Bahnliebe

Autor: Discosternchen
veröffentlicht am: 27.06.2004




Nadja plante mit ihren Freundinnen am Wochenende einen richtig gemütlichen Kinoabend zu machen und anschließend etwas trinken zu gehen. Als der Samstag gekommen war, mussten sich Nadja und ihre Freundinnen bei den U-Bahn-Waggonen aufteilen, da immer nur 2 Rollstuhlfahrerinnen in einen Waggon passten, und sie waren insgesamt zu viert. Nachdem die U-Bahn abgefahren war und alle einen Waggon beschlagnahmt hatten vertiefte sich Nadja mit Astrid, die in den gleichen Waggon wie sich geschlüpft ist, die Zeit, mit einem netten Gespräch. Natürlich schwärmte Astrid nur von ihrer großen Liebe Gregor, mit dem sie seit ein paar Tagen überglücklich eine feste Partnerschaft hatte. Nadja ließ währenddessen ihren Blick über die Leute, die noch in der U-Bahn saßen, schweifen. Da entdeckte sie plötzlich einen Schwarzen, der sie schelmisch anlächelte. Nadja hatte nicht gedacht, dass das Lächeln ihr galt und hörte weiter Astrids Worte über Gregor, zu. Als sie wieder hochblickte, sah sie direkt in die Augen des Schwarzen, der ihr ein strahlendes Lächeln schenkte. Sie flirtete ein wenig mit ihm, als sie abrupt in die Wirklichkeit gerissen wurde. „Hörst du mir überhaupt zu??“, vernahm sie aus tiefer Dunkelheit Astrids Stimme. „Sorry, die letzten Wörter habe ich nicht mitbekommen. Was hast du noch mal gesagt?“ „Oh Gott, Nadja, wo bist du denn mit deinen Gedanken?“, fragte Astrid höchst gereizt, denn sie verspürte nicht die geringste Lust mit einer Wand zu reden. Nadja deutete mit einer kaum merkbaren Kopfbewegung nach links und flüsterte leise „Siehst du den Schwarzen mit der roten Kappe?“ „Ja, was ist mit dem?“, fragte Astrid nicht gerade freundlich. „Ich flirte schon seit wir von der Rochusgasse abgefahren sind, mit ihm.“ „Macht ja ganz einen netten Eindruck, aber vergiss nicht. Wir müssen hier raus!“, sagte Astrid besser gelaunt. Mit einem leisen Seufzer rollte sie aus der U-Bahn und blickte der wegfahrenden U-Bahn hinterher. Nachdem sie nur noch die roten Rücklichter sehen konnte, fuhr sie Richtung Aufzug, um dem Kinosaal ein kleines Stückchen näher zu kommen. Natürlich unterhielt sie sich mit Astrid noch weiter über den Schwarzen, als sie den nächsten Lift erreichten, und hatte ihn aber auch schon im nächsten Moment vergessen, da sie sich keine Hoffnungen machte, ihn jemals wieder zu sehen. Als Nadja den Lift erreicht hatte, der sie ein Stockwerk höher bringen sollte, und darauf wartete, dass sich die Lifttür schloss, sah sie wie jemand hinter ihr stand. Im ersten Moment war sie ziemlich erschrocken, aber als sie im Liftglas erkennen konnte, dass es der Schwarze von der U-Bahn war, beruhigte sich ihr Herzschlag wieder. Er fragte sie, wo er sie treffen konnte und sie antwortete ihm auf gebrochenem Englisch, dass er oben im 3. Stock auf sie warten sollte, da sie mit ihren Freundinnen ins Kino ging. Oben angekommen sah sie sich erst einmal um, aber es war keine Spur von dem Schwarzen zu sehen. Sie fuhren zum nächsten Lift, aber da er gerade besetzt war, mussten sie ein bisschen warten. Währenddessen sahen sie wie der Schwarze auf sie zukam. Er begrüßte Astrid und Nadine und, danach wendete er sich Nadja zu. Er fragte sie, ob sie sich nicht unterhalten könnten, aber es ging ja nicht, da Nadja mit ihren Freundinnen ins Kino ging. Sie tauschten noch Telefonnummern auf und Nadja versprach Maxim, dass sie ihn am nächsten Tag anrufen würde. Als er gegangen war, konnte sie es einfach nicht fassen, dass sie wirklich seine Nummer hatte. Als das Kino schon begonnen hatte, bekam sie eine SMS. Sie konnte sich nicht vorstellen, wer ihr geschrieben hat. Es war Maxim. Er wünschte ihr noch einen schönen Tag und einen vergnüglichen Abend. Nachdem sie die SMS gelesen hatte, konnte sie sich nicht mehr auf den Film konzentrieren, da ihre Gedanken immer Richtung Maxim abschwirrten. Gott sei Dank, war der Film bald vorbei und sie fuhr wieder mit der U-Bahn nach Hause ins Internat.

Als sie am nächsten Morgen erwachte, war ihr erster Gedanke, ob Maxim sich wohl heute bei ihr melden wird und, ob er wohl abheben wird, wenn sie ihn anruft. Ihre Gedankengänge wurden aber unterbrochen, da es gerade Zeit für das Mittagessen war. Gestärkt kam sie vom Speisesaal hoch in ihr Zimmer. Sie schaute auf ihr Handy und sah 2 Anrufe in Abwesenheit. Es war Maxim. Nachdem sie ihn zurückgerufen hatte und sich einen Tag ausgemacht hatten, wo sie sich treffen können fuhr Nadja zu ihrer Freundin Astrid in das gegenüberliegende Zimmer und erzählte ihr aufgeregt, dass sie gerade mit Maxim telefoniert hatte und, dass sie sich treffen werden. Astrid klatschte vor Freude in die Hände, denn sie hätte es sich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es so schnell zu einem Date kommt.

Die Woche verging wie im Schneckentempo und der Sonntag kam einfach nicht in Reichweite. Endlich war er da. Nadja düste zu dem vereinbarten Treffpunkt und wartete mit gemischten Gefühlen auf Maxim. Sie hatte auch ein kleines bisschen Angst, dass er sie versetzten würde und, dass er sich nur einen Spaß mit ihr erlaubt hat, aber das konnte sie einfach nicht glauben, da die beiden jeden Tag miteinander telefoniert haben und auch SMS geschrieben haben. Nach nur 5 min. Wartezeit kam die U-Bahn und er stieg aus. Als er sie sah, kam er mit ausgestreckten Händen auf sie zu und küsste sie vor allen Leuten. Nachdem sie fertig geküsst hatten, gingen sie Hand in Hand zum Aufzug. Als die Aufzugtür sich öffnete und die Leute sahen, dass ein Schwarzer und eine Rollstuhlfahrerin Hand in Hand den Aufzug verließen tuschelten sie sofort hinter vorgehaltener Hand. Nadja bekam dies aber nur am Rande mit, denn sie hatte nur Augen für Maxim und er genauso für sie. Leider verging die Stunde, die sie nur zur Verfügung hatten, sehr schnell. Als sie sich vor der U-Bahn-Station noch einmal leidenschaftlich küssten und er, dann die Rolltreppe runter rannte, um die U-Bahn noch zu erwischen, hätte Nadja am liebsten geheult. Mit einem Lächeln auf den Lippen fuhr sie zurück ins Internat, wo ihre Freundinnen sie schon aufgeregt erwarteten, um zu wissen, wie das Treffen gelaufen war.

Nachdem Maxim sein zu Hause erreicht hatte, rief er Nadja sofort an und sagte ihr die 3 wunderschönsten Worte, die es auf der Welt gibt „ICH LIEBE DICH“.









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