Deine Liebesgeschichte 75





Die Liebe meines Lebens

Endlich Wochenende ! Darauf haben sich Sabrina und ihre beiden Freundinnen Carina und Franzi schon seit Tagen gefreut, denn endlich war wieder Feiern und Party machen angesagt. In den letzten Wochen war für die drei Mädels daran nicht einmal zu denken gewesen, schließlich steckten sie noch alle, bis vor zwei Tagen, mitten im Abistress. Vier Monate lang war jedes Wochenende mit Lernen und Pauken verplant gewesen, und das oft bis spät in die Nacht, da war einfach keine Zeit für Partys. Doch damit war heute Abend endgültig Schluss. Am Mittwoch schrieben alle ihre allerletzte Klausur und es fiel so eine riesige Last von ihnen ab, als sie ihre letzte Klausur abgaben: keinen Druck und keinen Stress mehr, das musste auf jeden Fall gefeiert werden!

'Heute Abend wird unsere Nacht, Mädels! Einfach nur abtanzen, feiern, trinken und das bis in die frühen Morgenstunden. Wahnsinn, findet ihr nicht ? ! Nie wieder Chemie, Algebra oder Faust, herrlich. Goethe, ich scheiß auf dich und den ganzen anderen Schulkram!' platzte es aus Carina heraus.
'Das seh' ich ganz genauso Süße! Endlich Schluss mit der Paukerei, jetzt wird gefeiert und zwar so richtig!', erwiderte Franzi , 'ach ich freu' mich schon so!!' jauchzte sie glücklich und drückte ihren beiden Freundinnen einen dicken Schmatzer auf die Wange.
Nachdem die drei endlich fertig gestylt waren, war es bereits kurz vor 22:00 Uhr. 'Na dann mal los Mädels. Ich bin ja mal gespannt, wer von uns drei heute den heißesten Typen abschleppen wird.' grinste Sabrina ihren Freundinnen zu, während sie die Haustür hinter sich zuzog und in ihr Auto stieg.
Das genau dieser Abend besonders für Sabrina unvergesslich werden würde, wusste bis dahin noch keine von ihnen.

Als die Mädels etwa zwanzig Minuten später das 'Knight' betraten, war schon so einiges los. 'Wow, na hier geht ja bereits gehörig die Post ab!' rief Carina.
'Klar, der Club hat erst vor einer Woche eröffnet. Kein Wunder, dass der da noch total angesagt ist.' antwortete Sabrina.
'Na dann ab auf die Tanzpiste, die Musik ist einfach perfekt zum Abtanzen. Los, ich bin schon ganz hibbelig.' drängelte sie und so stürmten die drei die Tanzpiste.
Und bereits nach einigen Minuten begegneten sie schon ein paar bekannten Gesichtern: Ramona und Sandy, zwei alte Schulfreundinnen von Carina, fielen ihnen lachend um den Hals.
'Hey welch hoher Besuch! Na, wie geht's euch armen Studenten denn so?', spottete Ramona, ' schön euch mal wiederzusehen. Wir dachten schon, ihr wärt unter euren ganzen Büchern begraben.'
'Also beinahe wäre genau das auch passiert , ...' antwortete Sabrina lachend und Carina ergänzte: ' ... aber wir drei haben diese riesige Herausforderung mutig angenommen und kämpften uns tapfer durch Verse, Formeln und Vokabeln.'
' Genau, und wie man sieht, haben wir den Kampf gegen die Bücher gewonnen.' grinste Franzi und streckte frech ihre Zungenspitze heraus.
'Na dann ist ja gut.' lachte Sandy. 'Aber sag mal Sabrina, du siehst ja echt scharf aus - also nichts für ungut ihr zwei, ihr seht natürlich auch echt gut aus - aber Sabrina ist heute Abend einfach ... wow!' warf Ramona ein. 'Hast du dich etwa für jemand bestimmten so aufgestylt?!' fragte sie mit einem schelmischen Grinsen.
'Ja, hast du????' fragten nun auch die andern Mädels wie im Chor und blickten sie neugierig an.

'Äh ... also ... na ja wie soll ich ... Ach wisst ihr, eigentlich seh' ich doch immer so gut aus, ich kann einfach nichts dagegen tun.' grinste sie frech zurück.

'Hört, hört unsere kleine Diva hier! Aber wo sie recht hat.' ertönte es plötzlich hinter ihr und als sie sich umdrehte stand Andy, ein guter Freund der Mädchen, vor ihr.
'Hey Andy, du charmanter Casanova, wir haben dich schon vermisst. Wie geht's dir?' begrüßte sie ihn herzlich mit drei Wangenküssen.
'Gut, sehr gut. Aber wie war das? Ihr habt mich vermisst? Sag das noch mal, ich hör das immer so gern'.'
'Also, wenn ich ehrlich bin ... nein, haben wir nicht. Ich hab' das nur gesagt, um dein Ego etwas aufzupeppen. Ihr Jungs braucht doch immer Bestätigung.' scherzte sie.
'Frech wie eh und je. Aber um ehrlich zu sein, das hat mir in den letzten Monaten echt gefehlt, ich liebe es nämlich mit dir zu streiten.'
'Ach? Und das, obwohl du doch immer den Kürzeren ziehst?' meinte sie lässig.
Doch noch bevor er irgendetwas erwidern konnte, zog Sandy auch schon an Andys Arm:'Hey, los lass uns tanzen.'
'Na dann tanzt ihr beiden mal schön, ich hol mir in Zwischenzeit etwas zu trinken. Viel Spaß ihr zwei!'
Während die Mädels mit Andy tanzten, kämpfte Sabrina sich durch die Menge, um an die Bar zu gelangen. Nach gut fünf Minuten hatte sie ihr Ziel dann auch endlich erreicht.
'Puh, jetzt hab' ich mir aber wirklich was zu trinken verdient!' sagte sie leise zu sich selbst, als sie an der Bar wartete , um ihre Bestellung aufzugeben.
Doch plötzlich fiel ihr Blick auf den Getränkelieferanten, der gerade dabei war, Cola und Bier nachzufüllen und es war als würde sie der Blitz treffen. Es war doch tatsächlich Kim, ihr Exfreund und gleichzeitig auch, ihre erste große Liebe. Sie waren lange zusammen, knapp ein Jahr und vor genau 3 Monaten hatte sie sich von ihm getrennt, weil er mit einer andern herumgeknutscht hatte. Um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken, stürzte sie sich damals geradezu in die Abivorbereitungen und es war ihr auch ganz gut gelungen, ihn sich für eine gewisse Zeit aus ihrem Kopf zu schlagen. Und nun stand er wieder vor ihr. Er trug ein rotes T-Shirt, darüber sein blaues Arbeitshemd, auf dem rechts über der Tasche sein Name stand. Seine Haare waren noch genauso verwuschelt wie beim ersten Mal, als sie ihn sah. Und während sie ihm nun so gegenüber stand und nicht wusste, was sie sagen sollte, verspürte sie so ein Kribbeln im Bauch und sie hatte das Gefühl, dass ihre Knie so weich wie Butter wurden, genauso wie beim ersten Mal als sie ihn sah. Obwohl sie ihn schon eine Zeit lang nicht mehr gesehen hatte und er sie fürchterlich verletzt hatte, wusste sie, dass sie ihn noch immer liebte.
Inzwischen hatte Kim sie auch bemerkt und ihre Blicke trafen sich und ließen nicht mehr voreinander ab. Auch er schien überrascht, sie hier zu sehen. 'Hey Kim, wo bleibt der Rest der Ladung? Die Leute haben Durst.' rief die Chefin ihm zu. Er wandte den Blick von ihr ab und lud schnell den Rest der Ladung aus. Trotzdem war er ihr immer noch einen Blick zu. Als er fertig war und Sabrina sich so einigermaßen vom ersten Schock erholt hatte, fasste sie sich ein Herz und ging zu ihm hin.
'Was machst du denn hier?' fragte sie ihn gerade raus.
'Tolle Begrüßung.' antwortete er mit einem Lachen.
'Ist alles bei dir okay?'
'Du siehst gut aus.' wich er ihrer Frage aus.
'Danke.', antwortete sie und blickte kurz zu Boden. Flirtete er etwa mit ihr?
'Was willst du hier?' fragte sie ihn nochmals.
'Ich arbeite hier.' antwortete er knapp.

'Was?'
'Ja, seit ungefähr 3 Monaten. Ich brauchte Geld für ein neues Auto und deshalb ... außerdem lenkt mich die Arbeit ab.'
'Wovon denn?'
'Na ja, wie soll ich sagen ... ich hatte in den letzten Monaten viel Zeit zum Nachdenken, was in meinem Leben alles so schief ging. Ich mein' die Absage der Armee, der Streit mit meinen Eltern, der Autounfall und dann das noch mit uns zwei...' erklärte er ihr und sah ihr dabei tief in die Augen. Sie wusste nicht, wie sie reagieren sollte, deshalb wich sie seinem Blick aus und blickte zu Boden.
'Wann kann ich hier endlich bestellen? Wieso dauert das denn so lange?' murmelte sie vor sich hin.
'Hey, ich hab kurz Pause. Hast du einen Moment, ich würd nämlich gern mit dir reden. Wollen wir uns dahinten auf die Bank setzen?'
'Ich weiß' nicht, eigentlich wollt' ich mir noch was zu trinken holen...' sagte sie zögernd.'Na ein Glück, dass du den Getränkelieferanten kennst.' zwinkerte er ihr zu, ' hier fang!' rief er und warf ihr eine Dose Red Bull zu.
Sie fing die Dose etwas verwirrt auf, während sie ihn ansah.
'Na dann, lass uns gehen.' sagte sie, während sie auf die Bank zuging, um sich dorthin zu setzen.

Als sie nun da auf der Bank saßen, schwiegen sie ein Weile. Um dieses Schweigen zu brechen, begann sie plötzlich
'Weißt du noch ...?' und gleichzeitig hatte er ' Erinnerst du dich...?' gesagt.
Da mussten beide lachen. Für einen kurzen Moment lang, war es so, als seien sie noch zusammen. Es war alles so vertraut zwischen ihnen.
'Du zuerst.' sagte sie.
'Ich muss dir noch unbedingt etwas sagen und ich möchte dich bitten, mir einfach nur zuzuhören okay?' Er war ernst geworden.
'Okay.' erwiderte sie und war gespannt, was nun kommen würde. Dennoch hatte sie irgendwie ein flaues Gefühl im Magen.
'Es tut mir leid. Ich mein, das mit damals, der Kuss mit diesem Mädchen. Ich weiß, dass ich dich damit sehr verletzt habe. Ich war betrunken und wusste nicht mehr was ich tat. Nicht, dass das jetzt eine Entschuldigung sein soll, aber ich möchte nur, dass du weißt, dass ich dir nie wehtun wollte.' begann er und sah sie immer noch mit seinen dunklen Augen an.'Kim ... bitte, lass gut sein! Ich will nicht darüber reden, es ...' unterbrach sie ihn plötzlich. Obwohl die Trennung bereits eine Weile hinter ihnen lag, tat es immer noch weh und es fiel ihr schwer darüber zu reden.
Doch Kim schien das Gespräch wirklich wichtig zu sein.
'Nein, hör zu. Ich möchte es dir gerne erklären, irgendwie ... Ich hab in den letzten Monaten ziemlich viel Mist gebaut, das ist mir klar. Doch von all dem, was ich mir versaut habe, fehlst du mir am Meisten und ich würde alles dafür geben, meinen Fehler ungeschehen zu machen. Wir haben in unsrem Jahr ziemlich viel erlebt, Höhen und Tiefen und ich möchte keine einzelne Sekunde mit dir missen, denn eins musst du mir wirklich glauben: du wirst immer die große Liebe meines Lebens bleiben, auch wenn ich durch diesen bescheuerten Fehler für immer verloren hab'. Ich weiß, meine Entschuldigung kommt ziemlich spät und ich weiß auch, dass ich keine zweite Chance verdient hab', dennoch sollst du wissen, dass es mir unendlich leid tut.'
Die ganze Zeit über hatte Sabrina ihm zugehört und kein einziges Wort gesagt.
'Wenn du wüsstest!', dachte sie.
'Ich muss jetzt eh wieder an die Arbeit. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, ich will dich jetzt auch nicht länger aufhalten ...' sagte Kim und wollte wieder zurück zur Bar.'Jetzt oder nie!' dachte Sabrina.
'Kim, warte!' rief sie plötzlich und hielt ihn am Arm fest.
'Was?' fragte er sie verwirrt.
'Was ist, wenn du deine große Liebe vielleicht gar nicht verloren hast? Wenn sie immer noch da ist und doch liebt, trotz diesem Fehler. Und wenn genau diese große Liebe dir noch eine Chance geben würde, auch wenn du meinst, dass du sie gar nicht verdient hast?' fragte sie ihn.
'Was??? Wie meinst du das?', fragte er sie, noch verwirrter als vorhin und setzte sich wieder zu ihr auf die Bank, 'heißt das etwa, dass du mich auch noch immer liebst, obwohl ich dich belogen und betrogen habe? Aber wie ...??'
'Ja, genau das heißt es, auch wenn ich es mir selbst nicht erklären kann. Meine Liebe zu dir ist einfach stärker als der Hass und der Schmerz.'
'Und jetzt, ich mein...', fragte er, während er näher an sie heranrückte.
'Ich weiß, was du jetzt fragen willst?'
'Tatsächlich?' schmunzelte er.
'Oh ja', nickte sie, 'du würdest mich jetzt gerne fragen, ob du mich küssen darfst, stimmt's?.'
'Und was wäre, wenn es tatsächlich so wäre?' fragte er und rückte noch näher an sie heran. Er legte seinen Arm um sie und ihre Gesichter kamen sich immer näher und schließlich auch ihre Lippen, bis sie sich endlich berührten. Es war unbeschreiblich. Sekunden des Glücks. Ihr Herz schlug immer schneller, das Adrenalin schoss ihr durch den ganzen Körper und sie hatte überall Gänsehaut. Noch nie hatte sie einen Kuss so schön empfunden, war dabei noch nie so glücklich wie in diesem Moment. Es war einfach nur schön bei ihm zu sein. Dieses neue Gefühl der alten Verliebtheit - sie hatte schon ganz vergessen, wie es ist, ihm so nah zu sein. Es war einfach ein unbeschreiblich schönes Gefühl.
Als sie aufschaute, blickte sie direkt in seine wunderschönen brauen Augen.
'Es ist fast so wie früher,' flüsterte er, 'ich mein', das mit uns hier und jetzt noch dieser Kuss ... es ist so, als wären wir überhaupt nie getrennt gewesen.'
'Ja, fast so wie früher. Glaubst du denn, dass es wieder so wie früher werden kann, das mit uns?' fragte sie leise.
Er ergriff ihre Hand und zog sie ganz nah an sie heran. Dann küsste er sie noch einmal leidenschaftlich.
'Glaub' mir, ich werde alles dafür tun. Ich werde dich nie wieder gehen lassen... wenn du mir verzeihst und mir noch eine zweite Chance gibst.'
'Ich geb dir, nein... uns eine zweite Chance. Ich lieb dich, hörst du. Daran hat sich nichts geändert und ich werde nie jemand anders lieben, das schwöre ich. Und wenn es dir wirklich ernst ist , ....'
'Ja, und wie!' platzte es aus ihm heraus und er küsste sie zärtlich. 'Ich liebe dich!' hauchte er. 'Ich liebe dich auch!'

'Hey, was sehen wir denn da???' wurden die beiden frisch Verliebten unterbrochen. Neben ihnen stand die gesamte Mädchenclique und natürlich Andy. 'Seit ihr etwa wieder zusammen?' fragte Franzi verblüfft.
'Ja, das sind wir.' antwortete Kim und ein Lächeln umspielte seine Lippen.
'Ich werd' verrückt........ WAHNSINN! Herzlichen Glückwunsch!' rief Carina und umarmte Sabrina dabei. 'Aber Kim, lass dir eins gesagt sein: solltest du ihr auch nur je wieder weh tun, wirst du an einem langsamen und qualvollen Tod sterben, hast du mich verstanden?' sagte sie und hob drohend den Zeigefinger.
'Nein, das wird nie, nie wieder vorkommen. Versprochen!'
'Na dann ist ja gut! Also meinen Segen habt ihr!'
'Meinen auch.', erwiderte Franzi , 'und Hey Sabrina! Eins ist ja jetzt wohl klar ne?'
'Was denn?' fragte sie etwas verwundert.
'na du hast heute Abend, auf jeden Fall den heißesten Typen aufgerissen!' lachte sie mit einem Augenzwinkern.






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