Zurueck ins licht

Autor: Amira
veröffentlicht am: 21.03.2010




„stoer ich?“ fragte mich eine stimme. Ich blickte von dem buch auf, das ich grade lass, und starrte in Nicks wasserblaue augen. „Nick!“ rief ich wollte ihm um den hals fallen. Er zoegerte, liess sich dann aber doch auf eine umarmung ein. Ich loesste mich aus der umarmung und guckte ihn an. „was ist?“ fragte ich. Er fing an mich zu kuessen. Ueberrascht kuesste ich ihn zurueck. Aber das war kein normaler kuss. Er war fordernd, wie seine haende die jetzt langsam unter mein krankenhausgewand krochen. Ich war gelaehmt. HÄÄÄÄÄ?? Langsam wurde mir klar was er wollte. Ich war eigentlich eine sehr spontane person, aber das, das war etwas zu ploetzlich. „nein, nicht, hoer auf!“ sagte ich und wich zurueck. „warum nicht. Amira du bist 14, das ist legal fuer uns beide“ „legal ist es nur wenn beide einwilligen, und momentan bist du die einzige person hier, die eingewilligt hat oder?“ „und warum willst du nicht? Komm, wir sind jetzt seit 7 monaten zusammen, ich hab schon lange genug gewartet, und ich hab kein bock mehr!“ „willst du damit sagen dass du nur mit mir ausgehst um...das zu machen?! Ein schoener freund bist du!“ „nein, amira, ich liebe dich. Ich will nur den naechsten schritt machen“ „aber warum JETZT!? Ich wurde grade mit krebs diagnostiziert. Schonmal was von taktgefuehl gehoert? Ich glaube es ist besser wenn du jetztgehst!“ „ja, das glaube ich auch. Auf wiedersehn. Wenn ueberhaupt“ das war das letzte was er sagte, bevor er ging.
Spaeter ging ich runter in die kafeteria und setzte mich an einen der plastiktische. Lustig, in einem krankenhaus sollte man eigentlich gesund werden, doch das ungeniessbare essen hielt einen davon ab. Ich stocherte in etwas, was lasagne sein sollte, aber eher wie der mageninhalt einer kuh aussah. Angewiedert verzog ich das gesicht. „ schmeckts?“ fragte mich jemand. Ich blickte verwundert auf. Direkt In die schoensten augen die ich je gesehen habe. Gruene augen mit einer goldenen mitte, und dichte, dunkle wimpern. Ich starrte den besitzer dieser genialen augen an. Ein huebsches gesicht mit dichtem, schwarzen haar guckte mich an. Er war groesser als ich und hatte breite schultern. „machst du das extra oder hast du einen krampf in deinem kiefer?“ fragte er mich. Instinktiv klappte ich meinen mund zu, und hoffte, dass ich keinen mundgeruch hatte, oder mir essensreste zwischen den zaehnen hingen. Ich spuerte wie ich knallrot wurde. Inzwischen hatte er sich hingesetzt. Und guckte mir unverwandt ins gesicht. „ehm, tja, ehm...kennen wir uns?“ fragte ich schliesslich. Was fuer eine bloede frage. „ nein, ich glaube nicht. Aber das bedeutet nicht, dass ich dich nicht kennenlernen will“ sagte er, ohne die miene zu verziehen. „ achso, gut, ok, ehm, ich heisse amira, und...du?“ fragte ich. Ich wuenschte ich koennte die zeit zurueckdrehen und den satz ohne die ganzen ehms, oks und tja’s wiederholen. Er kicherte. „ich bin Chris. Schoener name uebrigens, nicht deutsch, oder?“ „ nein, arabisch, meine mutter kommt aus arabien. Chris ist aber auch kein sonderlich deutscher name oder?“ „nein. Urspruenglich komme ich aus amerika, aber mein dad hat hier eine stelle gekriegt als ich im kindergarten war, und die hat er jetzt immer noch“ „ahja, eeehh, warum bist du hier? Du scheinst ja nicht grad an einer unheilbaren krankheit zu leiden“ „ich mach hier mein praktikum“ „Praktikum? Cool! Ich bin erst naechstes jahr dran. Falls ich das hier ueberlebe“ meine laune verschlechterte sich sofort. „ ueberlebe? Was hast du denn?“ ich zoegerte. „Leberkrebs. Mittleres stadium“ ich guckte ihn an. Wuerde ich auch vor ihm unattraktiv aussehen fuer etwas, wofuer ich rein garnichts konnte. Er hoerte auf zu laecheln. „das tut mir leid“ sagte er aufrichtig. „ist schon okay, du kannst gehen wenn jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben willst'. Ich schluckte den klos in meinem hals runter. Er guckte ueberrascht. „ warum sollte ich nichts mehr mit dir zu tun haben wollen? Du bist nett und echt huebsch“ sagte er. Ich blickte auf. „ mein freund ist total merkwuerdig geworden seit dem krebs.' warum erzaehlte ich ihm das. Ich kannte ihn erst seit 5 minuten und schon unterbreitete ich ihm meine tiefsten gefuehle. „er denkt ich koennte ihn anstecken. Oder es ist weil ich haesslich bin. Diese krankenhausgewaender sind nicht grade vorteilhaft, und make up wird hier anscheinend sooft und gerne wie gift benutzt. Also garnicht. Ich wuenschte es waere alles wie frueher, es war grade so perfekt,und jetzt...oh gott, tut mir leid, ich sabbel dich hier grade zu und es interessiert dich garnicht tut mir so leid...“ ich hielt den atem an. Er lachte. „ich treffe hier viele leute mit krebs und anderen krankheiten, aber nicht einer ist so lebensfroh wie du. Mach weiter so, du bist ein gutes vorbild hier“ er laechelte, schaute auf seine uhr und fuegte hinzu: „ich muss jetzt gehen, morgen, hier selbe zeit, selber ort?“ er grinste und verschwand, ohne eine antwort abzuwarten. Mein gesicht war in eine art dauergrinsen gefrore als ich zurueck auf die klumpige krankenhausmatratze sank, voellig baff von Chris. Wow...ich beschloss ein nickerchen zu machen. Diese medikamente von der chemo verursachten eh ein schnelles gefuehl der uebelkeit wenn ich mich zu viel bewegte. Ich wuerde hier zur nacktschnecke mutieren.
Mein handy weckte mich, eine sms von sarah war eingetrudelt:
Heyy suesse, gib nicht auf, auch wenn du eine glatze hast, werde ich dich immer lieben ich komm vorbei. Bin in 5 min da ld
Ok, aber erschreck dich nicht. Make up ist hier nicht erlaubt. Und ich bin verheult :‘(
Verheult, schatzii, was ist passiert? Wirst du sterben?? Antworte!!!
Nein, sterben nicht, aber ich fuehl mich so, ich erklaers dir gleich. Kein kredit mehr
Ok ldgggggd
Kredit hatte ich noch, aber ich hatte kein nerv jetzt nochmehr auf meinem handy rumzutippen. Ausserdem redete ich lieber persoenlich mit leuten. Da konnte man sich sicher sein, dass nicht jemand voellig anderes am anderen ende der leitung war. „entschuldigung, frau Marks? Sie haben besuch“ sagte eine krankenschwester. „jaja, sie kann rein“ die krankenschwester nickte und ging sarah aus dem weg. Sarah huepfte zu mir, ihre braunen korkenzieherloekchen sprangen wild umher, und sie umarmte mich stuermisch. Mit einem kleinen zoegern, wie ich beflissentlich uebersah. „mimi, ich hab mir solche sorgen gemacht!!! Ich dachte du haettest nurnoch eine stunde zu leben oder so. Was macht das...dings...in deiner leber, holen die das bald raus oder wie laeuft das?? und deine Haare!! glanzlos, fallen die nicht irgendwie raus oder so? ich holl dir ne peruecke sobald wie moeglich!! Ok ich muss dir UNBEDINGT von Jo erzaehlen, er hat mich gefragt ob wir zusammen ins kino wollen, ich hab ja gesagt, aber was soll ich anziehen ohgottohgottohgott, tschuldigung, ehm, wie gehts dir so??“ sie grinste mich schief an. Sie war nunmal nicht mundfaul, sondern redete fuer ihr leben gern. Sie war eine unschuldige 8klaesslerin mit dem gemuet einer erstklaesslerin. „also, ich glaube nick will mit mir schluss machen...“ „was!!?? Nein, jetzt in dieser schweren zeit kann er dich doch nicht einfach sitzen lassen, also das ist ja...tschuldigung, red weiter...“ unterbrach sie mich. „ok nochmal, er will warscheinlich mit mir schluss machen, aber um ehrlich zu sein, hats schon zu lange nicht mehr gefunkt. Er geht mir auch langsam auf den keks mit seinn playereigenschaften. Ausserdem...wollte er...“ „nein, ernsthaft!? Ich sollte mal mit ihm reden findest du nicht?“ ich kam nicht umhin zu lachen.die vorstellung, dass meine kleine sarah nick zur rede stellen wollte...er wog ungefaehr 3 mal soviel wie sie. Das wuerde interessant werden. ich liebte sarah fuer ihre einfachheit.







Teil 1 Teil 2


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