Warum kannst nicht DU es sein ?! - Teil 4

Autor: KyokoMogami
veröffentlicht am: 19.01.2012


Da es mir zu viel war, darüber jetzt nachzudenken und gleichzeitig mich nicht zu blamieren, konzentrierte ich mich einfach auf Jules. Die beiden anderen hatten anscheinen eh kein Interesse sich vorzustellen.
„Wohin bist du denn vorhin verschwunden?“ wollte ich nun wissen.
„Ach, ich musste mal für Königsjules.“ Grinste er. Und wieder lief ich knallrot an. Es war mir furchtbar peinlich dass er es so direkt ausdrücken musste.
„Achso.“ Dabei verkroch ich mich schon fast unter dem Tisch.
„Und was machst du so am Wochenende?“ rettete Nami mich daraus. Dankbar lächelte ich zu ihr und bekam ein Zwinkern dafür.

„Ach ich habe nichts vor. Und ihr?“ Nami strahlte schon wieder.
„Wir wollen heute in die Neue Disco am Hafen gehen. Kannst ja mitkommen.“ Meinte sie und er nickte.
„Gerne doch.“
Damit war das Thema auch schon wieder vom Tisch. Ich wollte nur noch weg und nach Hause und genau im richtigen Moment klingelte mein Handy. Es war Marc der mich fragen wollte, ob er mich wieder abholen soll. Schnell sagte ich ja und fügte noch hinzu wo ich war. Nami sah mich etwas enttäuscht an und nickte nur.
„Okay, dann bis heute Abend.“ Meinte ich noch zu Jules und umarmte Nami schnell. Dann trat ich auch schon wieder nach draußen.

Da Marc auch mit Auto noch mehr als 15 Minuten brauchen würde, entschied ich mich schon ein Stück in die Richtung zu gehen.
Dass ich verfolgt wurde bemerkte ich erst, als jemand mich in eine Seitengasse zog. Natürlich wehrte ich mich mit Händen und Füßen, doch schien es nichts zu bringen. Der Klammergriff lockerte sich kein Stück. Dabei war ich mir ziemlich sicher dass einer meiner Tritte am Schienbein wehtun müsste.
„Jetzt halt doch mal still.“ Diese Stimme… Jetzt wusste ich wer mich fest hielt und beruhigte mich. Und endlich ließ er mich auch los.

„Verdammt, Rayne. Musst du mich so erschrecken?“ fauchte ich ihn an. Er sah auch wirklich geknickt aus, so als würde es ihm wirklich leidtun. Fast sofort war allerdings der alte Rayne zurück.
„Ich habe dir gesagt, du sollst dich von Jules fern halten.“ Fauchte er nun mich an.
„Und warum sollte ich das tun?“
„Weil er gefährlich ist.“ War seine Antwort und ich begann einfach nur hemmungslos zu lachen.
Das wiederrum sollte nicht von Dauer sein, denn plötzlich spürte ich seine weichen Lippen auf meinen. Ein unbeschreibliches Gefühl durchlief mich. Ich hatte mir schon gedacht, dass er super küssen konnte.

Es war nicht mein erster Kuss, selbst so schüchtern wie ich bin hatte ich in diesem Belang schien ein wenig Erfahrung. Doch das hier übertraf alles bisher Dagewesene. Sekundenlang hatte ich sogar das sichere Gefühl, ich würde nicht nur meine eigene Erregung, sondern auch seine spüren. Immer weiter drückte ich mich gegen ihn. Und auch er verstärkte den Druck. Seine erregte Männlichkeit spürte ich hart an meinen Bauch und das trieb mich fast in den Wahnsinn.
Dann drang auch noch seine Zunge in meinen Mund und ich war verloren. Ich erkannte endlich die Wahrheit.
Ja ich fühlte mich nicht nur einfach zu ihm hingezogen, nein, ich hatte mich wirklich in ihn verliebt.

Diese Erkenntnis brachte mich wieder in die Realität zurück. Schwer atmend schob ich ihn weg und senkte den Kopf. Wie hatte ich nur die ganzen Monate über so blind sein können? Genug Anzeichen gab es doch dafür. Bisher hatte ich sie allerdings nur auf sexuelle Unerfahrenheit geschoben und das er einfach so gut aussah.
„Entschuldige bitte.“ Das Rayne sich entschuldigte machte es nicht besser.
„Ich hab doch mitgemacht.“ Meinte ich nur und wollte schon gehen. Rayne hielt mich jedoch fest und nahm mich in den Arm. Erst wollte ich mich wehren, und tat es dann doch nicht. Anscheinend schmiegte ich mich an ihn.

Nach einer kleinen Ewigkeit hörte ich das Motorengeräusch von Marc. Man würde es unter tausenden erkennen. Wenn man es kannte jedenfalls. Schnell befreite ich mich aus der Umarmung und trat aus der Gasse. Nach Rayne sah ich mich nicht mehr um. Es schien mir die bessere Wahl zu sein.
Marc sah mich und hielt auch sofort an.
„Fahr bitte.“ Meinte ich wandte mein Gesicht ab. Tränen glitzerten in meinen Augen und meine Sicht verschwamm. >>> Verdammt, warum grade jetzt?<<< das mein Hirn mal auf mich hörte überraschte mich keineswegs.
Ohne Fragen zu stellen fuhr er auch schon los. Leider fiel mein Blick in den Seitenspiegel, genau als Rayne auch aus der Gasse trat und uns nachsah.

Wie sollte ich ihn nur zu Hause in die Augen sehen? Wie sollte es nach so einem Kuss weiter gehen?
Aber bestimmt würde er wie immer sein. Für ihn war es nicht ungewöhnliches. Und genau das tat mir weh.
„Alles in Ordnung?“ Marc sah weiter auf die Straße als er mich dies fragte. Dennoch nickte ich nur.
„Mhh. Wenn du reden möchtest komm einfach zu mir.“ Er lächelte mir kurz zu. >>>Warum konnte ich mich nicht in Marc verlieben?<<< schoss es mir sofort durch den Kopf. Wieder musste ich mit den Tränen kämpfen. Vielleicht war es ja am besten wenn ich versuchen würde den Kuss zu vergessen. Ja das wäre wohl ideal.

Endlich zu Hause angekommen rannte ich in mein Zimmer und drehte den Schlüssel vorsichtshalber um. Erst dann schmiss ich mich aufs Bett und ließ meinen Tränen freien Lauf. Dass Marc an der Tür stand wusste ich ohne dass er etwas sagte. Ich spürte es einfach. Ich spürte beide immer. Egal wo ich war. Das war schon sehr merkwürdig. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl ihre Gedanken zu verstehen. Das war noch viel absurder.
Nach zwei endlosen Stunden auf meinem Bett schnappte ich mir meine neuen Sachen und verschwand im Bad. Natürliche hatte ich Raynes Schuhe im Flur gesehen.

Unter der Dusche ging es mir doch gleich viel besser. Das warme Wasser erweckte meine Lebensgeister. Nach einer halben Stunde stieg ich ganz entspannt aus der Dusche, wickelte mir das Handtuch um und stellte mich vor den großen Spiegel. Meine Augen sahen nicht verweint aus. Gott sei Dank. Doch etwas war anders. Ich konnte es nicht benennen. Ich drehte mich zu meinen Sachen und legte alles zurecht, dann trocknete ich mich ab, legte das Handtuch beiseite und zog mich rasch an. Schminken würde ich mich heute zur Abwechslung auch einmal.

Als ich fertig war trat ich aus dem Bad und stieß mit Marc zusammen. Seine Augen weiteten sich und ich wusste genau, dass mein Aussehen dafür verantwortlich war.
„Ich…Wow…“ Sein Gestammel klang echt süß und gab mir Selbstbewusstsein.
„Mach den Mund wieder zu. Fliegen kommen rein.“ Ich grinste dabei spitzbübisch. Ja es gefiel mir auch mal so bewundert zu werden. Welcher Frau hätte es auch nicht gefallen. Vor allem bei einen solch Prachtexemplar von Mann wie Marc es war.
Er sah mir auch nach als ich wieder in mein Zimmer verschwand und dann hörte ich auch noch wie er nach Rayne rief. Was sie dann sagten verstand ich nicht mehr.

Leider wusste ich es wenige Minuten später als ich meine Stiefel anzog und beide schon an der Tür standen. Ich seufzte tief und sah sie an.
„Ihr kommt also mit.“ Es war keine Frage, nur eine Feststellung für mich selbst. Sie nickten nur und grinsten. Ja selbst Rayne grinste und er benahm sich wirklich so als sei nichts geschehen. Ich spürte wieder einen Stich und wandte den Kopf ab. Schnell griff ich nach meiner Jacke, zog sie an und ging, meine Jungs direkt hinter mir.
„Wir laufen aber.“ Warnte ich beide und bekam nur ein Nicken.
„Also wenn ihr die ganze Zeit schweigt, will ich lieber alleine gehen.“ Allmählich reichte es mir wirklich. Warum konnten Männer nur so sein? >>>Weil sie kein Hirn haben, haha<<< Seufzend wünschte ich mir, dass es bei mir nicht anders wäre. So ein Hirn kann wirklich anstrengend und nervtötend sein.

„Sorry. Bin bloß sprachlos. Du siehst einfach…“ gestand Marc und wurde tatsächlich ein wenig rot. Rayne sah mich nicht an und ich konnte in seinem Gesicht nichts lesen. Was er wohl dachte?
„Achso.“ Ließ ich nur verlauten und kümmerte mich nicht weiter drum.
Nami wartete schon am Eingang und winkte uns fröhlich zu. An ihrer Seite waren Jules und die beiden Fremden von vorhin. Er strahlte mich an und nahm meine Hand. Dann beugte er sich vor und gab einen zarten Kuss darauf. Ich sah einfach nur weg, genau in Raynes wütendes Gesicht. Schnell sah er weg und doch hatte ich es gesehen. Fast als wäre er eifersüchtig. Aber das war ja völlig absurd. Schnell verdrängte ich diesen albernen Gedanken wieder. Rayne und eifersüchtig…eher würde die Hölle gefrieren.

„Ähm Nat? du siehst wirklich toll aus.“ Nami stand vor mir und ich hatte es noch nicht einmal bemerkt. So tief war ich versunken. Ich setzte mein strahlendes Lächeln auf und umarmte sie.
„Du aber auch.“ Schmunzelte ich. Und endlich gingen wir auch alle rein.
Es war ausgesprochen hübsch hier. Der Boden war Pakett belegt, an der Decke tanzten kleine funkelnde Kristalle die aussahen wie Diamanten. Eine Bar stand in der hintersten Ecke neben dem DJ-Pult. Eine zweite befand sich fast neben uns beim Eingang.
Auf der Tanzfläche befanden sich schon einige wenig bekleidete Mädchen und bewegten sich zur lauten Musik.

Nami zog mich mit zu der Bar beim Eingang und bestellte zwei Pina Colada. Rayne und Marc bestellten sich nur ein leichtes Bier, was mich die Stirn runzeln ließ. Eigentlich hatte ich die beiden nie etwas anderes als Bier trinken sehen. Noch nie härteren Alkohol. Ob sie nicht viel vertrugen? Nein, das konnte ich mir nicht wirklich vorstellen.
Nami beugte sich zu Jules, der ebenfalls nur ein Bier in der Hand hatte, wie die anderen zwei. Schon sehr merkwürdig. Grade lachte Nami über etwas, was Jules gesagt hatte und verschwand dann einfach mit ihm auf der Tanzfläche. Da stand ich also ganz alleine mit den anderen und fühlte mich irgendwie vollkommen verloren. Mein Getränk stürzte ich mit einem Zug hinunter und bestellte den nächsten.

Nach 5 weiteren war mir schon ziemlich warm und ganz grade konnte ich auch nicht mehr stehen.
Rayne beobachtete mich mit zusammen gekniffenen Augen, sowie Marc es bei Nami machte. Der Typ von Jules tippte mich an und ich sah erschrocken in seine Augen.
„Möchtest du auch tanzen?“ fragte er mich. Er hatte einen leichten italienischen Akzent, dir ungeheuer erotisch auf mich wirkte. Ohne dass ich es selbst begriff führte er mich schon an der Hand.
Fast neben Nami und Jules blieben wir stehen und er zog mich in seine Arme. Sie waren muskulös aber nicht zu sehr. Sein Duft stieg mir in die Nase und ich schloss die Augen. Benommen lehnte ich mich an seine Brust und hörte schon bald die Musik nicht mehr.

Erst als ich nach hinten von dem Fremden weggerissen wurde, kam alles wieder. Die laute Musik, die vielen Leute und der Geruch von Alkohol. Verwirrt blinzelte ich ein paar Mal und drehte mich. Rayne stand wütend hinter mir und nahm meinen Arm. Ohne mich zu wehren ging ich hinter ihm her. Er ging mit mir nach draußen und lenkte mich um die Ecke.
„Was sollte das werden?“ fauchte er mich richtig wütend an. Ich war noch viel zu verwirrt um ihn zu antworten, die Getränke taten ihr Übriges.






Teil 1 Teil 2 Teil 3 Teil 4 Teil 5 Teil 6 Teil 7 Teil 8 Teil 9 Teil 10

Kommentare

mirii

19.01.2012 10:00:58

Toller Teil =) Schreib schnell weiter :D


Kitty

19.01.2012 12:08:07

Ich liebe einfach deine geschichten. sie sind genau nach meinem geschmack. sher gut geschrieben und einfach nur PERFEKT! Schreib schnell weiter (auch mit dem anderen ;) )




talia

19.01.2012 13:11:30

Ich schließe mich den beiden vollkommen an ;) Einfach super dein Schreibstil!


KyokoMogami

19.01.2012 13:34:07

Ich danke euch wirklich sehr. Es ist sehr aufbauend zu hören, das es ein paar Leuten gefällt ^^. Wirklich vieln Dank. lg


...

19.01.2012 15:13:16

ich finde deine geschichte einfach nur toll und freue mich voll auf die fortzsetzung!! :D


mi

19.01.2012 15:52:10

Ich finde die Geschichte ganz gut, aber wenn du ein bisschen mehr auf die Rechtschreibfehler achten könntest, wäre das klasse.:)


murrks

19.01.2012 15:55:14

ich denke es gefällt nicht nur ein paar sondern allen ;)


Line

19.01.2012 17:12:58

Wow *__* deine Geschichte ist ecjt der Hammer!... bin gespannt wie es weiter geht (: lg


Kitty

19.01.2012 17:13:13

Es gefällt nur ein paar leuten? xD OHHHH! ganz und gar nicht. Ich hab allen leuten, die ich kenne den link zu deiner geschichte verschickt. jetzt sind sie auch total verrückt danach! xD und nur weil nicht alle kommentieren, heisst es nicht das es nur wenige lesen. es ist echt super - kann es gar nicht genug sagen! :P hab sie nochmal von anfang gelesen - und auch den anderen...bin einfach nur süchtig :P


KyokoMogami

19.01.2012 18:42:55

@ Kitty...das ist ja voll über lieb von dir... Tausend dank *verbeug*...fühl mich richtig geehrt^^...hab von beiden auch schon fast wieder nen kap fertig ^^


Oceangirl

19.01.2012 19:12:34

Echt klasse die Geschichte und so geheimnisvoll. Freue mich auf dem nächsten Teil:)


KyokoMogami

19.01.2012 23:12:28

ok dann ne kurze Frage an euch...Soll ich eine bestimmte Szene detailiert beschreiben oder eher nur grob umschreiben?


talia

20.01.2012 13:18:22

Ähm diese bestimmte Szene würde ich eher nicht soo sehr detailliert beschreiben...oh und ich hätte da eine Bitte :) könntest du meine Geschichte mal lesen und mir ein Feedback geben, weil du schreibst echt toll;) wär echt nett =D


boo

21.01.2012 03:23:37

also ich finde deine beiden Geschichten sehr toll! Bin auch fasziniert wie du beides auf die reihe kriegst hehe :) von mir ein fettes LIKE :D


kim

22.01.2012 15:08:29

also ich bin auf jeden fall fürs detaillierte. Vor allem bei gefühlen. Da will ich keine abgehackten szenen. Und ich glaube ich bin nicht die einzige :) super story.


Kommentar abgeben

Du bist nicht eingeloggt, somit kann dein Beitrag nicht deinem Profil zugeordnet werden!



Name:


Dein Kommentar:


Spamschutz:
Bitte "rockundliebe" eintragen: