Käuflich

Autor: Franzi
veröffentlicht am: 31.01.2010




Kim stieß die Tür des Krankenhauses auf rannte. Rannte immer weiter. Rennen tat gut. Es machte den Kopf frei und wenn dein Herz rast und deine Lungen zu zerspringen drohen, dann weißt du, dass du noch lebst.
Nie war ihr das Leben unwirklicher vorgekommen als in eben diesem Moment. Sie konnte sich nicht erinnern wann sie zuletzt einen solch furchtbaren Tag erlebt hatte. ‚Obwohl…das stimmt nicht ganz', dachte sie bei sich. Tatsächlich hatte es bereits einen anderen Tag gegeben. Einen der diesen noch bei weitem übertraf.
Damals war ihr Vater gestorben. Mit gerade einmal 32 hatte er drei kleine Kinder zu Waisen und eine junge, lebenslustige Frau zur Witwe gemacht. Von diesem Tag an war es bergab gegangen. Allgemein. Nicht nur mit ihr. Ihre Mutter, Carola, hatte ihren Vater sehr geliebt. Sie waren nie reich gewesen, doch zum Leben hatte es gereicht und sie waren glücklich. In dem Moment jedoch als ihr Vater seinen letzten Atemzug machte, brach für Carola eine Welt zusammen. Kim hatte sie seit diesem Tag nicht einmal mehr lachen sehen.
Wäre es nur um sie gegangen wäre sie damit zu Recht gekommen. Sie war damals auch erst 8 Jahre alt gewesen doch mit zwei kleineren Geschwistern hatte sie schnell gelernt Verantwortung zu übernehmen. Doch ihre Mutter schaffte es nicht sich wieder von diesem, nun immerhin schon 10 Jahre zurückliegendem, Schicksalsschlag zu erholen. Sie verlor ihren Job und auch gesundheitlich ging es rapide bergab. Kim konnte das irgendwann nicht länger mit ansehen und so beschloss sie mit 15, dass etwas getan werden musste. Sie brach die Schule ab und begann in einer Fast Food Kette zu arbeiten. Sie hasste diesen Job, aber es war besser als den beiden Kleinen immer wieder erklären zu müssen warum es heute kein Abendbrot gab.
Und nun das! Gerade als sie Hoffnungen hatte, dass durch eine baldige Beförderung ihre Geldsorgen weniger gravierend würden, bekamen sie die Diagnose. Krebs.
Seit Wochen schon hatte Carola sich nicht gut gefühlt doch zum Arzt gehen wollte sie nicht. 'Das kostet nur wieder Praxisgebühren. Ich habe nur eine Erkältung, dass ist alles', behauptete sie Tag ein Tag aus. Doch heute Morgen lies es sich dann nicht länger leugnen. Mitten in der Küche bekam sie auf einmal keine Luft mehr und brach zusammen. Kim hatte den Notarzt gerufen und im Krankenhaus hatte man dann das Problem erkannt.
Nun rannte sie durch die Straßen wie eine Besessene. Sie wollte gar nicht daran denken, was nun alles auf sie zukommen würde. Krankenhausrechnungen, die Abwesenheit ihrer Mutter und die Pflicht sich um ihre Geschwister zu kümmern. Ihre Beförderung konnte sie unter diesen Umständen wohl erst einmal vergessen und das gerade jetzt wo sie das Geld am nötigsten brauchten. Doch noch schlimmer war die Sorge um ihre Mutter, welche mit spitzen Zähnen an ihr nagte.
Schlitternd kam sie zum stehen und riss die Tür zu einem grauen Betonklotz von Haus auf. Gerade noch rechtzeitig schlüpfte sie durch den Eingang bevor es begann wie aus Kübeln zu gießen. Eilig lief sie die vier Stockwerke des Wohnblocks nach oben. Bemüht, den widerlichen Gestank nach nasser Kleidung und Urin zu ignorieren. Ihr Herz pochte wie wild nach dieser langen Laufeinheit doch der Aufzug war wie immer mit einem großen ‚Defekt' Schild versehen. Im obersten Stockwerk wurde sie bereits erwartet. Kathi stand in der Eingangstür und musterte sie besorgt. Wortlos schloss sie Kim in ihre Arme.
In der Wohnung kochte die Freundin ihr einen Tee und sie setzten sich aufs Sofa.
'Willst du reden?', fragte Kathi mit ihrer sanften, leisen Stimme.
'Was würde das nützen?'
'Naja. Vielleicht hilft es dir? Wissen Leon und Jana schon bescheid?'
Kim schüttelte nur den Kopf. Die beiden waren noch in der Schule und da sollten sie auch erst einmal bleiben. Wenn sie nach Hause kamen war noch genug Zeit. Vor dem Augenblick wenn sie es den beiden sagen musste graute ihr jetzt schon. Kathi strich ihr besänftigend über den Rücken.
Da brach es verzweifelt aus Kim heraus: 'Was soll ich denn nur tun Kathi? Wir können uns so eine Therapie nicht leisten. Und ich werde nie befördert wenn mein Chef rausbekommt wie viel andere Dinge ich noch um die Ohren habe. Wir brauchen Geld. Dringend. Aber ein Zweitjob ist auch keine Lösung. Die Arbeitszeiten sind viel zu unflexibel und ich muss doch für die Kleinen da sein. Und viel reicher werden wir bei den Löhnen auch nicht.'
Kathi sah sie mit einem seltsamen Blick an. In dem Moment als sie ihr in die Augen sah wusste sie was Kathi ihr jetzt vorschlagen würde. Und nicht zum ersten mal.
' Kim…ich weiß wie du in kurzer Zeit relativ viel Geld verdienen kannst. Und die Arbeitszeiten kannst du entscheiden. Du wärst dein eigener Chef. Du weißt wovon ich spreche. Ich könnte dir helfen weißt du. Ich kenn mich schließlich aus in der Branche.'Alles in Kim sträubte sich auch nur daran zu denken. Jedes mal wenn sie Kathi von ihren Geldsorgen erzählte hatte sie ihr diesen Vorschlag gemacht. Doch bisher hatte sie es nie auch nur in Erwägung gezogen. Wieder begann Kathi beschwörend auf sie einzusprechen:'Ich weiß doch wie stolz du bist Kleines. Aber denk doch mal nach! Es geht nicht mehr nur um dich. Du musst auch an Leon und Jana denken. Die beiden verlassen sich auf dich…'Kim schauderte es bei dem Gedanken. Aber trotzdem…in Anbetracht der
Umstände…Verzweifelt schaute sie zu Kathis Garderobe an der ihre 'Arbeitskleidung' hing. Schwarze Overknees, freizügige Oberteile und Röcke die mehr preisgaben als verhüllten.Sie hatte immer Respekt vor Kathi gehabt. Trotz ihres Berufes. Aber egal wie schlimm es um sie stand sie hatte sich nie vorstellen können selbst als Prostituierte zu arbeiten. Doch nun da alles aus den Fugen geriet kam es Kim so vor als sei ihr diese Entscheidung auf einmal abgenommen worden.
'Du kannst ja deinen Job trotzdem noch behalten Kim. Es wäre nur für den Übergang. Sobald deine Mutter wieder auf den Beinen hörst du wieder auf damit. Mir ist klar, dass das nicht deine Welt ist. Aber mal ehrlich: wessen Welt ist das schon? Denk an deine Geschwister.'Kathi hatte recht. Kim konnte einfach nicht verantworten, dass Leon und Jana einmal genauso enden würden wie sie. Und dafür musste sie Opfer bringen. Entschlossen sah sie ihre beste Freundin an. Deutlich entschlossener als sie sich fühlte.
'Du hast recht. Es hilft ja nichts. Irgendwie muss ich noch zusätzlich an Geld kommen.''Gut. Dann werde ich mich mal umhören und sehen was ich für dich tun kann. Ich melde mich bei dir, ja?'
Wenige Minuten später verließ Kim den Wohnblock und machte sich auf den Heimweg. Sie hatte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Hoffentlich hatte sie soeben die richtige Entscheidung getroffen.

Markus wollte gerade an seiner Cola nippen da schlug ihm von hinten jemand heftig auf den Rücken, sodass er beinahe alles über den Tisch spuckte. Prustend und nach Luft schnappend wandte er sich um und blickte direkt in das Gesicht seines Kumpels Andi. Der grinste ihn breit an.
'Na wie geht's unsrem bald Geburtstagskind? Genießt du deine letzten Tage als Jugendlicher?'
'Hey du Vollpfosten! Ich wird 21 nicht 18!'
'Na jetzt wird nicht gleich unverschämt. Wären wir Amerikaner würdest du jetzt erst volljährig werden.'
'Ja aber sind wir Amerikaner…?'
Andi ließ sich ihm gegenüber auf einen Stuhl plumpsen und winkte der Kellnerin sie solle ihm auch eine Cola bringen. Sie saßen in ihrem Lieblingscafe um die letzten Details für Markus Geburtstagsparty in zwei Tagen zu planen. Sie hatten bereits alles eingekauft und in Markus Wohnung geschafft. Das war allerdings auch nicht wahnsinnig schwer gewesen. Viel mehr als Knabberzeug und Alkohol brauchten sie ja nicht. Kaum hatte er seine Cola erhalten fing Andi auch schon wieder mit der alten Laier an:
'Ich versteh echt nicht warum du ne Party ohne Mädels schmeißt. Wo ist denn da der Witz an der Sache?'
'Ich wollt halt einfach lieber nen Männerabend machen. Ist ja schließlich auch kein besonderer Geburtstag.'
'Natürlich! Du wirst 21. Wären wir Amerikaner würdest du - '
' - volljährig werden. Ich weiß. Du hast es bereits erwähnt.'
So langsam aber sicher ging ihm Andi mit seinem Gelaber auf die Nerven. Doch er gab immer noch keine Ruhe.
'Mal im Ernst Markus. Du brauchst wieder mal ein Mädchen. Musst sie ja nicht gleich heiraten oder so aber seit der Sache mit Nadine hast du keine mehr angefasst. Und das ist immerhin schon ein Jahr her. Sonst verkümmert bei dir noch was.'
Andi grinste ihn anzüglich an. Warum musste er nur immer wieder den Finger im die Wunde legen? ‚Naja', dachte Markus bei sich, ‚so ganz stimmte das nun auch wieder nicht.' Vor einem Jahr hatte seine Freundin Nadine sich von ihm getrennt. Sie waren zwei Jahre ein Paar gewesen und von einem Tag auf den anderen hatte sie ihn verlassen. Für ihn war eine Welt zusammengebrochen. Schließlich hatte er gedacht sie wäre die Liebe seines Lebens. Doch inzwischen schmerzte es nicht mehr wenn er an sie dachte. Eigentlich empfand er nur noch Wut. Vor allem darüber, dass sie ihn ein halbes Jahr lang mit einem Kerl betrogen hatte von dem er dachte er wäre sein Freund. Jedenfalls hatte er sich seit dem nicht mehr auf ein Mädchen eingelassen. Nicht mal für nur eine Nacht. Aber anders als Andi zu glauben schien lag das nicht daran, dass er immer noch Nadine hinterher trauerte. Über sie war er endgültig hinweg. Es hatte sich einfach nicht ergeben. Und hatte er wirklich einmal ein dringendes Bedürfnis so konnte er dieses Problem schließlich auch alleine aus der Welt schaffen.Andi riss ihn aus seinen Gedanken: 'Wie dem auch sei. Ich muss jetzt gehen Hab noch was für deine Party vorzubereiten. Die Jungs und ich wollen dir dies Mal ein ganz besonderes Geschenk machen.'
Er zwinkerte ihm zu und verließ das Cafe. Irgendwie machte sich Markus da auf einmal sorgen was ihn am Freitag erwarten würde.

Erschrocken fuhr Kim aus dem Schlaf als das Telefon schrillte. Eigentlich hatte sie nur noch ein wenig fernsehen wollen und war dabei wohl eingenickt. ‚Kein Wunder nach einem Tag wie heute', dachte sie. Schnell hastete sie zum Telefon.
'Hallo?'
'Hey Kleines ich bin's, Kathi. Hab Neuigkeiten für dich.'
'Gute oder Schlechte?'
'Tja ich würde sagen das hängt von dir ab…Jedenfalls, Freitagabend feiert irgend so ein Typ Geburtstag und seine Freunde wollen ihm ein ganz Besonderes Geschenk machen. An dieser Stelle kommst du ins Spiel. Also nimm dir morgen Abend nichts vor. Da müssen wir arbeiten.'
'Was heißt da wir müssen arbeiten. Kathi! Ich hab mich auf diesen Irrsinn eingelassen weil es wirklich dringend ist aber ich hab nicht vor zu dritt…!'
'Hey, hey beruhig dich doch erst mal. Darum geht's doch gar nicht. Ich unterhalte nur die andren Jungs und du kümmerst dich um das Geburtstagskind. Ich glaube das ist am klügsten. Die sind meistens eh total betrunken dann ist es schneller vorbei. Dann hast dus leichter beim ersten Mal.'
Kim wusste nicht was sie sagen sollte. War sie erleichtert, dass am Freitag endlich wieder etwas Geld ins Haus kommen würde oder doch eher verzweifelt wegen dem was sie würde tun müssen? Schnell beendete sie das Gespräch und ging schlafen. Doch sie lag noch lange wach. Die Zweifel und Ängste zerfraßen sie innerlich. Erst ein einziges Mal hatte sie Sex gehabt. Es war bereist über ein Jahr her und war an ihrem 17 Geburtstag gewesen. Damals hatte sie ihren ersten und bisher einzigen Freund. Drei Wochen vorher war sie mit ihm zusammen gekommen. Ein Student. 6 Jahre älter als sie. Kim hatte damals gedacht besonders erfahren wirken zu müssen wegen des Alterunterschieds und so hatte sie sich bereits recht angetrunken von ihm auf der Toilette entjungfern lassen. Hinterher hatte sie sich nur noch geschämt. Erst recht als er am nächsten Tag mit ihr Schluss machte. Da war sie sich so billig und schmutzig vorgekommen. Und jetzt müsste sie es also wieder tun. Aber sie war vorbereitet und schlimmer als beim letzten mal würde es schon nicht werden. Kathi hatte ihr bereits gesagt, dass der Trick bei der Sache war einfach an etwas anderes zu denken. Sie würde das Kind schon schaukeln. Nicht besonders überzeugt schlief Kim schließlich unruhig ein.

Markus ging lachend in die Küche um noch eine Tüte Chips zu holen. Die Party war in vollem Gange und die Stimmung könnte nicht besser sein. Was allerdings vielleicht auch an dem Alkohol lag, der reichlich floss. Er selbst hatte sich zurückgehalten und trotzdem war ihm schon leicht schwummerig wenn er zu schnell aufstand. Aber das war nichts im Vergleich zu Andi der schon gar nicht mehr aufstehen konnte. Gerade als er wieder im Wohnzimmer ankam klingelte es an der Tür.
'Na das wird aber auch Zeit', grölte Andi und stützte sich am Sofa ab bevor er in Richtung Haustüre schwankte.
Markus war verwirrt. Wer kam den jetzt noch? Seine Gäste waren alle da. Hatte etwa Andi noch mehr Leute eingeladen? In diesem Moment kam sein Kumpel wieder herein und die Jungs grölten und pfiffen. Zuerst verstand Markus nicht was denn eigentlich los war. Und dann sah er die beiden spärlich bekleideten Mädchen, die Andi folgten.
'Jungs die Party wird zu mir verlegt', nuschelte der in diesem Augenblick und grinste Markus zu, 'Happy Birthday mein Guter. Viel Spaß noch!'
Und schon erhoben sich alle, schnappten ihre Jacken und liefen mehr oder weniger zielstrebig zur Tür hinaus. In der nächsten Sekunde war Markus auch schon alleine und etwas perplex. ‚Oder fast alleine', dachte er. Nur eines der beiden Mädchen war seinen Freunden zur Tür hinaus gefolgt. Die andere stand noch immer in der Tür und wirkte fast etwas verloren auf ihn. Im nächsten Moment verwarf er diesen Gedanken. Es war eindeutig zu erkennen was für einem Gewerbe sie nachging. ‚Unsicher' war also wahrscheinlich ein schlechtes Wort um sie zu beschreiben. Sie trug hochhackige Stiefel und ein tief ausgeschnittenes, pinkes Minikleid. Ihr Gesicht sah geheimnisvoll aus. Mit viel schwarzem Kajal und umrahmt von schokobraunen Wellen.
Er hatte noch nie etwas mit einer Nutte gehabt und konnte ehrlich gesagt auch nicht viel Respekt für diese Frauen empfinden. Und nun stand auf einmal eine Mitten in seinem Wohnzimmer und sah ihn erwartungsvoll an.

Kim wartete. Und wartete. Und wartete. Mit jeder Sekunde die verstrich wuchs ihre innere Anspannung bis es beinahe unerträglich wurde. Sie hatte gedacht wenn sie erst einmal in diesem Aufzug bei einem alkoholisierten Typen in Feierlaune im Wohnzimmer stand und offensichtlich war wozu sie ihr war würde sich der Rest schon ergeben. Und was tat er? Dastehen und sie skeptisch von oben bis unten mustern. Hatte sie etwa doch nicht den richtigen Kleidungsstil getroffen? Aber Kathi hatte ihr versichert, dass sie genau richtig aussah! Trotzdem rührte er sich nicht einen Millimeter. Langsam aber sicher begann die Situation peinlich zu werden. Wie auf dem Präsentierteller fühlte sie sich. Mehr oder weniger entschlossen ging sie auf ihn zu. Einen Schritt. Und dann noch einen. Bis sie direkt vor ihm stand. Immer noch machte er keine Anstalten sie zu berühren. ‚Ich muss etwas tun!', mit diesem Gedanken packte sie ihn am Kragen, zog seinen Kopf zu sich hinunter und presste ihre Lippen auf seine. In dem Moment als sie sich küssten kam Leben in ihn. Bevor sie wusste wie ihr geschah hatte er eine Hand in ihr Haar gegraben, die andere in ihren Hintern und küsste sie leidenschaftlich. Es war als ob Stromstöße ihren Körper durchzuckten. Sie stöhnte leise auf und umschlang ihn ihrerseits fester. Kim hatte das Gefühl lichterloh zu brennen. Sie wollte ihm ganz nahe sein, am liebsten in ihn hineinkriechen. Nur einen winzigen Spalt breit öffnete sie ihre Lippen doch sofort war seine Zunge da und nahm sie in Besitz. Doch plötzlich spürte sie noch etwas anderes. Seine Hand, die sich unter ihr Kleid und in ihren Slip schob. Sie bekam Panik. Was tat sie hier eigentlich! Das war nicht ihre Welt! Sie konnte das einfach nicht! Er musste gemerkt haben wie sie sich plötzlich versteift hatte, denn er beendete den Kuss und sah sie aus glasigen Augen an, die Hand immer noch auf ihrem nackten Po.'Was ist los?', fragte er mit rauer Stimme.
Kim konnte deutlich die Ausbuchtung seiner Jeans an ihrem Bauch spüren. ‚Reiß dich jetzt zusammen verdammt! So heiß wie der ist dauert es eh höchstens zwei Minuten! `, schalt sie sich selbst.
'Nicht. Gar nichts. Mach einfach weiter', flüsterte sie.
Er wollte ihrer Einladung folgen, doch als er den Kopf wieder senkte um sie noch einmal zu küssen zuckte sie instinktiv zurück. Misstrauisch sah er sie an.

Markus war verwirrt. Zuerst war er skeptisch gewesen das Geschenk seiner Freunde überhaupt anzunehmen. Doch dann hatte dieses unglaublich scharfe Mädchen ihn beim Kragen gepackt, ihn geküsst und ihre Wahnsinns Kurven an ihn gepresst. Da war es um ihn geschehen. Er wollte sie. Nutte hin oder her. Doch von einer Sekunde auf die andere war sie komisch geworden. Ihr ganzer Körper hatte sich versteift und in ihren Augen konnte er die nackte Panik sehen. Und als er sie wieder küssen wollte zuckte sie regelrecht zusammen. Ihr Körper sprach eindeutig eine andere Sprache als ihre Worte. Irgendwie kam er sich vor wie ein mieser Vergewaltiger, der sich an einem unschuldigen Mädchen vergreift.
'Was spielst du für ein Spiel?', fragte er misstrauisch.
'Keine Spiele. Komm lass es uns hinter und bringen.'
Noch in dem Moment da ihr dieser letzte Satz herausrutschte konnte er in ihrem Gesicht ablesen, dass das keine Absicht gewesen war.
'Es hinter uns bringen? Was soll das denn jetzt heißen? Bist du eine Nutte oder bist dus nicht?'
Das ganze kam Markus zunehmend komisch vor. Die Kleine sah zwar aus als wäre sie käuflich aber ihr Auftreten passte nicht dazu. Irgendwie war es als versuche sie krampfhaft an einer Rolle festzuhalten, die zunehmend wackliger wurde.
'Natürlich bin ich das!', protestierte sie, 'ich…hab halt nur noch nicht so viel Übung. Ignorier es einfach wenn ich ein bisschen komisch bin und mach weiter.'
Jetzt war er vollends misstrauisch. Er zog seine Hand unter ihrem Kleid hervor und trat einen Schritt zurück.
'Ich glaube du gehst jetzt besser.'

Panik kroch in Kim hoch und machte sie kopflos. Er durfte sie nicht wegschicken. Sie brauchte das Geld so dringend.
'Nein…bitte', stammelte sie, 'ich kann es besser. Tut mir leid. Ich mach es sofort wieder gut.'
Er schüttelte gnadenlos den Kopf.
'Verschwinde!'
'Aber ich brauche das Geld! Du weißt ja nicht wie das ist…'
'Nein das weiß ich wirklich nicht. Ich habe nämlich Respekt vor mir selbst.'
Mit diesen Worten packte er sie am Arm und schleifte sie grob Richtung Tür. Bevor sie wusste wie ihr geschah hatte er sie auch schon rausgeworfen.







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