Morgentau - Teil 33
Autor: Feder
veröffentlicht am: 10.07.2012
~ Kapitel 32 ~
Der Boden war schwarz und moderig, ein grünlicher Fluss durchzogen das Land und blubberte leise vor sich hin. Die Hitze ließ die Luft erdrückend werden und der gelblicher Nebel wanderte leise durch das Land. Seltsame Pflanzen wohnten auf das Land, sie sahen wie riesige Pusteblumen in verschiedene Farben aus. Sie wirkten auf dem ersten Blick harmlos, aber ihre Sporen waren giftig und wer sie einatmete würde schwerkrank werden. In der Stille hörte man gedämpfte Schritte.
Menschen befanden sich in wasserartigen oder luftartigen Blasen, sodass der Nebel, die Gase aus dem Fluss oder die Sporen ihnen nichts anhaben konnten. Die Alesiden hatten ihre Arme in die Luft gestreckt und summten gemeinsam leise die geheimnisvolle Sprache. Aaron befand sich an der Spitze neben Waldur. In seinem Gesicht stand die Konzentration geschrieben, er durfte sich jetzt keinen Fehler erlauben. Der alte Mann beobachtete aus dem Augenwinkel den Alesiden, in seinem Gesicht befanden sich mehr Falten. Er hatte insgesamt 40 Leute verloren, sie wollten nicht durch dieses Land gehen und hatten entschlossen einen anderen Weg zu nehmen. Jedoch würden sie schnell entdeckt werden, aber das war ihnen egal. Sie hatten gesagt, lieber würden sie im Kampf sterben als in dieses Land. Waldur konnte sie nicht umstimmen, also ließ er sie gehen. Er unterdrückte ein Seufzen. Jetzt würden sie drei Tage brauchen um endlich an ihrem Ziel zu sein. Er hoffte, dass sie das schafften und nichts dazwischen kam.
Sie öffnete langsam ihre Augen, die Sonne blendete sie kurz. Ein Pferdegesicht tauchte vor sie auf und das warme Atmen strich über ihrem Gesicht. Sie streckte ihre Hand heraus und berührte den weichen Nüstern. Es war das Pferd, auf dem sie geritten war. Ein erleichterndes Lächeln erschien in ihrem Gesicht, sie waren endlich raus aus dem Wald und sie hatte den Ausgang gefunden. Jedoch erstarb das Lächeln schnell, als die Erinnerungen vom Garten in ihrem Kopf auftauchten. Sie setzte sich auf und sah vor sich Samuel, der auf einem Felsen gedankenverloren saß. Sein Gesicht lag im Schatten, Merle konnte seine Mimik nicht deuten. Auf seiner Schulter saß eine weiße Taube, in seiner Hand hielt er einen Zettel. „Ist sie von Elaine?“, sie stand auf und klopfte ihr Rock sauber.
„Ja, sie sind unterwegs“, er mied ihren Blick und fuhr fort: „Lass uns aufbrechen.“ Merle spürte den plötzlichen Distanz zwischen ihnen. Stumm nickte sie, dann schwang sie sich auf das Pferd. Samuel ritt vor sie, nicht mehr neben ihr. Er konnte sich an alles erinnern, vor allem an den leidenschaftlichen Kuss. Sein Magen zog sich zusammen, der Zauber hatte ihn klar gemacht wieviel er für Merle empfand und dass Merle auch was für ihn fühlte, aber sie liebte Jemanden mehr. Aaron. Nicht nur sie hatte diese Stimme gehört, sondern auch er. Er schaute in den Himmel, wenn alles vorbei war, dann würde er fortgehen. Er könnte nicht ertragen sie glücklich in Aarons Arme sehen zu müssen.
Ein Rebell bekam Panik, als eine Pusteblume ihre Sporen in die Luft stieß. Er sprang aus der Blase und rannte einfach los. Aaron baute um sich schnell eine Blase und rannte den Jungen hinterher. Der Junge kippte um, seine Hand zerknüllte das Hemd. Verzweifelt schnappte er nach Luft, Aaron beugte sich zu ihm und schloss ihn in seiner Blase ein. Die grüne Augen waren weit aufgerissen: „Ich will nicht sterben!“ Der Alesiden nahm seine Hand: „Du wirst nicht sterben.“ Es war eine Lüge. Eine Träne rann aus den Auge, das Gesicht wirkte kindlich: „Ich wollte nie kämpfen, aber Papa wollte es.“ „Du muss nicht mehr kämpfen“, Aaron kniete sich hin. Der Junge verkrampfte sich und schnappte von neuem nach Luft: „Ich habe Angst!“ „Angst zu haben ist nicht schlimm“, versuchte Aaron ihn zu trösten und fuhr fort: „Wie ist dein Name?“ „Tio“, seine Muskeln begannen unkontrolliert zu zucken. Das schwarzes Haar klebte nass an seine Schläfen. Dann kam aus seiner Kehle ein pfeifender Ton und der Glanz in den Augen erstarben. Aaron presste seine Lippen aufeinander und flüsterte leise: „Möge dich Mutter Natura und Luna ins fernen Land begleiten.“ Er schloss die Augen des Jungen und küsste auf seinem Stirn. Langsam kehrte er zurück, viele Augen richteten sich auf ihn. „Wer ist der Vater von Tio?“, fragte Aaron. Ein großer Mann kam zur Vorschein, das Gesicht wirkte finster: „Wo ist er?“ „Tio ist von uns gegangen“, flüsterte Aaron leise. „Dummer Junge!“, fluchte der Vater und begann zu weinen. Jemand legte tröstend sein Arm um seine breite Schultern. Aaron ging zu Waldur und sie setzten den Weg fort. Aaron hatte seine Hände zu Fäusten geballt, Tio konnte nicht mal beerdigt oder verbrannt werden. Und sie würden in Zukunft noch mehr Menschen oder Alesiden verlieren, wenn der Krieg begann.
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Kommentare
talia | 10.07.2012 14:01:31 |
Wuhuuu, ein klasse Teil und wundervoll beschrieben *_* schnell weiter! | |
Ice Princesse | 10.07.2012 17:38:27 |
Traurig, aber wahr! Ein gelungener Teil, muss man schon sagen! Aaron hat Recht mit seinen Zweifeln, was den Krieg angeht. Love this story so much! Das weißt du ja, oder!? -:) | |
Linn | 17.07.2012 12:31:07 |
Wow. Einfach nur wow. Ich habe jetzt alle Teile an einem Tag durchgelesen und ich bin fassungslos. Wenn das alles nicht "geklaute" Ideen sind, dann weiß ich auch nicht mehr:D dein Schreibstil ist sehr gelungen! Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass deine Geschichte die am meisten gelungene Geschichte im ganzen Forum ist! Trotz der gaanz vielen Grammatikfehler(an denen musst du echt arbeiten!) ist deine Geschichte so nah daran einrichtiges Buch darzustellen! Die Geschehenisse und die Kreativität... Ich wundere mich wie lange du an der Story gearbeitet hast, nichts wirkt unsorgältig, kindisch, schnell mal hingekritzelt, alles ist ziemlich professionell. Respekt! Wenn du damit nicht zu nem Verlag gehst dann bist du irre, ich meine es. Noch nie habe ich jemanden so ein Kompliment geschrieben. Mach weiter so! Und gaaanz kleine Bitte: Bitte lass Merle sich nicht zwischen Aaron und Samuel entscheiden muessen, sie soll sich nicht in Samuel verlieben und Aaron damit verletzen, sowas mag ich ueberhaupt nicht:p aber ist natuerlich nur eine Leser-Bitte, sonst gehoert die Geschichte ja dir und ich hab volles Vertrauen in dich, dass du schon weißt, was du da tust:)) | |
Rubinia | 18.07.2012 15:13:32 |
Wann gehts denn weiter? :) | |
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