Gestern, heute, morgen - Eine Liebe für die Ewigkeit - Teil 8

Autor: RaindropRaindrop
veröffentlicht am: 30.11.2012


Das Gespräch mit Nana hatte meine Laune endgültig auf den Nullpunkt gebracht. Wenn ich nur daran dachte, was für eine Zukunft mich erwartete, wurde es mir ganz schwer ums Herz.
“Ich bin wieder da.” - rief ich in das Hausinnere, als ich durch die Tür kam und meine Schuhe abstreifte.
Mit erschrockenen Augen stand auf einmal meine Mutter vor mir.
“Wo warst du?” - wollte sie wissen und ihre Stimme zitterte.
“Bei Nana.” - antwortete ich und machte mich auf eine lange Predigt bereit, die auch prompt kam.
“Ich habe mir solche Sorgen gemacht. Habe mir die Finger wundgewählt.” - zählte sie auf und Schuldgefühle kamen in mir hoch.
“Es tut mir leid.”
“Ein einfacher Anruf hätte gereicht.” - fuhr sie fort, überhörte meine Entschuldigung. “Nur ein einfaches `Mama, ich bin bei Nana und komme später`. Ist es zu viel verlangt?” - fragend sah sie mich an.
“Nein.”
“Du weißt doch, dass ich mir immer schreckliche Sorgen mache.” - wollte sie wissen.
“Ich weiß.”
“Als du nicht nachhause kamst, dachte ich dir ist sonst was passiert.” - meine Mutter fand keinen Halt mehr.
“Mama, es tut mir leid und es wird nie wieder vorkommen.” - versprach ich ihr und lief ins Wohnzimmer.
“Das hoffe ich doch. Wie geht es Nana?” - fragte sie dann.
“Gut.” - gab ich zurück und ließ mich auf die Couch fallen. “Sie wollte nächste Woche dich besuchen kommen.” - erzählte ich ihr und legte die Beine hoch.
“Aha.” - gab sie als Antwort. “Übrigens Mila hat nach dir gesucht.” - fuhr meine Mutter vor und ich sah sie fragend an. “Sie hatte etwas davon erzählt, dass du ihr heute helfen wolltest.”
Ich schrak auf.
“Oh Mist.” - schimpfte ich und lief wieder in den Flur, wo ich mir ganz schnell meine Schuhe wieder anzog.
Heute war Freitag und morgen würde das Straßenfest stattfinden. Ich hatte Mila bereits vor einigen Wochen versprochen, bei dem Aufbauen der Stände zu helfen.
“Wo willst du jetzt hin?” - rief meine Mutter mir hinterher.
“Ich muss beim Aufbauen für das Straßenfest morgen helfen. Komme etwas später.“- sagte ich ihr und lief schon die Treppe runter.
Nach 10 Minuten kam ich an der Stadtmitte an. Außer Atem stemmte ich meine Hände in die Knie und holte Luft. Nachdem meine Atmung sich wieder normalisiert hatte, suchte ich zwischen den zahlreichen -bereits aufgebauten- Ständen nach Mila.
“Es tut mir leid.” - entschuldigte ich mich, als ich sie beim Anbringen der Luftballons beim Schießstand erblickte.
“Abby, ich dachte, du kommst gar nicht mehr.” - antwortete sie und stieg von der Leiter runter. Sie war sauer, das sah ich ihr an.
“Sorry.” - flehte ich und fiel ihr um den Hals. “Ich habe es total vergessen.”
“Ich hoffe, du hast nicht vergessen, dass du mir morgen beim Kussstand hilfst.” - sie sah mich auffordernd an.
“Ich bin morgen um Punkt 12:00 Uhr da.” - versprach ich.
“Es fängt um 10:00 Uhr an.” - korrigierte sie mich und ich fluchte in mich hinein.
“Ich werde um 09:59 Uhr auf der Matte stehen.”
“Das hoffe ich für dich.” - Mila kletterte wieder auf die Leiter. “Hast du schon gehört, dass Henry mit Sophie Schluss gemacht hat?” - fing sie an und erzählte mir jedes Detail.
Ich lächelte vor mich hin. So war Mila eben, gutmütig und keine Sekunde nachtragend. Mit ihrem Gerede brachte sie mich auf andere Gedanken und ich könnte sie dafür abknutschen.
Gegen 23:00 Uhr kam ich nach Hause. Dieses Mal hatte ich meine Mutter angerufen und als ich das Haus betrat, war es still und dunkel.
Ich war so müde, dass ich mir nur die Kleider vom Körper abstreifte und eher mein Kopf das Kissen berühren konnte, war ich schon eingeschlafen.

Am Samstag wachte ich bereits um 09:00 Uhr auf, um bloß nicht zu spät zu kommen. Ich duschte, schminkte mich und frühstückte.
Meine Mutter war bereits außer Haus. Am Samstag verabredete sie sich mit ihrer Freundin immer zum Yoga.
Bevor ich mein Geschirr in die Spülmaschine räumen konnte, klingelte es schon an der Tür.
“Mila.” - riet ich, nachdem ich einen Blick auf die Uhr geworfen hatte.
Und tatsächlich lächelte mir Milas Gesicht entgegen, als ich die Tür aufriss.
“Hi.” - begrüßte sie mich. “Fertig?” - wollte sie wissen und ich nickte zur Antwort.
Als wir an der Stadtmitte ankamen, herrschte dort bereits ein Durcheinander. Die Stände wurde noch aufgehübscht und da und hier wurden noch Reparaturarbeiten durchgeführt.
“Also wie sieht der Plan aus?” - wollte ich von Mila wissen, als es kurz vor 10:00 Uhr uns am Kusstand wiederfanden.
“Nun ja, ich fange gleich an für 2 Stunden und dann bist du dran.” - erklärte sie mir.
“Und was mache ich währenddessen?” - ich hatte kein Lust mich zu langweilen.
“Du kannst meinem Dad am Loseverkaufen helfen.” - schlug sie vor und ich verdrehte die Augen. Milas Vater war genauso eine Labbertasche wie sie selbst. Wenn mich das, was Mila erzählte, vielleicht interessierte, hatte ich keine Lust auf die Armygeschichten ihres Vaters. “Du kannst aber auch meiner Mutter in der Würstchenbude helfen.” - sagte sie, als sie meinen genervten Gesichtausdruck gedeutet hatte.
“Das ist eine gute Idee.” - meinte ich dazu. “Ich mache mich dann auf den Weg.” - schlug ich ihr vor und war schon weg.
Zwei Stunden später kehrte ich zu Mila zurück.
Vor dem Kusstand war die Schlange eher dürftig, aber es war ja auch noch sehr früh. Lediglich zwei Personen standen dort. Mr Morris, ein alter Lüstling, aber jedoch sehr harmlos und der picklige Tim aus unserer Klasse.
`Ansonsten bekommt er wohl keinen Kuss`, dachte ich etwas hämisch.
Ich ließ die beiden Mila erstmal auf die Wange küssen und trat dann an den Stand.
“Hey.” - begrüßte mich Mila und wischte sich mit einem Taschentusch die gerade geküsste Wange ab. “Na wie lief es mit den Würstchen?”
“Besser als hier bei dir, glaube ich.” - meinte ich und nickte in Tims Richtung.
“Schon das 5 Mal.” - Mila seufzte. “Ich hoffe, ich werde heute noch von jemanden geküsst, der nicht nach Hustensaft oder Aknecreme riecht.” - sagte sie dann und ich musste lachen.
“Jetzt bin ich erstmal dran.”
Meine Schicht am Kussstand war nicht viel spektakulärer als Milas. In den zwei Stunden hatte ich erst zwei Männer und eine Frau, die mich auf die Wange küssen wollten. Über diese Tatsache war ich schon etwas gekränkt. Vielleicht sollte ich etwas mehr Schminken auflegen und nicht so grimmig dreinschauen? Also zauberte ich ein Lächeln auf meine Lippen und warf mein Haar nach hinten. Es half nichts, anscheinend war keiner an einem Kuss für einen Dollar interessiert.

Es war 14:00 Uhr und erneut löste ich Mila ab. Nun war die Schlange vor dem Kussstand schon etwas länger.
“Hey.” - hörte ich jemanden aus der Schlange ganz hinten rufen und sah in die gleiche Richtung. Tony sah mich strahlend an und wedelte mit seinem gekauften Los fürs Küssen. Ich lächelte und winkte zurück.
Na endlich jemand, von dem man sich gerne küssen ließ.
Ein großer, breiter Mann drückte mir das Los in die Hand und einen Kuss auf die Wange. Als er wegging, sah ich Sean vor mir, mit einem Los in der Hand.
Also wenn das Schicksal einen Hals hätte, hätte ich es ihm jetzt umgedreht.






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Kommentare

talia

30.11.2012 13:20:56

Haaach, du machst es aber spannend!!! zuerst die mitreißende Story von Nana und nun das Küssen *_* soo tolle Geschichte und das Thema ist natürlich super :D LG talia


lea

01.12.2012 22:09:22

Oh. Schreib schnell weiter.:-)




Feder

03.12.2012 13:01:57

Lustige Idee mit den Kussstand^^Das Schicksal hat echt kein Erbarmen, arme Abby, was wird sie im nächsten Teil tun?


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