Engelsweg - Teil 9

Autor: Adriana
veröffentlicht am: 07.04.2012


Hey Leute :) Dieser Teil ist ziemlich lang geworden. Es sind fast fünf Word Seiten. Aber aus irgendeinem Grund konnte ich einfach nicht aufhören zu schreiben. Da ich gestern ja keinen Teil eingereicht hatte, gleicht sich das ja wieder aus ;) Ich hoffe der Teil gefällt euch. Viel Spaß beim lesen :)


„Ich hab da so eine Idee. Komm mit!“
„Was, jetzt? Aber…“ Sie stand auf, nahm meine Hand und lief mit mir quer durch die Flure bis zu den Treppen und hinauf in mein Zimmer. Sie riss meine Schranktüren auf und wühlte hektisch herum. Grimmig sah ich ihr zu. Das ganze Gewimmel dürfte ich später wohl wieder aufräumen. Sera drückte mir ein eng anliegendes, schwarzes Kleid aus Satin in die Hand. Es fühlte sich wunderbar auf meinen Händen an, weich und seidig. An den Trägern waren Rüschen und es hatte einen runden Ausschnitt. Dann gab sie mir noch ein paar Pumps, die vorne abgerundet waren. Oder sollte ich lieber High Heels sagen? Sie waren um die zehn Zentimeter hoch. Für meinen Geschmack etwas zu hoch, das ich selten hohe Schuhe trug.
„Das ziehst du heute Abend an!“ Erst schaute sie misstrauisch an, dann die Klamotten.
„Bist du sicher? Die Schuhe sind doch viel zu hoch, ich meine, kommt das nicht irgendwie billig rüber oder so?“ fragte ich unsicher.
„Nein!“, Rief sie entsetzt aus „Auf keinen Fall, es drückt elleganz und Schönheit aus. Und wegen den Schuhen, keine Sorge, meine sind viel höher.“ Sie lachte und streckte mir die Zunge raus.
Den Tag über verbrachten wir damit, Kleider anzuprobieren, doch für Sera stand klipp und klar fest: Ich sollte das schwarze tragen!
Nach unserer kleinen Modenschau, hatte sie mir eine kleine Führung durch die Schule gewidmet. Anschließend begaben wir uns auf einen kleinen Spaziergang über das Gelände, was sehr erfrischend war um neue Gedanken zu fassen. Eine kleine Brise säuselte mir entgegen und wirbelte meine Haare durcheinander. Es tat gut. Die Luft war zwar erstickend warm, da wir Juli hatten, aber es tat trotzdem gut nach mal nach draußen zu kommen und einfach mal abschalte, alle Probleme zu vergessen. Ich dachte darüber nach, wie mein Leben sich innerhalb zwei Tage so drastisch ändern konnte und fragte mich ob es wirklich die richtige Entscheidung war hier zu bleiben, in einer Schule voller Geheimnise und Mythen. Ich dachte daran, was meine Eltern dazu gesagt hätten.
Hör auf dein Herz, tief in dir weißt du die Antwort bereits.
Ich seufzte, anscheinend müsste ich mir ein eigenes Bild von dieser Akademie erstellen.
Wir gingen wieder nach drinnen und machten uns schließlich fertig für den Ball.
Ich dachte wieder an meine Eltern, während Sera mich schick machte.
Sie bemalte meine üppigen, aber kleinen Lippen rot an und trug Wimperntusche und Eyeliner auf. Meiner Meinung mal wieder eine volle Ladung, typisch Sera.
Dann zog sie mein Kleid zu und drängte mich zum Spiegel. Sera stand neben mir und sah mich bewundernd an.
„Wow Süße, du bist wunderschön!“ Sie sah staunend auf mein Spiegelbild im Bad. Doch anstatt mich zu beachten, ruhte meine Aufmerksamkeit auf Seraphina.
Ich betrachtete ihre blonden Locken und ihr eisblaues Etuikleid, das locker unter ihrer Brust über die Oberschenkel flatterte und kurz über den Knien endete. Sie war groß, schlank, blond und blauäugig… Was wollte ein Mann mehr? Ich beneidete ihr Aussehen. „Ach was, deine Schönheit stellt mich doch total in den Schatten.“
Sie zog eine Braue hoch.
„Machst du Witze? Du stellst mich in den Schatten, nicht ich dich. Sieh dich doch an!“ Ich wandte meinen Blick meinem Spiegelbild zu und staunte. Gut, das schwarze Kleid betonte meine Kurven und schmeichelte meiner schlanken Figur. Der Eyelinder und die Wimperntusche ließen meine Augen noch größer wirken als sie so schon waren. Man hatte das Gefühl, sie beherrschten regelrecht mein Gesicht und ließen es überirdisch wirken, ja, magisch. Meine Sicht blieb auf meinen Lippen hängen und ich musste überrascht feststellen, dass der rote Lippenstift meinem süßen Gesicht einen gewissen Sexappeal verlieh. Ich hatte die etwas erregendes oder aufreizendes in meinem Gesicht gefunden. Bis jetzt. Sera hatte es doch tatsächlich fertiggebracht, meinem kindlichen Gesicht, sexy Züge zu entreißen.
Ich wollte nicht eingebildet sein, aber Sera hatte wirklich volle Arbeit geleistet.
Sie hakte sich bei mir ein und ich schnappte mir gerade noch meine schwarze, trägerlose Handtasche, ehe wir das Zimmer verließen. Sera und ich begaben uns auf direktem Weg nach unten in den Ballsaal, wo wir uns mit Melody verabredet hatten. Es war schon ziemlich viel los, dabei war es erst halb acht, um acht war die Eröffnung. Ich ließ meinen Blick durch die Menschenmenge wandern und entdeckte überall bunte Kleider, die sich von der Musik begleitend durch den Raum tanzten. Aus der Ferne erkannte ich Jack und Mike, sie standen beieinander und unterhielten sich angeregt. Ich ließ meine Augen weiter wandern und machte daraufhin Melody an einem Stehtisch ausfindig, sie winkte uns aufregend zu und bedeutete uns zu ihr zu kommen. Wir schritten zu ihr rüber und begrüßten sie mit einem Kuss auf die Wange. Sie hatte ein goldfarbenes, knallenges Kleid an. Es war trägerlos und hob ihre Brüste deutlich hervor. Sehr deutlich! Es presste sie buchstäblich hoch und jedes männliche Wesen in diesem Raum würde den Anblick nicht von ihrer Oberweite nehmen können. Ich nahm ihre Haare in Anschein, das Blond lag glatt auf ihren Schultern und umrahmte ihre adretten Gesichtszüge.
„Wow Melody, du siehst echt toll aus!“ schmeichelte ich ihr. Sie war eine Unsterbliche und sah doch aus wie ein Engel. Eigentlich könnte sie mit mir die Rolle tauschen.
„Dankeschön, aber ihr zwei seid ja wohl die Hauptattraktionen des Abends, schaut euch an, seid ihr Victoria Secrets Laufsteg entsprungen?“ Ich grinste und Seraphina lachte lauthals auf.
„Oh, da drüben stehen Alec und Damian. Lasst uns mal rüber gehen.“ Meinte Melody. Als sie Damians Namen aussprach machte mein Herz einen großen, während ich verzweifelt versuchte, mir einzureden, dass es nicht wegen Damian war. Vergebens.
„Wieso bleiben wir nicht noch ein bisschen hier und eh’ sehen uns um?“ Fragte ich verzweifelt. Je mehr Abstand desto besser, aber Abstand bei meinem eigenen Wächter? Wohl kaum. Melody gackerte leise und schnappte sich meinen Arm. „Melek, mach dir keine Sorgen, auf in den Kampf.“ Völlig entmutigt ließ ich die Schultern sinken und folgte ihnen widerwillig. Wir liefen rüber zu einem Stehtisch. Die beiden erblickten uns. Alec warf ein schelmisches Lächeln auf und winkte uns zu sich. Damian, der uns den Rücken zugewandt hatte, drehte sich zu uns um und erfasste uns ebenfalls. Ich konnte sehen, wie sein erster Blick mir galt und er mich von oben bis unten musterte. Leider konnte ich nichts aus seiner zu deutlichen Musterung entnehmen, da ich zu feige war ihn anzuschauen. Stattdessen senkte ich den Kopf. Unter seinem Blick fühlte ich mich ein wenig unbehaglich und das Blut sprudelte schon wieder in mein Gesicht. Verflucht! Wieso passierte mir das immer in seiner Nähe?
-Verdammt, jetzt reiß dich zusammen, du bist doch kein Kleinkind mehr, oder willst du, dass er so über dich denkt?- Entschlossenheit sammelte sich in meinem Innern und als ich ihn endlich ansah, nickte er nur zur Begrüßung und schaute wieder weg. Ein Nicken, ein einfaches Nicken! Meine Entschlossenheit wich augenblicklich und ich fühlte mich unsicher in meiner Aufmachung. Sah ich aus wie ein gewöhnliches Mädchen? Sera hatte sich solche Mühe gegeben, er hätte wenigstens können… Moment, was erwartete ich da? Er war mein Wächter und nicht mein Date für Freitagabend. Wütend auf mich selbst, schluckte ich stark und verdrängte meine Naivität. Um etwas Ablenkung zu finden, unterhielt mich mit Alec und musste feststellen dass er sehr sympathisch und lustig war, seinen Worten zufolge nahm er seine Aufgabe und seinen Job Sera zu beschützen jedoch sehr ernst und ich war wirklich froh, dass man ihm die Aufgabe als Seraphinas Wächter zugeteilt hatte. Er würde gut auf sie aufpassen.
Auf einmal erklang Musik und erfüllte den ganzen Raum mit melodischen Klängen. Die Menge applaudierte heiter und die ersten Paare begaben sich in die Mitte des Raumes und begannen zu tanzen. Alec bat Seraphina um einen Tanz, tat es den anderen Leuten gleich und führte sie zur Tanzfläche. Ich sah den beiden nach. Sera konnte brillant tanzen, ihre Bewegungen waren so anmutig und flüssig wie eine Königin. Wie sie über die Tanzfläche, in Alecs Armen schwebte, sah sie einfach toll aus! Ein Junge, der auf uns zukam erweckte meine Aufmerksamkeit. Seine etwas rötliche Haare und die grünen Augen, die bis zu mir herüber funkelten wirkten sehr attraktiv. Ich hatte ihn in meinem Flügel schon einmal gesehen. Er lief auf Melody zu, deren Gesicht erst überrascht, dann lächelnd dreinblickte. Ihr Gesichtsausdruck behielt jedoch die immerzu sitzende Traurigkeit, wegen ihres Bruders. Er unterhielt sich kurz mit ihr und fragte sie, ob sie nicht mit ihm tanzen wolle. Sie bejahte es mit einem glücklichen Gesichtsausdruck und die beiden wirbelten ebenfalls zur Tanzfläche.
Lächelnd sah ich ihnen zu wie sie sich ästhetisch zum Takt bewegten. Jetzt waren nur noch Damian und ich am Stehtisch zurückgeblieben. Ich war mir seiner Anwesenheit nur zu gut bewusst. -Wie konnte man die auch vergessen, wenn man die ganze zeit von einem klopfendem Herzen begleitet wurde?- Verzweifelt versuchte ich mich davon nicht beirren zu lassen und richtete meinen Blick stur zur Tanzfläche und studierte die Gesichter mancher Leute, um mich abzulenken. Doch leichter gesagt als getan.
„Möchten sie auch tanzen?“ Fragte mich eine tiefe, männliche Stimme. Ich erschauderte und schaute mich um. Es war Damian, der mich gefragt hatte. Er hatte mich tatsächlich gefragt! Das Blut rauschte in meinen Adern und ich glaubte es beinahe hören zu können.
Ich lächelte in seine silbrigen Augen und nickte leicht. Selbst er hatte ein kleines Lächeln auf den Lippen.
In seinem maßgeschneiderten Anzug sah er einfach zum Anbeißen aus. Er nahm meine Hand und führte mich neben Sera und Melody auf das Parkett. Er verschränkte unsere Hände, und wir gingen in Tanzhaltung. Ein wohliges Kribbeln suchte meine Hand auf und verbreitete sich in meinem ganzen Körper. Er platzierte seine Hand an meiner Taille und zog mich enger an sich heran, während seine Augen sich in meinen spiegelten. Sein Körper, der sich gegen meinen presste, verstärkte das Kribbeln ungemein. Sein Blick wirkte so verführerisch und anziehend, dass ich mir einen Seufzer versagen musste. Dann bewegten auch wir uns zum Takt. Er sah an mir herab, was meine Nervosität umso mehr zu steigern schien. Wieso sah er mich so an?
„Sie sehen wunderschön aus.“ Oh mein Gott! Mein Puls beschleunigte sich blitzartig und ich atmete schwer. Am liebsten hätte ich zur Seite geschaut um seinen überirdischen Augen auszuweichen. Doch Trotz allem riss ich mich zusammen um nicht wie ein Weichei zu wirken. Ich reckte selbstbewusst meinen Kopf vor und sah ihm in die Augen. Ich bemerkte ein spitzbübisches Grinsen auf seinem Mund und lehnte den Kopf zur Seite, bemüht ein gelassenes und entspanntes Lächeln zu zaubern.
„Danke, sie auch.“ Zur meiner Erleichterung, klang meine Stimme ausnahmsweise mal selbstsicher und erntete dadurch ein weiteres Grinsen.
„Haben sie Familie?“ fragte er mich nach einem kurzen angenehmen Moment des Schweigens. Nicht diese Frage… Warum diese? Jede andere aber einfach nicht diese. Ich schloss die Augen und atmete tief durch.
„Ich ehm… Nein ich habe keine. Meine Adoptiveltern sind… verstorben und über meine leiblichen Eltern weiß ich leider nichts… Ist kompliziert. Haben sie Familie?“
Er zog schmerzhaft die Augenbrauen zusammen.
„Nein.“ Äußerte er sich kurz angebunden. Ihn schienen wohl auch keine schönen Erinnerungen mit seiner Familie zu verbinden. Ich war mir ziemlich sicher, denn ich konnte tief in seinen Augen eine unüberwundene Qual ausmachen, die mir einen leichten Stich versetze. Ich konnte Menschen einfach nicht unglücklich sehen.
„Wissen sie“, setzte ich vorsichtig an „die Zeit wird vergehen und der Schmerz wird nicht mehr so groß sein.“
Der Kummer um meine Eltern war jedoch immer noch da. Zwar nicht mehr so schlimm, wie in den letzten Jahren, aber er bestand immer noch tief in meinem innern und übte einen Kampf mit meinem Herzen, meinem Verstand und meiner Kraft aus.
Er schaute mich durchdringend an. „Sie müssen nicht versuchen mich aufzumuntern. Dazu gibt es keinen Grund“ Er lächelte mich leicht an.
„Sicher gibt es den“, konterte ich „ich höre den Schmerz in ihrer Stimme, in ihrem Herzen. Ich kann es fühlen, fast berühren.“ Er starrte mich mit ausdrucksloser Miene an. Dann zog er schmerzhaft die Brauen zusammen und schaute weg. Ich hatte wohl seinen wunden Punkt entdeckt. Ich rollte verlegen mit der Zunge -Eine schlechte Angewohnheit wenn ich nervös wurde- Ich hätte nicht zu sehr auf dieses Thema eingehen sollen. Für mich wäre es genauso unangenehm gewesen. Verdammt.
„Also… arbeiten sie nur als Wächter hier oder sind sie auch Lehrer?“ fragte ich um vom vorigen Thema abzulenken.
„Ich unterrichte das praktische Kämpfen sowie das mündliche. Außerdem unterrichte ich auch noch Mathematik.“ Ich stöhnte. Mathe!
„Ich hasse dieses Fach schon seit meinem ersten Schultag.“
Er lachte leise und fuhr fort.
„Allerdings unterrichte ich nicht mehr so oft wie vorher, da ich ihnen ja zugewiesen wurde. Wir müssen uns mehr auf die Schutzbefohlenen konzentrieren, anstelle des Unterrichts. Dafür springen dann andere Lehrer für uns ein.“
Hm, er musste wohl ziemlich gut kämpfen können wenn er mein Wächter war und gleichzeitig die Schüler unterrichtete. Mein Wächter… Ich wiederholte seine Worte innerlich: Er müsse sich mehr auf seine Schutzbefohlene konzentrieren.
Irgendwie beunruhigte es mich, zu wissen dass ich immer unter seiner Beobachtung stand, andrerseits erfreute mich der Gedanke auf unerfindliche Weiße, ihn in meiner Nähe zu wissen. Ich fühlte mich einfach sicher und… Nein! Er war mein Wächter, und Lehrer dieser Schule. Eine Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin war verboten und völlig unakzeptabel. Ich schüttelte den absurden Gedanken ab und konzentrierte mich auf die Musik. Ich blickte rüber zu Sera. Sie stand wieder am Tisch und unterhielt sich mit einem Jungen. Er hatte blonde lange Haare die sein Gesicht ein bisschen mager wirken ließen. Auffallend waren die großen Augen, mit denen er Sera nun deutlich anhimmelte.
Er war nicht groß, vielleicht ein klein wenig größer als sie. Wobei, man musste ja ihre fünfzehn Zentimeter Stelzen beachten. Der Junge trug ebenso wie Damian einen dunklen Anzug. Er schien interessiert an Sera und grinste sie schelmisch an. Seinem Gesichtsausdruck zufolge versuchte er mit ihr zu flirten. Doch Seraphina schien sein gutes Aussehen und sein Umwerben nicht zu beeindrucken, denn ihre volle Aufmerksamkeit war auf jemanden gerichtet, der ein paar Meter weiter stand. Jack.
Der Junge mit den blonden, langen Haaren hielt Sera soeben eine Hand hin. Dem Anschein nach wollte er sie zum Tanz auffordern. Sera willigte mit einem halbherzigen Lächeln ein und legte ihre Hand in seine, woraufhin er sie zur Tanzfläche führte und wieder schwang sie das Tanzbein einwandfrei. Ich ließ den Blick suchend nach Melody durch die Menge wandern. Sie tanzte nicht mehr, sondern stand an einem der Stehtische und schaute traurig in die tanzende Menge. Das Lied ging glücklicherweise gerade zu Ende.
„Ich geh gerade mal nach Melody schauen.“ Informierte ich Damian. Er nickte.
„Sicher, ich muss sowieso wieder zu den anderen und den Saal ein wenig im Auge behalten. Wir wollen ja nicht das ihnen etwas geschieht.“ Er zwinkerte mir zu und ich verspürte ein seltsames flattern im Magen, das ich bestmöglich zu ignorieren versuchte.
„Machen sie sich deswegen keine Sorge, ich habe unzählige Selbstverteidigungskurse besucht, also eigentlich müssten sie mich gar nicht beschützen.“ Ließ ich ihn grinsend wissen. Sein rechter Mundwinkel zuckte ein wenig nach oben und zauberte ein schiefes Grinsen auf sein Gesicht. Verflucht noch mal! Er sah einfach atemberaubend aus, wie eine Gottheit! Mein Puls raste und erlang womöglich gerade die Höchstgeschwindigkeit, bevor mein Herz aussetzen würde. Ich konnte kaum den Blick von seinem Mund nehmen, geschweige denn von den stahlblauen Augen, die durch seine verwuschelten schwarzen Haare nur noch mehr auffielen. -Reiß dich zusammen!- Ermahnte ich mich. Völlig benommen von seinem Lächeln drehte ich mich mit flatterndem Herzen um. Ich ging ohne ein weiteres Wort zu sagen und lief mit weichen Knien auf Melody zu. Ich drängelte mich durch die Menge zu ihr durch.
„Hey? Was ist los? Du stehst so allein und verlassen hier.“ Ihr Kopf schnellte hoch und sie sah mich an. „Oh, entschuldige ich war gerade in Gedanken vertieft.“ Ihr Blick hing immer noch an einer Stelle in dem Schwarm von Gästen. Ich folgte ihrem Blick, doch konnte niemand erkennen. Immerhin kannte ich ja noch nicht viele Leute hier an der Schule.
„Nach wem suchst du?“
Sie ließ sich kurz Zeit bevor sie antwortete: „Meinem Bruder.“
„Oh, hat er sich schon bei dir gemeldet?“
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, es kommt mir vor, als würde er mich ignorieren.“ Ich hörte die Trauer in ihrer Stimme.
„Du solltest zu ihm gehen und ihn begrüßen.“
Unentschlossen sah sie mich an. „Ich weiß nicht. Ich möchte nicht dass es wieder so ein Aufstand wie gestern gibt.“
„Ja, aber du darfst ihn ja wohl noch begrüßen, ich meine er ist dein Bruder.“
Sie schien kurz mit sich zu ringen. „Na gut, bin gleich wieder da.“
„Lass dir ruhig Zeit, du brauchst dich nicht zu beeilen. Ich komm schon klar.“
Sie nickte und lief auf einen Jungen zu, mit hellbraun schimmerndem Haar und denselben giftgrünen Augen, die ich bis hierher schimmern sah. Die wunderschönen Augen mussten bei den beiden wohl in der Familie liegen. Seine Gesichtszüge waren weich und geradlinig, doch in seinen Zügen lag eine bekannte Trauer, die von den leicht andeutenden Augenringen noch mehr untermalt wurde. Er hatte sich für einen dunkelblauen Anzug und ein schwarzes Hemd entschieden. Melody war bei ihm angekommen und schaute zu ihm auf. Zuerst war sein Blick etwas streng, doch dann nahm sein Gesicht wieder die sanften Zügen von vorher an. Sie redeten kurz dann sagte er etwas zu seinen Freunden und ging mit Melody in ein kleines Eckchen im Raum. Wahrscheinlich wollten sie reden. Das war doch schon mal ein guter Anfang. Ich hoffte dass sie sich endlich aussprachen. Ich spähte zu Sera. Sie warf mir einen genervten Blick über die Schulter des Blondies von vorhin zu und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Wenn man ein hübsches Mädchen wie Seraphina war, hatte man eben viele Verehrer. Als das Lied zu Ende war entschuldigte sie sich bei dem Jungen und hechtete schnell zu mir.






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Kommentare

mia

07.04.2012 12:37:59

schnell schnell weiter ((: toller teil, cool das er so lang geworden ist und du nicht mehr aufhören konntest zu schreiben (: lg. mia.


Feder

07.04.2012 18:47:07

Ich sag nur 2 Wörter: Schreib WEITER! :)




milli

08.04.2012 12:17:53

schreib bitte weiter :))


talia

09.04.2012 00:14:04

Wow der Teil war aber wirklich sehr lang, aber er war schön =) ich mag deinen Schreibstil und auch deine Charaktere :D weiter so :**


MusicJunkie91

09.04.2012 18:55:33

Waaaah, ich verspreche dir, dass ich dir irgendwann mal ein Kommi da lasse, wenn ich es geschafft habe, die Teile alle zu lesen! Ich muss leider nochmal von vorne anfangen, da ich nicht mehr genau weiß, was alles so passiert ist, aber die Zeit ist momentan so knapp =/ Trotzdem hab ich mich total gefreut, als ich gesehen hab, dass es weiter geht! Yaaay! ;D LG!


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