Morgentau - Teil 8
Autor: Feder
veröffentlicht am: 04.04.2012
~Kapitel 7~
„Alesiden!“, schrie Balduin und kam blutüberströmt zu der königliche Gilde, seine Finger deutete in die Ferne, wo man eine rennende Gestalt sah. Der Oberste holte seinen Horn aus dem Gürtel und blies hinein, seine restliche, versteckte Truppe würde die Verfolgung aufnehmen. Plötzlich bewegte sich Miranda ruckartig, ihre Ellbogen stieß direkt in den empfindlichen Bereich des Mannes. Jaulend ließ er sie los und fluchte anschließend. Elaine sprang nach vorne und streckte ihre Arme nach vorne, als würde sie eine unsichtbare Person von sich wegstoßen. Durch ihre Bewegung kam ein Windstoß, Miranda wich schnell zur Seite und die Truppe wurde von dem starken Windstoß umgeworfen. Nur Rikles Mavor stand aufrecht. Sein Blick wurde eiskalt: „Männer, vernichtet das Dorf!“ Stöhnend richtete sich seine Männer wieder auf, Schwerter blitzten in dem Mondlicht. Die Dorfbewohner begannen kriegerisch zu brüllen. Einige von ihnen liefen direkt auf die Truppe zu, während Anderen schnell nach Gegenstände suchten, die als Waffen dienen konnten. Elaine zückte ihren Dolch aus weißem Silber hervor, ihre Fähigkeit würde sie jetzt nicht weiter nützen, solange die Dorfbewohner mit der Truppe kämpfte. Die Gefahr war zu groß, dass die Dorfbewohner von ihrem Windstoß getroffen werden könnten. Miranda johlte und schwenkte ihren Stock über ihrem Kopf, das Ende des Stockes verlief sehr spitz zu und glänzte silbern. Eine gute Geheimwaffe für einen alten Menschen.
Völlig entkräftet glitt Merle von dem Rücken hinunter und landete in dem weichen Moos. Fremde Geräuschen ließen ihre Muskeln zucken. Erdige Gerüche und der Duft des Mooses benebelte fast ihre Nase. Dunkle, riesige Gestalten wankten hin und her, ihre tausende Arme ließen sie monströs aussehen. Merle wusste, dass es nur die Bäume waren. Sie war bisher noch nie in einem Wald gewesen. Zu oft wurde Geschichten über unheimlichen Wesen, die in den Wald lebten, erzählt. Die Löwin legte sich neben das Mädchen hin. Ihre Ohren zuckten aufmerksam in allen Richtungen.
Dünne Arme umschlangen die Beine, Merle legte ihren Kopf auf die harte Knien. Ihr Körper bebte, ein Schluchzen drang aus ihrer Kehle. Die Tränen brannten in den Augen. Die Löwin legte ihren schweren Kopf auf die Füße von Merle um ihr Trost zu spenden. Nach einer Weile beruhigte sich Merle, die Erschöpfung machte sich bemerkbar, aber in ihr herrschte zuviel Unruhe um jetzt schlafen zu können. Ihre Hand tastete nach der goldene Medaillon. Sie betrachtete das Stück im schwaches Mondlicht. Ein Pecorn war in das Gold eingraviert, die Rückseite war verziert von geheimnisvolle Mustern und Buchstaben aus fremder Sprache. Merle betrachtete wieder das Pecorn. Seine Gestalt glich einem Pferd, große Flügeln ragten aus seinem Rücken und ein Horn befand sich auf dem Stirn. Ihre Gedanken wanderten langsam zurück an dem frühen Abend. Zurück an das Gespräch.
…..Elaine\'s Augen schimmerten seltsam, ihre Stimme klang gedämpft: „Ein wertvoller Schatz, das dir gehört. Du darfst es Niemanden zeigen, es sei denn du bist überzeugt die Person vertrauen zu können.“ In ihrem Bauch kribbelte es merkwürdig, Merle wurde auf einmal aufgeregt. Was für ein Schatz war das? Ihre Mutter öffnete die Hand und das Gold entpuppte sich als eine Medaillon. „Das gehörte mal deinem Vater“, erzählte Elaine weiter. Die Augen des Mädchens wurden groß: „Mein Vater?“ Bisher hatten sie noch nie über ihren Vater gesprochen. Elaine nickte: „Ja. Und dieser Medaillon ist ein Erbstück, dein Urgroßvater bekam das von den Pecorns geschenkt. Ein Zeichen der Dankbarkeit, dass er ihre Herde gerettet hatte. Das Material besteht aus einem besonderem Gold und aus Magie des Pecorns. Die Inschrift auf der Rückseite ist die Sprache des Pecorns. Die Inschrift nennt man auch: „Der Ruf“. Wenn du diese Wörter ihrer Sprache benutzt, so wird ein Pecorn zu dir eilen um dir zu helfen.“ Ihre Mutter machte eine kurze Pause. „Was ist mit meinem Vater?“, Merle wurde ungeduldig. Elaine beugte sich leicht nach vorne: „Bevor der Herrscher Kato die Macht an sich riss um das Kontinent Topia zu reagieren, gab es vorher zwei Könige: der menschliche König Marcelinus und der alesidische König Xeno, Topia wurde in zwei Reiche aufgeteilt: Dylon und Athan. König Xeno regierte das Reich Dylon. Seine Frau Arielle gebar eine Tochter, jedoch hielt das Glück nicht lange, denn Kato\'s böse Machtschaften zerstörte das Reich Dylon. Arielle starb durch einen Hinterhalt und der König durch seine eigene Magie, als er ein mächtigen Zauber aussprach und die hatte ihm seine letzte Kraft geraubte. Eine Dienerin des Königs hatte rechtzeitig die Aufgabe bekommen das Baby fortzubringen, sie zu verstecken und sie zu beschützen. Denn die Königstochter ist jetzt unsere einzige Hoffnung, dass Kato\'s Herrschaft beendet wird.“ „Was hat, die Geschichte mit meinem Vater und mit mir zu tun?“, fragte Merle. Sie bemerkte, dass ihre Mutter feuchte Augen hatte. „Dein Vater war König Xeno“, antwortete Elaine sanft. Merle schnappte laut nach Luft. Das Blut wich von ihrem Gesicht: „Nein!“ Ungläubig schüttelte sie den Kopf. Elaine griff nach ihre kalten Fingern: „Merle, hör mir gut zu: Aaron ist auch eine von uns, er wird hinter dem Felsen auf der Wiese auf dich warten. Du musst noch heute Nacht verschwinden, denn Miranda hat herausgefunden, dass wir hier einen Späher haben. Nicht nur Aaron schwebt in großer Gefahr, sondern auch du! Wir können nicht zulassen, dass dir was geschieht.“ „Was ist mit dir?“, fragte Merle völlig benommen. „Miranda und ich werden dir den Rücken frei halten und das Dorf beschützen“, antwortete Elaine......
Merle schreckte hoch, sie war kurz eingenickt. Ihr Nacken fühlte sich steif an. Irgendwo in einem Busch knackste leise. Ängstlich schaute sie dorthin, die Kälte der Nacht ließ sie zittern. Die Löwin hob ihren Kopf: „Fürchte dich nicht, ich passe auf dich auf und jetzt leg dich schlafen hin. Lege dich ruhig auf mir, mein Fell ist kuschelig und warm.“ Merle sah die Löwin schräg an: „Du kannst reden.“ Ihr Kopf brummte leise. „Wir reden morgen darüber, du brauchst dringend Schlaf“, antwortete die Löwin mit ihrer sanfte Stimme. Merle nickte müde, mit geschlossene Augen legte sie ihren Kopf auf das weiches Fell.
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Kommentare
Adriana | 04.04.2012 17:20:00 |
Einfach nur wow! Ich liebe deine Geschichte. Freu mich total auf den nächsten Teil! :)) | |
Ice Princesse | 04.04.2012 19:26:57 |
Interessante Wendung. Merle ist also die Tochter des alten Alesiden-Königs. Nicht schlecht geschrieben. Würde mich sehr freuen, wenn du weiterschreibst. Hungere nach einem nächsten Teil! | |
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