Warum kannst nicht DU es sein ?! - Teil 6

Autor: KyokoMogami
veröffentlicht am: 02.02.2012


„Was soll der Scheiß?“ herrschte er mich wütend an. Entsetzt darüber wich ich einen Schritt zurück und sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an.
„Ich…wollte nur…“ ich konnte einfach nicht weiter sprechen. Tränen sammelten sich in meinen Augen. Rayne trat hinter Marc hervor und sah erst ihn und dann mich an.
„Was ist denn hier los?“ fragte er leicht verwirrt. Da konnte ich einfach nicht mehr und drängte mich an ihm vorbei. Dennoch konnte ich seinen fragenden Blick spüren.

Sofort schloss ich mich in meinem Zimmer ein und weinte Träne um Träne. Was Marc dazu bewegte hatte, wusste ich nicht. Allerdings hatte ich wieder so ein Gefühl. Es war erst passiert nachdem er die Bücher gesehen hatte. Ich wischte mir die Tränen weg und nahm das Buch in die Hand. Nun blätterte ich ganz von vorne durch und…blieb wieder an dem Stammbaum hängen. Schade dass es damals noch keine Fotos gab, dachte ich mir nur und seufzte. Im Flur hörte ich Marc und Rayne miteinander sprechen.

„Was ist denn in dich gefahren? Bist du eigentlich noch ganz dicht?“ Raynes Stimme klirrte direkt vor Kälte. So hatte ich auch ihn noch nie gehört. Was ging hier eigentlich vor sich? Wieso waren sie so anders als sonst? Um dies herauszufinden würde ich wohl die Bücher lesen müssen. Genau da wurde mir bewusst, dass eins noch bei Marc war. Also unzugänglich im Moment für mich. Aber das würde ich auch noch bekommen können. Ich würde mich ganz einfach am Montag krank stellen und wenn sie zur Uni fuhren, würde ich in sein Zimmer schlüpfen. Und dann fiel mir noch etwas ein. Wieso gab es diesen Stammbaum in einen Buch über Vampire?

Schnell schnappte ich mir das Buch wieder und las zum ersten Mal die Überschrift: Sie zweitälteste Vampirfamilie. Ich schnappte nach Luft und mein Herz setzte einige Schläge aus. Hastig sah ich zur Tür und wieder zurück. Aber Vampire gibt es doch nicht wirklich, oder doch? Immer wieder dachte ich daran, obwohl ich eigentlich schon davon überzeugt war. Wenn es so wäre, wie konnte man sie erkennen? Hastig blätterte ich zu dem Kapitel, wo es genau beschrieben war. Zähne, das war mir schon bewusst, dachte ich ironisch. Blutdurst, wieder etwas was jeder kennt. Schnelligkeit, Nachtsicht, und Stärke, ging es weiter. Gedankenkontrolle, Löschung der Erinnerung und Sonnen Empfindlichkeit. Rote Augen, das war mir neu. Aber auch genau deswegen atmete ich tief aus.

Keiner von meinen beiden Jungs hatte rote Augen, also konnte es doch nicht stimmen. Beim Weiterlesen stolperte ich allerdings auf einen Zusatz zu den Augen. Nur bei starken Gefühlsrausch. Mhh also würde ich Rayne reizen müssen um es herauszufinden. Doch wie sollte ich das anstellen? Marc hatte ich zum ersten Mal überhaupt so wütend erlebt. Und Rayne war immer mal wieder wütend und hatte keine roten Augen.
Aber vielleicht war ja nicht nur Wut gemeint. Es gibt ja schließlich so viele Gefühle. Ich musste mir einen Plan überlegen. Das ganze Thema ließ mir einfach keine Ruhe.

Auch am Abend konnte ich mich auf nichts anderes konzentrieren. Doch der Hunger trieb mich in die Küche. Ich wollte mir ein Sandwich machen. Zu mehr hatte ich keine Lust und auch nicht wirklich Kraft. Grade als ich die Tür des Kühlschranks wieder schloss erblickte ich Rayne und stieß einen kurzen spitzen Schrei aus.
„Hey ganz ruhig. Ich bin es doch nur.“ Meinte er entschuldigend, seine Hände in die Höhe gehoben.
„Ja aber du erschreckst mich immer zu Tode. Könntest du dir mal bitte angewöhnen nicht so zu schleichen?“ fragte ich aufgebracht und wandte mich dem Brot zu.
„Ich mache das doch nicht mit Absicht. Allerdings finde ich es schon sehr lustig.“ Schmunzelte er dabei.
Das konnte doch wohl nicht sein Ernst sein, dachte ich nur.

„Bist du ganz sicher, dass es nicht mit Absicht ist? Kommt mir nämlich so vor. Und es ist für mich keineswegs lustig. Was machst du denn, wenn mein Herz mal deswegen stehen bleibt?“ fragte ich ihn bissig. Ich war wirklich wütend, das er sich so darüber lustig machte.
Anscheinend hatte ich etwas Falsches gesagt, denn sein Gesicht veränderte sich schlagartig. Aus dem Schmunzeln wurde eine Maske. Keinerlei Gefühl war darin zu sehen.
„Wenn das geschehen würde, würde meines ebenfalls stehen bleiben.“

Was wollte er denn damit sagen? Es klang fast wie eine Liebeserklärung. Jedoch klangen die Worte wie Eis. Eigentlich waren es wundervolle und traurige Worte.
„Was…?“ weiter kam ich nicht. Schon im nächsten Augenblick lagen seine Lippen auf meinen. Nicht etwa leicht, nein, fast schon brutal. Zuerst versteifte ich mich und erst nach ein paar Sekunden erlaubte ich mir den Kuss zu erwidern. Ich spürte wieder diese Erregung, die nur Rayne in mir auslöste. Es schien, als wolle mein Körper ihm antworten. Er schlang seine Arme um mich und ich drückte mich so fest ich konnte an ihn. Ohne weiter zu überlegen, schlang ich meine eigenen Arme um seinen Nacken.

Ich stöhnte genussvoll auf, wobei meine Lippen sich teilten und ich sofort die seinige spüren konnte. Es traf mich wie ein Schlag. Jedes einzelne Gefühl von ihm, spürte ich in mir. Noch niemals hatte ich etwas Vergleichbares erfahren oder auch nur darüber gelesen. Wir waren eins, obwohl wir uns nur küssten. Meine Knie wurden weich und sackten einfach weg. Ohne den Kuss zu unterbrechen, fing Rayne mich auf und setzte mich auf den Küchentisch. Ungeduldig unterbrach ich den Kuss, um ihn sein T-Shirt von Leib zu zerren.

Berauscht von diesem Ansturm, bemerkten wir nicht, dass wir einen Zuschauer hatten. Marc stand im Türrahmen und sah uns mit zusammen gekniffenen Augen an. Erst ein Räuspern seinerseits ließ mich in die Gegenwart zurück finden. Plötzlich hatte ich das Gefühl einen riesengroßen Fehler begangen zu haben.
Ich sprang vom Tisch und rannte einfach an Marc vorbei. Aber nicht in mein Zimmer. Nein, ins Bad. Aus irgendeinem Grund musste ich mich übergeben. Dabei hatte ich nichts Schlechtes gegessen oder getrunken.

Als ich wieder raus kam standen Beide vor mir und sahen mich besorgt an. Wobei Raynes Blick auch noch Schuldgefühle wiederspiegelte.
„Ist alles okay?“ wollte Marc wissen und strich mir behutsam über den Rücken.
„Ja.. ich denke schon. Hab wohl bloß mehr Hunger als es mir gut tun würde.“ Murmelte ich nur. Der eigenartige Blickwechsel der beiden entging mir keineswegs. Ich ging wieder in die Küche um endlich mein Sandwich zu machen.

Ich nahm das Brot aus der Tüte und holte mir das Brotmesser. Dafür dass wir Studenten waren, hatten wir wirklich alles da. Natürlich war das nichts Schlechtes. Viel mehr würde ich es als Segen bezeichnen. Aber das nur mal so an Rande bemerkt.
Komischerweise vielen mir genau in diesen Moment wieder die Merkmale ein. Da ich Rayne und Marc hinter mir hörte, wie sie sich ebenfalls etwas aus dem Kühlschrank nahmen, kam mir eine fixe Idee. Absichtlich schnitt ich mich in den Finger.
„Ahhh.“ Stöhnte ich und drehte mich dabei um.

„Was ist…?“ wollte Marc schon zur Frage ansetzten und sah im gleichen Moment wie Rayne zum Finger. Sie atmeten zischend ein und mir wurde schockierend bewusst, was ich da gerade entdeckt hatte. Ich sah ihnen genau in die Augen und bemerkte kleine rote Punkte darin.
„Ihr seid ja wirklich…!“ ich konnte es einfach nicht aussprechen. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein, dass sie es wirklich waren.
„Was sind wir?“ fragte Rayne nun ganz ruhig. Er nahm ein Stück von der Küchenrolle und wickelte es um meinen Finger. Nichts deutete auf das hin, was ich sah und hörte.

„Ähm…ihr seid wirklich da.“ >>>Wow Nat. du bist schon wieder sooo klug.<<< diesmal ignorierte ich mein Hirn und konzentrierte mich weiter auf die Jungs.
„Klar doch. Denkst du etwa, wir lassen dich alleine, wenn es dir schlecht geht?“ Marc kam ebenfalls auf mich zu. Er sah mir tief in die Augen und plötzlich wurde alles um mich herum schwarz. Ich spürte jedoch dass ich fiel, mir jedoch nicht den Kopf aufschlug.

Ich wachte auf, da mich die Sonnenstrahlen an der Nase kitzelten. Es war der nächste Tag, Sonntag. Wie ich ins Bett gekommen war, konnte ich nicht sagen. Auch nicht warum ich ohnmächtig wurde. Das Einzige das ich mit absoluter Sicherheit sagen konnte war: ich dachte meine Mitbewohner seien Vampire. So verrückt es auch klingen mochte. Mittlerweile waren es einfach zu viele Zufälle. Doch wenn es stimmte dann war Rayne schon 1829. Das wollte ich mir lieber nicht vorstellen. Doch die Frage, wie alt dann Marc wirklich war, kam mir auch sofort.

Müde rieb ich mir die Augen und versuchte angestrengt zu überlegen. Was war wirklich gestern Abend in der Küche geschehen. Ich hob meine Hand um den Schnitt zu begutachten, und der nächste Schlag traf mich. Es gab keinen Schnitt. Dabei war ich mir absolut sicher dass ich ihn mir Absicht zugefügt hatte. Verwirrt darüber schüttelte ich den Kopf und bemerkte erst jetzt die wahnsinnigen Kopfschmerzen. Stöhnend presste ich zwei Finger an die Schläfe und massierte die Stelle durch kreisende Bewegungen. Auch nach 10 Minuten wurde es einfach nicht besser. Schwerfällig stand ich auf und ging vorsichtig in die Küche.

Wie immer kam mir Kaffeeduft entgegen, der jedoch diesmal meinen Magen rebellieren ließ. Würgend rannte ich also ins Bad. Danach waren die Kopfschmerzen nur noch unerträglicher. Gott sei Dank war niemand in der Küche, sodass ich ganz in Ruhe Aspirin aus dem Schrank nehmen und schnell schlucken konnte. Man, wie ich Tabletten hasste. Jedoch waren sie mir im Moment sehr willkommen. Als die Wirkung langsam einsetzte, überlegte ich weiter. Alles was ich gesehen und gehört hatte war doch real, oder etwa nicht? Ja, entschied ich mich einfach. Es passte wirklich alles zusammen. Wie würde es nun weiter gehen? War ich nun eine Gefahr für sie?

Das wünschte ich mir nicht. Vielleicht würde ich ja sogar in irgendeiner Form helfen können. Was wiederrum völlig absurd war. Dann fiel mir ein Punkt ein, der mich stutzig werden ließ. Rayne und Marc gingen wie alle auch am Tage bei strahlender Sonne raus. Aber in dem Buch stand ja auch nur das sie gegen die Sonne empfindlich waren. Das waren viele Menschen auch. Selbst ich zählte dazu. Am Strand hatte ich schon nach einer halben Stunde einen fetten Sonnenbrand. Das half mir also auch nicht weiter, dachte ich seufzend. Da hörte ich zwei Türen aufgehen. Fast gleichzeitig betraten Rayne und Marc die Küche.

Sie sahen mich besorgt an.
„Wie geht es dir Heute, Tasha?“ fragte Marc.
„Ach es geht schon. Ich habe nur wahnsinniges Kopfweh und schlecht war mir auch schon wieder.“ Erklärte ich ihm und setzte mich endlich hin. Meine Beine waren noch immer etwas wackelig.
Rayne sagte kein Wort und starrte mich an. Na ja, eigentlich nicht mich als Ganzes. Seine Augen waren nur an meinen Lippen.
„Was ist?“ fragte ich ihn gereizt. Heute war mir wirklich nicht zum Streiten zumute.

Er jedoch schüttelte nur den Kopf und ging wieder.
„Wenn es dir so Leid tut, hättest du mich nicht küssen dürfen.“ Schrie ich ihm hinterher. Marc sah mich richtig entsetzt an und auch Raynes entsetztes Gesicht wurde sofort wieder zur Tür hinein gesteckt.
„Du kannst dich daran erinnern?“ fragten beide gleichzeitig.
„Na klar doch. Wie könnte ich es denn vergessen, das einer meiner besten Freunde mich geküsst hat?“ >>>Wofür halten die mich denn?<<< Wow, welch vernünftige Frage. Vielleicht gab es für meinen Kopf ja doch noch Hoffnung.

Ihre Kiefer klappten nach unten, sodass ich gewissermaßen gezwungen war zu lachen.
„Sorry, aber eure Gesichter…“
„Ja schon gut. Wir haben ja verstanden, das wir grade nicht sehr gut aussehen.“ Meinte Rayne genervt und ging dann wieder. Marc rannte ihm schon fast hinterher. Als ich hörte wie beide in Raynes Zimmer verschwanden, schlich ich mich zur Tür. Ich wusste, dass man eigentlich nicht lauschen durfte, doch diese Sache war einfach zu wichtig. Ich presste mein Ohr ganz dicht an die weiße Tür und versuchte meine Atmung auf ein Minimum zu senken.

„Wie kann sie sich erinnern? Ich habe doch gestern Abend ihre Erinnerung gelöscht. Das ist doch zum verrückt werden.“ Obwohl Marc richtig wütend und auch entsetzt war, schaffte er es tatsächlich, sehr leise zu sprechen. Nur mit Mühe konnte ich etwas verstehen.
„Ich weiß es und es wird dir nicht gefallen.“ Sagte nun Rayne. Bei jedem Wort war auch seine Stimme leiser geworden.
„Und warum hat es nicht funktioniert?“
„Ganz einfach. Sie ist deine Gefährtin.“ Ließ Rayne die Bombe für Marc platzen.






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Kommentare

kim

02.02.2012 12:30:40

wow, das ist meine erste assoziation :D


talia

02.02.2012 13:59:43

Oh yeah...endlich gehts weiter..bitte morgen ein neuer Teil, bitte *_*


Yvii

02.02.2012 14:28:44

Wow... die Geschichte ist sooo geil, bitte schreib schnell weiter.!! =) lg Yvii


Sheena R.

02.02.2012 20:28:24

Oha!!! Bitttte!!! Schreib weiter das ist sooo tolll!!!


fan

05.02.2012 13:13:17

wann gehts endlich weiter?


Simi

14.02.2012 15:01:51

Manno nicht doch, die Gefährtin von Marc?!?! Was ist mit Rayne?? Hoffe die zwei kriegen irgendwie die Kurve!! So Hammer die Geschichte. Bitte schreib schnell weiter.


sunny

03.03.2012 20:11:48

Bitte, bitte, bitte schreib weiter!! die geschichte ist soooooo toll!!!! *_*


Dani

13.03.2012 18:15:58

Bitte schreib weiter, die Geschichte ist super. Bin schon gespannt wie es weiter geht mit Rayne und Tascha. Hoffe die beiden kommen irgendwann zusammen und er entpuppt sich nicht als totales Arschloch. Also bitte beeil dich


rigi

06.04.2012 18:18:12

wann gehts edndlich weiter ich warte schon immer drauf . bitte bitte schreib weiter


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