheit geworden, dabei war es immer ER, der mir eine Nachricht schickte. Seit 1.5 Jahren ist es immer er, der schreibt.

Ich war natürlich sofort in ihn verschossen, meinen Ex-Freund hatte ich nach 1 Monat auch schon halbwegs vergessen.

Und dann war es endlich soweit: Wir sahen uns zum ersten Mal. Zusammen mit gemeinsamen Freunden (damals wusste ich noch nicht, dass wir gemeinsame Freund haben), machten wir einen Ausflug. Er sah unverschämt gut aus, ich war aufgestylt und fühlte mich toll. Gleich zu Beginn machte er mir ein Kompliment: Meine Schuhe gefielen ihm! An dem Tag redeten wir kaum 3 Worte miteinander, beide waren wir schüchtern, dabei weiß ich bis heute nicht, was er sich gedacht hat. Im Sommer sahen wir uns dann immer wieder, nie alleine, immer nur mit unseren Freunden.


Und dann fing es an, dass ich zu ihm kam, die Nacht mit ihm verbrachte. Am Morgen fuhr ich wieder, es ging so dahin und beiden schien das zu passen. Die Betonung liegt auf "schien". Ich war totunglücklich. So sehr hab ich mir einen Menschen wie ihn gewünscht, und jetzt war er da und ich hatte ihn, nur nicht so, wie ich wollte. Ich bekam heraus, dass er auch mit anderen Frauen schrieb, war am Boden. Dabei war es verständlich, wir waren ja nicht in einer Beziehung. Wir hatten nur Sex und schrieben uns die schönsten Sachen.

Als ich nicht mehr anders konnte, schrieb ich ihn darauf an. Er reagierte so, wie es zu erwarten war: In die Ecke gedrängt. Ich wollte den Kontakt abbrechen. Am selben Tag sah ich ihn zufällig wieder, beide waren wir still und hatten eine böse Miene. Als ich zu Hause den Tränen nahe war, schrieb ich ihn an. Es fing von vorne an.

Der Winter war wunderschön, Anfang November schrieb er mir das, das ich niemals erwartet hätte: Ich liebe dich !

Ich konnte es nicht fassen!!!! Ich war der festen Überzeugung, dass wir endlich ein Paar sein würden. Getäuscht... Es ging so weiter, keine Beziehung, aber doch war da etwas. Eine dicke Freundschaft und meinerseits auch Liebe. Ob das von ihm auch da war, weiß ich nicht.

Anfang Februar des nächsten Jahres dann der Schock: Er fängt für eine Firma an, die ihre Mitarbeiter in alle Welt schickt. Das heißt, ich würde ihn Wochen nicht sehen, ich blieb ja in unserer gemeinsamen Heimat. Er schien sich auf seine Arbeit zu freuen, und ich tat ebenfalls so. Im Inneren schrie ich.

Als er dann zum 3. Mal nach einem Kurzurlaub zuhause wegfuhr, wusste ich es dann: Warten konnte ich nicht. Dann würde er nie "erkennen", was wir haben. Also entschied ich, auch ins Ausland zu gehen. Aber für 1 Jahr.

Als dann mein Abschied kam, wusste ich nicht so recht, was ich sagen oder machen sollte. Am letzten Abend sahen wir uns mit meiner besten freundin noch einmal. Es war schön, zum Abschluss küsste er mich auf die Wange. Und dann war er weg.

Als ich nachhause fuhr, weinte ich. Weil ich wusste, dass es das war. In einem Jahr verändert man sich stark, ich hatte Angst, ihn zu verlieren. Meinen Freund.

Jetzt bin ich seit 7 wochen alleine, weg von der Heimat. Auch er ist gerade im Ausland. Alle 2 Wochen schreibt er mir mal, vermissen tu ich ihn schon. Aber ich denke nicht mehr so oft an ihn. Nicht mehr jede Sekunde. Ich hab Angst. Weil ich ihn immer noch liebe, weil ich ihn nicht vergessen kann, und weil ich totunglücklich wäre, wenn er eine andere als Freundin hätte.

Innerlich weiß ich genau, dass ich auf ihn warte. Dass ich ihn nicht loslassen kann. Ich weiß aber auch, dass ich naiv bin. Und vielleicht dumm.

Aber was tut man gegen dieses Gefühl, das einen fast erdrückt?

Eifersucht, Liebe, Schmerz.

Mittlerweile ist er ein sehr guter Freund geworden. Verlieren will ich ihn auf keinen Fall. Wenn er aber in meinem Herzen bleibt, werd ich ihn niemals vergessen können...?



Kommentare

Regentanz<3Regentanz<3

08.12.2012 18:24:54

Hallo (:, Tun kann man gegen das Gefühl erdrückt zu werden erst einmal leider gar nichts. Er ist ein sehr guter Freund von dir und er wird immer in deinem Herzen bleiben. Das Entscheidende ist, was du allein daraus machst;) deine Gefühle, Eifersucht, Liebe und Schmerz sind völlig normal und auch, dass du ihn unheimlich vermisst. Aber die Situation hat sich nun völlig verändert. Ihr schreibt nicht mehr jeden Tag und ihr seid sehr weit voneinander entfernt und das für eine ziemlich lange Zeit. Man verliert sich sehr schnell aus den Augen. Wenn du ihn als Freund, nur als Freund behalten möchtest, dann halte einen lockeren Kontakt mit ihm. Wenn du allerdings eine Beziehung mit ihm möchtest und ihn liebst, dann musst du dich mit ihm zusammen damit auseinandersetzten. Erzähle ihm ein letztes Mal von deinen Gefühlen (am besten wenn ihr euch das nächste Mal persönlich trefft;)). wenn er sich noch immer eingeengt fühlt und sowas, dann vergiss ihn. Er ist es nicht wert sich solche Gedanken über ihn zu machen. Wenn er dich wirklich liebt, dann würde er nicht SO reagieren. Dann ist er noch nicht reif genug, egal wie alt er ist. aber wenn er dich wirklich liebt und du ihn wirklich liebst, dann schafft ihr das, denn Liebe übersteht alles :*


reoccuring

27.02.2013 06:04:50

Jetzt ist ein halbes Jahr vergangen, der Kontakt ist komplett abgebrochen,ich leide wie ein Hund. Ist das Leben nicht manchmal grausam? Hm... Vielleicht ist das aber auch das größte Glück, das mir geschehen konnte. Wer weiß..




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