Morgentau - Teil 11
Autor: Feder
veröffentlicht am: 10.04.2012
~Kapitel 10 ~
Alles war dunkel um sie. Sie spürte den moosbedeckten Boden unter ihre Füße, ihre Arme waren nach hinten verbunden. Eine grobe Hand führte sie. Merle lauschte. Sie hörte nur die schwere Schritte und das Geraschel der Bäume. Der Boden wurde aufeinmal hart unter ihre Füße. Die Temperatur fiel runter, die Sonnenstrahlen wärmte ihr Nacken nicht mehr. Ein kalter Luftzug strich über ihrem Gesicht. Die Schritte hallten. Sie mussten in einem Art Tunnel sein, die Stille war bedrückend. Sie liefen nach rechts, dann links, wieder wurde die Richtung gewechselt. Merle hatte ihre Orientierung verloren seit man ihr die Augen verbunden hatte. Sie blieben stehen, das Tuch wurde entfernt. Merle blinzelte mehrmals, ihre Augen gewöhnten sich langsam an das schlechtes Licht, das von den Öllampen kamen. Sie waren in eine Halle aus ungleichmäßigen Stein. Die Männer waren wieder um sie gekreist. Sehona lag auf dem Boden, sie regte sich nicht. Das einzige Bewegende war das Heben und Senken ihres Brustkorbes. „Was habt ihr mit ihr gemacht?“, kreischte Merle entsetzt. „Betäubt“, erwiderte ein junger Mann. Es war der Typ gewesen, der Merle übergefallen hatte. Seine grün-braune Augen ruhten mit voller Misstrauen auf das gefangenes Mädchen. Wütend sah Merle ihn an, aber aus Vernunft blieb sie stumm. „Was machen wir mit ihr?“, fragte einer der Männer. Gregor dachte nacht, dabei durchfuhr seine Hand unbewusst durch das braune, verwuschelte Haar: „Wir werden sie getrennt in den „Gefängnisse“ bringen und über sie wachen. Waldur will bestimmt mit den Alesiden reden.“
Juruk schnupperte aufgeregt auf dem Boden, sein Schwanz schlug hin und her. Aaron sah die vielen Fußabdrücke. „Mist, die Rebellen haben sie“, fluchte er. Er wusste wie misstrauisch die Rebellen waren, auch gegenüber den Alesiden. Aaron war der Einzige, den sie bisher „angefreundet“ hatten.
„Was ist los?“, fragte Samuel. „Die Rebellen haben unsere gesuchte Person, leider weiß ich nicht wo das Versteck ist“, antwortete Aaron auf die Frage, er war zwar mal drinnen gewesen, aber sie hatten seine Augen verbunden und Juruk betäubt. Auch als sie das Versteck verließen. „Wieso folgen wir einfach nicht ihre Spuren oder Juruk ihr Geruch?“, Samuel sah das Problem nicht.
„Weil sie ihre Spuren gut verwischen können und mit bestimmte Mitteln ihren Geruch verdecken“, erwiderte der Alesiden. „Mist“, fluchte Samuel. „Ja, wir können nur eins tun: Warten bis Einer von ihnen kommt“, seufzte Aaron. Die junge Männer schlugen das Lager auf, jedoch mieden sie das Feuer anzuzünden. Juruk legte sich deprimiert hin.
Wieder liefen sie durch einen Tunnel, bei einer Zweigung teilten die Männer sich in zwei Gruppen auf. Eine liefen mit Sehona in den anderen Tunnel und die andere Gruppe führten Merle geradeaus weiter. Gregor schubste Merle unsanft in eine kleine ovale Höhle, in der man nicht mal stehen konnte. Dann schob er ein Gitter vor die Öffnung. „Ich werde Wache schieben“, sagte Gregor, er hielt bereit sein Schwert und setzte sich auf dem Boden. Seine Männer nickten und verschwanden in der Dunkelheit. In den schimmernde Schein wirkte Gregor's Gestalt finster, vor allem die Narbe auf seine rechte Wange, die bis zur Auge reichte, ließ ihn bedrohlich wirken. Merle kroch soweit wie möglich nach hinten, ihr Rücken krümmte sich zusammen und sie spürte die bohrende Steine in ihrem Rücken. „Entschuldige für die Unbequemlichkeiten, wir haben leider keine bessere Gefängnisse“, ertönte die dunkle Stimme. „Ich glaube kaum, dass ihr eure Gefangene Gemütlichkeit bereiten wollt“, erwiderte Merle schnippisch. Gregor grinste: „Naja, bei weibliche Gefangene ist da was Anderes. Wir wollen ja nicht als Grobians wirken.“ „Das seid ihr bereits, gleich nachdem ihr mich in meiner Ahnungslosigkeit überfallen habt“, konterte Merle. Gregor drehte sich um, sodass er Merle mustern konnte. Merle hatte ihre Arme verschränkt und funkelte ihn böse an. Darüber musste Gregor schmunzeln. Ihm gefiel das Mädchen.
Aaron begann aus einem Holzstück eine kleine Figur zu schnitzen um die Zeit zu vertreiben. Samuel dagegen erforschte ein wenig die Gegend und der Panther machte in der Sonne ein Nickerchen. Endlich nach gefühlte 3 Stunden kam ein Mensch. „Hey Rohan!“, Aaron kannte ihn.
Rohan, ein schlaksiger Junge mit roten Haaren, grinste breit: „Schön dich wiederzusehen, Aaron.“Dann blickte er argwöhnisch Samuel an. „Er gehört zu mir“, sagte Aaron schnell und fuhr fort: „Habt ihr zufälligerweise ein weibliche Alesiden gefangen genommen?“ Rohan schaute um sich und näherte sich dem Alesiden, in einem gesenkten Ton antwortete er: „Ja, die haben wir mittags gefangen genommen.“ „Sie gehört auch zu mir, kann ich zu ihr?“, ernst sah Aaron ihn an. Rohan überlegte: „Naja....ich sag Gregor Bescheid. Wehe ihr folgt mir!“ „Wir werden dir nicht folgen, versprochen!“, versprach der Alesiden. Rohan verschwand schnell hinter dem Büsche. Samuel eilte zu Aaron: „Lass uns jetzt ihn schnell verfolgen!“ „Nein, ich habe versprochen es nicht zu tun und wir Alesiden halten an unserem Wort“, erwiderte Aaron. „Wie dämlich“, murmelte Samuel leise und setzte sich auf einem Stein hin.
Gregor vernahm schnelle Schritte, hastig stand er auf. Rohan kam zur Vorschein: „Hallo Gregor, draußen ist Aaron und das Mädel gehört zu ihm.“ „Okay, du hälst bitte hier Wache. Ich komme bald wieder zurück“, Gregor eilte schnell durch den Tunnel. Merle's Herz begann vor Aufregung schneller zu klopfen. Aaron würde sie retten! Aber woher kannten diese Leute Aaron?
Rohan lehnte sich gegen die Wand an und behielt Merle im Auge.
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Kommentare
Adriana | 10.04.2012 15:02:53 |
WOW! Dieser Teil gefällt mir ausgesprochen gut! Er ist länger als die anderen geworden und richtig schön geschrieben. Ein, zwei Grammatikfehler waren zwar vorhanden, aber die stören mich nicht im geringsten :) Deine Geschichte ist sehr spannend und ich bin total aufgeregt, was passiert wenn Merle und Aaron sich endlich wieder sehen. Schreib schnell weiter! :)) | |
Loraine | 10.04.2012 21:05:47 |
Toooll! Schreib bitte weiter [: | |
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