Lukas-mein bester Freund

Autor: Anna310
veröffentlicht am: 06.06.2006




Lukas war mein bester Freund. Schon immer gewesen. Wir kannten uns seid dem Kindergarten und jeder in der Schule wusste wie nah wir uns standen. Wir hatten Spaß, konnten aber auch über alles reden, haben uns fast täglich gesehen oder telefoniert. Wir waren nicht in einer Klasse, aber das machte nichts. Wir verbrachten schließlich die Pausen zusammen. Doch mir wäre es nie in den Sinn gekommen, für Lukas mehr zu empfinden als nur Freundschaft. Er war wie der große Bruder den ich mir immer gewünscht hatte. Doch dann, wir waren gerade 17 geworden, fuhren wir in den Sommerferien mit ein paar von unseren Freunden in Urlaub nach Spanien. Angesagt waren Partys, Strand, Meer, Saufen etc. Nicht das dies meine bevorzugte Vorstellung von Urlaub war, doch da ich nichts besseres zu tun hatte, fuhr ich mit. Eines Abends bei einer Strandparty lernte ich Markus kennen. Wir verstanden uns gut. Um ein bisschen ungestörter reden zu können gingen wir an den Strand. Wir liefen auf und ab und schließlich wieder zurück zur Party. Da sah ich Lukas, an einer Palme stehend und mit Kathrin, einem der Mädels aus der anderen Reisegruppe, herumknutschend. Die beiden hatten sich schon den ganzen Tag so gut verstanden. Eigentlich hätte ich mich freuen müssen. Ich verstand mich gut mit Markus und er sich mit Kathrin. Doch etwas in meinem Herzen schmerzte. Es sagte: Warum tust du das? Ich wusste nicht was es war, Lukas konnte machen was er wollte. Er war mir nichts schuldig. Doch es tat unheimlich weh. Er hatte seine Hände um ihre Taille gelegt und küsste sie. Ich stand einfach nur da und beobachtete ihn. Da sagte Markus, der immer noch meine Hand hielt: 'Jetzt gibt's hier bestimmt einige traurige Gemüter. Dein Lukas steht bei vielen Mädels hier auf der Liste der süßen Typen ganz oben!' Ich sah ihn erstaunt an. Ich kannte Lukas schon so lange, sodass ich mich gar nicht fragte, ob ich ihn anziehend fand. Er war einfach er. Mein bester Freund. Er hatte blonde, etwas längere Haare, das Pony meistens als Seitenscheitel, die oft irgendwie fettig und manchmal ungestylt aussahen, aber doch gut. Er hatte grün-graue Augen und trug seine Hosen meistens sehr weit unten, sodass man seine Boxershorts sah. Sonst trug er die meiste Zeit Chucks und seltener Mützen. Ich hatte mir über so was nie Gedanken gemacht. Das war das erste mal. Jetzt legte sie ihre Arme um ihn. Und da war er wieder. Dieser stechende Schmerz. Ich wusste nicht, was er zu bedeuten hatte. Ich stand immer noch da und war in einen tiefen Traum versunken. Ich registrierte nichts mehr um mich herum. 'Hey, ist was?' Es war Markus. Er sah mich erstaunt an. Ich schüttelte nur den Kopf, drehte mich um und ging hinunter zum Meer. Dort legte ich mich auf den Rücken und sah zu den Sternen hinauf. Was hatte das alles zu bedeuten? Warum fühlte ich diesen Schmerz?

Doch ich hatte nicht viel Zeit für mich allein. Markus war mir hinterhergekommen. Er hatte sich offensichtlich gefragt, was mit mir los war. 'Hey, was ist denn los? Ist es wegen Lukas? Hätte ich das besser nicht sagen sollen?', frage er. 'Nein, das ist es nicht.' 'Dann sag mir was es dann ist.', sagte er und setzte sich neben mich. Das Problem war. Ich wusste es ja selber nicht genau. Trotzdem begann ich zu erzählen: 'Ich weiß auch nicht. Lukas ist, wie du wahrscheinlich weißt mein bester Freund.' Er lächelte. 'Das weiß jeder hier.' Ich fuhr fort: 'Und es lief immer gut zwischen uns. Er war wie mein großer Bruder, mein bester Freund eben. Doch als ich ihn gerade mit Kathrin gesehen habe, da habe ich einen stechenden Schmerz verspürt. Hier drin.' Ich klopfte auf die Stelle, wo ich mein Herz vermutete. 'Ich weiß nicht, warum ich mich nicht für ihn freue. Ich weiß nur, dass mir das, was er gerade macht, weh tut.' Für einen Moment war es still. Dann sagte Markus: 'Du liebst ihn!' Ich starrte ihn an: 'Was?' 'Na klar, dieses Gefühl hat man nur, wenn man eifersüchtig ist.' 'ICH und eifersüchtig, wegen Lukas?' 'Ja, manchmal muss etwas passieren, damit man merkt, welche Gefühle wirklich in einem Schlummern. Wenn du keine Gefühle für ihn hättest würdest du nicht diesen stechenden Schmerz verspüren.' 'Meinst du wirklich?' 'Ja.', sagte Markus fest. 'Und es stimmt mich ein wenig traurig, da ich dich echt nett fand.' Er grinste. Doch mir war nicht danach. Ich starrte in Richtung Himmel. Hatte er Recht? Hatte ich GEFÜHLE für Lukas? Gefühle, die mehr als nur freundschaftlich waren? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass das was ich für Markus empfand definitiv nur Freundschaft war. 'Ich lass dich besser mal allein.', sagte Markus und stand auf.
Ich weiß nicht wie lange ich da gelegen habe, als sich plötzlich jemand neben mich legte. Es war Lukas. 'Warum bist du denn von der Party weg? Ich hab dich gar nicht mehr gesehen. Und dann sagte Markus du seiest hier. Was ist los?' Ich konnte ihn nicht ansehen. Mir stiegen die Tränen in die Augen. Als ich ihn so neben mir liegen sah, da merkte ich, dass es schon lange keine freundschaftlichen Gefühle mehr waren, die ich für Lukas empfand. Immer wenn wir abends zusammen einen Film anschauten, lagen wir dicht aneinander gekuschelt auf der Couch, wenn wir zusammen in den Park gingen und uns auf die Wiese legten um einfach zu relaxen, da lag er entweder auf meinem Bauch oder ich bei ihm.... Ich hatte es nur nicht gemerkt. Ich konnte es ihm nicht sagen, jetzt würde ich unsere Freundschaft zerstören. Als eine Träne über meine Wangen kullerte und ich sie schnell abwischte, sagte Lukas erschrocken. 'Du weinst ja. Was ist denn los?' Er hatte sich aufgesetzt und sah mich an. Er war eigentlich genau der Typ auf den ich stand. Er war außergewöhnlich, das was ich immer wollte. Doch ich hatte nie darauf geachtet, aber was sollte es, ich konnte es ihm doch nie sagen. Da lag ich aber nun und heulte, was sollte ich sagen? Eine Fliege sei mir ins Auge geflogen. Ich entschloss mich es ihm zu sagen. Er legte sich auf die Seite und sah mich an, doch ich starrte nur in den Himmel und begann: 'Ich glaub ich hab mich verliebt, aber er darf es eigentlich nie erfahren.' 'Warum?', fragte Lukas. 'Weil ich ihn nicht verlieren will. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich in ihn verlieben würde. Doch eben, als ich ihn mit diesem Mädchen sah, da verspürte ich einen stechenden Schmerz. Und jetzt weiß ich, dass ich eifersüchtig bin. Doch er ist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich will ihn nicht verlieren.' Eine Weile war es still. Dann sagte Lukas: 'Diesen Schmerz kenne ich. Den hatte ich auch. Vor ungefähr zwei Monaten. Da war meine beste Freundin mit so einem Typen zusammen. Da hab ich gemerkt, dass sie mir viel mehr bedeutet, wie ich jemals gedacht hatte.' Ich drehte mich zu ihm auf die Seite und schaute in seine grünen Augen. Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, zog mein Gesicht zu sich und küsste mich. 'Warum hast du nichts gesagt?', flüsterte ich schließlich. 'Weil ich dich nicht verlieren wollte.' 'Und was ist mit Kathrin?' 'Ach die war doch nur Ablenkung. Irgendwie musste ich mich doch beschäftigen, wenn du mit Markus abziehst.' Er stand auf und reichte mir seine Hand. Dann zog er mich auf die Füße. Zusammen gingen wir ein Stück Richtung Party, bis wir fast oben waren und Lukas stehen blieb. Er sah mich an und sagte leise: 'Ich liebe dich!' Ich legte meine Arme um ihn, er legte seine Arme um meine Taille und ich küsste ihn. Für einen kurzen Moment hielt ich inne und flüsterte zurück: 'Ich liebe dich auch.'









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