Thank you for loving me - Teil 4

Autor: Jenny&Mary
veröffentlicht am: 17.01.2012


Kapitel 4. - Die Party



Good girls go bad- Mary


Eigentlich hätte ich das besser wissen müssen. Man kann mit Jenny einfach auf keine Party gehen. Schon gar nicht auf eine von Ian Somerhalder und Jensen Ackles.
Wobei ich zugeben muss: als der gute Orlando so vor uns stand, fühlte ich mich für einen Moment auch ein bisschen verarscht. Aber wenigstens bin ich nicht direkt vor seinen Füßen in Ohnmacht gefallen!
Zum Glück war Ian direkt zur Stelle und auch noch nicht so betrunken wie Orlando, der Jenny kaltblütig auslachte. Ian half ihr natürlich sofort wieder auf die Beine und versprach mir, sich um sie zu kümmern.
„I’m going to look after her, no problem. Just try to find Jensen. I think he’s standing at the bar and he can show you everything!”
Aha, soweit, so gut. Der Ian schien mit Jenny allein klar zu kommen. Und besonders gut hätte ich ihm sowieso nicht helfen können- ich kann nämlich leider kein Blut sehen. Geschweige denn mit Leuten umgehen, die gerade in Ohnmacht gefallen sind. Ich war ihm also mehr als dankbar, als er sie Richtung Obergeschoss brachte. Orlando half ihm natürlich, sie dorthin zu befördern, bekam aber kaum Luft vor lauter Lachen.
Ich atmete noch ein Mal tief durch und machte mich dann auf den Weg zum Wohnzimmer, aus dem laute Musik dröhnte. Bereits der Flur war groß und hell und überall bewegten sich Leute im Takt der Musik.
Das Wohnzimmer war schlichtweg gigantisch. Die komplette rechte Wand war verglast und führte zur Terasse, die mit hunderten Lichtern ausgestattet war. Überhaupt war der Raum so groß wie meine gesamte Wohnung. Die schwarze Ledercouch war mehr als besetzt und überall tanzten ausschließlich gutaussehende Leute zur Musik von Cobra Starship. Den Bass konnte ich förmlich im Bauch spüren und bewegte mich automatisch im Rhythmus.
Sofort kam ein heißer Typ mit Surferfrisur auf mich zu und drückte mir einen typischen roten Papp-Becher mit Bier in die Hand, wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt. Langsam aber sicher überkam mich auch das Gefühl, ich wäre im Film gelandet. Das extrem schlechte Bier holte mich aber schnell in die Realität zurück. Das konnte nur amerikanisches Bier sein. In dem Moment war mir das allerdings herzlich egal, denn es erfüllte so oder so seinen Zweck: es machte mich lockerer.
Mit Pappbecher bewaffnet ging ich also grinsend und hüfteschwingend durch die Menge und machte mich auf den Weg zur Bar. Unterwegs checkten mich etliche Typen ab oder sprachen mich direkt an. Mit jedem Anmachspruch wuchs mein Selbstbewusstsein. Das würde ein mega guter Abend werden!
„Hey, you’re looking for someone?“, hörte ich auf einmal eine tiefe Männerstimme hinter mir.
Ich drehte mich um und traf auf ein Paar wunderschöne braune Augen. Sie gehörten zu einem Kerl in meinem Alter, der mich auffordernd anlächelte. Der gefiel mir.
„Yes, I do look for someone. But you look like someone who’d like to bring me a beer!”, erwiderte ich grinsend und reichte ihm meinen leeren Becher. Lachend nahm er den Becher entgegen, gab mir dafür seinen. Und der war bis oben gefüllt, allerdings nicht mit Bier. Und das sagte ich ihm dann auch.
„That’s better than any beer you can get tonight“, versprach er mir zwinkernd und ging dann an mir vorbei, Richtung Badezimmer. „See you later!“ Na, hoffentlich!
Vorsichtig nahm ich einen Schluck von dem roten Zeug in meinem Becher. Sangria.
Der Kerl gefiel mir immer besser. Ich hoffte nur, dass ich ihn später wieder finden würde.
Aber erst mal musste ich jetzt Jensen finden. Den Sangria kippte ich in einem Zug runter, holte mir ein neues Bier aus dem Flur und tanzte mich in die Küche. Der Flur zur Küche war etwas enger als die Räume bisher und auch ziemlich schlecht beleuchtet. Und wie das auf solchen Partys eben so ist, war das hier das Zentrum der Pärchen. Ich musste mich regelrecht bis zur Küche durchkämpfen, noch dazu mit meinem randvollen Becher Bier. Und das wollte ich nun wirklich nicht verlieren.
Die Küche war genauso wie ich sie mir vorgestellt hatte. Riesengroß und modern.
Die Platten waren aus Marmor und die Schränke aus edlem, schwarzen Holz. In der Mitte stand eine großzügige Kücheninsel, allerdings hatte sich darauf eine blonde Schlampe platziert, die sich gerade einen dunkelhaarigen Kerl klar machte. Auch sonst war hier einiges los. Ein paar Jungs, die höchstens 16 oder 17 waren, plünderten gerade den Kühlschrank und fanden sogar eine Flasche Sekt.
Der Rest tanzte durch die Gegend oder knutschte wild mit einem anderen Partygast, so wie in allen Räumen.
Von Jensen war weit und breit nichts zu sehen, aber mittlerweile wusste ich auch schon gar nicht mehr, warum ich ihn überhaupt suchte. Ich gab das ewige Hin und her also auf und begann auch bald, den Kühlschrank zu durchsuchen. Und da war er auch schon, der Feigling.
Wer schon mal mit mir gefeiert hat, der weiß, was dieses Getränk aus mir macht.
Ich weiß es auch ganz genau und schäme mich deswegen immer wieder. Aber trinken tu ich das Zeug trotzdem. Und er kam gerade genau zur richtigen Zeit. Mit Feigling, aufforderndem Lächeln und ordentlich Hüftschwung machte ich mich also wieder auf den Weg ins Wohnzimmer und hatte bald schon einige neue Freunde gefunden. Hüftschwung, Lächeln und Alkohol sind eben unwiderstehlich auf so einer Party.
Meinen Feigling teilte ich mir mit einem Mädchen namens Laura. Die sah in ihrer Röhrenjeans zwar sehr gut aus, konnte aber nicht mit mir in meinem kurzen Rock mithalten. Zumindest sahen das die Typen so, die uns beim Saufen und Tanzen zusahen. Hätte ich doch an dem Tag ein bisschen mehr geschlafen. Oder ein bisschen mehr gegessen. Leider hab ich höchstens zwei Stunden geschlafen und gegessen hatte ich auch nur ein Brötchen. Der Alkohol wirkt dann erfahrungsgemäß ziemlich schnell. Sagen wirs mal so, zu der Zeit war ich eigentlich schon hacke.
Aber wie das auf solchen Partys eben so ist, wenn man einmal mit dem Trinken anfängt, fällt es einem schwer, die Finger von dem Zeug zu lassen. Das wurde mir natürlich wieder mal zum Verhängnis.
Ich trank noch ein paar Schlücke Bier von einem Kerl namens Sam. Mit dem tanzte ich dann auch schön eng, bis mir auffiel, dass ich Jenny schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatte.
Und überhaupt, ich feierte gerade mit lauter Fremden!
Ich schubste den Sam also lieblos von mir weg, nahm seinen Becher und stolperte Richtung Treppe.
Und da war er doch wirklich. Jensen Ackles!
„What’s uuuuuuuuuuup?“, schrie er mir zu als er mich sah, kam auf mich zugestolpert und umarmte mich etwas zu fest. Ich musste kichern wie ein Teenager und musterte ihn mit hochgezogener Augenbraue.
Also für einen Besoffenen sah er verdammt gut aus!
Er trug ein Top, das irgendwann mal weiß gewesen sein musste, mittlerweile war es allerdings voll von Bierflecken und anderen Dingen, die ich nicht wirklich zuordnen konnte. Wollte ich ehlich gesagt aber auch gar nicht. Über dem Top trug er ein blau-kariertes, offenes Hemd, das seine muskulösen Oberarme perfekt zur Geltung brachte. Und noch dazu diese Bartstoppeln im Gesicht, die blauen Augen und das unwiderstehliche Grinsen. Ich wäre am liebsten auf der Stelle über ihn hergefallen.
Doch nicht mal dazu war ich mittlerweile noch im Stande, langsam aber sicher fiel es mir sogar schwer, ohne Schwanken zu stehen. Plötzlich fiel mir Jenny ein.
„You know what time it is?“, fragte ich Jensen lallend.
“Should be about … 1 maybe…?” 1 Uhr also. Fuck. Das hieß, ich hatte Jenny seit zwei Stunden nicht mehr gesehen. Vielleicht sollte ich sie mal suchen.
Jensen hatte sie aber auch nicht gesehen. Wie auch? Ich glaube in dem Zustand konnte er nicht mal mich richtig erkennen. Bei dem Gedanken bekam ich mal wieder einen Lachanfall, schwankte aber dann zurück ins Wohnzimmer um Jenny zu finden. Jensens Arm krallte ich mir auch noch und zog ihn hinter mir her, wobei er gegen mindestens zehn Leute lief und jedes Mal dreckig lachend musste.
Der Witzbold.
Aus den Boxen dröhnte jetzt „Moves like Jagger“ und genau dazu passte das Bild, das ich jetzt von Jenny bekam.
Völlig betrunken stand Jenny AUF DER BAR und tanzte vor den Augen von mindestens zehn Typen.
Dabei wuschelte sie sich durch die Haare wie eine Stripperin und wirklich jeder an der Bar konnte ihren Slip sehen. Wäre ich nicht besoffen gewesen, hätte ich das unglaublich peinlich gefunden. Aber ich fand es einfach nur mega witzig!
„Jenny, wasch machst du daaaaaaaaaaaa, Jennyyyyy?“, rief ich ihr lachend entgegen, als ich –teils tanzend, teils schwankend- auf sie zukam. Aber anstatt mir zu antworten, winkte sie nur überschwänglich, lallte vor sich hin und tanzte weiter. Ihr Rock rutschte mit jeder Bewegung ein Stück weiter nach oben. Es war zum Heulen. Aber ich kriegte mich nicht mehr ein vor Lachen. Und Jensen gefiel, was er da sah. Grinsend ging er auf sie zu.
„Was machst du denn da?“, fragte er nachdem er sich bis zu ihr vorgedrängelt hatte. Auf Deutsch.
WHAT THE FUCK?
Der Alkohol war mir wohl zu Kopf gestiegen. Oder ich hatte mich einfach verhört.
Jedenfalls bot mir ein heißer Kerl plötzlich eine halbvolle Sektflasche an. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Und schon war ich wieder auf dem Weg zum Flur, untergehakt bei dem guten alten Sam und seinem heißen Freund, den ich leider noch nicht kannte.
Die Musik nahm ich mittlerweile nur noch gedämpft war, was mich aber natürlich nicht daran hinderte, lautstark mitzugrölen. Sehr zur Freude meiner beiden Begleiter.
Die zwei brachten mich und die Sektflasche aber nicht zur Küche, sondern auf die Terasse.
Und die raubte mir noch einmal den Atem. Der Garten war riesig und von Bäumen umgeben. Direkt vor der Veranda aus Holz war eine große Teichanlage, in der sich schon einige Partygäste austobten.
Und auch meine zwei Begleiter steuerten darauf zu. Ich hätte mich ja gerne dagegen gewehrt, aber leider war ich nicht mehr in der Lage, geradeaus zu laufen. Oder überhaupt klar zu denken.
Sam drückte mir die Sektflasche in die Hand. Ich hätte sie zweimal fast fallen lassen.
Dann trank ich sie komplett leer und alles verschwamm vor meinen Augen.
Das letzte was ich sah, war Ian wie er lachend auf mich zukam. Dann kippte ich vorne über, direkt auf ihn. Und alles um mich herum wurde schwarz.






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