Black Tiger Teil 6

Autor: Any
veröffentlicht am: 18.01.2008




'Die wären?'
'Die Welt würde untergehen, denn sie sind das Symbol für Leben und Tod. Sie entscheiden wer weiterleben darf und wer nicht. Für manche sind sie eben die Retter in der Not und für andere der Tod höchstpersönlich. Aber die Legende ist ja noch nicht zu Ende. Es heißt, dass nur die Viper die Welt vor dem Untergang bewahren kann. Die Viper wird eine Tochterschlange und dessen dunklen Bruder, die die Sprache der Tiere mächtig sind, zur Welt bringen. Die beiden werden die Tiger finden und die Welt retten, aber die Tochterschlange muss sich in Acht vor ihrem dunklen Bruder nehmen, denn er könnte auch alles zunichte machen, denn seine Gabe wird nicht so stark wie die ihre sein und könnte alles ins Verdammnis stürzen. So lautet die Legende.'
'Und was hat das mit mir zu tun?'
'Du bist die Tochterschlange der Viper!'
'Wie könnt ihr euch da so sicher sein?'
'Du hast Schlangenaugen und du kannst mit Tieren sprechen, ist das nicht Beweis genug?''Warum haben du und Raven mir dann nicht geglaubt, dass ich mit Silver sprechen kann, wenn ihr von der Legende gewusst habt?'
'Ich war nicht sicher, ob du die Richtige warst und mein Bruder weiß nicht von der Legende…'
'Absichtlich?'
'Nein, er will sie nicht wissen.'
'Aber warum?'
'Ich weiß es nicht.' Nachdenklich blickte sie ihn an. 'Und wer ist mein… dunkler Bruder?''Das wirst du noch früh genug erfahren.'
'Den Satz kenn ich irgendwoher.'
'Dann hättest du die Antwort auch alleine rausfinden können.'
'Ich probier es trotzdem immer wieder.', frech grinste sie ihn an. River lächelte.
'Wann beginnt denn meine Ausbildung?'
'Du meinst das Überlebenstraining?'
'Ausbildung klingt irgendwie sicherer.' Er musste Lachen.
'Ich weiß es nicht genau, aber ziemlich bald, nehme ich an.'
'Trainiert ihr uns beide zusammen, du und Raven?'
'Nein, jeder übernimmt einen von euch beiden.'
'Oh toll! Dann möchte ich mit dir trainieren.' Bedauernd blickte er sie an. 'Das wird nicht möglich sein.'
'Wieso nicht?'
'Ich wurde deinem dunklen Bruder zugeteilt.'
'Heißt das, ich muss mit Raven trainieren?' Die Vorstellung gefiel ihr gar nicht. Sie empfand ihm gegenüber eine gewisse Art Abneigung.
'Keine Sorge! So schlimm wie du denkst ist er gar nicht.'
'Hmpf…'
'Ach komm! Er kann auch mal ganz normal sein.' River begann zu grinsen und auch Jessie lächelte kurz. Trotzdem behagte es ihr gar nicht, dass sie sich jetzt wahrscheinlich jeden Tag Stunden mit Raven trainieren musste. Generell gefiel ihr die Vorstellung nicht, in seiner Nähe zu sein.
'Kannst du nicht sagen, dass du lieber mich trainieren würdest?', bettelnd sah sie River an. Er schüttelte den Kopf. 'Die Legende sagt, dass der Fluss den dunklen Bruder ausbilden muss und der Rabe die Tochterschlange.'
'Deswegen eure Codenamen?'
'Ja…'
'Habe ich auch einen?'
'Wenn du einen magst… Wie wär´s mit… lass mal überlegen… Nervi?!' Schockiert sah sie ihn an. 'Wie fies!' River begann zu lachen. Leicht schlug Jessie ihm auf den Rücken. 'Hör auf zu lachen! Das war echt gemein!'
'Das war doch nicht ernst gemeint. Jetzt hör schon auf mich zu schlagen!' Aber Jessie dachte nicht daran. Im Gegenteil sie nahm den Polster und schlug nun mit dem weiter. Silver flog auf den Kasten, aus Angst, getroffen zu werden. Lachend versuchte River sich gegen ihre Schläge zu wehren, hatte aber keine Chance. Auch Jessica lachte. So viel Spaß hatte sie schon lange nicht mehr gehabt. 'Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst, muss ich dich kitzeln.'
'Dazu musst du mich erst mal fangen!' Wild tobten die Beiden durchs Zimmer.
Schließlich hatte River sie gefangen und kitzelte sie so richtig durch.
'Gande!', flehte sie keuchend.
'Aber nur, weil du´s bist!' Als Jessie wieder einigermaßen Luft bekam, setzten die Beiden sich auf ihr Bett und redeten.

Raven stand vor Jessies Tür. Er hatte alles gehört. Eigentlich war er noch einmal zu ihrem Zimmer gekommen, um ihr zu sagen, dass sie in zwei Tagen mit dem Training beginnen würden, aber dann hatte er Rivers Stimme gehört, war stehen geblieben und hatte gelauscht. Wütend schlug er mit der Faust gegen die Wand. Sie mochte ihn nicht. Nicht, dass er das gewollt hätte, aber er brauchte ihr Vertrauen! Ohne Vertrauen konnte er sie nicht trainieren. Sein Bruder hatte ihr, wie vieles anderes, verschwiegen, dass sie Viper, ihrem dunklem Bruder, dem Fluss und dem Raben vollends vertrauen musste. Aber im jetzigen Zustand, sah das eher schlecht aus. Natürlich wusste er von der Legende, aber er glaubte nicht daran. Auch, wenn sich der Teil mit der Tiersprache bestätigt hatte, hieß das noch lange nicht, dass sie auch wahr werden würde. Es war doch nur eine Legende!
Wütend drehte er sich um und schritt schnellen Schrittes davon.

'Und du willst mir wirklich nicht sagen, was es mit diesem Martin auf sich hat?'
'Nein… Ich habe noch nie mit jemanden darüber geredet und werde es auch weiterhin nicht tun.'
'Aber vielleicht hilft es dir ja, mit jemanden zu reden.' Raven lies nicht locker, aber Jessie schüttelte energisch den Kopf. 'Nein! Da hilft gar nichts!'
'Aber-…'
'Ich sagte nein!' Sie klang wütend. Schweigen trat ein.
'Entschuldigung, manchmal geht bei mir die Neugier durch.', sagte er nach einer Weile. Sie schüttelte nur den Kopf. 'Ist nicht so schlimm, du kannst ja nichts dafür.' Obwohl sie das sagte, spürte er Schuldgefühle. Die Traurigkeit war in ihre Augen zurückgekehrt und alles nur, weil er seine verdammte Neugier nicht zurück halten konnte. Sanft strich er ihr durchs Haar.
'Ich muss jetzt gehen, es ist schon spät und ich muss mich noch um eine wichtige Angelegenheit kümmern.' River stand auf.
'Gehst du mit mir morgen an die Oberfläche?', hoffnungsvoll sah sie ihn an. Er überlegte kurz. 'Ja… Ich hole dich morgen ab, ja?'
'Ist gut.' Lächelnd wandte er sich ab und verlies das Zimmer.
Als die Tür wieder geschlossen war flog Silver wieder von dem Kasten herunter und landete auf ihrer Schulter.
'Er ist komisch.'
'Findest du?'
'Ja… Er schaut fast genauso aus wie Raven, aber benimmt sich total anders.'
'Ja… Deine Geschwister und du verhalten sich ja auch nicht alle gleich, oder?'
'Meine Geschwister sind tot.' Der Vogel hatte das mit so einer Kälte gesagt, dass sie glaubte, sie ihren Rücken hinablaufen zu spüren.
'Tot?'
'Ja… Sie wurden getötet.'
'Von wem?'
'Ich… weiß es nicht.' Jessie bemerkte sein Zögern.
'Was ist passiert?'
'Ich war auf einem meiner ersten Rundflüge mit meinen Eltern, meine Geschwister konnten noch nicht mitkommen, sie waren noch zu schwach. Als wir zurückkamen, waren sie alle tot. In ihre Einzelteile zerfetzt.' Schockiert sah Jessica den Vogel an. 'Danach haben meine Eltern mich verjagt, seit dem bin ich ein Einzelgänger.'
'Aber warum? Warum haben sie dich verjagt?'
'Sie gaben mir die Schuld an dem Tod meiner Brüder und Schwestern.'
'Aber du warst doch mit ihnen unterwegs! Du konntest doch gar nicht schuld sein!'
'Eben das war es ja! Wegen mir waren sie nicht beim Nest, sie glaubten, dass wenn sie beim Nest geblieben wären, sie hätten beschützen können, aber wo wie es dort aussah, hätte sie niemand beschützen können… Das ganze Blut…' Silver brach ab. Er tat Jessica leid. Sacht strich sie mit einem Finger über seinen kleinen Kopf. 'Seit dem will mich niemand mehr bei sich haben, sie denken, dass ein Fluch auf mir lastet.'
'Ich will dich bei mir haben.' Er blickte sie an. 'Meinst du das ernst?'
'Ja doch! Du bist einer der wenigen, bei dem ich mich wohl und verstanden fühle.' Freudig blickte er sie an.
'Heißt das, ich darf bei dir bleiben?'
'Ja.' Eine Weile sagte niemand mehr was.
'Ich habe Hunger.' Zwitscherte Silver plötzlich. Jetzt bemerkte Jessie auch ihren Hunger. Sie hatte seit der Mahlzeit im Flugzeug nichts mehr gegessen.
'Dann sollten wir mal schleunigst etwas zu Essen suchen! Was isst du denn so?'
'Käfer und Insekten.' Jessica grauste, als sie das hörte, aber sie sagte nichts.
In dem Moment wurde die Tür aufgestoßen und Harald kam mit einem Tablett herein.'Du schaust ja schlimm aus, Kleine! Rivers Schlag hat dich ganz schön zugerichtet.' Er stellte das Tablett auf einen kleinen Klapptisch, den er mitgebracht hatte, vor ihr hin. 'Du bist bestimmt hungrig! Griffin hat mich hergeschickt.'
'Oh wie recht du hast! Ich bin am verhungern!' Dankend nahm sie das Besteck auf und begann zu essen. Es gab Reis mit Gemüse. Nicht gerade Jessies Leibgericht, aber im Moment war ihr das egal.
'Hey! Was ist mit mir?', meldete sich Silver zu Wort. 'Oh entschuldige bitte! Harald? Hast du zufällig auch was für meinen Freund hier?' Sie deutete auf ihre Schulter, wo der Vogel saß.
'Ach! Das hätte ich fast vergessen.', aus einer seiner Hosentaschen kramte er ein kleines Päckchen hervor und stellte es neben Jessies Teller. Als er es öffnete wurmte es nur so vor kleinen Krabbeltieren. Gierig stürzte Silver sich auf sie.
'Ich werde jetzt dann wieder gehen, Kleine.'
'Ist gut, danke.'
'Kein Problem. Wir werden dir demnächst die Küche zeigen, damit du dir allein etwas holen kannst und nicht auf uns warten musst.'
'OK… Moment! Wo ist denn hier eine Toilette?'
'Ach, da musst du einfach aus deinem Zimmer raus, dann links und die erste Tür rechts, das Bad ist eine Tür weiter.'
'Danke.'
'War´s das?'
'Ja.'
'Na dann. Wir sehen uns, Kleine.' Harald trampelte wieder mit seinen großen Füßen zur Tür hinaus.
'Wer war das?'
'Ich habe dir schon von ihm erzählt. Er war einer meiner `Entführer´!'
'Ach so… der Dumme?' Jessica musste lächeln. So hatte sie Silver Harald beschrieben, als den dummen großen Muskelprotz.
'Ja, der.'
'Er erschien mir nett.'
'Das ist er auch…'
'Was ist mir dieser anderen Frau?' Irritiert blickte Jessie den Tangar an.
'Ach so… Du meinst Jennifer.'
'Ich denke.'
'Hm, keine Ahnung. Ich habe sie seit dem ich in Ohnmacht gefallen bin, nicht mehr gesehen.'
'Soweit ich mich erinnern kann, war doch River derjenige, der dich geschlagen hat, oder?' Sie nickte. 'Warum bist du dann so nett zu ihm?'
'…Weil ich lange Zeit unglücklich war, aber bei ihm in der Nähe, kann ich so sein wie ich wirklich bin.'
'Und bei mir?'
'Bei dir sowieso, mein Kleiner!'
'Ich bin nicht klein!'
'Doch! Ein ganz süßer kleiner Vogel!'
'Süß jetzt auch noch?'
'Ja.', sie grinste ihn an. Ja, auch bei ihm fühlte sie sich wohl. Aber er war ja auch kein Mensch, aber er verstand sie und das war es, was Jessie brauchte: Verständnis!
'Was ist mir diesem Raven? Magst du ihn wirklich nicht?'
'Nein… Ich meine, ich kenn ihn noch nicht so gut, aber bis jetzt gefällt mir die Vorstellung gar nicht, mit ihm jeden Tag trainieren zu müssen. Aber du magst ihn doch auch nicht, oder etwa schon?' Schnell schüttelte der Vogel sich mit dem ganzen Leib. 'Niemals!'
'Also ist es doch nicht so schlimm, wenn ich ihn nicht mag, oder?' Der Kleine nickte zustimmend.
Es klopfte wieder. 'Wer kommt denn heut noch aller?', grummelnd erhob sich Jessica von ihrem Bett und ging zur Tür, um sie zu öffnen.
'Was machst du denn hier?' Erstaunt blickte sie in Ravens Gesicht.
'Darf ich rein kommen?', aber er wartete gar nicht erst ihre Antwort ab und schob sich einfach grummelnd an ihr vorbei. Silver krächzte empört auf. 'Was macht der schon wieder hier.' Jessica zuckte kurz mit ihren Schultern, was so viel wie `keine Ahnung´ bedeuten sollte.
'Weswegen bist du hier?'
'Ich wollte dir nur sagen, dass das Training in zwei Tagen anfängt. Ich hole dich von deinem Zimmer ab, verstanden?', es klang mehr wie ein Befehl, als eine Frage. 'Ist gut…'
Eine Weile sagte niemand was.
'Sonst noch was, weswegen du hier bist?'
'…Nein.'
'Na dann: Gute Nacht, oder guten Tag, was auch immer gerade für eine Uhrzeit ist.', sie deutete in Richtung Tür, aber Raven bewegte sich keinen Zenitmeter. Sie starrte ihn an. Innerlich flehte sie, dass er doch verschwinden würde, aber er tat es nicht, sondern stand einfach nur das und schaute sie mit seinen schwarzen Augen an. Wieder kam das Gefühl des Unwohlseins in Jessie auf, aber auch etwas anderes. Angst! Sie hatte Angst vor ihm. Sie wusste nicht wieso, aber in diesem Moment wirkte er bedrohlich. Nervös strich sie sich einzelne Strähnen ihres Haares ins Gesicht. Es gab ihr Schutz, normalerweise, aber in diesem Moment half es ihr nichts. Sie setzte gerade zu einem Satz an, als Raven mit… zitternder? Stimme zu reden begann: 'Ich… Es tut mir Leid, wenn ich in der kurzen Zeit, die wir uns kennen nicht sehr nett zu dir gewesen bin, aber so ist nun mal meine Art.' Etwas verwirrt schaute sie ihn an. Dann schüttelte sie den Kopf. 'Schon… gut… Ist nicht so schlimm. Ich bin es gewohnt, dass man unfreundlich zu mir ist. Also, mach dir da keine Gedanken.'
'Na gut.'
'Tut dein Bauch noch sehr weh?' Er lächelte leicht. Wie sie sich um ihn sorgte, obwohl sie ihn nicht mochte. Es war einfach ihre Art.
'Ja… Es wird besser, aber ich werde ihn noch eine Zeit lang spüren.'
'Du solltest froh sein, dass dein Bruder dich nicht umgebracht hat.'
'Das hätte er nicht.'
'Sah aber nicht so aus.'
'…'
'Hast du mit ihm darüber geredet?'
'Mit wem worüber?'
'Mit River über das Vorgefallene.'
'Nein… Warum auch?'
'Er könnte sich bei dir entschuldigen.'
'Das wird er aber nicht machen.'
'Warum nicht?'
'Ganz einfach: Weil es meine Gerechte Strafe war. Und übrigens: Neugier tut selten gut.' Spöttisch blickte Raven Jessie an. 'Ja, vor allem tut dir meine Neugierde nicht gut.' Demonstrativ piekste sie ihn in den Bauch. Schmerzerfüllt stöhnte er auf. 'Mach das nicht noch mal!'
'Wieso nicht?', wieder piekste sie ihn und grinste ihn frech an. Er keuchte.
'Weil es weh tut!'
'Ach ja?', wieder und wieder stieß ihr Finger in seinen Bauch, nicht fest, aber ihn Ravens Zustand wie ein Nadelstich.
'Au! Bitte, Jess!', flehte er.
'Was bekomm ich dafür?'
'Alles was du willst, aber hör auf damit!'
'Ich denk, das reicht mir im Moment.' Fies grinsend machte sie weiter mit der Piekserei.'Ich warne dich!'
Als sie noch immer weiter machte, packte er plötzlich ihre Hand. Die Bewegung von ihm war zu schnell gewesen, um ihre Hand rechtzeitig zurück zu ziehen. Fest umschloss er ihr Handgelenk.
'Lass mich los!', fauchte sie.
'Du wolltest ja nicht aufhören! Ich hab dich gewarnt.'
'Das war ein Spaß, also lass mich jetzt los.'
'Ah! Du freust dich also über das Leid anderer, gut zu wissen.' Empört blickte sie ihn an. 'Wie kannst du so etwas nur sagen?'
'Es stimmt doch, oder machst du das nur, weil ich es bin?'
'Nein…' Fragend sah er sie an. Jessie konnte dem Blick nicht standhalten. Es stimmte ja. Bei einem anderen hätte sie das nie gemacht, aber bei ihm… Etwas war an ihm anders, als bei anderen. Er verwirrte sie…
'OK, du hast ja recht, es hat mir Spaß gemacht, entschuldige!'
'Warum macht es dir Spaß, mich zu quälen?'
'Dir macht es doch auch Spaß mich zu quälen, oder warum zerdrückst du mir meine Hand.' Erschrocken ließ er sie los, als er sah, dass ihre Gesichtszüge schmerzverzerrt waren und bemerkte, dass er wirklich immer fester zugedrückt hatte. Fast triumphierend blickte sie ihn an.
'Ja… du hast recht, aber warum?'
'Was warum?'
'Warum empfinden wir so eine Abneigung uns gegenüber?' Sie überlegte. 'Ich weiß es nicht… Vielleicht soll es ja so sein.'
'Du meinst, dass ist Schicksal.'
'In gewisser Weise schon, oder nicht?'
'Ich weiß es nicht. Ich glaube eigentlich nicht an so was.'
'Das hat dein Bruder auch gesagt.'
'Ich weiß…' Verdammt! Er hatte sich verplappert. Sie starrte ihn an. 'Woher?'
'Ich… habe es ihm schließlich oft genug gesagt.' Gerettet!
'Ihr redet auch mal normal miteinander?'
'Ob du es glaubst oder nicht, auch Brüder erzählen sich etwas.'
'Nein! So habe ich das nicht gemeint, aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass du und dein Bruder sich nicht sonderlich gut verstehen.'
'Kann schon sein.', antwortete Raven ihr ausweichend.
'Was ist passiert?'
'Nichts! Wir verstehen uns einfach nicht so gut.'
'Da muss mehr dahinter liegen!'
'Du bildest dir was ein.'
'Sag mir doch, was passiert ist!'
'Nein!'
'Wieso nicht?'
'…Ich darf nicht und das weißt du! Auch wenn ich es dir erzählen wollte.' Jessica erinnerte sich wieder, was das letzte Mal passiert war, als er ihr etwas von sich erzählt hatte.
Krampfhaft hielt sie ihre Neugier zurück. 'OK… Ich hatte es vergessen… Kommt nicht wieder vor.'
Dankbar nickte er ihr zu. 'Ich werde dich jetzt alleine lassen.'
'Gute Nacht. Sehe ich dich vor dem Trainingsbeginn noch einmal?'
'Du darfst dich freuen: Nein!' Noch bevor sie ihn fragen konnte, was das wieder zu bedeuten hatte, war er auch schon verschwunden.
Sie ließ sich auf ihr Bett sinken. Silver setzte sich wieder auf ihre Schulter. Langsam wurde sie wund, durch seine Krallen und es schmerzte immer mehr, aber sie lies es sich nicht anmerken. Keiner der beiden sagte etwas.
Irgendwann überfiel sie die Müdigkeit und sie gähnte laut auf. 'Silver? Ich werde mich jetzt waschen gehen. Du kannst es dir derweil in meinem Bett gemütlich machen.' Dankend hupfte der kleine Vogel auf Jessies Bettdecke und begann daran herumzuzupfen, bis er sich ein angenehmes Loch gebaut hatte und sich darin niederließ. Sie stand auf, suchte ihren Pyjama und die Waschsachen aus dem Kasten und wanderte Richtung Bad.
Der Gang war noch immer so dunkel, aber sie bildete sich plötzlich ein, einen Schatten gesehen zu haben. Hastig schaute sie sich um, aber da war nichts. Sie zuckte einmal mit den Schultern und setzte ihren Weg fort.

Flach atmend stand er hinter der Ecke. Warum? Warum war sie hier? Das konnte nicht sein! Warum ausgerechnet sie? Er drückte sich von der kühlen Wand ab und wanderte langsam zu seinem Zimmer zurück. Warum musste er auch nur so neugierig gewesen sein?
'Weil du ihr dunkler Bruder bist…', flüsterte eine Stimme in ihm.

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Ich muss mich für die nächste Woche entschuldigen. Ich werde keine weiteren Teile von Black Tiger einreichen, da ich heute etwas erfahren habe, was ich erst verkraften muss. Ich hoffe ihr versteht mich und geb mir die Zeit, die ich brauche um das alles zu verarbeiten. Ich verspreche euch, dass weitere Teile kommen werden!

LG Any







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