Warum kannst nicht DU es sein ?! - Teil 8
Autor: KyokoMogami
veröffentlicht am: 16.05.2012
Am nächsten Morgen tat mir jeder Knochen im Körper weh. Quälend langsam stand ich auf und ging leise ins Bad. Ein Blick in den Spiegelließ mich überrascht die Augen aufreißen. Irgendwie sah ich verändert aus. So vollkommen anders. Meine Haut sah rosiger aus und auf meinen Wangen war eine leichte Röte zu sehen. Doch das faszinierendste waren meine Augen. Sie strahlten regelrecht und auch der übermütige Funke entging mir nicht. Ob das so normal war? Ich hatte einfach keine Ahnung.
Nach einer ausgiebigen Dusche, zog ich mich schnell in meinen Zimmer an und nahm dann mein Handy. Ich musste einfach Nami anrufen. Doch leider ging sie nicht ran. Nach einen Seufzen ging ich in die Küche, mit der Hoffnung den Beiden nicht zu Begegnen. Leider war das Schicksal sehr ungnädig zu mir. Friedlich saßen sie am Tisch und blickten auf als ich erschien.
„Morgen Tasha.“ Meinte Marc lächelnd.
„Morgen.“ Brachte ich nur raus und nahm mit eine Tasse. Nachdem ich endlich einige Schlucke des Wachmachers getrunken hatte setzte ich mich und nahm mir ein Brötchen.
„Scheinst ja eine ganz schön lange Nacht gehabt zu haben.“ Marc grinste mich frech und automatisch glitt mein Blick zu Rayne. Der jedoch sah aus dem Fenster. Nicht einmal ein guten Morgen hatte er für mich übrig. Der Knoten in meiner Brust wurde enger gezogen, das Blut rauschte in meinen Ohren.
„Kann man so sagen.“ Nuschelte ich nach ein paar Sekunden. Ich war mir ziemlich sicher, dass Marc meinen Blick gesehen und auch verstanden hatte. Seine Reaktion bestätigte es.
„Was ist hier los?“ fragte er schneidend und sah uns beide an. Nun war auch Rayne bereit uns wahr zu nehmen.
„Was soll schon sein?“ fragte er ruhig und stand auf. Marc hielt ihn jedoch am Handgelenk fest.
„Lass los.“ Meinte Rayne ungeduldig. Ein merkwürdiges Funkeln lag in dem Blick, der für marc bestimmt war.
Marc stand auf und stellte sich vor Rayne.
„Was hast du getan?“ der Blonde klang keineswegs freundlich bei diesen Worten.
Achselzuckend wandte Rayne sich an mich.
„Geh in dein Zimmer.“ Sagte er nur und sah sofort wieder zu Marc.
Das reichte mir nun wirklich. Wie konnte er es wagen nach dieser Nacht, so mit mir zu reden. Nun war auch ich wütend.
„Du hast mir nichts zu sagen.“ Schrie ich wutentbrannt und ging dennoch. Das war wohl weibliche Logik. Auch in meinem Zimmer konnte ich fast jedes Wort hören.
„Wie konntest du sie nur anfassen?“ wollte Marc wissen.
„Nun mach mal nicht son Drama draus. Es ist doch nichts weiter passiert. Du weißt genau, wie wenig es mir bedeutet. Es war nur ein wenig Spaß.“ Erwiderte Rayne und sofort blieb mir die Luft weg.
Das war ich also für Rayne: nur ein wenig Spaß.
Der Schmerz wurde bei jedem weiterem Wort der beiden unerträglicher.
„Das ist ja nicht mein Problem. Von mir aus kannste ja Spaß haben.“
„Was ist dann dien Problem?“ wollte Rayne nach kurzen zögern wissen. Leider verstand ich beide dann nicht mehr. Ich fing an hemmungslos zu weinen und kümmerte mich nicht mehr um die beiden.
Ich war einfach nur traurig und so bitter enttäuscht.
Auch wie dir Tür aufging merkte ich nicht. Erst Raynes Duft brachte mich ein Stück in die Realität zurück. Wortlos kniete er sich vor mich und wollte mich in den Arm nehmen, doch ich wehrte ihn ab.
„Fass mich nie wieder an!“ fauchte ich und stand auf.
„Natasha, lass- “
„Nein, Rayne. Wir haben uns vorläufig nichts mehr zu sagen und ich wäre dir sehr dankbar…“
Ich brach den Satz einfach ab. Er sollte einfach nicht wissen, wie weh seine Worte taten.
Im nächsten Moment klingelte mein Handy: Nami.
„Hey Süße, was wolltest du denn vorhin?“ ich schluckte einmal und sah den Mann, den ich liebte, an.
„Kann ich vielleicht ein paar Tage bei dir schlafen?“ es war einfach unglaublich, wie ruhig ich klang.
„Klar doch.“ Sagte Nami nur und ich legte ohne Verabschiedung auf. Sie würde es mir nicht übel nehmen, wenn sie erst einmal den Grund erfuhr.
Ich nahm eine Tasche und warf ein paar Kleidungsstücke hinein, wurde jedoch jäh unterbrochen, als zwei mir nur zu bekannte Arme, mich umschlangen. Verzweifelt versuchte ich mich aus seinen Griff zu befreien, ohne Erfolg.
„Ich werde nicht sagen, dass es mir Leid tut, denn das wäre gelogen.“ Hauchte er leise und küsste meinen Hals. Ich erschauderte und verspannte mich unwillkürlich. Wie konnte das Schicksal nur so unfair sein?
„Rayne, wir sollten nicht…“
„Doch, aber wir dürfen nicht.“ Unterbrach er mich schnell und ließ mich abrupt los. Ich taumelte kurz und drehte mich zu ihm.
„Dann geh endlich!“ schrie ich wieder und nahm meine Tasche.
„Ich bin erst mal weg.“ Sagte ich noch im vorbei gehen. Er nickte.
Eine halbe Stunde später kam ich bei Nami an. Die Tränen liefen über meine roten Wangen, jedoch stellte Nami keine Fragen. Ich dankte ihr sehr dafür. Es tat unglaublich gut einfach nur alles raus zu lassen. Als ich mich dann etwas beruhigt hatte, erzählte ich ihr alles. Naja, nicht ganz alles. Das mit den Vampiren ließ ich natürlich aus und doch schien Nami etwas zu wissen.
„Sag mal Nat, glaubst du an Vampire?“ die Frage überrumpelte mich total und perplex sah ich sie an.
„Wie kommst du …“ dann sah ich ihren Blick und mir wurde klar, was sie gerade anstarrte.
Auch ich hatte die beiden kleinen Einstiche an meinen Hals bemerkt.
„Das ist doch lächerlich.“ Versuchte ich sie zu überzeugen, ohne Erfolg. Anscheinend bekam ich heute bei keiner Sache Erfolg.
„So lächerlich ist es gar nicht Nat.“ behaarte sie auf ihren Standpunkt und ich schloss einfach nur noch die Augen.
„Und wieso können sie am Tage raus gehen? Wieso waren sie schon mit meiner Familie in der Kirche oder warum kann Rayne immer diese Silberkette tragen?“
Das waren doch wirklich gute Fragen, wie ich fand. Nami sah es anscheinend anders.
„Na das sind doch bestimmt nur alles Mythen. Das sollten wir doch wohl am besten wissen.“
Kopfschüttelnd stand ich wieder von ihrem Bett auf und blickte sie an.
„Nun hör schon auf, Nami. Vampire gibt es nicht. Auch das sollten wir am besten wissen.“ Versuchte ich es ein letztes Mal. Anscheinend half es langsam. Sie stellte keine Fragen oder Andeutungen in diese Richtung mehr.
Am Abend ließen wir uns eine leckere Pizza schmecken, als plötzlich mein Handy klingelte. Entschuldigt stand ich auf und trat aus dem Zimmer.
„Ja?“ es war ich doch tatsächlich rangegangen ohne vorher zu gucken, wer da eigentlich um diese Uhrzeit anrief.
„Schätzchen, gut das du gleich ran gehst. Es ist etwas passiert. Dein Vater liegt im Krankenhaus. Ein Vampir hat ihn leider getroffen. Bitte komm schnell her.“
Meine Mutter klang hysterisch und nur langsam drangen ihre Worte in mein Bewusstsein ein. Ein Vampir? Was ging denn jetzt vor? Woher wussten denn meine Eltern von ihnen?
So viele Fragen und doch würde ich wohl hinfahren müssen, um Antworten zu erhalten.
„Ok.“ Sagte ich nur tonlos und legte sofort auf. Schnell erklärte ich Nami, das mein Vater einen Unfall hatte. Zuerst bestand sie darauf mich zu begleiten, doch konnte ich sie davon abbringen.
„Sag mir Bescheid, wenn es Neuigkeiten gibt.“
Meine Schritte wurden immer schneller umso näher ich meinen Wohnhaus kam. Wie besessen rannte ich die Stufen hinauf, um dann fest zu stellen, das ich meinen Schlüssel nicht bei hatte. Also klingelte ich Sturm. Marc öffnete mir und sah mich überrascht an.
„Du bist schon wieder da? Was ist denn los?“ sofort wurde ich also mit Fragen bombardiert. Als er mich am Arm fassen wollte war es, als wäre plötzlich ein Schalter bei mir umgelegt worden.
„Fass mich nicht an!“ rief ich hysterisch aus und drängte mich an ihm vorbei ins Innere der Wohnung. Rayne kam sofort an.
„Was soll denn der krach?“ er sah ein wenig verwirrt aus und blinzelte sogar kurz.
„IHR!“ zischte ich nun beide kalt an. Ich hatte nur noch die Worte meiner Mutter im Ohr.
Ein Vampir hat ihn leider getroffen…
Fragend zogen sie ihre Augenbrauen hoch und musterten mich eingehend.
„Wie viele gibt es eigentlich von euch?“ Es erstaunte mich selbst, wie kalt und schneidend meine Stimme war. Anders als sonst.
„Was ist denn los?“ Rayne schien allmählich seine Geduld zu verlieren, nun mir war es gleichgültig. Obwohl ich ehrlich zugeben musste: ich hatte Angst. Einfach nur blanke Angst.
Anscheinend sah man es mir an, denn nun sahen beide mich auf einmal total entsetzt an.
„Tasha? Was hast du denn?“ Marc sah mich jetzt besorgt an. In meinem Unterbewusstsein regten sich leichte Zweifel. Die beiden konnten es wohl kaum gewesen sein. Oder doch? Entscheiden schüttelte ich den Kopf und rannte in die Küche, die Jungs mir folgend.
Rayne umfasste meinen Oberarm unsanft und dreht mich zu sich rum.
„Du wirst mir auf der Stelle sagen, was los ist?“ seine Augen glühten leicht rot auf und ich trat einen Schritt zurück. Weit kam ich allerdings nicht, da Rayne mich nun an sich zog.
„Sprich mit uns.“ Drängte dann auch Marc. Mein Blick verschwamm, ich schloss die Augen, zwang mich zur Ruhe. Meine Hände krallten sich wie von alleine in Raynes T-Shirt.
„Mein Vater liegt im Krankenhaus.“ Brachte ich schließlich hervor.
Die beiden schwiegen betroffen.
„Er wurde von einem Vampir angegriffen.“ Sagte ich dann.
Rayne versteifte sich sofort und Marc zischte.
„Deswegen hast du im Moment solche Angst vor uns.“ Wie immer erkannte Rayne es als erster.
Mehr als nicken konnte ich nicht, da meine Stimme mir nicht so recht gehorchen wollte.
>>>Was bist du doch nur für eine dumme Gans<<< überrascht zog ich die Augenbrauen hoch. Mein Hirn hatte sich ja schon lange nicht mehr gemeldet. Und auch dieses Mal kam nichts Nettes von eben jenen. Dann hätte es auch ruhig bleiben können, dachte ich mir amüsiert.
„Wo ist er jetzt genau, also welches Krankenhaus?“ fragte Marc mich und ich sah nun ihn überrascht an. Da viel mir auch auf, dass meine Mutter es mit keinem Wort erwähnt hatte.
Verwirrt runzelte ich die Stirn und dachte nach. Schnell nahm ich mein Handy und wählte die Nummer meiner Mutter. Diese ging auch fast augenblicklich ran.
„Bist du schon auf dem Weg, Schatz?“ fragte sie sofort.
„Ähm…nein, leider noch nicht. Ich wurde etwas aufgehalten.“ Ein kleiner Seitenblick zeigte mir, wie angespannt die beiden waren.
„Oh, ach so. Dann beeile dich jetzt bitte. Vielleicht können ja Rayne und Marc mitkommen und dich unterstützen.“ Meinte meine Mutter. Etwas in ihrer Stimme ließ mich aufhorchen. Wieso wollte sie, die beiden unbedingt dabei haben? >>>Denk mal scharf nach<<< Was für ein hilfreicher Kommentar. Innerlich verdrehte ich die Augen.
„Ich kann sie ja mal fragen, aber dann müsste ich noch etwas warten, bis sie hier sind. Wäre das ok?“
Gespannt wartete ich auf eine Antwort.
„Natürlich, Schatz.“ Ein leiser Seufzer entwich ihr.
„Gut. Ach ja. In welchen Krankenhaus ist denn Dad?“ das wusste ich ja bisher immer noch nicht. Die Gesichter der Jungs konnte ich nun nicht mehr definieren. Was sie wohl dachten?
Schnell sagte meine Mutter mir, den Namen.
„Ich müsste dich um noch einen gefallen bitten, Liebes. Dein Vater bräuchte noch ein paar Sachen. Könntest du also zuerst nach Hause fahren und etwas holen?“
„Sicher. Ich ruf dich noch einmal an, wenn wir losfahren.“ Sagte und legte auf.
Nun sah ich gespannt zu Rayne und Marc. Noch immer waren ihre Mienen nicht zu durchschauen.
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Kommentare
lulu | 16.05.2012 17:40:19 |
Mir gefällt die geschichte total *-* sie ist schön geschrieben ;)bitte schreib schnell weiter :p | |
Caro | 16.05.2012 20:19:00 |
Eigentlich mag ich ja keine Vampirgeschichten u.ä. ABER, deine geschichte ist toll. Hab grad alle Teile gelesen und freue mich schon sehr auf den Nächsten :) | |
Lololo | 16.05.2012 23:28:15 |
Ich mag solche Geschichte eigentlich auch nicht, aber deine Geschichte ist seht gefühlsvoll :) Schnell weiter :) | |
star | 17.05.2012 08:27:36 |
ich finde deine story nach wie vor genial und dass sie anst vor den beiden hat und die das entsetzt merken, da musste ich fett grinsen :D bitte mach ganz schnell weiter und ich verstehe nicht warum die beiden jungs mitkommen sollen und wieso plötzlich jeder über vampire spricht. Uuuh einfach nur spannend :) | |
KyokoMogami | 17.05.2012 10:59:02 |
hallo ^^...freut mich das es euch gefällt...diesmal hatte es länger gedauert weil ich den lappi neu machen musste und dadurch alles weg war -.-! aba jetzt kann ich wieder schön schnell schreiben ^^...und das jemand sie liest obwohl er keine vampire mag find ich richtig toll hihi...und ja, das mit den jungs wird sich spätestens übernächsten teil klären XD | |
Lilly | 18.05.2012 12:04:32 |
Einfach nur toll | |
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