Tödliche Leidenschaft Teil 8

Autor: Belladonna
veröffentlicht am: 14.01.2007




'Also, ich habe mir gedacht, wir tricksen sie einfach alle aus. Ihr meint doch alle, dass ich deiner verstorbenen Frau so ähnlich sehe, nich Jeff?'
'Ja, zum Verwechslen ähnlich.' stimmten ihr alle zu.
'Und genau das nutzen wir aus. Wer weiß denn alles, dass sie tot ist?'
'Naja, Bill und wir.'
'Und wer weiß, wo sie begraben liegt?'
'Nur wir.'
'Na also. Also ich dachte mir, dass ihr mir alles, was ich über diese Carlotta wissen muss erzählt und dann spiele ich einfach Carlotta, wenn die Polizei kommt und da nur ihr und Bill die Wahrheit wisst, kann uns niemand gegenteiliges nachweisen.'
'Das ist wirklich eine farbenfrohe- äh, fabelhafte Idee.' kommentierte John.
'Das könnte sogar klappen, ihre Familie lebt nicht mehr, nur wir wissen, dass sie tot ist und wenn wir alle dichthalten, dann kann Bill uns nichts anderes mehr nachweisen. Ist wirklich eine sehr gute Idee. Jeff, was meinst du dazu?' fragte Inka.
'Ich weiß nicht, die Idee an sich ist ja ganz gut und es kann ja wirklich niemand was anderes behaupten, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich da mitspielen kann.'
'Hm, stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht. Vielleicht ist die Idee doch nicht so gut, wie ich zuerst dachte. Wir sollten uns lieber etwas anderes einfallen lassen.'
'Aber wieso denn? Die Idee ist perfekt.'
'Ja, aber ich habe nicht bedacht, wie Jeff das Ganze aufnehmen wird. Immerhin war Carlotta ja seine Frau.'
'Ja, sie war meine Frau und, vielleicht wäre es sogar in ihrem Sinne, wenn wir das so durchziehen. Ich werde mir jedenfalls die größte Mühe geben, am Wichtigsten ist es aber, dass Bella ihre Rolle überzeugend spielt. Am Besten fangen wir sofort an, dir alles zu sagen, damit du nachher keine Fehler machst.'
'Also bist du wirklich damit einverstanden?' fragte Bella ungläubig.
'Ja, ich bin einverstanden. Eine andere Lösung gibt es nicht. Der Plan ist geradezu perfekt.'

'Also gut, die kleine ist also ausgebrochen und wahrscheinlich zurück zu Jeff.'
'Und was machen wir jetzt Chef?'
'Wir werden die Polizei einschalten. Das Band abgeben und dann mal sehen, ob sie aktiv werden.'
'Und wie wollen sie das machen?'
'Ist doch ganz einfach...'

'Guten Tag, was wünschen Sie?'
'Ich würde dies ganz gerne einem Ihrer Beamten übergeben. Wer hat denn jetzt gerade Bereitschaft?'
'Gehen Sie einfach gerade durch, letzte Tür rechts.'
'Vielen Dank, Miss.'
'Gern geschehen.'
‚Das war ja fast noch einfacher, als ich gedacht hätte.'
'Ja bitte?'
'Entschuldigen Sie bitte die Störung, aber ich habe hier etwas, was Sie sehr interessieren dürfte.'
'Treten Sie doch ein.'
'Danke, zu freundlich.'
'Also, was haben Sie denn da schönes für mich?'
'Ein Videoband. Es lag heute früh in meinem Briefkasten. Ich denke es dürfte Sie sehr interessieren, was darauf zu sehen ist.'
'Was ist denn darauf zu sehen?'
'Ein Mord.'
'Na dann schauen wir uns das Band doch einfach mal an, oder was meinen Sie.'
'Nur zu.'

'Nein, nein und nochmals nein. Das machst du ganz falsch.'
'Ja aber wie soll ich es denn sonst machen?!' fauchte Bella Jeff gereizt an. Seit etwa einer Stunde übte sie so zu gehen wie Carlotta es früher getan hatte, doch alles war falsch, wie man ihr sagte. Langsam verlor sie echt die Nerven.
'Du musst leichter gehen, schwebender.'
'Boah ey, du kannst mich mal! Ich hab die Schnauze voll von deinem 'schwebender'.
Schwebe doch alleine!' wütend war sie das Handtuch und stürmte aus dem Raum.
'Na super Jeff, das hast du ja ganz toll hingekriegt!' zischte Inka ihn verdrossen von der Seite an.
'Ja was denn? Sie muss das halt anders machen.'
'Jeff, überleg doch mal. Woher soll sie denn wissen, wie Carlotta ging? Sie kannte sie doch gar nicht. Sie hat sie nie gesehen. Moment mal, das ist es.'
'Was denn John?'
'Ich hatte so eben eine Erhellung- quatsch, eine Erleuchtung.'
'Ja und?'
'Zeig ihr die alten Videobänder von dir und Carlotta. Sie soll sie sich anstehen- äh, ansehen und dann versuchen auch so zu laufen. Vielleicht hilft ihr das. Dann kann sie sich auch noch andere Dinge abgucken.'
'Hm, na gut. So übel ist die Idee gar nicht. Also gut. Suchen wir die Bänder.'
'Nein. Ich suche die Bänder und du kümmerst dich um Bella.'
'Wieso?'
'Ich glaube, du hast sie da gerade ganz schön verletzt. Sie liebt dich und sie weiß, dass ein Teil von dir für immer Carlotta lieben wird, aber sie ist bereit das zu akzeptieren. Also sei nicht zu hart zu ihr, weil sie nicht ist wie Lotta. Sie ist ganz sie selbst und das ist auch richtig so. sie sollte sich nicht verstellen müssen, um einem Mann zugefallen, am Allerwenigsten, um dir zu gefallen.'
'Du meinst ich habe sie gekränkt?'
'Ja, das hast du in der Tat.' mischte sich Inka ein.
'Verdammt!'
'Geh sie suchen mein Freund. Erklär es ihr. Ich denke sie wird es verstehen können.'
'Ihr habt recht, danke.'
'Nichts zu danken, dafür sind Freunde doch da.'

'Also das ist ja wirklich ungeheuerlich. Er hat sie einfach erschossen!'
'Fürchterlich!' pflichtete Bill dem Polizeibeamten zu.
'Und Sie sagten Sie kennen diese Frau und diesen Mann?'
'Ja, die Frau war meine Verlobte, sie hieß Carlotta Mirandella und der Mann heißt Jeffrey Campbell. Er hatte meine Verlobte entführt und wollte sie zwingen ihn zu heiraten. Ich wollte sie befreien und da hat er sie erschossen, nachdem sie ihm ins Gesicht sagte, dass sie mit mir gehen würde.'
'Und wie sind Sie an das Band gekommen? Und warum sind Sie nicht schon sehr viel eher zur Polizei gekommen?'
'Ich hatte keine Beweise für die Tat. Die Leiche meiner Verlobten verschwand einfach und da sie keine Verwandten mehr hatte, wurde sie niemals als vermisst gemeldet. Das Band fand ich heute Morgen in meinem Briefkasten. Ich habe keine Ahnung, wer es gedreht hat und wer es mir gebracht hat, aber es muss ein Mensch gewesen sein, der wollte, dass die Wahrheit ans Licht kommt.'
'Ja wissen Sie denn eigentlich, wo dieser Campbell wohnt?'
'Ja, ich weiß es noch.'
'Na worauf warten wir dann noch? Nehmen wir diesen Mörder fest!'
Zufrieden lächelnd wandte Bill sich ab. Er hatte es geschafft. Endlich nach so viele Jahren, die er darauf hatte warten müssen. Wenn Jeff erst einmal im Knast saß, dann konnte er sich gänzlich ungehindert auf die Suche nach dem legendären Campbell- Schatz machen und schon bald wäre er der reichste Mann der Welt.

'Bella?'
'Was willst du? Willst du mich wieder kritisieren, weil ich nicht so laufen kann, wie deine Carlotta es konnte? Ich kann es eben nicht! Ich bin nicht Carlotta. Ich bin Isabella. Merk dir das!' giftete sie Jeff an.
'Bella, ich wollte mich bei dir entschuldigen.'
'Oh...'
'Es tut mir leid, was ich dadrin gesagt habe. Ich hatte mich einfach nicht unter Kontrolle. Ich weiß, dass du Bella bist und dass du niemals so sein wirst wie Carlotta, weil Carlotta einfach einzigartig war, aber du bist auch einzigartig. Du hast es als erster Mensch nach sieben Jahren geschafft, mein Herz wieder aufzutauen. Du hast es geschafft, dass ich wieder Liebe empfinden kann und dass ich wieder lebe. Bella, ich liebe dich, weil du Bella bist, weil du einfach ganz du selbst bist. Bitte verzeih mir, dass ich so grob zu dir war. Ich hätte dich nicht anschreien dürfen. Das verdienst du nicht, weil du eine ganz wunderbare Frau bist.''Jeff, ich.. es tut mir auch leid, was ich gerade gesagt habe, ich meinte es nicht so. ich war nur so entsetzlich wütend. Aber ich liebe dich auch, weil du der erste Mann bist, dem ich voll und ganz vertraue.'
'Kommst du wieder mit rein? John hat eine Idee. Er will dir alte Filme zeigen, die wir aufgenommen haben. Er meint es würde dir leichter fallen dich in Lotta's Rolle zuversetzen, wenn du sie ein wenig näher kennenlernen würdest.'
'Okay. Ich komme.'

'Kommen Sie. Kommen Sie. Wir müssen uns beeilen, nicht dass er noch außer Landes flüchtet. Nun machen Sie doch schon!'
'Ja Herr Polizist. Ich kann mich nur leider nicht mehr an den ganz genauen Weg erinnern. Es ist ja immerhin schon sieben Jahre her.'
'Ja egal. Nun kommen Sie schon. Alles wartet auf meinen Befehl.'
'Ja, ich glaube, wir müssen links rum.' Natürlich wusste Bill ganz genau, wo sie lang mussten, nur musste er seine Rolle auch überzeugend spielen und das hatte er wohl gerade auch getan. Oh, was hätte er nur für ein Schauspieler werden können!

'Also, Bella, hast du gesehen?'
'Ja, habe ich. Aber das sieht bei ihr so einfach aus.'
'Keine Angst, du wirst das schon schaffen.'
'Jeff, Jeff, wir haben keine Zeit mehr dazu, sie muss sich sofort umziehen.'
'Wieso das? John, was ist denn los?'
'Dieser ekelhafte Mensch ist da und er hatte ein ganze Rotte- äh, ach nein, wie heißt es gleich?, ach!, er hat eine ganze Armee von Polizisten mit sich. Die wollen doch festdingen- äh, dingfest machen.'
'Oh scheiße! Bella, hast du gehört? Du musst dich beeilen. Schnell, zieh dich um und bitte, versuch so natürlich wie möglich herüber zu kommen.'
'Ja, ich werde mein Bestes geben.'
'Nun setz sie nicht so unter Druck!'
'Jaja, ist ja schon gut.'
'Sie da, klingeln Sie.' befahl der Polizist einem jungen Mann
'Ja, Sir.'
Wenige Minuten später schon öffnete sich die Tür und vor dem Beamten standen ein elegant gekleideter junger Gentleman und eine hinreißend schöne junge Frau.
'Sind Sie Jeffrey Campbell?'
'Ja, der bin ich.'
'Ich muss Sie fest nehmen wegen Mordes an Carlotta Mirandella.'
'Wie bitte? Soll das ein schlechter Scherz oder so etwas in der Art sein?'
'Keineswegs Sir, wir haben belastendes Material gegen Sie vorliegen. Dieser Herr dort hat Anzeige gegen Sie erstattet. Er behauptet Sie hätten seine Verlobte entführt und erschossen.''Das ist ja an den Haaren herbeigezogener Schwindel. Sieht meine Frau vielleicht tot aus?''Ihre Frau?' fragten der Polizist und Bill gleichermaßen irritiert im Chor.
'Ja sehen Sie denn nicht, dass meine Frau lebt? Lotta, kommst du bitte mal kurz her, mein Schatz?'
'Ja natürlich Jeffrey, mein Lieber.' Sagte die schöne junge Frau, die sich dir ganze Zeit über im Hintergrund aufgehalten hatte.
'Wie Sie sicherlich sehen könne, meine Herren bin ich keineswegs tot. Nein, ganz im Gegenteil, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass es mir hervorragend geht. Nie hätte es mir besser gehen können.'
'Aber wie können Sie denn mit diesem Mann verheiratet sein? Sind Sie denn nicht die Verlobte dieses Herren?' Mit einer eindeutigen Geste zeigte er auf Bill, der noch immer stocksteif dastand. Dieser Mistkerl, das war nicht Carlotta, obwohl die Frau dort sich genauso bewegte und auch so sprach wie sie. Nein, das war Bella.
'Nein, ich war zu keinem Zeitpunkt mit diesem Herren verlobt. Er war nur eine kurze Liaison, aus meinem Leben, bevor ich Jeff kennen lernte. Eine Liaison, die ich zutiefst bereue. Ich habe auch keine Ahnung, wie er auf die Idee kommt, mich als seine Verlobte zu bezeichnen und Jeff als Mörder zu bezeichnen. Ich finde das sind gerade zu ungeheuerliche Anschuldigungen!'
'Aber Carlotta, du hast mich doch geliebt!' heulte Bill auf.
'Zu einem sehr weit zurückliegenden Zeitpunkt vielleicht, auch wenn es mir im Nachhinein unbegreiflich ist, wie ich mich nur auf so einen Mann hatte einlassen können. Aber ich kann Ihnen sagen, Herr Beamter, dieser Mann ist geisteskrank. Nach meiner Vermählung mit Jeffrey rief er mich täglich an und flehte, dass ich doch zu ihm zurückkommen möge. Ich erklärte ihm mehr als nur einmal, dass ich Jeffrey liebe und bei ihm bleiben werde, dass ich niemals zu ihm zurückkommen würde, aber er wollte partout nicht auf mich hören.''Ja also, ich glaube die Sachlage ist eindeutig. Ich entschuldige mich in aller Form bei Ihnen, dafür, dass wir Ihnen zum Sonntag solche Unannehmlichkeiten bereitet haben. Bitte verzeihen Sie.'
'Aber Sie konnten doch nichts dafür. Sie sind doch nur Ihrer Pflicht als Polizeibeamter nachgekommen. Und ich muss sagen, es ist wahrlich beruhigend, dass wir uns mit solch pflichtbewusste Polizisten schmücken können.'
'Oh vielen Dank Mr. Campbell, Sie sind zu freundlich. Eine schönen Tag wünsche ich Ihnen noch und auch Ihnen, gnädige Dame.'
'Wir stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung.'
Und schon sammelten sich die Beamten wieder zusammen und fuhren von dannen.
'Puh, das ging ja gerade noch mal gut.'
'Du hast deine Rolle wirklich hervorragend gespielt, Bella, ich bin stolz auf dich.'
'Danke. Du warst aber auch nicht übel' grinste sie Jeff an.
'Oh, vielen Dank für das Kompliment'
'Sag mal Jeff, wann heiraten wir nun eigentlich?'
'Wenn du möchtest, sofort.'
'Au ja...'
'Na dann komm...'

Noch am selben Abend wurde die Eheschließung vollzogen. Jeff und Bella wurden zusammen sehr glücklich. Obwohl Bella lange Zeit brauchte, um Jeff zur Schatzsuche zu überreden, schaffte sie es schlussendlich doch. Wie diese nun verlaufen ist und ob sie den Schatz gefunden haben, das ist eine andere Geschichte.
Eins sei zum Abschluss noch gesagt. Bill wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und dort behandelt. Von dem Schock, Carlotta ‚wieder zusehen' hat er sich seinen Lebtag nicht mehr erholt und so starb er einige Jahre später völlig verwirrt in der Klinik ohne seinen Traum vom reichsten Mann der Welt jemals verwirklicht zu haben. Zum Glück, kann man dann nur sagen, denn wer weiß schon, was ein Mann wie Bill mit so viel Reichtum angefangen hätte?
Isabella und Jeffrey Campbell jedenfalls lebten glücklich und zufrieden bis zu ihrem Tod und auch John und Inka erwartete nach dieser schweren Zeit noch ein wundervolles Leben.

So, das ist jetzt vielleicht ein etwas abruptes Ende, aber ich will die Geschichte auch nicht künstlich in die Länge ziehen, würde sonst wahrscheinlich nur langweilig werden...Mal sehen, ob ich morgen schon den ersten Teil meiner neuen Geschichte reinstelle, mir ist da schon ein guter Gedanke gekommen...
Viele liebe Grüße... Steffi







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Kommentare

lucy-josephin

03.05.2012 13:41:56

Coole Geschichte! Schön geschrieben und gute Idee! ;)


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