So ein alberner Satz wie Ich Liebe Dich Teil 8

Autor: Flocke
veröffentlicht am: 30.05.2007




Leise fiel die Haustür ins Schloss. Sie lehnte sich einen Augenblick an die schwere Eichentür und schloss die Augen. Es musste doch eine logische Erklärung dafür geben. Sie hatte bestimmt alles nur falsch verstanden, Leon, ihr Leon würde doch nicht. Plötzlich konnte sie Simons Stimme hören. 'Ich hab mit ihr geschlafen.' Sie war Stunden im Regen herum geirrt. Langsam zog sie ihre Schuhe aus und warf sie achtlos die Kellertreppe herunter, die mussten sowieso erst mal gewaschen werden. 'Ich bin wieder da.' Sie konnte ihre Mutter in der Küche arbeiten hören. Sie war vollkommen durchnässt, ihre Augen waren von dem vielen weinen total gerötet und ihre Wimperntuche hatte breite schwarze Streifen auf ihren Wangen hinterlassen. 'Willst du was... ist was passiert?' Ihr Mutter war in der Tür aufgetaucht. 'Nein. Doch. Ach ich will nicht darüber reden.' Lisas Mutter musterte sie noch einmal sorgenvoll und sagte dann 'Du hast übrigens Männerbesuch, er wartet in deinem Zimmer!' Lisa die gerade dabei war ihre Haare auszuwringen und ihren Mantel ebenfalls Richtung Waschmaschine, die Kellertreppe herunter zu schmeißen wollte gerade fragen wen genau sie mit Männerbesuch meinte aber ihre Mutter war wieder in der Küche verschwunden. Langsam ging sie die Treppe hoch und überlegte welcher Junge wohl auf sie warten könne. Vielleicht war es Leon, wer sollte es auch sonst sein. Wollte er sich entschuldigen? Wollte er Schluss machen? Auf einmal packte sie die Wut. Sie stürmte auf ihr Zimmer zu, vor der Tür atmete sie tief ein, riss sie auf und schrie' Wie kannst du mir das antun? Was fällt dir ein? Du bist so ein...! 'Hey Lisa! Scheiße, wie siehst du denn aus?' 'Tim? Oh, tut mit leid, ähm, ich dachte. Also, ich, ich zieh mir gerade mal was trockenes an und dann bin ich ganz für dich da.' Er runzelte die Stirn und sagte im dramatischen Ton 'Du gehst heiß duschen. Sonst wirst du krank. Schon schlimm genug das du geweint hast.' Nach langem hin und her war Lisa nun doch auf dem Weg ins Badezimmer. Ihr Blick blieb im Spiegel hängen. Sie sah furchtbar aus. Ihre haare klebten ihr schlaff an den Wangen herab und ihre Augen waren verquollen. Das heiße Wasser das sich den Weg über ihre Schultern, über ihren Körper bahnte tat gut. Sie ließ sich Zeit auch wenn Tim auf sie wartete.Sie konnte Leons Gesicht vor sich sehen. Wie er sie anlachte, ihr durchs Haar strich und leise flüsterte das er sie liebte. Wie er sie angeschaut hatte und ihr erzählt hatte sie solle sich keine Sorgen machen und sie sah auch wie er sich über Anne beugte, sie küsste, sie genau so zärtlich streichelte wie. Sie biss sich auf die Lippe und verscheuchte die Gedanken. Als sie zurück ins Zimmer kam, saß Tim immer noch auf dem Bett und war in ihren Text für das Schultheaterstück vertieft. Sie setzte ein lächeln auf und setzte sich neben ihn. 'Interessant?' Er schaute hoch und legte das Heft auf den Nachttisch.'Ja, hast du eine Hauptrolle?' 'Ich habe die Hauptrolle!' Er lachte und stupste sie an 'Oha der nächste Hollywoodstar, das guck ich mir an!' sie lächelte gequält ihr war nicht zum scherzen zumute. 'Willst du es mir erzählen?' Er sah sie mit seinen ernsten blauen Augen an und überlegte einen Moment ob sie es ihm tatsächlich erzählen sollte. 'Es ist wegen deinem Freund.' Sie zuckte unmerklich zusammen 'Ich habe keinen Freund.'Tim machte ein erstauntes Gesicht 'Aber ich dachte, schon gut du brauchst es nicht zu sagen.' Er nahm sie stumm in den Arm. Er sagte kein einziges Mal 'Das wird schon wieder.' Oder 'Er hat dich nicht verdient' als er ging drehte er sich noch einmal zur ihr um umarmte sie und nahm ihr Kinn in die Hand damit sie ihn angucken musste. 'Ich werd dir nicht sagen das alles gut wird, weil ich weiß das du so nicht denkst. Diese blöden Sprüche wirst du bestimmt noch zu genüge hören aber du wirst das richtige tun. Lass dich nicht runterkriegen und ich würde mich freuen wenn du morgen trotzdem kommen würdest.' Er zwickte sie ins Kinn und sprang die Treppenstufen vor ihrem Haus herunter. Sie war noch so perplex das sie ihm nicht einmal tschüss sagte als er sich noch einmal am Gartentürchen umdrehte.

Sie ging am nächsten Tag nicht zur Schule, ihre Mutter hatte Frühschicht und war deswegen von halb sechs bis zwei Uhr auf der Arbeit und würde es nicht bemerken. Caro hatte zwar mal kurz in Lisas Zimmer geschaut aber nachdem sie ihr gesagt hatte das sie Leon verlassen würde und deswegen heut nicht in die Schule gehe würde, hatte Caro kurz genickt und sagte das sie in der Schule anrufen wollte um sie zu entschuldigen. 'Ach ja, Mama muss es nicht wissen.' Beide nickten und dann war Caro auch wieder verschwunden. Lisa schlief lange an dem Tag. Irgendwann wachte sie auf. Wo war ihr Wecker? Sie fühlte neben dem Bett und warf dabei zwei Bücher um, bis sie endlich einen verschlafenen Blick auf das Ziffernblatt werfen konnte.12.45 Uhr. Immer noch müde stand sie auf und machte erst mal Kaffee, bevor sie begann sich anzuziehen, duschen wollte sie heute Abend, vor Tims Party. Sie hatte sich überlegt doch zuhause zu bleiben aber es wäre allemal besser zu der Party zu gehen statt die ganze Nacht traurig im Bett zu liegen.
Den Tag über saß sie auf dem Sofa und schaute fern, ihre Mutter hatte angerufen um Bescheid zu sagen das sie mit ihren Kollegen noch etwas essen würde und nicht vor sechs Uhr zuhause sein würde, was Lisa nur Recht war, sie wollte einfach ihre Ruhe. Ihr Handy stellte sie auf lautlos und als es an der Tür klingelte schlich sie zum Türspion, schon praktisch so ein Ding.Vor der Tür stand Leon. So leise wie sie konnte ging sie zurück ins Wohnzimmer und mummelte sich in die Decke ein. Er klingelte noch ziemlich lange aber sie wollte ihn nicht sehen. Wenigstens musste sie nicht mehr weinen. Die halbe Nacht hatte sie kein Auge zugemacht und sich so richtig ausgeheult. Jetzt war da nichts mehr, nur so eine Art Leere.Als sie mit Simon Schluss hatte, dachte sie die Welt würde untergehen. Bei Leon war es genauso schlimm, es tat genau so weh aber sie wusste das es weiter gehen würde, das es weiter gehen müsste. Gegen sechs, ging sie ins Bad. Sie ließ de Badewanne vollaufen und stieg in das dampfende nach honigriechende Bad. Das hatte sie schon ewig nicht mehr getan. Sie hörte wie ihre Mutter heim kam aber es interessierte sie nicht. Sie lag fast eine Stunde in dem heißen wasser und dachte einfach mal an gar nichts. Als sie sich abduschte und sich anzog fühlte sie sich viel besser. Sie schminkte sich dezent und der Blick in den Spiegel war nicht mehr ganz so unerträglich wie gestern. Nein eigentlich war er sogar ziemlich erträglich, sie fand sie sah gut aus. Mit einem Lächeln machte sie sich auf den Weg zu Tim.

Vor seiner Haustür blieb sie stehen. Ihr Herz flatterte auf einmal, aber warum? Ja, sie hatte Simon schon eine Weile nicht mehr gesehen, aber es musste doch möglich sein normal miteinander zu reden. Sie rief sich in Erinnerung das sie ihn nachdem sie auseinander waren und er, wie er immer betonte, glücklich mit seiner neuen wäre, mal in einer Diskothek erwischt hatte, nicht mit seiner Freundin, jedoch in eindeutiger Stellung. Ein fieses Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit. Von innen konnte sie die laute Musik hören, sie klingelte, es wäre doch zu peinlich wenn jemand beschloss hinauszugehen und sie so zögernd hier zu sehen. Tim machte die Tür auf und hob sie in de Luft 'Du bist also doch gekommen!' Er umarmte sie und sie konnte riechen das er schon das ein oder andere Bier getrunken hatte.Es waren viel mehr Leute da als sie vermutet hätte. Ein paar bekannte Gesichter waren da aber doch auch einige die sie nicht kannte. Sie nahm sich ein Bier und setzte sich auf das Sofa. Es dauerte nicht lange und schon war es passiert. Simon setzte sich neben sie. Ruhig bleiben, benimm dich nicht wie im Kindergarten. 'Hey Simon, lange nicht gesehen.' Er prostete ihr zu. 'Ja, stimmt schade eigentlich.' Schade war das ganz bestimmt nicht.' Wie geht's dir Lisa?' Es wurde eine ganze Weile nur oberflächlich geredet, rein formelles Zeug. Wie es ginge, was die Freunde machen würden, die Familie und so. Doch irgendwann entspannte sich die Atmosphäre, Lisa hatte schon einiges an Bier getrunken und fragte Simon der nun schon eine ganze Weile neben ihr saß' Wie kommt es eigentlich das du dich hier knapp zwei Stunden mit deiner Ex unterhältst und nicht einmal nach deiner Freundin schaust?' Er nahm einen großen Schluck. 'Was soll ich sagen. Es läuft nicht gut zwischen uns. Sie ist halt noch ein Kind, ich wird bald zwanzig und sie ist gerade mal sechzehn geworden.' Lisa konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Er knuffte sie und machte ein beleidigtes Gesicht. 'Ja ja, ich weiß, du hattest Recht.' Er fragte ob sie auch einen Cocktail haben wollte und Lisa die kurz überlegte stimmte zu. Er grinste sie an 'Das gefällt mir so an dir, du trinkst wenigstens richtig mit. Die Freunde meiner Freundin sind alle schon nach einem Bier voll oder nuckeln stunden an einer Flasche rum.' Er ließ nicht lange auf sich warten und schon hatte Lisa ein Glas mit Schirmchen in der Hand. 'Der schmeckt super!' sie unterhielten sich viel über früher und was sie erlebt hatten. 'Deine Freundin, wie heißt sie noch?' 'Claudia?' Sie nahm einen Schluck von der süßen Flüssigkeit.' Claudia weiß immer noch nicht das du sie betrogen hast oder?' Er wurde bleich. 'Das muss sie auch nicht.' Lisa lachte und klopfte ihm auf die Schulter.' Ich werde mich hüten ihr etwas zu erzählen, die ist doch bestimmt nicht gut auf mich zu sprechen.' Er schaute sie ernsthaft an und sagte' Glaub mir die wird nicht ohne mich nachhause gehen aus Angst wir könnten kommunizieren.' Lisa machte ein ungläubiges Gesicht. 'Aber Simon, wir reden schon seit einer halben Ewigkeit. Was hast du denn zu ihr gesagt?' Er schaute auf die Flasche und wollte wohl unbeteiligt klingen was ihm aber nicht gelang.' Ich sagte ihr sie soll ich keine Gedanken machen. Man würde den Hass den du für mich empfindest deutlich heraushören wenn du mit mir redest.'Lisas Augen weiteten sich. Dann machte sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht breit.

'Ich hasse dich nicht und das habe ich nie.' Sagte sie nun so bedauernd wie sie konnte und in ihr machte sich ein Gefühl von Siegesgewissheit breit. Er schaute sie irritiert an doch bevor er etwas erwidern konnte sagte sie' Ich hasse dich wirklich nicht. Das könnte ich nie aber ich bemitleide dich.' 'moment mal!' Sie ließ sich nicht unterbrechen. 'Schau mal, Simon. Du bist bald zwanzig, und nicht in der Lage Menschen die du liebst glücklich zu machen, geschweige denn treu zu sein. Du hast, wie du selber gesagt hast, ein Kind als Freundin und du bist einfach todunglücklich weil du nichts was du wolltest erreicht hast.' Er schaute sie immer noch ungläubig an. 'Du kennst mich immer noch verdammt gut. Weißt du, ich hätte nie mit dir Schluss machen sollen. Es tut mir leid.' Sie kugelte sich innerlich auf dem Boden vor Lachen, er war betrunken denn das hatte er nicht nur einmal zur ihr gesagt, er versuchte es immer wieder. 'Dafür ist es zu spät und ich denke wir werden nie zusammen sein können, wie sagt man so schön: Nicht mit und nicht ohne einander!' Lisa stand auf sie wollte sich einmal die vielen unbekannten Gesichter genauer anschauen außerdem hatte sie die Befürchtung wenn sie länger neben Simon sitzen würde, könne sie sich nicht mehr beherrschen und würde doch noch anfangen ihn laut auszulachen. Es stimmte schon, an ihn würde sie wahrscheinlich noch denken wenn sie alt und grau war, eine Schande aber so ist das nun mal mit der ersten großen Liebe. In der Küche konnte sie Tim hören der sich lauthals mit jemanden unterhielt. 'Ach Lisa, komm doch mal gerade her, wir brauchen eine kompetente Meinung.' Eigentlich wollte sie zur Toilette. Lisa sah ratlos zu Tim und dann zu seinem Gesprächspartner. Ein hübscher Kerl. Sehr groß und sportlich, er lächelte sie entschuldigend an und noch bevor sie fragen konnte um was es ginge, hatte Tim einen Arm um sie gelegt und fachsimpelte schon drauf los.' Sag mal, du als Frau. Was hat es auf sich, dass jemand so nettes, so liebenswertes und hübsches wie Marc hier, keine abbekommt?' Lisa musterte ihn, er hatte wunderschöne Augen, die Farbe war selten, von einer Art lila. 'Bevor du fragst, das sind keine Kontaktlinsen.' Oh, er hatte es bemerkt. 'Ich schau mal nach der passenden Frau für dich Marc.' Leicht schwankend verschwand tim Richtung Wohnzimmer. 'Lisa, Hallo! Du suchst also eine Freundin?' etwas besseres fiel ihr nicht ein. Er schaute beschämt zu Boden. 'Ich bin Marc und nein ich suche keine Freundin. Es ist eher so das meine Freundin mich verlassen hat.' Lisa sah sich irritiert nach Tim um der grinsend winkte und da war ihr klar warum er sie in die Küche dirigiert hatte. ' Da haben wir ja was gemeinsam!' Sie entschuldigte sich und ging auf die Toilette, als sie nach wenigen Minuten wieder kam stand Marc immer noch in der Küche, er hatte zwei Bier in der Hand, von der er ihr eins reichte. Sie unterhielten sich über dieses und jenes. Darüber warum die Beziehung des jeweils anderen auseinander gegangen waren und irgendwann verzogen sie sich auf die Terrasse. Es war sehr kühl doch Lisa genoss die Ruhe und die Anwesenheit von Marc. Sie hatte sich lange nicht mehr so gut mit jemanden unterhalten. Der Himmel war wolkenlos und die Sterne strahlten wunderschön, plötzlich waren sie wieder da. Die Gedanken, Leon. Sie musste daran denken wie sie im Sommer auf der Wiese hinten im Feld lagen und sich die Sterne anschauten. Marc unterbrach die Stille 'Meine Exfreundin und ich haben uns immer die Sterne angesehen. Kaum zu glauben das dass jetzt vorbei sein soll.' Lisa bestätigte sein Kommentar mit einem nicken. Sie kramte ihr Handy aus der Tasche, 3.15 Uhr. 'Ich glaub ich werde nach hause gehen.' Sie stand langsam auf, der Alkohol machte sich bemerkbar, auch Marc erhob sich. 'Wenn ich darf, begleitete ich dich. Mir gefällt der Gedanke nicht das du allein gehst.' Belustigt knuffte sie ihn in die Taille. 'Ich bin schon groß und kann auf mich selber aufpassen' Dabei stolperte sie jedoch über ihre eigenen Füße und fiel ihm in die Arme. Die röte stieg ihr sofort ins Gesicht aber lösen wollte sie sich auch nicht, nicht sofort. Gott roch er gut. 'Ich seh wie du auf dich aufpasst. Keine Wiederrede, ich bring dich nach hause.' Er nahm ihre Hand und ihr Gesicht wurde noch roter. Sie verabschiedeten sich von Tim, der gerade heftig mit einer rothaarigen, die Lisa nicht kannte am flirten war. Auf dem zur Haustür, verabschiedete sich Marc noch von ein paar anderen, jedoch ohne ihre Hand loszulassen oder gar stehen zu bleiben. Sie schlenderten gemütlich zur ihr nach hause, Hand in Hand. Es tat gut seine Hand in ihrer zu spüren. Vor ihrer Haustür angekommen tauchten sie noch rasch die Handynummern aus. Er beugte sich zur ihr runter und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. In dem Moment bewegte sich oberhalb des Gartentürchens jemand, Leon trat aus dem Schatten. 'Schatz?'

Wie wird es weitergehen? Werden Leon und Lisa sich zusammenraufen oder schickt sie ihn in die Wüste? Könnte da etwas hinter Marcs Annäherungsversuchen stecken? Das alles und noch viel mehr in der nächsten spannenden Episode von....

.... Naja wenn ich ehrlich sein soll, dann weiß ich auch noch nicht wie es weitergeht, geschweige denn wo es aufhört. Ich hoffe ihr habt trotzdem Spass beim lesen!







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