Ich seh' den Sternenhimmel

Autor: MusicJunkie91
veröffentlicht am: 26.04.2012


Ich melde mich zurück! Bin zwar grad mitten in den Prüfungen, aber na ja :D Okay, beginnen wir mit einer Wahrnung:
Man muss "Wir lieben die Sterne zu sehr, um uns vor der Nacht zu fürchten" gelesen haben, damit man das hier versteht. Es ist quasi eine Fortsetzung. Nur, dass sie nicht zusammenhängend ist. Ich schreib immer ein paar Seiten zu einem Abschnitt oder Thema ins Valeries und Teds Leben und veröffentliche das dann. Also sind das hier praktisch viele Kurzgeschichten, die unter dem Titel "Ich seh' den Sternenhimmel" laufen ^^ Viel Spaß! Und ich hoffe natürlich auf Rückmeldungen ^^

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Titel: Sternenhimmel – Hubert KaH



In zwei Wochen kann eine Menge passieren. Es können sich zwei Leute kennen und lieben lernen. Menschen können sterben oder geboren werden. Jemand kann von einer schlimmen Krankheit geheilt werden.
In einem Krankenhaus bekommt man viel mit. Vor allem, wenn man die ganze Zeit in der Cafeteria sitzt.
Aber was anderes kann man auch nicht tun, wenn der Partner eigentlich eine strenge Bettruhe hat, damit er sich von seinen Verletzungen erholen kann. Doch im Bett liegen ist unglaublich langweilig! Und sitzen tut auch weh! Also pendeln wir jede halbe Stunde von seinem Zimmer in die Cafeteria und wieder zurück. Ständig ist er am Jammern. Kerle sind so wehleidig! Der Arzt hat mir nämlich versichert, dass es ihm eigentlich gut geht. Trotzdem ist er nur am Meckern.
Ich glaube, er genießt es ein wenig, dass ich mich um ihn kümmere. Immer wenn er mich sieht, beginnt er zu strahlen.

Jedenfalls sind zwei Wochen vergangen, seit Fred uns befreit hat und wir haben noch nichts von ihm gehört. Ted macht sich fürchterliche Sorgen, auch wenn er es nicht zugibt, und ich auch. Ich meine, er hat uns das Leben gerettet! Wir sind ihm was schuldig, auch wenn er uns erst in diese Situation gebracht hat. Aber hätte er es nicht getan, wäre es ein anderer gewesen.

Piper war kurz zu Besuch und hat uns über diese Sekte aufgeklärt. Dieser Meister-Typ war einfach nur total durchgeknallt gewesen, was er wohl von seinem Opa hatte, der das alles ins Leben gerufen hatte. Keine Ahnung. Sie wissen selbst noch nicht so wirklich Bescheid. Was mit Fred los ist, wusste sie auch nicht, leider.
Viola kommt jeden zweiten Tag und erzählt uns, was in der Schule so vor sich geht. Alle sind ziemlich entsetzt darüber, dass Piper nur so getan hat, als wäre sie eine Schülerin und auch darüber, dass es Ted nicht gut geht. Ich bin ihnen egal, war aber auch nicht anders zu erwarten.
Meine Eltern kommen seltener vorbei. Und wenn, dann einzeln. Ich glaube, da ist irgendwas im Busch bei denen. Sie wollen beide nicht darüber sprechen. Ich solle mich erst einmal erholen, heißt es jedes Mal, wenn ich nachfrage.

Sonst bekommen wir keinen Besuch und so verbringen wir unsere Zeit halt gemeinsam. Nicht, dass uns das stören würde.
Gerade haben wir es uns mit Kaffeetassen auf den unbequemen Cafeteria-Stühlen bequem gemacht und wollen ein Gespräch beginnen, als ein Schatten auf uns fällt.
„Na, ihr zwei Süßen?“
Ich erkenne die Stimme sofort, darum springe ich auch gleich auf und falle ihm um den Hals.
„Fred! Du hast überlebt! Oh Gott!“
Lachend umarmt er mich zurück.
„Ich wäre ja früher gekommen, aber leider hat mich die Polizei aufgehalten. Muss da auch leider wieder hin. Haben zwar eingesehen, dass ich die Seiten gewechselt habe, aber ich hab doch noch ganz schön Mist am Stecken.“
Langsam lässt er mich wieder los, um sich zu Ted zu drehen.
„Hey, Brüderchen. Alles klar?“
„Ich zeige dich nicht an. Du musst nicht hier sein.“
„Ted.“
Er setzt sich neben ihn und schaut ihn ernst an.
„Ich bin nicht hier, weil ich Angst habe, dass du mich anzeigst. Ich bin hier, weil ich mir Sorgen um dich mache. Weil ich... scheiße, ich hab so Mist gebaut und es tut mir so leid, Ted. Ich hätte von Anfang an zu dir stehen müssen, meinem Bruder. Sag mir, was ich machen soll, damit du mir verzeihst.“
„Tu... tu es einfach nie wieder.“
„Versprochen.“
Er umarmt ihn. In der Zeit besorge ich noch einen Kaffee für Fred.

Es ist so toll, dass er überlebt hat und hier ist! Ich freue mich total. Irgendwie hab ich ihn nämlich ganz schön liebgewonnen, auch wenn ich ihn nicht ganz so gut kenne. Meine Intuition sagt mir aber, dass ich ihm vertrauen kann, dass ich ihm glauben kann, dass er sich geändert hat. Und das tue ich auch gerne. Hoffentlich sieht Ted das auch so. Sie sind Brüder, sie sollten sich lieben.
Als ich zurückkomme, reden sie leise miteinander und beachten mich gar nicht. Ich spitze meine Ohren und höre zu, in der Hoffnung, dass sie ein wenig lauter sprechen.
„...als kleiner Junge, verstehst du das nicht?“, fragt Ted gerade.
„Doch natürlich! Aber ich war selbst doch auch noch klein. Ich bin bloß drei Jahre älter als du.“
„Aber du hättest dich um mich kümmern müssen.“
„Ich wollte! Immer hab ich nach dir gefragt, aber der Meister meinte immer, du wärst in einer Familie, wo es dir besser geht, weil du nicht das Potenzial hättest, sein Nachfolger zu werden, im Gegensatz zu mir. Stell dir mal vor, wie das auf einen kleinen Jungen wirkt!“
„Wieso wurde mir immer erzählt, dass der König getötet wurde und der Meister sein Ersatz ist?“
„Er war auch nur Ersatz.“
Ein leichter Rothauch zieht sich über Freds Nase.
„Unser Vater war es. Der, der die Sekte geführt hatte. Er war auch als Kind hineingeraten.“
„Vater...“
Fred nickt, bemerkt mich dann und nimmt seinen Kaffee.
„Danke, Val. Wie geht es dir? Du siehst gestresst aus.“
Ich grinse.
„Ted ist ja auch ziemlich anstrengend.“
„Du bist doch das Mädchen!“
Auch er grinste, während Ted die Arme vor der Brust verschränkte.
„Ted jammert aber gerne mal.“
Ich rutsche zu ihm und drücke ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Aber dafür liebe ich ihn.“

„Genau, du hast keine Chance bei ihr!“, zischt Ted und schlingt die Arme um mich, „Wir werden heiraten, sobald wir mit der Highschool fertig sind.“
Fred lacht leise.
„Dann wünsche ich euch alles Gute.“
Er trinkt leer und steht auf.
„Ich muss zurück. Seid ihr morgen noch hier?“
„Ja, Ted muss noch drei Tage bleiben.“
„Gut, dann komm ich morgen noch einmal. Ach, und Brüderchen?“
„Hmpf?“
„Mach dir keine Sorgen. Ich hab kein Interesse an Frauen.“
Mit diesen Worten verschwindet er.

Eine Weile schweigen wir, doch dann schaut Ted mich verwirrt an.
„Meinte er, dass er schwul ist?“
„Ich glaub schon, weiß aber nicht. Können ihn ja morgen fragen.“
„Ja....“
Wieder ist einen Moment Ruhe, bevor Ted leise lacht.
„Ich hab ganz vergessen, wie sehr ich ihn mag. Vielleicht kann ich ihm ja auch irgendwann wieder vertrauen.“
„Bestimmt.“
„Ich glaube, er wird mein Trauzeuge.“
„Find ich gut.“
„Falls du mich wirklich heiratest.“
„Wen denn sonst?“
„Keine Ahnung, aber ich bin dir ja zu anstrengend.“
„Das hab ich nie gesagt. Ich habe gesagt, dass du anstrengend bist, ja, aber nicht, dass es zu sehr ist. Ich liebe dich. Sonst wäre ich bestimmt nicht die ganze Zeit hier.“
„Es ist schön, dich bei mir zu haben. Und wenn ich wieder nach Hause darf, kauf ich dir wirklich einen Ring.“
Er küsst mich kurz und seufzt dann.
„Mein Hintern tut weh. Gehen wir zurück ins Zimmer?“







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