Glück im Unglück Teil 2

Autor: Dani
veröffentlicht am: 04.02.2008




Kaum waren Victoria und Sebastian abgestiegen, schallte auch schon seine kräftige Stimme über den ganzen Hof: 'Victoria, hatte ich dir nicht gesagt, du sollst trainieren?'
'Das mach ich auch gleich noch, Papa!', rief sie kleinlaut zurück.
'Wann hörst du endlich auf so leichtsinnig zu sein? Mr. Wonderful ist dein Championatspferd, und du setzt seine Beine, bei einem Ausritt aufs Spiel!'
'Es tut mir Leid Papa!'
'Das hoffe ich Victoria! Und nun geh trainieren, sonst kannst du in zwei Wochen gleich zu Hause bleiben, und mir diese Blamage ersparen!'
Victoria standen die Tränen in den Augen, als sie Mr. Wonderful in seine Box brachte und ihn absattelte. Sie brachte sein Sattelzeug in die Sattelkammer und verzog sich anschließend auf den Heuboden. Das tat sie immer, wenn sie wütend oder traurig war.
Das wusste auch Sebastian und wenige Minuten, nachdem Victoria sich in das süß duftende Heu gesetzt hatte, hörte sie ihren Bruder die Treppe hinauf poltern.
Oben angekommen, orientierte er sich kurz und setzte sich dann neben sie und legte einen Arm um ihre Schultern.
So saßen sie einige Minuten einfach still da und Sebastians Nähe war tröstlich für Victoria. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass ihr Bruder der einzige war, der sie wirklich lieb hatte.Ihr Vater wollte immer nur Erfolge sehen und ihre Mutter interessierte sich viel mehr für ihr Modegeschäft in der Stadt als für ihre Tochter.
Als Victoria sich wieder gefasst hatte, rappelte sie sich hoch, sah ihren Bruder an und fragte: 'Steht dein Angebot mit dem Sprünge aufbauen noch?'
'Klar, Schwesterchen'
Nacheinander kletterten sie die steile Treppe zum Heuboden herunter, klopften sich die Halme von den Kleidern und machten sich auf den Weg zu Meridian, Victorias zweitem Pferd.

Nach etwa einer Stunde hartem Training, beendete Victoria ihre Lektion mit dem Wallach und brachte ihn wieder in den Stall.
'Puhh, jetzt brauch ich was zu trinken…', meinte Sebastian und Victoria nickte zustimmend.Einträchtig schlenderten die Geschwister auf das Haus zu, zogen sich die Schuhe aus und räumten sie ordentlich in den Schuhschrank.
Sebastian verschwand in den Keller, um zwei Flaschen Selter zu holen, während Victoria in die Küche ging, um Gläser zu holen.
Am Treppenabsatz trafen sich die Geschwister wieder und gingen gemeinsam die Treppe hinauf.
Im Obergeschoss des großzügigen Hauses hatten die beiden ein eigenes Reich mit Bad, Wohnzimmer und je ein Zimmer für jeden.
Sebastian ließ sich sofort auf das riesige weiche Sofa im Wohnzimmer fallen, wohingegen Victoria erst im Bad verschwand um sich dir Haare zu bürsten und das Gesicht zu waschen und dann kurz in ihrem Zimmer um etwas bequemeres als die engen Reithosen anzuziehen.Nach wenigen Minuten ließ auch sie sich dann auf die Couch fallen und griff nach dem Glas, das Sebastian bereits gefüllt hatte.
Sebastian starrte wie hypnotisiert auf den Fernseher, in dem gerade irgend eine Krimiserie lief.
Victoria kuschelte sich in die großen weichen Kissen und war wenig später eingeschlafen. Es war ein anstrengender Tag gewesen.
'Hey Vitoria, hast du gesehen, wie blöd dieser Verbrecher war? Dem wär sogar ich noch auf die Schliche gekommen? Victoria?'
Lächelnd schaute der große Bruder auf seine Schwester herunter. Er schaltete den Fernseher ab, schob seine Hände vorsichtig unter Victorias Körper und hob sie sanft hoch.Er wunderte sich immer wieder, wie sie es schaffte so schlank und leicht zu bleiben, bei den Mengen an Essen, die sie manchmal verdrückte. Mit dem Ellenbogen öffnete er Victorias Zimmertür und schob sich hindurch.
Vorsichtig legt er seine Schwester ins Bett und deckte sie zu.
Sie schmatze ein wenig und rollte sich wie ein scheues Rehkitz zusammen.
Sebastian warf noch einen letzten Blick auf sie, bevor er leise das Zimmer verließ und sich in sein eigenes verzog. Dort angekommen blickte er auf die Uhr. 19. 48 Uhr zeigte sie und er beschloss noch seinen besten Kumpel Daniel anzurufen.
Er griff nach dem Telefon und tippte die Nummer in die Tasten.
'Hey, Basti. Was gibt's?'
'Moin Daniel, ich hab mich gefragt ob wir noch ein bisschen um die Häuser ziehen wollen?''Och nö, hab ich heut irgendwie keine Lust zu. Hab aber vorhin den neusten Spielberg-Film aus der Videothek ausgeliehen. Den können wir uns doch ansehen.'
'Geht klar. Dann bis gleich'
Sebastian legte auf. Er konnte sich schon denken, warum Daniel unbedingt vorbei kommen wollte.
Sein bester Kumpel hatte einen Narren an Victoria gefressen, aber Sebastian wusste von ihr, dass sie ihn zwar nett fand aber auch nicht mehr.
`Tja, bei ihr beißt du auf Granit Danny-Boy`, dachte Sebastian sich schmunzelnd.

Ungefähr 20 Minuten später klingelte es und Sebastian sprang die Treppenstufen hinunter, um die Tür zu öffnen.
Die beiden Kumpels verzogen sich mit dem Film und jeder Menge Chips nach oben ins Wohnzimmer.
Sebastian fand den Film nicht so besonders, aber Daniel schien begeistert, was ihn jedoch nicht davon abhielt, seinen besten Freund über Victoria auszufragen.
'Sag mal Basti, hat deine Sis eigentlich nen Freund?'
'Soweit ich weiß nicht'
'Okay, wenn du es nicht weißt, dann hat sie auch keinen. Sie erzählt dir ja immer alles.'
'…'
'Hat sie auch mal was über mich gesagt?'
'Daaniel… ich bin hier nicht der Partnervermittler! Wenn du was von ihr willst, geh selbst zu ihr.'
'Echt jetzt?' Daniel machte Anstalten sich zu erheben, aber Sebastian packte seinen Arm und zog ihn wieder zurück.
'Nicht jetzt sofort! Sie schläft schon.'
'Na sag das doch gleich. Ich wollt sie schon immer Mal im Schlaf überraschen!'
Zwinkernd sah Daniel seinen Kumpel an, bei dessen Gesichtsausdruck er sich jedoch beeilte noch zu sagen: 'Hey, hey… das war nur Spaß, bring mich nicht gleich um…'
Sebastian war froh, als Daniel ungefähr eine Stunde später ging.
Er war zwar sein bester Kumpel aber manchmal auch schlicht und einfach unerträglich. So wie heute!







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