Life is just a game. Either you´re lucky or not. - Teil 4

Autor: Cri.Chan
veröffentlicht am: 15.11.2011


Huhuu =) sorry für die lange Wartezeit, aber hier endlich Teil 4. Viel Spaß beim lesen :*
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Sofort versuchte ich mich wieder unter Kontrolle zu bekommen. Sie hatte einen Verlobten. Wie konnte ich nur nicht daran denken, dass ein so wunderschönes und engelsgleiches Wesen wie Lucy keinen Freund hatte? Innerlich feigte ich mich Ohr und verfluchte mich für meine Naivität. Jetzt würde alles komplizierter werden. Ich setzte mein Pokerface auf und begrüßte freundlich sowohl Lucy als auch ihren Freund. Wie hieß der nochmal?
„Freut mich dich kennen zu lernen. Ich bin Andrew, der Cousin von Colin der wegen des Unfalls… mit Lucy… Ja also…“
Ich versuchte so traurig wie möglich zu wirken. Meiner Meinung nach, war es der richtige Moment das Opfer zu spielen. Es schien zu funktionieren. Ihr Freund machte sofort ein mitleidiges Gesicht und redete dummes Zeug vor sich her, was seiner Ansicht nach tröstend sein sollte:
„Das tut mir sehr leid für dich Andrew. Bestimmt vermisst du ihn sehr und denkst ständig an ihn…“, blah, blah, blah… Scheiß Schleimer!
„Danke dir.“, meinte ich mit gespielt trauriger Miene und hütete mich davor seinen Namen zu nennen, da ich diesen sowieso schon vergessen hatte. Unwichtig! Irgendwie musste ich ihn loswerden um mit Lucy alleine zu reden.
„Wie geht es dir heute Lucy? Kümmert man sich auch gut um dich?“, richtete ich das Wort an sie und ihr Lächeln das sie mir schenkte, erstrahlte den Raum und ließ ihn in einem sonnengleichen Licht erstrahlen.
„Die Krankenschwestern, die sich sehr gut um mich kümmern, sind sehr nett und fürsorglich.“, sagte sie mit zarter Stimme. Ich merkte, wie sie wieder versuchte ihre Kraftlosigkeit zu verbergen.
„Das glaube ich. Schließlich werden sie auch dafür bezahlt! Wer in so einem Krankenhaus arbeitet, muss ganz schön viel Geld bekommen.“, fügte ihr Freund Dings-Da lachend hinzu. Seine Aussage machte mich nervös. Lucy schienen seine Worte nicht ganz gefallen zu haben.
„David! Sag doch so was nicht. Hier arbeiten sehr gutherzige Menschen die alles für ihre Patienten tun.“
Ach so! David hieß er also. Mal sehen wie lange dieser scheiß Name diesmal in meiner Erinnerung hängen bleibt.
„Ich denke, dass sie Recht hat.“, mischte ich mich ein und ergatterte ein weiteres Lächeln von Lucy, dafür einen bösen Blick ihres Freundes, Daniel!
„Ach Schatz. Du bist so gutherzig.“, meinte er und beugte sich zu ihr vor um sie auf die Stirn zu küssen. Lucy schien von diesem Kuss zu schmelzen, jedoch war sie gleichzeitig etwas peinlich berührt, da ich auch im Zimmer stand und alles mitbekam. Dieser Arsch wusste zu gut mit ihr umzugehen. Ein Handy klingelte und Darin griff in die Tasche um das Gespräch anzunehmen.
„Ja hallo?... Jetzt?... Kein Problem. Bin in zwanzig Minuten da.“, rief er in das Gerät und legte auf.
„Lucy-Maus. Ich muss jetzt leider gehen. Ich werde dich sobald ich wieder kann besuchen kommen.“, sagte er mit einem schleimigen Lächeln. Ich hasste ihn! Oh ja, das tat ich!
Lucy sah ihn traurig an.
„Aber David! Wann wird das sein? Du hast so wenig Zeit…“, beschwerte sie sich leise.
Ihr Freund sah sie mit einem Lächeln an, welches man einem kleinen naiven Mädchen schenkt und hielt ihre Hand.
„Du wirst sehen, ich werde dich bald wieder besuchen kommen. Du wirst es bestimmt kaum merken das ich weg bin, denn schließlich ist doch Andrew jeden Tag da hast du gesagt.“
Ich hob eine Augenbraue. Hatte sie ihm also von mir erzählt. Doofus stand auf, nahm seine Jacke die auf einem Stuhl gelehnt war und verließ das Zimmer ohne sich richtig zu verabschieden. Lucy starrte ihm traurig hinterher.
„Er arbeitet viel.“, versuchte sie ihn zu entschuldigen.
„Seine Eltern haben eine große Firma und er muss viel tun um in deren Fußstapfen zu treten, weißt du.“
Ich nickte nur.
„Verstehe. Wie lang seid ihr denn zusammen?“, fragte ich. Eigentlich rutschte mir diese Frage heraus, doch da ich sie nun gestellt hatte, versuchte ich eine ruhige Miene zu bewahren und auf ihre Antwort abzuwarten.
„Drei Jahre.“, antwortete sie.
„Wir kennen uns aber schon seit dem Kindergarten.“, fügte sie noch hinzu.
„Verstehe.“, sagte ich und lächelte ihr zu. In mir krampfte sich etwas zusammen.
„Lucy, ich glaube ich sollte auch gehen. Du versteckst wieder deine Erschöpfung und das tut dir bestimmt nicht gut.“, meinte ich. Sie sah mich erstaunt an. Dann wurden ihre Wangen rot und sie sah in eine andere Richtung.
„Du merkst das? Entschuldigung. Bitte denk jetzt nicht, dass ich dich anlüge oder so.“
Meine Augen wurden riesig und ich bekam… Schuldgefühle! Was zur Hölle! SIE entschuldigte sich für ihren schlechten Zustand bei MIR?
„Wieso entschuldigst du dich? Das ist doch überhaupt nicht nötig! Bitte ruh dich jetzt aus. Wenn du es erlaubst, dann komme ich morgen wieder und besuche dich. Wenn du mir sagst was du gerne hättest, dann bringe ich es dir. Süßigkeiten, Obst… Egal was.“, quasselte ich darauf los und als sie mich mit ihren großen und wunderschönen Augen ansah verstummte ich. Diesmal war ich es, der sich peinlich berührt wegdrehte. Sie fing an zu lachen.
„Das ist so süß von dir! Es würde mich total freuen, wenn du mich morgen wieder besuchen kommst, doch mach dir keine Umstände wegen mir! Du musst mir nichts bringen. Und danke für die Blumen.“, meinte sie und deutete mit einer kurzen Kopfbewegung auf den Strauß, den ich immer noch in meiner Hand hielt.
Ihr Lächeln war unglaublich und ich glaubte, dass mein Herz stehen zu bleiben schien.
„Oh!“, sagte ich. Da ich die Peinlichkeit überspielen wollte, ging ich zum Tisch der im Raum stand, nahm die leere Blumenvase die darauf platziert war, lief ins kleine Badezimmer und füllte Wasser hinein, steckte den Blumenstrauß rein, richtete ihn ein wenig her und stellte das Ganze wieder zurück auf den Tisch vor ihrem Bett hin. Lucys Augen leuchteten als sie mein Werk betrachtete.
„Wow! Danke dir! Das ist ein sehr schöner Blumenstrauß!“, komplimentierte sie mich.
„Das freut mich. Nun ja, also… Schön. Danke. Dann sehen wir uns morgen. Ruh dich gut aus Lucy.“, verabschiedete ich mich und verließ ihr Zimmer. Kaum war ich aus dem Raum, verschwanden die Weicheigefühle die ich bis gerade eben noch gespürt hatte.
„Ich brauch nen Kaffee!“, murmelte ich verärgert und lief aus dem Krankenhaus, um mir im nächstbesten Star Bucks einen großen Becher Kaffee zu holen. Das Erwünschte erlangt, setzte ich mich auf einen der kleinen Sessel die im Raum standen und fing an kleine Schlucke von meinem heißen Getränk zu nehmen. Schwarz wie die Nacht, so mochte ich ihn am liebsten meinen Kaffee. In Gedanken versunken – natürlich drehten sich diese um Lucy -, lehnte ich mich zurück und fing an mit meinem Finger Kreise um den Becherrand zu drehen. Da ich tief in Gedanken versunken war, merkte ich nicht, dass sich ein Mädchen zu mir an den kleinen Tisch gesetzt hatte, um den die kleinen Sessel verteilt waren. Sie starrte mich an. Erst nach einer Weile sah ich auf und guckte ihr ins Gesicht. Sie starrte schamlos weiter und ich runzelte die Stirn.
„Ist was?“, fragte ich sie. Als wäre nichts, lächelte sie mir zu. Ihre Lippen waren mit einem knallroten Lippenstift bemalt, was ihr etwas umwerfendes verpasste. Sie stellte ihren Kaffeebecher auf dem kleinen Tisch ab, dies ohne ihren Blick von mir zu wenden. Wie gebannt, sah ich ihr in die Augen. Sie waren hellgrün und mit schwarzem Kajalstift umrandet. Sie hatte etwas Wildes an sich und ich musste zugeben, es machte mich wirklich an.
„Bist du Andrew?“, fragte sie und ihre Worte kamen wie ein Schnurren aus ihrem wohl geformten Mund.
„Wer will das wissen?“, fragte ich, doch konnte mir schon vorstellen, vom wem sie diese falsche Information bekommen haben konnte.
„Ich heiße Cloe und bin die ältere Schwester von Lucy.“, stellte sie sich vor und hob mir ihre schmale Hand hin. Ihre Fingernägel waren lang und in demselben Rotton wie ihre Lippen lackiert. Ihr Handgelenk schmückten einige Armbänder die durch ihre Bewegung leicht klirrten.
„Freut mich dich kennen zu lernen Cloe. Ich bin Andrew, aber das weist du ja bereits. Nur, bin ich so berühmt, dass man über mich spricht und ich die Ehre habe, so eine bezaubernde junge Frau kennenzulernen?“, fragte ich offen flirtend, nahm ihre Hand entgegen und lehnte mich nach vorne bis ich ihr einen leichten und zarten Handkuss geben konnte. Sie schien sehr geschmeichelt und gleichzeitig verwundert zu sein. Ich hatte sie am Hacken. Es war einfach jedes Mal ein Kinderspiel für mich.
„Oh! Ein wahrer Gentleman!“, meinte sie, entzog mir ihre Hand, nahm wieder ihren Kaffeebecher und machte es sich auf dem Sessel bequemer. Sie überkreuzte ihre schönen langen Beine übereinander und sah mich wieder mit ihrem intensiven Blick an. Ich lehnte mich ebenso zurück und setzte mein freches Grinsen auf.
„Nun gut, liebe Cloe. Woher kennst du mich?“, fragte ich gelassen.
„Lucy hat mir von dir erzählt.“, sagte sie und ich meinte eine Lüge erkannt zu haben.
„Ach wirklich?“, fragte ich und hob leicht eine Augenbraue.
„Ja, sie erzählt ständig von dir!“
Ich fing an zu lächeln, denn es wäre schön gewesen, wenn es Tatsachen sind von denen sie da sprach, doch mir, dem Profilügner überhaupt, kann man einfach nichts vormachen. Doch um ehrlich zu sein, amüsierte mich dieses Mädchen, also ließ ich sie weiter sprechen.
„Schön. Das freut mich. Sie ist ein sehr liebes Mädchen. Sie gleicht aber eher einem Engel.“, meinte ich und konnte beobachten, wie sich das Gesicht ihrer Schwester kurz veränderte. Cloe fing sich aber schnell wieder ein und lächelte wieder.
„Ja, du hast vollkommen Recht! Ich finde es toll, dass du sie jeden Tag besuchen gehst.“
„Ich weiß.“, gab ich ihr als Antwort und setzte mein frechstes Grinsen auf. Ihre Augen wurden wie die einer Katze.
„Du bist frech!“, meinte sie und lächelte wieder.
„Kann sein.“, erwiderte ich.
Wir tauschten uns heiße Blicke aus, doch keiner sagte was. Ich nahm einen großen Schluck von meinem Kaffee, hörte jedoch nicht auf sie dabei anzusehen.
„Ich möchte nicht mehr, dass du Lucy besuchen gehst.“, meinte sie plötzlich. Mir kam der Kaffee fast wieder hoch, doch ich schaffte es noch diesen in meinem Mund zu behalten.
„Und wieso nicht?“, fragte ich verwundert.
„Lass es einfach. Du tust ihr nicht gut.“, sagte sie.
„Du kennst mich doch gar nicht! Außerdem ist es nicht möglich. Ich werde Lucy jeden Tag besuchen gehen, das habe ich versprochen.“
Wieder sah sie mich mit ihren Katzenblick an, doch diesmal sagte sie nichts, sondern lächelte selbstsicher.
„Ich muss jetzt leider gehen.“, sprach sie und richtete sich auf ihren Sessel auf. Sie nahm einen Stift und ein kleines Papier aus ihrer Tasche, schrieb etwas drauf und übergab es mir.
„Das ist meine Handynummer. Ruf an, wenn ich etwas dafür tun kann, um dich umzustimmen. Ciao“, sagte sie und zwinkerte mir vielsagend zu.
„Danke dir. Werde ich mir merken. Auf bald.“, erwiderte ich ihren Gruß und sah ihr nach, als sie das Lokal verlies. Ihre hohen Absätze klackerten bei jedem Schritt auf dem Boden und ihr Hintern in dieser knallengen Jeans sah fabelhaft aus.
„Interessant. Der Engel und der Teufel…“, murmelte ich vor mich her, nahm nochmal einen Schluck Kaffee und sah mir ihre Handynummer an. Aber wieso wollte sie nicht, dass ich Lucy weiterhin besuchen gehe?

Zuhause zerbrach ich mir nicht mehr weiter meinen Kopf, denn schließlich hatte es keinen Sinn. Mit meiner Mutter hatte ich einen Deal abgeschlossen und den würde ich auch einhalten! Egal ob mir diese Wildkatze Cloe es verbieten wollte. Wer sie war, würde ich noch herausfinden, denn schließlich hatte ich gute Kontakte dafür. Sofort beschloss ich, was ich tun würde. Also packte ich mein Handy aus meiner Tasche aus und wählte eine Nummer. Es tutete nur zwei Mal, dann nahm jemand ab.
„Colin? Hallo?“, ertönte eine schüchterne Jungenstimme auf der anderen Seite der Leitung.
„Hey Donut. Du musst mir einen Gefallen tun.“, meinte ich. Ein Seufzer erklang.
„Colin, ich habe dir doch schon gesagt, dass du mich nicht so nennen sollst! Ich heiße Albert!“
„Okay. Das ist nicht deine Schuld Donut. Aber du musst mir helfen.“, sagte ich ungeduldig. Wieder ein Seufzer.
„Was soll ich denn machen?“, fragte Donut mit professioneller Stimme. Ich grinste und erklärte ihm schon alles:
„Du musst unbedingt etwas über eine gewisse Cloe Carpenter für mich herausfinden! Sie hat eine Schwester, Lucy, die liegt im Krankenhaus.“
„Mehr Informationen hast du nicht?“, fragte er und schien nebenher etwas aufzuschreiben.
„Oh, sie sieht total scharf aus! Mehr habe ich leider nicht Donut. Damit musst du zurechtkommen.“
„Ist gut. Aber hör auf mich Donut zu nennen! Ich heiße Albert!“, meinte er säuerlich.
„Okay Donut. Danke! Ciao.“, meinte ich und legte auf. Donut war der Beste, wenn es um Nachforschungen ging! Er war der größte Streber den ich kannte! Nicht nur das er so aussah wie einer, sondern er war einfach einer! Seine Klamotten kaufte ihm noch seine Mutter, er hatte viele Pickel im Gesicht, eine Brille und seine Haare waren unmöglich! Aber am PC war er ein König unter den Königen! Ich hatte schon viel über einige seiner Hacker-Geschickten gehört und war beeindruckt. Ja, Donut würde das schon schaukeln!

Zufrieden lief ich in mein Zimmer um mich umzuziehen. Ich hatte vor ein wenig zu trainieren und meinen Körper noch perfekter werden zu lassen. Vielleicht würde ich nochmal diese eine da anrufen, die heute Morgen schon bei mir war. Wie hieß sie doch gleich? Naja egal, dann würde ich sie einfach ‚Baby‘ oder so nennen. Fällt eh keiner auf. Grinsend lief ich zuerst in die Küche, um mir aus dem Kühlschrank eine Flasche Wasser zu holen. Als ich den Kühlschrank wieder schloss und mich umdrehte, erschreckte ich mich fast zu Tode! Meine Mutter stand mit überkreuzten Armen vor mir und sah mich böse an.
„Was ist denn los?“, fragte ich. Mein Herz raste noch wie wild.
„Wie läuft es denn mit Lucy Carpenter?“, fragte sie mit scharfem Unterton. Ich war verwirrt.
„Wie soll es denn laufen? Ich habe sie auch heute besucht und sogar ihren Verlobten kennengelernt.“
Ich öffnete die Wasserflasche die ich in der Hand hielt und nahm einen Schluck Wasser.
„Okay.“, meinte sie, diesmal mit normalem Stimmton.
„Du vertraust mir immer noch nicht, oder?“, stellte ich eher fest, als das ich fragte. Sie schien es gar nicht wahrgenommen zu haben.
„Ich habe heute beim Autohaus angerufen. In einer Woche ist dein Auto da.“, erklärte sie.
„Super! Und wo hast du es denn bestellt? BMW? Mercedes?“, fragte ich neugierig und nahm einen weiteren Schluck Wasser.
„Nein. Du bekommst einen Kleinwagen von Ford.“
Diesmal verschluckte ich mich heftig und spuckte das Wasser aus.







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