Der Tag am See

Autor: Angela
veröffentlicht am: 04.01.2005




Er war der Stiefbruder meiner Freundin. Ich fand ihn schon auf anhieb sympathisch. Wir verstanden uns richtig gut. Zwar zickten wir uns auch manchmal an, doch man sagt ja auch was sich liebt das neckt sich. Ich bekam mit, dass er sich danach erkundigte, ob ich einen Freund hatte. Das freute mich, denn für mich klang das so, als würde er sich interessieren ob ich , wenn auch nur eventuell, zu haben wäre. Seitdem hatte er sich komplett in meinem Kopf verankert. Ich merkte, dass sich zwischen uns etwas entwickelte. Doch ich wollte es mir nicht so leicht machen. 'Ach quatsch, wir verstehen uns doch einfach nur sehr gut!!', versuchte ich meine Freundin zu überzeugen die mir gerade wieder mit dieser Sache in den Ohren lag. 'Ok und dass er ständig an dir klebt hast du wohl auch nicht bemerkt?!?.' Es war viel mehr eine schnippische aussage als eine frage. 'Wieso an mir klebt??' fragte ich. 'Oder eher gesagt er klebt an mir um irgendwas über dich herauszufinden.!!!', sagte Ines mit einem Lächeln. Ich schmiss ein Kissen in ihre Richtung, doch traf sie damit nicht.

Mein Handy klingelte. 'Ja??', fragte ich. 'Ja hallo hier ist Dennis. Ich wollte ja erst bei Ines anrufen aber ich hab mir gedacht sie hat bestimmt wieder ihr Handy zu Hause gelassen und jetzt bei dir ist. Also wollte ich mal fragen, was ihr heut noch so macht??? Und ob ihr vielleicht Lust habt mit mir und ein paar Freunden an den See zu kommen.' Meine Wangen waren knallrot. Ich schaute in Ines Richtung. Sie sah mich mit einem, ist es Dennis, fragendem Gesicht an. Ich nickte ihr zu. 'Er fragt, ob wir Lust hätten heute an den See zu kommen', sagte ich zu ihr. 'Würde ich nein sagen, würdest du mich köpfen.', flüsterte sie. 'Ja wir kommen', sagte ich zu ihm. 'Okay freu mich', sagte Dennis und verabschiedete sich. 'Und du sagst zwischen euch ist nichts.', sagte sie grinsend, als sie an mir vorbei lief und mir das Kissen unsanft zurück gab.

Wir waren schon früher als geplant am See angekommen und legten uns schon mal an unseren Stammplatz. Als Ines mit einem knappen rotem Bikini aus der Kabine kam war ich glücklich mir vor ein paar tagen diesen türkisfarbenen Bikini gekauft zu haben. 'Wow der steht dir echt super. passt perfekt zu deinem dunkleren Typ.', sagte Ines. 'Sagt gerade Miss Bikini Model persönlich' gab ich zurück. Wir waren beide ziemlich ähnlich gebaut. Schlank mit eher wenig, aber grad genügend, Vorbau. Doch Ines Blonde Locken und meine dunklen fast schwarzen Haare machten aus uns zwei ganz unterschiedliche Typen. Sie lächelte. 'Meinst du ich gefalle Manuel so??', fragte sie mich. Ich nickte etwas belustigt. 'Waaas??? wenigstens gebe ich zu wenn ich was von jemandem will im Gegensatz zu dir.' Dagegen konnte ich nichts mehr sagen. Ich band mein glattes langes Haar zu einem Zopf zusammen und setzte mir eine Sonnenbrille auf. Ich fühlte mich wohl und entspannt bis ich eine Ladung Wasser ins Gesicht bekam und die Augen öffnete.

'Na Mädels schön gesonnt???', fragte Dennis triefend nass von oben herab. 'Du sau!', hörte ich Ines schreien die wohl auch eine Ladung Wasser abbekommen hatte und dann Manuel hinterher rannte. Dennis setzte sich auf den durch Ines freigewordenen Platz. Ich saß mit angezogenen Beinen neben ihm und schaute in Richtung Wasser. 'Seid ihr schon lange hier??', fragte Dennis beiläufig. 'Na ja, geht so. Seit einer halben stunde ungefähr.', sagte ich und sah immer noch in Richtung See. 'Freut mich wirklich dass du gekommen bist.' Jetzt sah ich ihn an. Hatte er wirklich gerade: 'Dass du gekommen bist' gesagt?? Dieses kleine Wort änderte die ganze Bedeutung des Satzes. Ich sah ihn immer noch an. Mit seiner Hand kam er an mein Gesicht. Ich schreckte erst leicht zurück ,bis er dann¦ mir meine Sonnenbrille abnahm. 'Ich sehe dir gern in die Augen wenn ich mit dir rede.', sagte er. Mein Herz klopfte wie wild hatte ich im ernst gedacht er würde mich jetzt küssen?? Einfach so ohne irgendeinen Hinweis?? Ja das hatte ich gedacht und ich schämte mich auch sofort in diesem Augenblick dafür. Aber romantisch war dieser Augenblick trotzdem irgendwie.

Da kamen auch schon wieder Ines mit Manuel und ein paar anderen im Schlepptau aus dem Wasser getorkelt. 'Stören wir??', fragte Ines und blinzelte Dennis frech zu. Sie erwartete keine Antwort, also antwortete auch keiner.

Etwas später waren wir alle wieder im Wasser. Ich und Ines quetschten uns auf eine Luftmatratze während die anderen, teils auch auf einer Matratze teils schwimmend, zur Mitte des Sees kamen. Plötzlich wurde Ines von der Matratze gezogen und auch ich war nun unter Wasser. Ich war in Panik aber öffnete die Augen. Vor mir war Dennis. Er war nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt, deshalb konnte ich ihn auch durch das etwas trübe Wasser erkennen. Dann schaute er nach oben, nahm meine Hand und zog mich zur Wasseroberfläche. Wir sahen uns an, mehrere Sekunden an..., dann ich drehte meinen Kopf weg von ihm. Wieso tat er mir das an?? Wieso konnte er mich nicht einfach küssen?? Oder hatte ich mich schon wieder in etwas verrannt, was nicht existierte?? War ich doch nur eine gute Freundin??

Den Rest des Tages am See redete ich nur noch das Nötigste mit Dennis. Ich wollte mich nicht mehr verrückt machen und mir am Ende doch wieder weh tun lassen. Also beschloss ich die ganze Sache zu vergessen.

Wir machten uns auf den Weg zum Ausgang.

'He Angela, du siehst erschöpft aus soll ich dich huckepack nehmen??', fragte mich Mark grinsend. ' Ich glaub ich bin noch fit genug um die paar Meter alleine zu gehen', gab ich lächelnd zurück. Dann kam Mark von hinten und schlang seine Arme um mich. 'Na dann kannst du mich doch huckepack nehmen'. Er lachte und ich taumelte unter dem Gewicht auf die Seite. 'Lass den scheiß', zischte Dennis Mark an. 'Du siehst doch dass du zu schwer bist.' Erschrocken von Dennis Aussage hielt ich inne. War dass etwa Eifersucht die aus ihm sprach??

Wir waren schon am Parkplatz des Sees angekommen, an dem sich unsere Wege trennten. Wir verabschiedeten uns und ich lief mit einer Freundin in Richtung zu mir nach Hause. Keine 5 Sekunden und ich hörte Dennis’ Stimme hinter mir 'Angela!! Warte!' Ich wagte es nicht mich umzudrehen. Die ganze Zeit war nichts passiert und jetzt sollte sich dass ändern?? Ich glaubte fest daran das er mir sagen würde, ich hätte irgendetwas verloren. Doch dann tauchte er wieder vor mir auf.

'Ich weiss, ich bin so ein Idiot. Ich liebe dich und das hätte ich schon viel früher sagen sollen.' Mein Blick wanderte auf meine Füsse, mein Herz raste und ich schluckte. Er legte seine Hand an mein Kinn. 'Ich sehe dir gern in die Augen, wenn ich mit dir rede', wiederholte er den Satz, den er schon am See gesagt hatte. Ich blickte ihm in die Augen. Ich hatte keine Sonnenbrille auf, die er mir abnehmen konnte. Also wartete ich auf seinen nächsten Schritt. Er hatte immer noch seine Hand in meinem Nacken. Er schaute auf meine Lippen lächelte. Alles zog sich wie eine Ewigkeit. Sein Gesicht kam näher. Er zog mich an sich herrann. Ich streckte mich etwas zu ihm hoch. Und dann berührten sich unsere Lippen. Als sie sich wieder trennten schienen Stunden vergangen zu sein. Waren es aber nicht denn unsere Freunde standen immer noch da und lächelten uns zu als wir uns dicht aneinander in den Armen lagen. 'War ja auch höchste zeit dass ihr beide zusammenfindet!!!', sagte Manuel. Die anderen lachten und stimmten zu. Jadas ist das Ende der Geschichte wie Dennis und ich zusammen kamen. Und der Anfang einer perfekten Beziehung die bis jetzt anhält.









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