Don't kiss a rich girl Teil 1

Autor: //BlueEyed//
veröffentlicht am: 08.02.2008




Hallo ihr Lieben! Da ich gerade mit 'Traumprinzen küsst man nicht' nicht weiterkomme, habe ich eine andere Geschichte angefangen zu schreiben. Das ist sie! Könnt ja mal lesen und sagen, wie ihr sie findet! Mit meiner anderen Geschichte geht es aber auf jeden Fall noch weiter! LG Swetlana

'Charlene! Komm sofort runter, Rosa hat das Abendessen schon auf dem Tisch stehen!'Das war meine Mutter. Sie ist immer gleich total sauer, wenn ich einmal nicht pünktlich zum Essen unten bin. Meine Eltern haben einen sehr durchgeplanten Tagesablauf. Sie treffen nie spontane Entscheidungen, sie sagen so sei bei ihrem Beruf und Leben einfach nicht drinne. Mein Vater ist erfolgreicher Immobilienmakler hier in Sunnyville und der Familie meiner Mutter gehört eine erfolgreiche Hotelkette, an der sie auch beteiligt ist und irgendwann erben wird. Wir leben einen hohen Standard und meinen Eltern ist Bildung und Ansehen sehr wichtig. Ich muss jeden Tag hart lernen und gehe auf eine Privatschule, damit meine Fähigkeiten noch mehr gefördert werden. Ich soll im nächsten Jahr auf eine der Elite-Universitäten gehen und dann später, wenn ich fertig studiert habe mit in das Unternehmen meines Vaters einsteigen. Mich interessiert diese ganze Immobiliensache nur leider ganz und gar nicht. Ich liebe es zu schreiben und meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Meine Eltern verbieten mir auch während der Woche mit meinen Freunden auszugehen, ich bin immer die Einzige, die die ganze Zeit über lernen muss. Es ist ja nicht so, dass meine Zensuren so schlecht wären.

Wenn ich schon die ganze Zeit von mir spreche, sollte ich mich vielleicht auch etwas näher vorstellen. Ich heiße Charlene, aber so nennen mich nur meine Eltern. Meine Freunde und Bekannten nennen mich einfach nur Charly. Ich bin 17 Jahre alt und werde in 3 Monaten in die Gesellschaft eingeführt. Was das bedeuten soll? Ich nehme dann an dem jährlichen Debütantinnenball hier in Sunnyville teil. Der Debütantinnenball hier ist natürlich nicht so prunkvoll und groß wie zum Beispiel in Wien, aber er dient ja auch nur dazu, die jungen Frauen in die Gesellschaft einzuführen. Meine beste Freundin Sasha wird in einem Monat auch 18 und somit werden wir gemeinsam in die Gesellschaft eingeführt. Was ich an diesen Bällen nicht mag ist, dass wir dort immer mit einem wildfremden Jungen den Abend verbringen müssen. Ich würde zu so einem Ball viel lieber mit einem Jungen gehen, denn ich auch mag. Aber da meine Eltern das niemals erlauben würden, haben sie einen Jungen dafür arrangiert. Ich weiß gar nichts über ihn und meine Eltern wollen mir auch nichts sagen.

'Charlene! Wo bleibst du denn?!' Okay, ich muss runter, sonst bringen meine Eltern mich noch um. Ich gehe die riesigen Treppen zu unserem Esssaal runter und sehe schon meine Eltern, wie sie am Tisch sitzen und sich anschweigen. Das ist typisch meine Eltern. Nach 18 Jahren Ehe haben sie sich anscheinend schon ausgeliebt und sich absolut nichts mehr zu sagen. Ich bin ein ungewolltes Produkt ihrer anfänglichen Liebe. Und da es sich in angesehenen Familien nicht gehört, dass man eine schwangere Frau verlässt hat mein Vater meine Mutter geheiratet. Als ich noch klein war, haben sie sich auch noch wirklich geliebt und alles drum und dran und jetzt inzwischen dass. Ich setze mich also auf einen der schneeweißen Stühle und lasse mir von unserer Haushälterin Rosa das Essen auf den Teller legen. Rosa wohnt schon in unserem Haus seit dem ich denken kann. Ich kann immer zu ihr kommen, wenn ich Probleme habe. Ich bin als kleines Mädchen auch gerne nachts zu ihr ins Zimmer geschlichen und habe mich zu ihr ins Bett gekuschelt. Manchmal lag ich weinend neben ihr und war froh Rosa zu haben. Wenn ich krank war, hat sie mich versorgt und mir ab und zu was Süßes zugesteckt, weil meine Mutterd das nicht erlaubt hat. Das Essen schmeckt wirklich gut und ich genieße es richtig. Anschließend muss ich wieder auf mein Zimmer zurück und lernen. Ich konnte die andaurnde Lernerei nicht mehr ertragen.Als ich in meinem Zimmer saß und lernte, kam meine Mutter rein. Sie wollte mir etwas wichtiges mitteilen. Ich sollte in drei Wochen mit der Kirchengruppe zu einem Ausflug mitfahren. Ich kann euch ganz ehrlich sagen, dass es mir gar keinen Spaß machen wird! Ich mag diese Kirchenausflüge nicht. Das ist sowieso immer das gleiche. Man hockt den ganzen Tag mit irgendwelchen langweiligen Leuten zusammen, betet, singt und spielt wenn es ganz schlimm wird noch alberne Spiele! Meinen Eltern war es wichtig, dass ich mich in der Kirchengemeinde von meiner besten Seite zeigte und dazu gehörten für sie auch diese Ausfluge, die immer mal wieder stattfanden. Auf unserem letzten Ausflug habe ich mich zum Glück am Fuß verletzt und musste zurück gebracht werden, dass war ganz eindeutig der beste Moment auf der Reise. Diesmal sollte es nach Rosevillage gehen, ein Städtchen eine Stunde von Sunnyville entfernt. Nachdem meine Mutter gegangen war, rief ich Sasha an. Denn wenn sie nicht auch mit auf diesen Ausflug müsste, würde ich dort versauern. Aber mein Schicksal meint es gut mit mir und Sasha fährt auch mit.

In den nächsten drei Wochen steckte ich meine ganze Energie in die Bewerbungen für die Universitäten. Ich bin zwar sonst nicht für viel und hartes arbeiten, aber wenn ich an einer Universität angenommen werden, die weit weg von zu Hause ist, bin ich endlich frei von meinen Eltern und das ist die ganze Mühe auf jeden Fall wert! Am Abend vor unserem Ausflug traf ich mich noch einmal mit Sasha in unserem Lieblingscafe. Meiner Mutter hatte ich erzählt, wir müssten etwas für ein gemeinsames Schulprojekt besprechen und das glaubte sie mir zum Glück auch. Wir saßen also gemeinsam in diesem Cafe und da Platz es aus Sasha heraus: Ich bin total verliebt! Sasha gehört nicht zu den Mädchen, die sich oft verlieben. Sie war bis jetzt auch nur ein einziges Mal verliebt und da war sie gerade acht Jahre alt. Sie hatte ihren Traummann beim gemeinsamen Spielen auf dem Spielplatz gefunden war die nächsten Jahre immer an seiner Seite gewesen. Nur kam für Sasha dann irgendwann der Moment, in dem sie einsehen musste, dass aus ihr und ihrem Traummann wohl in nächster Zeit erst einmal nichts werden würde. Er hatte sich unsere größte Feindin seit der Sandkastenzeit verliebt und war nun auch mit ihr zusammen. Sasha heulte sich tagelang die Augen aus und ich hatte wirklich größte Mühe sie zu beruhigen und abzulenken. Sie tat mir aber auch unheimlich leid. Sasha hatte es verdient glücklich zu sein! Ihr Vater war gestorben, da war sie 5 Monate alt. Sashas Mutter kümmerte sich natürlich rührend um sie und gab auch wirklich ihr bestes um den Beiden einen hohen Lebensstandard bieten zu können. Sashas Mutter war das Ansehen natürlich auch wichtig, aber für sie war wichtig, dass Sasha trotzdem ihr Leben genießen konnte so lange sie jung war und noch keine Verpflichtungen eingangen war. Wenn Sasha dann irgendwann Kinder und einen Mann hat, soll sie nichts bereuen, dass sie je getan hat oder etwas bereuen, dass sie nie tun konnte. So eine Mutter hätte ich auch wirklich gerne! Aber man kann ja nun mal leider nicht alles haben im Leben, oder wie heißt es so schön?

Am nächsten Morgen, es war Sonntag!, musste ich schon um 7 Uhr aufstehen. Ich meine, wir haben Sonntag ich möchte gerne ausschlafen! Ich quälte mich also langsam aus meinem Bett und lief dann völlig verschlafen ins Badezimmer, um mich zu duschen und fertig zu machen. Nach 15 Minuten war ich einigermaßen wach und begab mich in die Küche zum Frühstück. Meine Eltern schliefen natürlich noch und so saß ich allein am Tisch. Rosa hatte alles eingedeckt für mich und war dann selbst wieder schlafen gegangen. Nachdem ich gegessen hatte, schnappte ich mir meinen Koffer und machte mich auf den kurzen Weg zur Kirche, wo schon die restliche Gruppe versammelt war. Sasha kam auch gleich auf mich zu gelaufen und begrüßte mich total herzlich. Sie mochte unsere Kirchengruppe auch nicht besonders. Aber für mich fuhr sie dann doch mit und ging auch jedes zweite Wochenende mit mir gemeinsam in die Kirche. Ich werde von meinen Eltern ja leider dazu gezwungen, jeden Sonntag und an jedem Feiertag in die Kirche zu gehen und ich kann euch ganz ehrlich sagen, dass ist total langweilig! Unser Pastor spricht so leise und langsam, dass man nach den ersten zehn bis fünfzehn Minuten schon einschläft. Es ist die reinste Tortur sich da wach zu halten und gezwungener Maßen mitzusingen. Wir stehen inzwischen schon seit einer halben Stunde vor der Kirche und warten auf unseren Bus, der eigentlich schon hätte um acht Uhr kommen sollen, aber natürlich ist er nicht pünktlich! Es ist draußen auch schon recht warm und das trotz der frühen Stunde. Da sahen wir den Bus endlich um die Ecke biegen und ich war heilfroh darüber. Ich konnte eine Stunde lang schlafen! Ich setzte mich gemeinsam mit Sasha extra weiter hinten hin und sobald der Busfahrer losfuhr war ich schon in meinen Träumen versunken.

*'Hey meine Kleine. Warum schläfst du denn nicht?', sage ich zu diesem süßen kleinen Baby, das ich auf dem Arm halte. Es guckt mich mit seinen blauen Strahleaugen an und lächelt ein zahnloses Lachen. 'Meine Süße, schlaf doch ein bisschen. Mama ist auch schon müde.' Als Antwort erhalte ich nur ein leises Glucksen. Ich setzte mich gemeinsam mit der Kleinen auf das Sofa und massiere ihr ein wenig den Rücken, das mag sie besonders gerne. Als sie aber anschließend immer noch hellwach ist, lege ich mich mit ihr zusammen hin und kuschel sie ganz nah an mich ran. Mit weiteren kleinen Streicheleinheiten schaffe ich es dann doch sie zum einschlafen zu bewegen und auch ich schlafe ein. Als ich wenig später aufwache liegt dieses süße Baby immer noch ganz nah an mich gekuschelt und schläft seelenruhig. Ich sehe sie an und muss lächeln. Das haben wir wirklich gut hinbekommen, denke ich mir. Da unsere Kleine bald wieder aufwachen muss, begebe ich mich in die Küche und mache ihr ihr Fläschchen fertig und eile dann ins Wohnzimmer zurück. Als hätte sie ihr Fläschchen gerochen wacht sie auch sofort auf und verlangt durch ihr Schreien nach ihrer Flasche. Ich füttere sie und lasse sie dann ihr Bäuerchen machen. Als wir uns anziehen um eine Runde spazieren zu gehen, kommt auch schon mein Mann nach Hause. Er sieht total müde und fertig aus, bietet aber trotzdem an mit zu kommen. So gerne ich ihn auch mitnehme, aber wenn er schon so müde ist, soll er lieber schlafen. Jolie, so heißt unsere Kleine, und ich machen einen langen Spaziergang durch den Stadtpark und drehen anschließend noch eine Runde durch die Innenstadt. Als wir zu Hause ankommen schläft mein Mann immer noch tief und fest. Als ich ihn aber durch mehrfaches Rufen nicht wachbekomme, mache ich mir Sorgen. Mein Mann hat nämlich schon seit dem ihr ein junger Mann ist Herzprobleme. Ich rüttelle an ihm doch es passiert einfach nichts. Jolie bekommt meine Panik mit und beginnt zu schreien. Ich versuche sie mit allen Mitteln zu beruhigen, doch es gelingt mir nicht. Als ich irgendwann nicht mehr kann, sinke ich mit der Kleinen auf dem Arm an der Wand entlang und bleibe auf dem kalten Boden sitzen. Langsam realisiere ich, dass ich ab jetzt alleine bin mit meiner Kleinen. Mein Mann hatte schon seit einigen Tagen das komische Gefühl, als wenn bald etwas passieren würde. Er hatte die letzten Tage so viel Zeit wie es möglich war mit mir und Jolie verbracht, als hätte er wirklich gewusst, dass es bald zu Ende sein würde. Ich sitze auf dem Boden und weine bittere Tränen, als ich plötzlich merke, wie jemand nach mir ruft.*

'Hey Charly! Was ist los mit dir, du weinst ja?'
'W-was t-tue ich?'
'Du hast grad geweint, als du geschlafen hast. Was war los?'
'N-nichts ist schon gut. War nur kein allzu schöner Traum gewesen. Wann sind wir eigentlich da?', fragte ich um vom Thema wegzukommen.
'Nur noch 10-15 Minuten hat Pastor McAdams grad gesagt.'
'Oh, habe ich wirklich die ganze Fahrt verschlafen?'
'Ja, du warst die ganze Zeit nicht ansprechbar. Warst wie auf einem anderen Planeten!''Hhmmm... so lang kam mir mein Traum gar nicht vor. Aber noch mal zurück zu dem weinen. Haben das mehrere mitbekommen?'
'Nein mach dir keine Sorgen, die waren alle zu sehr damit beschäfftigt McAdams in den Allerwertesten zu kriechen. Kennst du doch!'
'Ja, da hast du Recht. Diese elendigen Arschkriecher! Wie ich die nicht mehr sehen kann! Bin ich froh, wenn ich aus Sunnyville raus bin, das kannst du dir bestimmt vorstellen!''Ich verstehe dich schon, aber mit einigen von denen kann man richtig gut reden! Zum Beispiel mit Anni, die ist eigentlich ganz cool drauf. Nicht so wie Charlotte oder Anna-Lea. Die sind wirklich der Horror!'
'Oh ja! Hoffentlich müssen wir uns nicht mit einer von den beiden ein Zimmer teilen!''Mach dir mal darüber keine Gedanken. Ich hab McAdams vorhin gefragt und er meinte, wir können uns die Zimmer aussuchen und auch mit wem wir auf ein Zimmer möchten und da habe ich dann gleich dafür gesorgt, dass wir zwei und Anni auf ein Zimmer kommen. Ich wollte die Arme nicht den anderen überlassen. Ist doch kein Problem oder?'
'Solange sie wirklich so cool drauf ist, wie du sagst. Oh, da. Ich sehe das Hotel schon. Das sieht ja total runtergekommen aus! Und dafür haben wir so viel bezahlt?! Ich glaub McAdams verarscht uns!'
'Ach komm Charly! So schlimm wird es schon nicht werden, vertrau mir!'

Als ich aus dem Bus ausstieg wurde ich total von der Hitze erschlagen. Es waren noch nicht einmal 10 Uhr und es mussten bestimmt schon an die 30°C sein. Ich musste dringend unter die Dusche und mir frische Klamotten anziehen. Nachdem McAdams noch eine kurze Ansprache gehalten in der Lobby des Hotels, konnten wir auch endlich auf unsere Zimmer. Wir haben ein ganz schönes erwischt, zum Glück. Die Fenster lagen hinten und so war es angenehm im Zimmer und wir hatten auch unser eigenes kleines Badezimmer. Ich legte meinen Koffer auf das Bett und verschwand erst einmal im Badezimmer. Als ich mich dann so im Spiegel betrachtete und mein Make-up wieder einigermaßen in Ordnung brachte, schwelgten meine Gedanken wieder zu meinem Traum ab. Und schon bekam ich eine Gänsehaut und spürte, wie mir wieder die ersten Tränen die Wangen runterliefen. Ich weiß selbst nicht, aus welchem Grund ich so gerührt von diesem Traum bin. Es war ein Traum wie jeder andere auch. Ich konnte mir beim besten Willen nicht erklären, warum mich das so sehr traf. Durch heftiges Klopfen an der Tür wurde ich wieder aus meinen Gedanken geholt. 'Charly?? Alles in Ordnung mit dir?'
'Ja mir gehts gut. Bin auch gleich fertig dann komm ich auch gleich raus.'
'Bist du sicher, dass es dir gut geht? Du wirkst nämlich nicht so.'
'Ich hab wirklich nichts. Mir war nur kurz schwindelig, muss wohl an der Hitze liegen. Ich mach mich noch schnell bisschen frisch und dann bin ich auch gleich draußen.' ch holte noch einmal tief Luft, wischte mir die Wimperntusche aus dem Gesicht und ließ mir noch mal kaltes Wasser über die Handgelenke laufen. Langsam beruhigte ich mich wieder und schloss die Tür auf. Sasha sah mich mit einem Blick voller Mitleid und Sorge an und ich musste ihr noch einmal versichern, dass es mir gut geht. Gemeinsam mit Anni machten wir uns auf den Weg zum Speisesaal und frühstückten erst einmal. Anschließend gab es wieder eine Ansprache von McAdams, der redet wirklich total gerne! Also ihr Lieben. Heute habt ihr erst einmal die Gelegenheit euch bis heute Mittag Rosevillage an zu sehen und anschließend besuchen wir gemeinsam eine kleine Kapelle. Heute Nachmittag gibt es dann ein Abendessen am Lagerfeuer mit anschließender Gesprächsrunde. Ich wünsche euch viel Spaß und das ihr mir keinen Mist anstellt und das mir keine Beschwerden vom Hotelpersonal zu Ohren kommen!'

McAdams hatte noch nicht einmal ganz zu Ende gesprochen, da war ein Teil schon aufgestanden und machte sich auch den Weg in die 'Stadt'. Sasha, Anni und ich schnappten uns unsere Badesachen und gingen zu dem nahegelegenen See, den Sasha auf dem Weg entdeckt hatte. Unsere Leidensgenossen machten sich alle auf die Suche nach einer Eisdiele und so hatten wir unsere Ruhe vor denen. Der See lag nur knappe 10 Minuten vom Hotel entfernt und war natürlich auch gut besucht, bei den Temperaturen. Den einzigen Platz, den wir noch ergattern konnten, war ein Platz in der prallen Sonne. Ich bat Sasha mich einzucremen, weil meine Haut immer ganz schnell rot wurde und das wollte ich nicht riskieren. Wir cremten uns also den Rücken ein und legten uns dann in die Sonne.

'Sag mal Anni, wie findest du eigentlich unsere Kirchengruppe?'
'Ich kann mir ganz ehrlich nichts besseres für meine Freizeit vorstellen, als mit diesen Arschkriechern irgendwo hinzufahren!'
'Ah toll, da geht es dir ja so wie uns!', sagte Sasha.
'Was habt ihr denn erwartet? Ihr habt doch wohl nicht im ernst geglaubt, dass mir das Spaß machen würde! Meine Eltern zwingen mich dazu!'
'Na dann sind wir ja schon zu zweit! Meine Mama sagt, dass ist gut für ihr Ansehen, wenn ich hier immer schön die brave Tochter spiele und alles mache, was sie mir sagen. Das ist ganz schön nervig!'
'Ja, ich versteh dich da total! Ich frag mich wirklich warum Sasha das hier frei willig mit macht!'
'Freiwillig??!! Ich werde von Charly gezwungen, weil sie mit den anderen nix anfangen kann!'
'Ist doch verständlich! Ich würde auch niemals freiwillig was mit denen machen! Vor allem Anna-Lea und Charlotte! Die sind so eingebildete Zicken und haben ihre Nasen so hoch in der Luft. Ich wette wenn sie ein Gehirn hätten, könnte man ihnen bis zum Gehirn gucken!''Der war ja mal geil! Denn muss ich mir merken! Ich dachte anfangs du wärst auch eine von denen! Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, warum Sasha dich so nett fand. Aber jetzt weiß ich es besser!'
'Man sollte halt nie einen Menschen zu voreilig beurteilen!'
'Das sowieso nicht! Aber du warst doch anfangs immer mit den beiden Tussen unterwegs und da dachte ich du wärst auch so eine.'
'Die Betonung liegt auf 'war'! Die sind mit der Zeit echt immer anstrengender. Die sind auch so total Geld und Marken fixiert. Das wird irgendwann einfach zu viel!'
'Das die beiden Markensüchtig sind hat man schon ganz deutlich gemerkt. Also das sind zwei mit denen ich mich auf jeden Fall nie verstehen werde! Und ich bin mir sicher, sie sind die Ersten, die etwas über einen verbreiten, sobald sie auch nur das kleinste Gerücht hören.''Oh ja, davon bin ich sogar überzeugt, Charly!'
'Dann hoffe ich ja mal, dass sie nie etwas finden werden, dass sie weiter tratschen können!'

Wir redeten noch eine ganze Weile weiter und ich ließ meinen Blick über die Wiesen des Sees gleiten, bis er an einem sehr gut aussehendem Jungen hängen blieb. Er war schön braun gebraunt, hatte einen leichten Sixpack, nicht so übertrieben, und richtig schwarze Haare. Ich war sofort wie verzaubert von diesem Jungen. Ich konnte meinen Blick auch nicht mehr von ihm nehmen und starrte ihn eine Zeit lang an. Nur schien er mich gar nicht zu sehen, denn er reagierte überhaupt nicht.

'Hey, Charly! Wenn hast du denn da hinten entdeckt?'
'Guck doch mal genau hin, Anni. Dieser unglaublich süße schwarzhaarige Typ dahinten. Ist der nicht einfach nur lecker?'
'Oh, oh du meinst Steven?'
'Steven?!'
'Ja Steven. Das ist der beste Freund von meinem großen Bruder. Der ist 19 Jahre alt und macht hier in Rosevillage seine Ausbildung zum Hotelfachmann. Und ich kann dir wirklich sagen, dass er total nett ist!'
'Kennst du ihn schon länger?'
'Ja, schon seit einigen Jahren. Warum?'
'Du weißt nicht zufällig, ob er schon vergeben ist, oder?'
'Also soweit ich das weiß, hat er sich vor einigen Monaten von seiner Freundin getrennt. Das war wohl so eine Geldgeile wie unsere beiden Tussis Anna-Lea und Charlotte.'
'Oh mein Gott, der Ärmste!'
'Das kannst du wohl laut sagen! Habt ihr Lust auf eine Runde Volleyball? Dann frag ich, ob er und seine Freunde auch mitspielen möchten.'
'Ja, so ein bisschen Bewegun wäre jetzt nicht schlecht!'

Anni verschwand kurz und lief winkend auf Steven und seine Freunde zu. Ich beobachtete jeden ihrer Schritte und als sie schließlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht auf mich zeigte, lief ich rot an. Zum Glück waren sie weit genug weg und so bekamen sie das nicht mit. Einige Minuten später kam Anni mit Steven und zwei weiteren Jungen zurück. 'Also Leute, darf ich euch vorstellen: Das sind Sasha und Charly. Die Herren links und rechts von mir sind, wie schon gesagt, Steven, Alex und Grant. Also spielen wir Jungs gegen Mädchen oder gemischte Mannschaften?'
'Iiiiih Anni! Das sind Jungs, ich spiele nicht mit Jungs', sagte ich nicht ganz so ernst.'Oookay, wenn Charly Angst vor Jungs hat spielen wir Jungs gegen Mädchen. Auf gehts!''Anni man, das war doch eindeutig dein Ball! Den hätte ich im Leben nicht mehr bekommen!'
'Sasha, wenn du dich mehr bewegen würdest, würdest du die Bälle auch bekommen! Ich kann doch nicht für alle drei die Bälle annehmen!'
'Anni und Sasha jetzt ist gut! Das ist doch bloß ein Spiel es geht hier nicht darum zu gewinnen! Zumindest nicht ausschließlich! Ihr sollt euren Spaß haben!', mischte ich mich ein. Als wir nach dem zweiten Satz eindeutig verloren hatten, setzten wir uns gemeinsam auf unsere Handtücher und entspannten uns ein wenig. 'Ladies, möchtet ihr ein Eis oder etwas kaltes zu trinken?' 'Hmm... Trinken wäre auf jeden Fall nicht schlecht!' 'Okay, wir sind in fünf Minuten wieder zurück!' Und schon waren sie verschwunden. Wir waren gerade in ein Gespräch versunken und bekamen gar nicht mit, als die Jungs wieder kamen. Oder besser gesagt solange nicht, bis Anni anfing zu schreien. Die Jungs hatten ihr ein wenig kaltes Wasser auf den Rücken gekippt. Da würde Anni aber mal richtig sauer! Sie schrie die Jungs zusammen bis sie merkte das sie heiser wurde. 'Anni, beruhig dich! Ist doch gut jetzt! War nur ein Scherz gewesen. Kommt bestimmt nicht wieder vor', entschuldigte sich Alex, der ihr das Wasser über den Rücken gekippt hatte. Nach weiteren Stunden machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Die Besichtigung der Kapelle hatten wir total verpasst. Wir waren so in das Gespräch mit den Jungs verwickelt und haben auch gar nicht auf die Uhr geguckt. Wir machten uns schon auf McAdams Standpauke bereit, aber der war weit und breit nicht zu finden. Das war gut für uns! Klar hatte er bemerkt das wir nicht da waren, aber vielleicht sieht er ja drüber hinweg. Es war schließlich total heiß und wir brauchten die Abkühlung.

Am Abend saßen wir mit dem Rest der Kirchengruppe am Lagerfeuer und brieten Marschmallows und redeten. Anni, Sasha und ich schwärmten aber nur von dem vergangenen Tag mit den Jungs. Und ich konnte Steven einfach nicht aus meinen Gedanken verbannen. Und so fragte ich Anni nach seiner Nummer und sie gab mir die auch gleich. Nachdem die anderen nach dem Essen noch eine Weile am Lagerfeuer saßen und redeten oder den Sternenhimmel ansahen, ging ich hoch in mein Zimmer, zog mich um und legte mich in mein Bett. Sobald ich meine Augen schloss sah ich Stevens süßes Lächeln vor meinem Auge und in meinem Bauch flogen die Schmetterlinge Loopings. Ich war hellwach, also entschied ich mich dazu Steven noch eine kurze SMS zu schicken. Als sie gesendet war, lag ich gespannt in meinem Bett und als mein Klingelton erklang, schlug mein Herz wie wild. Er hatte mir geantwortet! 'Hey Charly. Mir hat der Tag auch total gut gefallen. Übrigens, du solltest nie aufhören zu lächeln, du hast so ein tolles Lächeln. Gute Nacht. Steven.' Charly war aber gar nicht nach schlafen zu mute, also schrieb sie Steven noch einmal. 'Ich bin es noch mal. Hast du gleich vielleicht Zeit? Ich kann einfach nicht einschlafen und wollte noch was mit dir machen.' Ich wartete nervös auf seine Antwort und als mein Handy erneut klingelte schlug mir mein Herz bis zum Hals. Ich öffnete die SMS und las: 'Da geht es dir genau wie mir. Was hälst du davon, wenn wir uns in 10 Minuten am See treffen, warte da auf dich. Steven.' Ich sprang aus meinem Bett zog mir noch schnell einen Pullover über und machte mich ganz schnell auf den Weg zum See. Da es aber schon etwas dunkel war musste ich Steven erst ein wenig suchen. Ich fand ihn schließlich an einen großen Baum gelehnt. Er sah so verdammt sexy aus, wie er da stand. Ich starrte ihn erst eine Weile an, bevor ich langsam auf ihn zu lief. als er mich entdeckte stieß er sich vom Baum ab und kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. Wir setzten uns gemeinsam auf den Rasen und er bot mir seine Jacke als Unterlage an. So saßen wir dann erst einmal eine Zeitlang und trauten uns irgendwie nicht, etwas zu sagen.

'Also heute Nachmittag waren wir nicht so ruhig.'
'Das lag wahrscheinlich auch daran, dass wir nicht alleine waren.'
'Ja vielleicht, kann schon sein.'
'Hm.. so hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt.'
'Ganz ehrlich? Ich auch nicht!'
'Sag mal, wo kommst du eigentlich her Charly?'
'Aus Sunnyville, genau wie Anni.'
'Achso, hab dich da noch nie gesehen. Und ich mein ich hab ja selbst vor meiner Ausbildung dort gewohnt und bin ja auch sehr gut mit Annis Bruder befreudet.'
'Naja, mit Anni hatte ich vor heute auch nicht wirklich etwas zu tun. Ich dachte immer sie wäre eine eingebildete Tussi, weil sie anfangs nur mit Charlotte und Anna-Lea rumhing. Aber Sasha hat mich vom Gegenteil überzeugt.'
'Also, dass Anni nicht so eine Tussi ist hätte ich dir auch sagen können. Sie ist eigentlich eine ganz liebe und nette. Wenn man sie zur Freundin hat, kann man sich wirklich glücklich schätzen!'
'Inzwischen kann ich mir das auch vorstellen. Sie ist wirklich total lieb und nett.'
'Was machst du eigentlich so?'
'Ich geh in die 12. Klasse eines Gymnasiums in Sunnyville und mache hoffentlich nächstes Jahr mein Abitur.'
'Wow, eine ganz Intelligente. Und das obwohl du blond bist!'
'Hey! Was soll das denn heißen?!'
'Ganz ruhig, war doch bloß ein kleiner Spaß!'
'Da kannst du aber wirklich froh sein! Sonst würdest du was erleben!'
'Was denn? Wenn es sich lohnt, nehme ich das mit dem Scherz zurück!'
'Ha, das würdest du jetzt wohl gerne wissen! Aber ich sag es dir nicht! Hättest du das mit dem Scherz nicht zurück genommen, würdest du es erfahren!'
'Wenn du es mir nicht sagst, dann kitzel ich dich durch!'
'Wag es ja nicht! Ich bin total kitzelig!'
'Na dann ist das ja eine noch viel bessere Idee!'
'Nein, das ist alles andere als eine gute Idee! Das machst du doch sowieso nicht!'
'Bist du dir da ganz sicher?'
'Ja, du bist ja nur ein kleiner Angsthase!'
'Oha, das war jetzt zu viel. Komm her!'

Ich lief so schnell ich konnte vor ihm weg. Nur leider war er zu schnell für mich und so hatte er mich nach einigen Metern schon eingeholt. Er fing an mich überall zu kitzeln und ich hatte schon Tränen in den Augen vor Lachen. Gemeinsam fielen wir auf den Rasen und er lag auf mir drauf. Wir sahen uns ganz tief in die Augen. Gerade als er sich zu mir runterbeugt, um mir einen Kuss zu geben, schubse ich ihn von mir runter und laufe wieder weg.

'Ha, hast du wirklich gedacht ich würde dir das so leicht machen? Da hast du dich aber gewaltig getäuscht!'
'Na warte! Ich kitzel dich jetzt so lange, bis du um Hilfe bettelst!'

Wieder lief er mir hinterher und hatte mich erneut nach einigen Metern eingeholt. Er hielt mich am Arm fest und zog mich zu sich. Mit seiner freien Hand begann er mich zu kitzeln und schon nach einigen Minuten war ich am weinen vor lachen. Er ließ sich auf den Boden fall und zog mich mit sich. Diesmal lag ich auf ihm und wieder sahen wir uns tief in die Augen. Nach einer Ewigkeit zieht er mich zu sich runter und küsst mich. Ich bin von diesem Kuss, wie verzaubert. Er küsst mich immer weiter und ich schwebe in diesem Moment wie auf Wolken. Kurz lasse ich von ihm ab und seh im in die Augen. So tief braune Augen habe ich wohl noch nie gesehen. Sie ziehen mich magisch an und lassen mich einen kurzen Blick in seine Seele werfen. Er wirkt irgendwie traurig und einsam. Dinge die ich mir bei ihm gar nicht vorstellen kann. Wie kann ein so toller Junge wie er einsam sein? Wieder beugte ich mich zu ihm runter und küsste ihn. Ich konnte wirklich nicht genug kriegen. Irgendwann hörte ich dann doch auf, weil meine Lippen langsam schmerzten.

'Hey, hey. Jetzt reichts aber. Meine Lippen tun mir schon total weh!'
'Charly, komm schon noch einen ganz kurzen!'
'Aber nur einen! .... So mehr gibt es erst mal nicht mehr!'
'Bist du gemein zu mir!'
'Das ist so zusagen deine Strafe dafür, dass du mich gekitzelt hast!'
'Wenn ich jedes Mal so eine Strafe bekomme, dann garantiere ich dir, dass ich dich noch öfter kitzeln werde!'
'Das hätte ich mir auch selbst denken können.'
'Charly darf ich dich mal was fragen?'
'Hmm... kommt drauf an, was du fragen willst.'
'Ähm... Warum wolltest du dich heute Abend mit mir treffen?'
'Ich konnte einfach nicht schlafen. Anni und Sasha haben schon geschlafen ... und irgendwie bist du mir nicht aus dem Kopf gegangen... Bist mir die ganze Zeit durch den Kopf geschwirrt... und hast mir einfach keine Ruhe gelasse...'
'Dann ist es uns wohl beiden gleich ergangen... du hast mich auch einfach nicht mehr in Ruhe gelassen... und ich bin wirklich froh, dass du mir noch geschrieben hast. Ich wollte nicht so gerne den ersten Schritt machen...'
'Aber ich mache eigentlich nie den ersten Schritt... normalerweise möchte ich gerne erobert und umschwärmt werden...'
'Da bist du wie meine letzte Freundin... sie wollte mich kennen lernen hat aber gewartet bis ich irgendwann von selbst auf sie zugangen bin... und jetzt wünsche ich mir manchmal ich hätte sie nie angesprochen...'
'Darf ich dich fragen warum?'
'Ja darfst du. Nachdem wir knapp zwei Jahre zusammen waren, meinte sie wohl ein Freund würde ihr nicht mehr reichen und hat sich einen anderen gesucht. Dann war sie eine zeitlang mit uns beiden zusammmen... ich habe es auch nur durch Zufall erfahren... habe sie mit dem anderen in der Stadt gesehen, wie sie sich abgeknutscht haben...'
'Oh... das tut mir Leid für dich... Wie lange ist das denn her?'
'Inzwischen schon fast 2 Jahre... sie war meine erste Freundin und meine große Liebe... danach konnte ich mich nicht mehr auf ein anderes Mädchen einlassen... hatte ständig die Angst, dass sie das gleich tun würde...'
'Bist also ein bisschen vorbelastet, was Beziehungen angeht?'
'Ja so kann man das wohl auch ausdrücken. Und wie siehst bei dir aus?'
'Ich habe es erst einmal überhaupt schwer, einen Jungen zu finden, der mir gefällt und dem ich gefalle. Aber nicht nur rein äußerlich... meine Eltern sind da etwas eigen. Ich darf in der Woche gar nicht weg und am Wochenende auch nur ganz selten mal für zwei Stunden höchstens drei. Und mein letzter Freund meinte dann, es wäre kein Problem er würde das schon schaffen, schließlich liebe er mich so sehr und bla bla. Irgendwann habe ich dann aber eine SMS von seinem Handy bekommen von irgendeiner Tusse, die mich fragte, was ich immer von ihrem Freund wolle. Und da wurde mir dann auch klar, warum er es aushalten würde...'
'Oh... also so ziemlich das gleiche Schicksal. Hat er noch einmal versucht mit dir zu reden, oder du mit ihm?'
'Ich habe es ein einziges Mal versucht, aber er hat versucht alles abzustreiten. Und das wollte ich mir nicht gefallen lassen und bin gegangen.'
'Ja, da verstehe ich dich voll und ganz. Er hat dich auch ganz ehrlich gesagt, nicht verdient!'
'Das ist süß! Danke schön!'
'Das ist nicht süß, dass ist die Wahrheit! Du hast was viel besseres verdient.'
'Wie zum Beispiel dich?'
'Ja, zum Beispiel mich!'







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