Keine Hoffnung ist je vergessen

Autor: AwryOne
veröffentlicht am: 31.01.2010




Der dritte Teil ist etwas lange geworden, aber ich hoffe das macht euch nichts aus!! Wünsche euch viel Spaß beim Lesen!!! VLG AwryOne

Kapitel 3 – Die wahre Vergangenheit

Ich konnte es nicht fassen. War das etwa jetzt Zufall dass wir uns trafen oder irre ich mich da?Felix stand neben mir und ich starrte ihn geschockt mit meinem verweinten Gesicht an. Es passte mir irgendwie überhaupt nicht, dass er mich jetzt so sah. Das war nicht ich. Denn so selten bin ich mal traurig oder fröhlich und jetzt zeigte ich noch meine Gefühle. Aber dann war es mir auch egal gewesen. Meine Körperanspannung ließ ich los und versuchte mich wieder etwas zu beruhigen. Meine Angst verflog. Ich wollte nicht mehr auf das Auto starren, ich wollte nicht mehr daran denken dass mir vielleicht auch so ein Unglück passieren könnte. Es machte mich so wahnsinnig. Ich wandte mich nicht von seinem Gesicht ab, obwohl er mich nicht ansah. Er starrte auf den Krankenwagen und die Polizisten. Mein Körper zitterte und mir wurde kalt.
„Können wir gehen, Sarah?“, fragte er dann und war noch halb in seine Gedanken vertieft.
„Bitte.“
Er griff nach meinem Arm und wir gingen weg von dem Tatort. Noch einmal drehte ich mich um und schaute das Auto an und die besorgte Frau, die anscheinend völlig fertig war.Ich spürte das richtig, dass in mir sich alles öffnete. Wie eine Tür die Jahre lang verschlossen blieb und plötzlich durch nur einen schrecklichen Gedanken wieder geöffnet wurde. Es ging mir einfach nicht aus dem Sinn, dass ich später vielleicht so enden könnte. Früher störte es mich kein bisschen was mit mir geschah, aber jetzt wurde mir mein Leben wichtig und ich akzeptierte es.
„Tut mir Leid das wir uns jetzt schon trafen, aber…“
„Sag mal Felix, woher wusstest du meinen Namen?“, unterbrach ich ihn und schaute zu ihm hoch. In der Sonnenlicht strahlte er richtig, da musste ich kurz auf lächeln.„Hattest du ihn mir nicht gesagt?“, stammelte er.
„Nein.“
„Kennst du mich etwa irgendwo her?“, fragte ich aus reiner Neugier.
„Also, ich…“
Er überlegte kurz und stellte sich dann vor mich.
„Pass auf, ich…ich kannte deine Eltern.“
Was? Er kannte sie? Nein, unmöglich. Das kann nicht sein. Ich war schockiert. Wie war das möglich, ich war doch erst sechs als sie mich im Heim zurück ließen. Vielleicht hat man ihn auch geschickt um meinen Eltern später zu berichten was aus mir geworden war. Bei diesem Gedanken spannte sich mein Körper an. Oh nein, wenn er ihnen erzählt das ich so furchtbar geworden war, dann werden sie mich vielleicht auslachen. Aber vielleicht schämen sie sich auch was sie mir antaten. Diese…
„Sarah, du warst noch ganz klein, als dich deine Eltern verließen und es gab dafür auch einen Grund.“, zog er mich aus meinen Gedanken.
Er räusperte kurz und blickte mir dann in die Augen.
„Deine Mutter war tot sterbend krank. Sie war einer Krankheit ausgesetzt, wofür es kein Gegenmittel gab. Nicht einmal Medizin half, sie noch am Leben zu halten. Vor genau zehn Jahren starb sie und dein Vater verzieh sich das nie. Damals war ich ein guter Familienfreund deiner Eltern, es ist wirklich schade dass du dich an mich nicht mehr erinnerst.“
„Felix, wieso erzählst du mir das?“
„Weil die Erzieher geschworen hatten dir zu erzählen, dass deine Eltern wegen zu hoher Kosten und Schulden sich nicht mehr um dich kümmern konnten. Auf jeden Fall hatte dein Vater dich nicht erziehen wollen, zu dem was er heute ist. Dein Vater hatte furchbare Angst dass du kein guter Mensch wirst, also übergab er dich dem Heim. Doch du hast gedacht deine Eltern wollten dich nicht mehr und deshalb war dir dein Leben auch egal geworden.“
„Ich verstehe nur nicht wovor er Angst hatte?“
„Dein Vater ist ein Säufer geworden, ein Kettenraucher und leidet nun an Krebs.“
Mir wurde alles klar, ich erinnerte an einige Bruchstücke. Da waren nicht meine Mutter und mein Vater sondern nur er. Ich weiß noch wie ich furchtbar weinte ihn zu verlieren. Tage und Nächte trauerte ich. Mein Herz wurde in tausend Stücke zerrissen und ich hatte solchen Schmerz. Als ich dann älter wurde verging alles, aber fröhlich war ich nicht mehr. Das ein Lächeln sich mal zeigte war einfach unmöglich. Ich war immer alleine, niemand hatte mich gewollt. Bis ich dann dreizehn wurde und den Alkohol zu schmecken bekam, dadurch fühlte ich mich besser, lachte und feierte, aber geholfen hatte es mir nie etwas. Als ich schon mit zwölf rauchte war mir schon alles egal. Meine Zukunft hatte ich nicht mehr vor Augen. Doch jetzt hörte ich dass alles anders war, das meine Eltern nicht daran schuld waren und ich sie die ganze Zeit über beschuldigt hatte. Oh Gott, mir tat alles leid. Das meine Mutter tot war und mein Vater auch bald starb. Ich weiß noch Mutters Gesicht. Sie war hübsch, aber dass sie tot war, das machte mich jetzt sehr traurig, als hätte ich sie selbst sterben gesehen. Doch wieso hatte ich immer dieses Gefühl das meine Eltern mich zurück ließen? Es tat so weh diese Schande zu wissen.
„Felix, weißt du wieso meine Mutter starb?“
„Nein, nie hatte mir das jemand erzählt. Ich weiß das dich das ziemlich durcheinander bringt, aber ich finde du hast es verdient die Wahrheit zu erfahren.“
Aber irgendwie wollte ich die Wahrheit nicht wissen, sie ist einfach zu schlimm. Wieder spürte ich dass mein schon zerrissenes Herz wieder in tausend weitere kleine Teile zersprang.Mir kullerten wieder Tränen runter. Ich war auf einmal wütend, zugleich sehr traurig, meine ganzen Gefühle mischten sich. Ich umklammerte Felix´ Bauch und begann wie ein kleines Mädchen an zu heulen.
Das war einfach zu viel für mich, der Druck war einfach zu hoch. Wie eine Welle stürzte alles auf mich. Der Unfall, jetzt die Wahrheit über meine Vergangenheit und das mein Vater an Krebs litt. Wieso? Wieso musste ich das erfahren? Wäre es so geblieben, dann…Naja, ich wäre wahrscheinlich noch schlimmer auf die Bahn gerutscht. Das jetzt alles rauskam aus mir, war irgendwie furchtbar, aber eigentlich auch ziemlich peinlich. Die ganzen Leute starrten uns an, weil ich einfach nicht mehr aufhörte zu weinen, doch Felix machte es anscheinend nichts aus, das ich ihn fast erdrückte.
„Ich will nicht mehr im Heim sein, ich will nicht mehr rauchen, ich will nicht mehr trinken und ich will nicht mehr leiden.“, winselte ich.
„Sarah beruhig dich bitte.“, sagte er und strich mir über den Rücken. Ich merkte dass Felix zitterte und er anscheinend mit mir fühlte. Es war einfach erschütternd.Da kam eine Frau, blonde kurze Haare, in einem beigen engen Kleid, mit einem Mantel und hochhackigen Schuhen zu uns.
„Was ist denn mit der Kleinen los?“, fragte sie besorgt.
Ich stoppte meine Heulerei und starrte sie mit meinem verweintem Gesicht an.
Ihre Augen waren wunderschön grün, wie ein Smaragd und ihr Gesicht sah so gepflegt und lieblich aus. Ihr Pony flog nach hinten als ein kleiner Luftzug ihr entgegen kam.„Sie ist nur furchtbar traurig.“, meinte Felix und umklammerte mich.Ich schaute lächelnd zu ihm hoch und da verschwand meine Trauer wie im Fluge.„So?“, fragte sie und kramte in ihrer Karton großen Tasche herum.„Ich kenne dich meine Kleine, manchmal sehe ich dich am Straßenrand sitzen. Du musst ein Waisenkind sein.“
Ihr fiel anscheinend sehr viel auf.
„Pass auf, ich fühle ziemlich mit dir und weiß wie es ist, deshalb…werde ich dir einen Fünferschein geben, wenn du mir etwas versprichst.“
„Ist das ihr ernst?“, fragte ich und wieder lächelte ich.
„Ja.“
„Ich verspreche es.“
„Also gut. Bitte hör auf Trübsal zu blasen und sieh nach vorne. Wenn ich dich beobachte wie du da gesessen hast, dann hatte ich richtiges Mitleid mit dir. Weil weißt du, ich war auch mal ein Waisenkind und habe dann irgendwann nach vorne geschaut und bemerkt wie schön das Leben seien kann. Ich bin verheiratet und bin glücklich geworden.“Ihre Freude war nicht zu übersehen. Sie strahlte förmlich.
„Schatz, da bist du ja.“, rief ein in Smoking gekleideter Mann und stellte sich zu ihr. Seine Haaren waren kurz und braun, selbst er sah sehr gepflegt und wahrscheinlich auch sehr reich aus. Er starrte mich verwirrt an, als sehe er mich als eins der Straßenkinder, was ich auch war.
„Meinen sie, ich schaffe das?“, fragte ich und wusch mir die Tränen von der Wange. Mir war irgendwie alles klar geworden, als hätte Gott mir einen Engel geschickt. Ich sah ein, dass ich nur Fehler machte und bereute es sehr dass ich so wurde. Naja, endlich hatte ich Menschen gefunden die mir die Augen öffneten und jemanden der mir anscheinend bei stand. Ich war plötzlich so glücklich, wie ich schon lange nicht mehr fühlte. Diese Freude in mir. Doch was jetzt auf mich zu kam, das wusste ich schon seit ich anfing. Ich muss mir auf jeden Fall das Rauchen abgewöhnen und das viele Trinken. Vielleicht werde ich auch mal so gut wie diese Frau.
Sie drückte mir die fünf Euro in die Hand.
„Dürfte ich deinen Namen wissen?“, fragte sie dann und lächelte wieder.„Mein…mein Name ist Sarah.“
„Sarah…ein wunderschöner Name. Ich bin Milena. Vielleicht sehen wir uns bald wieder Sarah, bis bald.“
Sie packte ihren Mann bei der Hand und wank mir noch zu.
„Wiedersehen.“, sagte ich.
Der Gefühlsausbruch vor ein paar Minuten hatte mir mal meine weiche Seite gezeigt. Sonst war ich immer nun ja, ich will nicht gemein sagen, aber schon etwas hart.
Die Frau war wirklich nett, sehr selten gab es so Leute.
„Ich glaube ich werde nach Hause gehen.“, drückte ich mich errötend von Felix ab und schaute verweichlicht nach unten.
„Soll ich dich nicht begleiten?“, fragte er und hielt meine Hände fest.
Meine waren eiskalt, im Gegensatz zu seinen. Sie wärmten mich.
„Nein, ist schon gut Felix, ich muss eh noch wo anders hin.“
„Also gut, sollen wir uns morgen wieder hier treffen?“, fragte er und versuchte mir ins Gesicht zu schauen.
„Ja.“, lächelte ich und blickte ihm in die Augen. Da empfand ich wieder diese eigenartigen Signale in meinem Körper. Dieses Kribbeln im Bauch, die Nervosität, die extreme Anspannung und die Hitze. Alles das fühlte ich schon lang nicht mehr. Ich begann Felix richtig zu mögen, obwohl wir uns erst seit gestern kannten. Vielleicht irre ich mich auch und es war nur diese Geborgenheit, die ich so sehr vermisste.
Da fiel mir gerade etwas ein, was mich interessierte.
„Ach Felix, wieso wusstest du wo ich war und wieso hattest du mich eigentlich gesucht?“
Die Frage schockierte ihn und er stutzte. Da räusperte er und kratzte sich nervös am Kopf.„Pass auf, es ist wirklich schade dass du dich nicht mehr an mich erinnern kannst. Ich war einmal zu Besuch und da hatte ich dich gesehen, wie du da gesessen hast neben deiner Mutter.“
Er lachte kurz und war völlig auf seine Erinnerungen konzentriert.
„Du warst gerade fünf Jahre alt und zuerst hast du dich ständig gedrückt mit mir zu reden. Ich war zwar auch noch ein kleiner Junger, aber ich hatte schon weitaus mehr verstanden als du. Dann als wir endlich öfters zu Besuch kamen, fingst du an mit mir zu reden. Du stelltest schon gleich eine Frage ,Wie heißt du?´ Nach dieser Frage und einigen Gesprächen danach sagtest du ich wäre dein bester Freund. Danach sahen wir uns kaum wieder und hörten dass deine Mutter sehr schwer erkrankt sei. Wir konnten uns also nicht mehr sehen und ich glaube du kannst dir vorstellen das es schwer war eine beste…“
Er musste wieder räuspern und versuchte nicht zu tief in seine Gefühle hinein zu geraten.„…Freundin zu verlieren. Um ehrlich zu sein…“
Er kratzte sich wieder am Kopf und drehte sich kurz um.
Ich schaute ihn erwartungsvoll an und wollte nicht dass er versuchte das Thema zu wechseln.„…es brach für mich eine Welt zusammen. Du warst mir nun mal wichtig geworden.“
Sein Kopf senkte sich und anscheinend tat es ihm weh dass er noch einmal zurück dachte.„Im Laufe der Zeit hatte ich das Leben auch sehr satt und fand zwar neue Freunde, aber alle waren nicht wie du. Du hast mir einfach gefehlt und
dann…naja…“
„Was ist geschehen?“, fragte ich und nahm wieder seine Hand.
Ich lächelte kurz auf und versuchte ihn mit meinem Blick dazu zu kriegen das er endlich den Rest ausspuckte.
Er musste lachen und umklammerte meine Hand.
„Ich fing an, wie du.“
Ich schaute zu ihm auf.
„Wenn ich das richtig verstehe, hast du wegen mir angefangen zu Rauchen, zu Trinken und so?“
Er schaute mich betrübt an.
Was sollte ich jetzt sagen? Er hatte das alles wegen mir gemacht? War ich ihm wirklich damals so wichtig gewesen? Das schlimmste ist ja, ich kann mich überhaupt nicht an ihn erinnern. An keinen kleinen Jungen und auch an keine fremden Erwachsene. Wieso? Ich versteh das nicht. Wenn es wirklich war sein sollte, dann schäme ich sehr dafür. Hatte ich auch wirklich dann auch noch gesagt er sei mein bester Freund? Oh nein, er wird wahrscheinlich furchtbar traurig und enttäuscht sein, wenn ich ihm erzähle, das ich wirklich nichts mehr weiß. Das nervte mich jetzt, ich konnte mich an meinem wahrscheinlich besten Freund nicht mehr erinnern.
Da drückte er mich an sich und legte den Kopf auf meinen.
Ich verspürte wieder ein wunderschönes Gefühl, Geborgenheit, dieses unvergessliche Kribbeln im Bauch und die unerwartete Spannung in meinem Körper.
„Ich bin so froh dich wieder gefunden zu haben.“, schluchzte er und ich spürte die Trauer in ihm. „Ich habe dich so lange gesucht. Als ich dich Möglichkeit mit achtzehn hatte und fuhr in einige Waisenhäuser und fragte nach dir. Doch keines hatte deinen Namen gehabt. Als ich dann zu deinem Vater ging…“
„Stopp!“, schrie ich und drückte mich von ihm ab. „Mein Vater?“
Er seufzte. Er wollte meine Hand nehmen und ich zog sie jedoch unsicher weg.
„Sarah, ich…“ Wieder seufzte er und lehnte sich an die Laterne, die hinter ihm stand.
„Felix, du bist zu meinem Vater gegangen. Jetzt weiß ich auch wieso du wusstest das er ein Ketteraucher und ein Säufer geworden ist und an Krebs leidet. Im Moment frage ich mich was du noch alles getan hast um mich zu finden. Weißt du, ich denke jetzt, dass es meine Schuld gewesen sei. Das…“
Ich stockte kurz. Gerade als ich versuchte mich an das Gesicht meines Vaters zu erinnern, kam mir ein Bild in den Sinn, wo nicht nur mein Vater zu sehen war, sondern auch ein kleiner Junge. Das erste Gesicht war das eines Mannes. Er hatte einen stoppeligen Bart, eine dicke Narbe an der Wange und pechschwarze Haare. Die Augen waren dunkel und der Junge lachte neben ihm. Seine Haare hatten dieselbe Farbe wie Felix und deshalb glaubte ich dass es er war. Aber wieso kam mir nur das Bild hoch? Wo waren die anderen Teile? Es kränkte mich so sehr das ich mich wirklich an nichts erinnerte.
„Felix, glaubst du ich hatte einen Nervenzusammenbruch oder reinen Gedächtnisschwund?“, lenkte ich vom Thema ab und blickte ihm in die Augen.„Wieso? Ich glaube eher nicht.“
„Sei mir bitte nicht böse, aber ich kann mich an nichts erinnern, nicht an dich, an meine Eltern, weder noch an andere Dinge vor meinem sechsten Lebensjahr.“„Verstehe. Irgendwann wirst du drauf kommen.“, spreizte er seine Mundwinkel und er hatte so ein wunderschönes Lächeln.
„Ich glaube…“
Ich nahm einen tiefen Atemzug.
„Ich denke wenn ich mit dir zusammen bin, werde ich mich bestimmt an dich und an meine Eltern wieder erinnern können.“
„Das wäre toll…Ich meine ja, bestimmt.“
Sein Grinsen war nicht zu übersehen, er strahlte dann wie die Sonne.
„Tut mir leid, ich muss gehen. Sehen wir uns morgen wieder?“, fragte ich und nahm ihn einfach so wieder in den Arm. Ich brauchte einfach seine Nähe, sie tat mir gut und ich fühlte mich einfach so glücklich.
Er war zuerst etwas geschockt, als ich ihn in den Arm nahm, dennoch drückte er mich auch wieder feste und strich durch mein glattes Haar.
„Wie wäre es, wenn ich dich morgen für ein Mittagessen einlade?“
Mein Lächeln wurde breiter und ich löste mich aus seinen Armen.
„Wie wäre für dich zwölf Uhr?“
„Klingt gut“
Noch einmal drückten wir uns und am liebsten würde ich ihn nie wieder loslassen. Er bedeutete mir so viel auf einmal. Vielleicht waren das noch die Gefühle von früher. Aber sie waren einfach wunderbar.
Felix verschwand in einer Seitenstraße und ich machte mich auf den Weg zu dem Typen der mir die Drogen in die Hand drückte.
Doch da stand wieder mein alter Arbeitgeber und ich schaute verwundert zu ihm.
„Ah Sarah.“, rief er und kam auf mich zu.
Das jagte mir ein wenig Angst ein und ich blieb stehen.
„Wo ist das Geld?“
Aus meiner Hosentasche kramte ich fünfzehn Euro raus. Ich drückte es ihm in die Hand und als ich in sein Gesicht sah, bekam ich fürchterliche Gänsehaut.
Sein Blick war voller Wut und Hass. Sein Druck erhöhte sich in jedem Moment und sein Körper war sehr angespannt.
Oh je, hoffentlich hatte ich nichts falsch gemacht.
„Das sind fünfzehn Euro. Willst du mich etwa auf den Arm nehmen.“, brüllte er plötzlich los, sodass sein Atem mich fast umhaute.
Er packte meinen Arm und zerrte mich zu einer Gasse, wo man in den Hof gelangte.
„Was habe ich denn falsch gemacht?“, fragte ich ängstlich.
Die Angst umhüllte mich, umso schneller er mich zu dieser Gasse zog. Er griff sehr feste zu, sodass ich schon Schmerzen hatte.
Da blieb er stehen und starrte mir in die Augen.
„Bist du denn verrückt? Diese Drogen waren mindestens hundertfünfzig Euro wert!! Dafür musst du bezahlen.“
Jetzt hatte ich so viel Angst wie noch nie. Was wird er mit mir machen? Meine Händen schwitzten so sehr, meine Knie wurden weich und ich zitterte so sehr, dass ich schon Angst hatte er würde es spüren. Ich war so geschockt das ich nicht einmal in der Lage war mich zu wehren. Mein Herz pochte und in meinen Adern gefror das Blut.
„Lass mich sofort los!“, brüllte ich und wir kamen gerade in den Hof, als ich andere Kerle sah die auf dem Boden saßen und mich anstarrten. Einige blickten mich an, als wäre ich zum „vernaschen“. Wenn diese Typen mich auch nur einmal anfassen, dann werden sie es bitter bereuen. Aber ich wusste natürlich dass jede Hilfe für mich zu spät kam. Wieso hatte ich mich nicht von Felix nach Hause bringen lassen? Ich Dickkopf musste ja alleine gehen. Er zog mich in eine kleine Tür und dort gingen wir durch einen Flur.
„Wohin bringst du mich?“, winselte ich.
Da blieb er stehen und drehte sich langsam um, sodass es mir schon unheimlich vor kam.„Was ist los, Sarah? Wieso bist du plötzlich so weich. Ich dachte dir wäre alles egal. Zumindest erzählteste du mir das.“ Sein Blick machte mir jetzt so viel Angst, dass ich am liebsten in Ohnmacht fallen könnte.
„Ich werde dich zu meinem Boss bringen, das wird sicher lustig.“
Er lachte finster und zog mich weiter hinein, aber ich wehrte mich nicht mehr, da ich sah, dass es eh nichts mehr brachte.
An einer anderen Tür blieb er stehen und klopfte.
„Ja?!“, brummte eine tiefe Stimme, woraus man den Alkohol und das Rauchen hörte.
Mein Arbeitgeber öffnete sie und schob mich hinein. Danach schloss er die Tür ab. Da war ein Schreibtisch und jemand saß auf einem Stuhl. Ich konnte sein Gesicht nicht sehen, weil die Lampe ziemlich tief unten hang.
„Sie hatte Kokain und Heroin für fünfzehn Euro verkauft.“
Er schlug wütend auf den Tisch, sodass ich die Vibration unter meinen Füßen spüren konnte. Er war voller Zorn.
„WAS?!“, schrie er so laut, das ich meine Ohren zu halten musste.
„Du elender Vollidiot! Wieso hast du ihr den Preis nicht genannt?“, brüllte er und schlug wieder auf den Tisch.
„Es tut mir leid, aber das war nicht meine Schicht. Marco war da dran!“„Dieser blöde Anfänger!“, brüllte er wieder und ich glaubte er war auch angetrunken.
Ja, neben ihm stand eine dunkle Flasche, wer weiß was das für ein Getränk war.
Da seufzte er genervt und fasste sich an seinen Kopf.
„Mädchen, komm mal näher.“, befiel er mir und ich rückte etwas nach vorne, sodass ich nur einen Schritt von seinem Schreibtisch entfernt war, doch was ich dann sah, traute ich meinen Augen nicht.







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